Liebe, Wut und Chaos

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Julius Stybbir

Liebe, Wut und Chaos

Beitrag von Julius Stybbir »

*Er streifte durch die Waelder an jenem Abend, ein unbedeutener Spaziergang sollte es werden wie viele zuvor. Jedoch traf er Sie unerwartet, Sie, die Frau um die er wochenlang buhlte und warb. Sprechen wollte Sie ihn, dringlich sei es, sagte Sie und so schenkte er ihr gerne Gehoer, nichts ahnend was ihn erwarten sollte. Sie machte keine großen Ausschweife und kam direkt auf den Punkt. Ihr lange verschollen geglaubter Verlobter sei wieder gekommen, seine Buhlerei vergeblich, da ihr Herz jenem Verlobten immernoch gehoeren wuerde wie Sie sagte. Voller Entsetzen viel er vor ihr auf die Knie, flehte Sie an sich zu besinnen allerdings ohne Erfolg. Erzuernt ueber jenen Kerl rannte er den Kopf voller wirrer Gedanken in den Wald, mit Selbstmord hatte er zuletzt in seinem Groll, einem Anflug von wahnsinniger Wut gedroht, sie spottete nur ueber sein junges ungezaehmtes Gemuet. Er fluchte laut, bruellte ihr unschoene Sachen entgegen, wie ein verletztes Tier war er. Wie konnte auch nur jener Verlobter nach so langer Zeit heimkehren und ihr Herz wiedergewinnen, so als sei nichts geschehen? Diese Frage beschaeftigte ihn, krankhaft voller Eifersucht suchte er Ablenkung, wahllos schlug er auf jegliches Getier ein das seinen Weg kreuzte doch erfuellte es ihn nicht. So zog er letztlich Heim und versuchte seinen Schmerz im Brandwein zu ersaeufen doch auch das hatte nur maeßigen Erfolg. Es schuerte vielmehr seinen Hass, setzte ungeahnte Energien frei und so begann er seine Wut an seiner Einrichtung auszulassen. Zuerst flogen Stuehle, gleichsam folgten die Inhalte mancher Regale, selbst die Wanduhr musste dran glauben als er mit einem lauten Schrei tiefster Verzweiflung gegen sie schlug. Seine Faust fing an zu bluten aufgrund der zerborstenen Glasscheiben doch es kuemmerte ihn nicht. Im Suff stieg er die Treppen hinauf, leerte wuetend die Buecherregale, warf sie zu Boden, darunter auch sein Gebetsbuch! Den Kleiderschrank zerbrach er, warf die Gewaender durch den Raum. Die Schublade des braunen Schrankes flog unsanft gegen den Boden. Doch nun langsam außer Atem kommend stapfte er an der Harfe vorbei, ihr einen Schubser gebend, und fiel zu Boden auf seinen Teppich. Voller Erschoepfung lag er da, Flueche auf den Lippen und blanken Hass im Herzen. Wie konnte nur ein Verschollener seine heile Welt zum Einsturz bringen, warum nur? Warum? Diese Fragte stellte er sich noch lange, ehe ihn der Schlaf ueberkam*
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