Streik der Weiber

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Systra Bunjam

Streik der Weiber

Beitrag von Systra Bunjam »

Alles hatte mit einer undurchdachten Idee angefangen.
Systra schmunzelte. Aye, vielleicht würde die Kerle das lehren etwas mehr ihre Weiber ernst zu nehmen.
Von wegen Weibergeschwafel und Weiberkram. Nun würden sie sehen wie es ohne sie war. Kadlin, Jolinn und Systra hatten den Plan soweit besprochen und langsam zog die Kunde ihre Runde durch die beiden Clans. Denn Bunjam wie Hinrah sollten diese Geißel erfahren als Lektion sich etwas mehr aufeinander einzulassen. Vor allem wollte man ihren Stolz einmal austesten der teilweise doch enorm schien.

Runa war informiert und diese hatte sich gleich daran gemacht nahezu alles irgendwie Essbare aus dem Clanshaus zu entfernen.
Ohne Essen Kerls. Mal sehen wann ihr euch nach einer anständigen warmen Mahlzeit sehnt.
Das Clanshaus war heute auch nicht geputzt worden und die dreckige Wäsche stand immernoch da wo Systra sie jeden Tag deponierte, nahe der Ausgangstüre. Da würde sie auch noch eine Weile länger stehen.
Die Frauen wollten herrausfinden wie lange die Kerls es in einem dreckigen Clanshaus mit versifften, stinkenden Klamotten und ohne anständige Mahlzeit aushielten.

Leif hatten sie fairer Weise vorgewarnt, auch wenn das vielleicht Taktisch nicht unbedingt das Klügste war, waren die Kerle dennoch schon weit im Hintertreffen. Von denen hatte sicher kaum einer jemals mal eine Pfanne angerührt oder einen Topf, geschweige denn, dass er Socken gestopft oder das letzte mal seine Wäsche selber gewaschen hatte.
Der Gedanke an einen Leif der am Fluss saß und Wäsche wusch liess sie amüsiert schmunzeln.

Jetzt mussten die Weiber durchhalten und vor allem Einigkeit zeigen.
Kadlin hatte Systra angeraten Leif nicht mehr an sich herran zu lassen.
Wenn streiken dann richtig!
Mal sehen wann den lieben Kerls der Arsch auf Grundeis ging wenn sie erstmal die Vorzüge eines guten Lebens nicht mehr genossen und die Clans langsam in Dreck, Staub und Müll untergingen.
Die Klamotten so verdreckt waren, dass man sie zum schlafen neben sich stellen konnte und vor allem, wann das Bedrüfniss nach etwas essbarem so groß war das sich die Kerle doch endlich mal aus ihrer Brummelei herraus kamen und nett waren.

Ja das war vor allem eine Lektion über Freundlichkeit, Fürsorge, Nähe. Das was Systra am Abend davor so groß Propagiert hatte, aber so wenig Verstänis eingeforderte.

Kein Essen
Kein Met
Kein Schnaps
Kein Whiskey
Kein Putzen
Kein Waschen
Kein Fellerutschen
Nichts...

Die Weiber waren im Streik. Mal sehen wie das alles weiter ging....
Jolinn Hinrah

Beitrag von Jolinn Hinrah »

Sie wusste gar nicht, wie sie überhaupt auf diese Idee gekommen waren. Es war eine lustige Idee, eine Idee, welche die Kerle vielleicht einmal dazu bringen würden darüber nachzudenken, was sie eigentlich an ihren Weibern hatten. Aber konnte Jolinn das so bestätigen? War es nicht so, dass Falk wusste und bemerkt hatte, was er an ihr hat? Zumindest war er ihr zu Dank verpflichtet, wenn sie ihm etwas zu essen brachte oder ihm sein Methorn zuwarf. Sie hatte doch eigentlich gar keinen Grund dazu, sich den Kerl zu erziehen? Konnte man es als Erziehungsmaßnahme sehen oder nicht oder war es nur der Versuch zu rebellieren und einmal auf den Tisch zu hauen?

Sie hatte nicht einmal einen Plan, wie sie überhaupt das ganze Essen aus Grimwould schleppen sollte. Zuviel Vorrat hatte sich angesammelt. Jolinn zweifelte, sie zweifelte sehr das sie es überhaupt übers Herz brachte, so etwas zu tun. Gerade jetzt, wo sie doch eigentlich recht glücklich war und nicht auf Falks Nähe verzichten wollte. Zweifel überkamen sie, starke Zweifel. Systra hatte schon oft gesagt, dass sich bei den Bunjams einiges ändern musste. Vielleicht sollte Jolinn einfach Falk einweihen und ihm davon erzählen und von der Hoffnung, dass man sie als ihre Weiber schätzen würde. Ach, sie wusste doch selbst nicht, was sie tun sollte. Eines wusste sie: Es würde ihr sehr schwer fallen sich von Falk fernzuhalten und ihm die Nähe zu entziehen. Und sie wollte es auch nicht tun, nie und nimmer. War sie doch so froh, wenn sie ihn sah. Sie musste sich etwas einfallen lassen. Was genau wusste sie noch nicht. Aber: Ihr würde etwas einfallen. Ganz sicher. Keine Wäsche waschen, kein Essen, kein Met, kein Whiskey, keine Nähe, keine Geborgenheit, gar nichts. So hart konnte sie nicht sein, nicht jetzt, nicht am Anfang von dem, was sich noch so stark entwickeln würde. Und Zweifel durchzogen weiter die Nacht ...
Kadlin Bunjam

Beitrag von Kadlin Bunjam »

Da standen sie, Jolinn, Systra und Kadlin, gemeinsam in der Küche in Grimwould. Sie plauderten über dies und jenes, dann sprach Systra den letzten Abend nochmals an und irgendwie beschlossen sie dann wohl, den Kerlen zu zeigen, wo es langt geht, sie sollten sie respektieren lernen. Aber taten sie es nicht insgeheim? Eigentlich zeigten sie es uns Weibern doch nur nicht. Dennoch beschlossen sie gemeinsam, dass sie alle arbeiten, die dem Weib zu Tage gelegt wurde, einfach ablegten. Nichts mehr taten. Vielleicht öffnete ihnen das die Augen. Ein lustiger Plan, ein interessanter Plan.

Leif? ... aye, warum ausgerechnet Leif, warum sollte er es lernen/begreifen ... wo doch gerade er wusste, was er an Kadlin hatte. Sicher konnte er ein richtiger Kindskopf sein, und manchmal einen vor den Kopf stoßen, so dass man nicht mehr wusste, was man sagen soll ... aber genau das liebte Kadlin doch so sehr an ihm. Und sie liebte diesen Kerl von ganzem Herzen, sie konnte ihn doch nicht vernachlässigen, ihr Herz ließe das nicht zu und kein "Fellerutschen" ... Kadlin machte ein langes Gesicht, als ihr das bewusst wurde und die Tatsache gefiel ihr gar nicht. Wie sollte sie das denn aushalten? Ohne Leif ... ihn nicht berühren, gar nichts, sich ihm verschließen? Wie soll das denn gehen? Die Sehnsucht nach ihm würde sie sicher zerreißen, auffressen. Das wollte sie ihm nicht verwehren, würde sie sich dabei doch auch selbst bestrafen.

Kadlin zeigte deutlich Schwäche.

Und ja, Leif war nunmal ihr Schwachpunkt, zugleich aber auch das genaue Gegenteil. Das Beste an ihrer Seite. Sollen die anderen doch meckern, sie wusste genau, was sie an ihm hatte.

Und das schlimmste daran war, er wusste das auch ganz genau.

Er. Leif, Jarl der Bunjams ... er ermahnte sie, dass sie das gefälligst mit den Weibern durchziehen sollte. Sie wollte das erst gar nicht wahr haben und meckerte nur mit einem "jaja" hinterher ... zeigte es nicht schon deutlich, dass er eigentlich schon Verstand, worum es ging? Allein schon seine Worte, letzte Nacht, sie bittend sich nicht zu verwehren, er würde auch selbst alles waschen.

Nein, Leif musste ihr gegenüber nichts mehr lernen oder gar begreifen.

Warum musste sie auch zu solch einem Plan zustimmen? Doch würde sie die anderen Weiber unterstützen, egal was es mit sich brachte. Denn, es ging nicht um Leif und sie, es ging um die Allgemeinheit. Alle Kerle im Clan sollten begreifen, was Familie, was Zusammenleben bedeutete. Das jeder, ja auch wir Weiber eine wichtige Rolle spielen und es so nicht weitergehen kann.
Runa Bunjam

Beitrag von Runa Bunjam »

Auch Runa hatte so einige Probleme mit dem, was sich im Clan Bunjam so langsam einschlich. Man lebte zwar zusammen, aber es war kein Gefühl der wirklichen Zusammengehörigkeit, kein Gefühl, das man einer Familie entgegenbrachte. Man sah sich ab und zu, aber ansonsten ging man seinen eigenen Arbeiten nach, man fragte nicht weiter, wie es einem ginge oder ob ihn etwas bedrückte. Und wenn das doch einmal vorkam, so wurden die Gedankengänge meist im Keim erstickt oder einfach als Weiberkram abgetan, über den man nicht weiter nachdenken sollte.
Sie selbst hatte bereits vor einiger Zeit etwas Ähnliches bei Valdrrik ausprobiert. Er bekam von ihr nur noch Gemüse vorgesetzt, als alle anderen um ihn herum saftiges Fleisch auf den Tellern hatten. Er trieb es damals noch so weit, bis Runa ihm selbst den Met verbot, erst dann wurde er einsichtig, nach dem Runa ihm erklärt hatte, was sie damit bezwecken wollte.
Runa hatte die Hoffnung, dass es sich mit den anderen Männern des Clans ebenso verhielt. Natürlich würde es ihr schwer fallen, sich von Valdrrik zu distanzieren, hatten sie sich erst kürzlich ausgesprochen und wendete sich doch erst jetzt alles wieder zum Guten zwischen ihr und ihm. Aber sie hegte die winzige Hoffnung, dass er sich an die Zeit davor erinnerte und vielleicht die Kerle auf den richtigen Weg führen konnte. Dass sie ihre Weiber und was sie mit sich brachten, zu schätzen lernten. Runa erwartete gar nicht, dass sie nun Wäsche wuschen oder die Halle fegten, das was sie erwartete, war etwas ganz anderes. Es war die Einsicht, dass man auch den Weibern im Clan den Respekt schenken sollten, den sie verdient hatten. Natürlich ging es hier um die Arbeit der Weiber, aber wie schön war es, abends nach getaner Arbeit in eine Halle zu kommen, um von brummenden, ungehobelten Kerlen umgeben zu sein, für die alles selbstverständlich war? Runa wünschte sich, ernst genommen zu werden, ihr fehlte die Behaglichkeit innerhalb des Rudels. Ein herzliches Miteinander vermisste sie in diesen Zeiten. Den rauen, forschen Umgangston, den hatten sie alle drauf, aber nur bei den Weibern gab es dann auch mal eine ruhige Zusammenkunft, in der alles Wichtige besprochen wurde. Es hatte den Anschein, als sei es den Kerlen egal.
Sie hatte alles Essbare aus dem Clanshaus geschafft, auch der Alkohol war verbannt worden. Nur das Heu war noch da, um die Tiere zu versorgen. Sollten die Männer zu schätzen lernen, was sie täglich an gutem Essen vorgesetzt bekamen, sei es aus ihrer oder aus Systras Hand. Sollten Leif und die anderen sich ihren Met von den Anguren holen, er würde sich noch wundern. War der Met in den Tavernen Fuachteros doch so schlecht, dass selbst die Anguren schon bei ihr Met und Korn gekauft hatten.
In ihr wuchs der Gedanke daran, bei manchen Kerlen mit der Zeit Ausnahmen zu machen. So sie Einsicht zeigten und sich offensichtlich etwas änderte. Olaif hatte sie auf die Idee gebracht. Als sie das Essen aus dem Clan schaffte, und er die Packpferde sah, bot er sofort seine Hilfe an. Er wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, was sie da überhaupt tat, daher lehnte sie sein Angebot ab. Sie wollte ihn nicht in Schwierigkeiten bringen durch den Umstand, dass er seine Hilfe angeboten hatte. Denn das hätte Sinn und Zweck des Streikes in falsche Bahnen gelenkt.
Sie nahm sich vor, noch mal mit den Weibern zu reden, ob und wann man Ausnahmen machen sollte. Man würde sehen.
Auf dem Weg aus dem Clanshaus warf sie noch weitere Wäsche auf den Berg, den Systra neben der Tür angehäuft hatte. Und obwohl es der normale Gang war, jenen mitzunehmen, um ihn zu waschen und dann auf dem Hof zu trocknen, ließ sie es heute sein. Sie war gespannt und voller Hoffnung, ob der Streik den Kerlen die Augen öffnete oder zu was dies alles noch führen sollte…
Olaifjur Bunjam

Beitrag von Olaifjur Bunjam »

Es war eigentlich kein ungewöhnlicher Morgen, zumindest bisher, soweit er es beurteilen konnte, als sich Olaifjur sich aus den Fellen erhob und seine Kleidung anzog. Am Vortag hatte er sich noch (glücklicherweise) etwas Brot und Fleisch eingepackt, da er heute früh raus in den Wald wollte, um den Holzbestand etwas aufzubessern. So wurde auch dem Wäscheberg neben der Tür keine große Aufmerksamkeit gewidmet, als er die Clanshalle verließ.

Ein Beil wurde aus dem Keller geholt und geschultert und so ging es dann in den nahegelegenen Wald. Einige Bäume sollten von ihren Ästen erleichtert werden. Und so ging es Schlag um Schlag, Baum um Baum, Ast um Ast durch den Wald. Zwischendrin genoß er dann auf einem Baumstamm ruhend die frische Morgenluft und nahm sein Frühstück ein. Die Arbeit hinterließ auch ihre Spuren auf der Kleidung: Schweiß, Holzsplitter und grüne Flecken von den Flechten- und Moosbehafteten Bäumen gaben den Sachen ein nunmehr schmuddeliges Aussehen. Soweit auch nichts ungewöhnliches, das brachte die Arbeit nun einmal mit sich und die Weiber würden das auch gewiss wieder waschen. Nachdem dann noch die Holzstämme auf das mitgeführte Packtier verfrachtet wurden, machte sich Olaifjur auf den Rückweg zur Clanshalle.

Dort erhoffte er sich dann eine deftige Mahlzeit, die ihm nach der Arbeit nur recht sein konnte. Doch schon beim Betreten der Halle fiel ihm nun der Wäscheberg schon eher ins Auge. Normalerweise war er nie so groß und um diese Tageszeit vorallem nicht mehr da. "Vielleicht hatten die Weiber ja heut viel zu tun?" ging es ihm durch den Kopf und schulterzuckend ging er weiter Richtung Küche. Nun langsam schlich in ihm der Verdacht hoch, dass etwas gehörig nicht stimmen könnte: Denn seit wann ist _nichts_ Essbares mehr in der Küche?! Hastig durchwühlte er nochmal alle Schubladen, Kisten und Schränke, aber nichts, rein gar nichts war mehr da, außer einigen rohen Fleischlappen.

Dann fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Gestern Abend hatte er Runa noch getroffen, wie sie einige Dinge aus der Clanshalle schleppte, ja gleich pferdeweise. Und das Schlimmste dabei: Er wollte ihr auch noch dabei helfen! Helfen alles Essbare wegzutragen! Gestern hatte er nicht gründlich geschaut, was sie machte, aber nun sah er das Resultat.

"NEEEY, dat kann doch net wahr seyn!" entfuhr es ihm laut, immernoch in der verdreckten Kleidung in der Küche stehend.
Systra Bunjam

Beitrag von Systra Bunjam »

Schönes Schlammassel....

Das ging Systra immer wieder durch den Kopf als sie auf dem Boden des Clanshaus kniete und mit mehreren Tüchern und Wassereimern bewaffnet sich daran machte das Clanshaus zu säubern.
Das Ganze hatte ganz andere Bahnen angenommen als Systra das gewollt hatte.

Ganz andere...

Eskaliert war das ganze in der Hinrahhalle. Ansich eh schon der am wenigsten passende Ort für dieses Aufeinandertreffen aber vielleicht war Falk als Mediator auch garnicht so schlecht. Zumindest würde man sich dort nicht gegenseitig an die Grugel gehen. Und das schien durchaus im Bereich des Möglichen, wenn Sys die Reaktionen der Kerle um die Ohren geschlagen bekam. Einige Hiebe saßen tief unter der Gürtellinie. Reichlich Tief, aber das war erstmal egal.
Das Ende des Liedes war, dass Skallagrim und Valdrrik wutüberströmt aus der Clanshalle gerauscht waren und selbst die nachhechtenden Frauen, Runa und Keikya, schienen sie nicht mehr besänftigen zu können.
Falk versuchte irgendwie zu intervenieren und Sys stand kurz vor der Explosion.
Doch mit der unbändigen Wut kam die Ernüchterung in Systra´s Gedanken.

Alles was sie gewollt hatte war mehr Herzlichkeit, mehr Fürsorge, mehr Miteinander im Clan und was hatte sie erreicht?
Alle waren wütend aufeinander und selbst Paare die sich eigendlich liebten stritten so hefftig, das man die Liebe in dem Moment vollkommen übersah.
Aye Systra, das hast du prima hinbekommen. War sie wirklich zu weit gegangen oder hatte das Ganze einfach nur Bahnen angenommen die sie hatte einfach nicht mehr kontrollieren können? Sie wusste es nicht genau aber sie war sich sicher das das hier ihr Verschulden gewesen war.
Es war ihre Verantwortung den Clan zusammen zu halten.

Sie hatte die Seele des Clans stärken wollen. Mit einem Gefühl von Familie. Doch so einfach war das mit den Gefühlen garnicht. Die Kerle verstanden nicht was die Frauen wollten. Man würde ihre Methoden nicht begreifen. Die Frauen verstanden nicht warum die Männer so wenig auf das Zeigen von Gefühlen gaben und sich lieber hinter ihren grimmigen Masken verzogen. Ein Wort führte zum anderen und eh man sich versah war die Hinrahhalle mehr ein Wespennest anstatt eine Halle des Zusammenseins.

Leif zumindest zeigte ein wenig Einsicht und er hatte ihr auch die Schulter angeboten, wollte auf sie zugehen, aber dafür hatte sie im Moment einfach nicht den Gedanken. Auch nicht die Kraft wenn sie ehrlich war.
Sie hatte versagt. Als Schamanin versagt. Sie hatte ihre größte Pflicht die ihr jene Aufgabe auferlegt hatte nicht meistern können.
Vielleicht musste sie einfach nur viel lernen...
Lernen...
Sie hatte sich in den Heilligen Hain verzogen. Dort hatte sie Ruhe. Dort konnte sie sich besinnen und mit den Geistern Zwiegespräch führen. Doch ihre Ruhe wähnte nicht lange.

Falk war ihr scheinbar nachgegangen. Falk, immer wieder Falk. Was war nur mit diesem Mann? Er war ein großartiger Anführer, das stand ausser Zweifel. Er wusste wie er seine Mitmenschen anzupacken hatte und wie er sie wieder auf den Boden der Tatsachen holte. Aber auch wie man sie aufbaute und ihnen Mut zusprach.
Falk wollte das Systra wieder zurück zum Clan kam. Sich mit Leif aussprechen. Er hatte so eine Art an sich der man schwerlich wiederstehen konnte und die einen immer wieder dazu zwanghaft bringen musste zu lächeln obwohl es einem gerade schlecht ging.
Das war eine Gabe und er nutze sie gut.

Der Weg zurück zur Hinrahfeste war einfach für sie gewesen. Eh noch im Gespräch mit den Geistern bat sie einen von ihnen sie zurück zu schicken und kaum das sie sich versah stand sie schon in dem nahegelegenen Waldstück an der Bunjamfeste.
Langsam schritt sie durch das Große Tor und in den Hof der Hinrah.
Runa und Tjarlf saßen am Rand und unterhielten sich. Sie sagte nichts weiter zu ihnen. Ihr Weg führte sie zurück in die Halle wo man sich vor kurzem noch hefftig gestritten hatte.
Dort war mitterweile Ruhe eingekehrt.
Falk und Jolinn saßen zusammen.
Leif und Keikya ebenso.
Hedwig war auch da, ein Anblick den sie schon fast vergessen hatte. Seid sie Schamanin war hatte sie den Alten nicht einmal gesehen. Ein Umstand den sie irgendwie bedauerte. Doch die Stimmung schien nicht sonderlich gut als Systra sich setzte und ihr Pfeiffchen anmachte. Man führte nur ein kurzes Oberflächliches Gespräch ehe sich Sys dann entschied den Clanern doch lieber ihre Zweisamkeit zu lassen, die sie beinahe riskiert hatte. Sie war vermutlich zu ambitioniert gewesen. Aber was genau das Problem war das wusste sie auch nicht.

Jetzt kniete sie jedenfalls auf dem Boden und wuscht jenen ab. Ein Tag...Nur ein Tag und das hier würde Stunden dauern bis sie fertig war.
Ja...hier konnte Systra sich austoben. Die Wäsche stapelte sich immernoch in der Ecke und darum würde sie sich auch noch kümmern müssen. Aber sie hatte ja Zeit.
Es war seltsam...vielleicht war sie es ja auch der etwas nicht passte. Sie alleine vielleicht sogar. Es waren viele Dinge gesagt worden, die man sicher nicht so gemeint hatte aber manches blieb einfach wie eine offene Wunde an ihr hängen. War sie wirklich fähig eine Schamanin zu sein?
Hatte das was sie tat wirklich berechtigung? Wählte sie nicht die Falschen Wege? Und wenn ja, was war der richtige Weg? Sie wusste es nicht.
Im Moment wusste sie überhaupt nichts und irgendwie war das gut. Sie hatte etwas zu tun um sich abzulenken und über das alles nicht weiter nachzudenken, auch wenn ihr das alle Minute in den Sinn kam.

Sie brachte das dreckige Wasser hinaus, kippte es ins Gras und holte Frisches um weiter zu machen. Kurz durchzuckte sie etwas als ein Gedanke durch ihr Bewusstsein schoss. Doch die Erinnerung an Zuhause schüttelt sie mit einem Seufzen ab. Das war keine Option mehr. Sie musste sich ihrem Schicksal fügen. Vor seinen Prüfungen weglaufen half nichts aber...warum fühlte sie sich dann trotzdem so einsam?

Einsam...
Einsam...
Einsam...
Alleine...
Deine Familie ist nicht hier...
Alleine...
Du hast sie zurück gelassen...
Einsam...
An einem Frühen Morgen...
Einsam..
Du riskierst den Clan...du schadest dem Clan...
Alleine...
Ganz alleine...


Sie schüttelte wieder den Kopf und machte sich mit neuem Elan daran den Boden zu putzen. Auch die zertrümmerte Bank trug sie raus und ersetze sie durch eine Neue. Immerhin würde man das noch als Brennholz benutzen können. Der Winter kam schliesslich bald.
Sie sollte einfach ihre Arbeit machen und sich weniger beschweren. Immerhin könnte es ihr auch noch viel schlechter gehen. Hier war sie zumindest unter ihres gleichen. Inmitten ihres Volkes und die Geister sprachen schliesslich auch zu ihr. Der Blick in die Geisterwelt war für sie so irreal, es war merkwürdig.
Nicht nachdenken...
Nicht nachdenken...
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