Heilerhaus de Velgy

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Zoe de Velgy

Heilerhaus de Velgy

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Heilerhaus de Velgy


Patienten waren nicht immer einfach. Nicht immer.
Zoe wusste das genau. Kannte ihre Angst auch wenn sie still waren.
Patienten versuchten immer keinerlei Reaktion zu zeigen.
Oder auch nur ein Laut ertönen zu lassen, der ihren Schmerz zeigt. Stille.
Egal ob kleine oder große Schmerzen, die meisten strengten sich an, ruhig und gefasst zu wirken. Keine Schwäche zeigen.
Heiler wissen auch ohne Worte der Erkrankten, wie es ihnen erging. Heiler beobachteten. Mimik und Gestik. Folgten mit den Augen den Blicken der Patienten. Den Bewegungen ihrer Hände.
Zoe war immer darauf bedacht zu achten. Auf die Patienten, ihr Empfinden, ihre Versorgung. Auf ihr "Wohl".
So wohl, wie es in einer Heilerstube eben ging.

Ihr eigenes Wohl war ihr seit der Epidemie recht egal. Nachts war sie lange wach. Ihr Körper verlangte nur wenige Stunden Schlaf. So war sie es gewohnt. Seit der Seuche.
Arbeiten, Kräuter sammeln, daraus die verschiedensten Tränke mischen.
Erschöpfen, mit den Kriegern die Höhlen Gerimors erkunden.
Beschäftigen, Bücher lesen und schreiben.
Wenig schlafen, wenig träumen. Gar nicht denken.

Freunde und Bekannte machten sich Sorgen, sprachen sie an. Sie will es nicht hören. Es geht ihr gut. So glaubt sie es und sagt sie es. Immer. Sie schläft meist unten in der Heilerstube. Anstatt die Stufen ein Stockwerk höher zu ihrem eigenen Bett zu gehen. Meist merkt sie die Erschöpfung zu spät oder versucht sie zu übergehen. Julie bekam es manchmal mit. Sie wohnten ja schliesslich in einem Haus. Patienten hatte Zoe seit der Epidemie immer wieder. Selten war sie jedoch einen ganzen Tag damit beschäftigt sie gesund zu pflegen. So war ihr jede Aufgabe recht. Hauptsache beschäftigt.

An einem Abend, wurde sie von der Dame Savea gebeten sie zu begleiten. Herr Zyran Mondin wieder.
Dämonen, Höllenkatzen. Oder Hunde? Egal. Zoe kannte beides.
Er schlief zur Zeit, vor Erschöpfung wohl. War verletzt und verlangte diesmal persönlich nach ihr. Einer Heilerin. Eigentlich nichts ungewöhnliches. Doch Herr Mondin war einer der schwierigeren Patienten.

Er mochte keine Heiler, keine Behandlungen. Und wie es schien auch nicht sich selbst.
Einmal hatte sie ihn bisher behandelt und versorgen "dürfen". Einige Tage nach der Andacht der Pestopfer.
Herr Mondin hatte sich seine Hand verletzt. Wie genau, das wusste Zoe bis heute nicht. Er sprach nicht viel.
Und wenn er sprach, waren es Flüche, böse Kommentare. Unsicherheit.

Eine größere Schwellung liess fast kein Blut mehr in zwei seiner Finger. Aber genug in seinen Kopf. Wohl eher rot vor Zorn und nur selten vor Scham. Spitzfindige Bemerkungen seinerseits und der Dame Savea im Wechsel. Einem Spiel gleich.
Zoe erörterte die Behandlung. Wie sie es immer tat, bevor sie begann. Manchmal formulierte sie eine mehrteilige Vermutung. "So wie Ihr es mir geschildert habt, denke ich hieran, oder da dran oder an noch etwas ganz anderes." Manches davon war oft nur eine Mutmaßung, eine mögliche Lösung von vielen. Aber Zoe's folgende Definition beruhte auf Logik.
Ihr Vorschlag Blutegel einzusetzen um die Schwellung zu mindern, wurde von Herrn Mondin jedoch mit Skepsis, Ekel und Verwirrtheit aufgenommen. Niemand ist von diesen kleinen Tieren begeistert, das wusste Zoe. Aber es war die beste Behandlungsmöglichkeit in solchen Fällen. Wie seinem.

Worte wie "Mistviecher" und "Menschen mit einem Funken Verstand" bekam sie zu hören.
Zoe blieb dabei und verharrte darauf. Blutegel mussten her. Kleine dunkle hungrige Blutsauger. Ein knappes "Gut" vom Patienten reichte aus. Und Zoe begann. Der starre Blick des Herrn Ich-will-kein-Patient-sein und die Frage von ihm ob man nicht lieber ein Messer nehmen sollte, hinderten Zoe nicht daran die Egel langsam nach und nach auf seiner Hand zu platzieren.

Beschwerden kamen. Über die Behandlungsmethode. Angewiderte Blicke des Herrn Mondin taxierten seine eigene Hand mit Skepsis. Er glaubte nicht, das diese Behandlung ihm helfen würde. Zoe jedoch war sich sicher.
Er spürte seine Finger kaum noch und verstand den Zusammenhang mit dem Blutlassen nicht.
Zoe begann zu erklären. Erörterte ihm das sein taubes Gefühl in den Fingern sich bessern würde. Die Schwellung nach der Behandlung zum größten Teil fort wäre.
Seine Antwort kam prompt und lautete nur "Ich tausche also Schwellung gegen Sumpffieber?"
Savea meldete sich sogleich, für Herrn Mondin entschuldigend, zu Wort und empfing ein abmilderndes Lächeln von Zoe.
Es dauerte auch nicht lange. Die kleinen Egel begannen sich immer mehr an seinem Blut zu nähren. Sich fett, groß und voll zu saugen. Bis sie schliesslich nach und nach gesättigt von seiner Hand in eine Schüssel rutschten.
Zoe machten solche Kommentare nichts aus. Sie nahm sie auch nicht ernst. Erklärte dann höflich das sie Heilerin sei. Und keine Kräuterhexe.
Nur noch ein leises Murren war von Herrn Mondin zu vernehmen, als Zoe ihn endlich von der Schüssel mit den gesättigten Egeln befreite.

Einige Momente vergingen. Zoe brachte die kleinen Tiere in den Nebenraum.
Herr Mondin schaute ungläubig auf seine Hand. Das Blut floss langsam wieder in seine Fingerspitzen. Die Schwellung war zum größten Teil fort. Zoe begann die Hand erneut zu reinigen und zu versorgen.
Mehr als ein trotziges "Ich fühle sie wieder" war von ihm jedoch nicht zu hören.
Einen Salbentiegel gab sie ihm mit. Savea meldete sich wieder zu Wort. Hakte nach wie lange die Salbe aufgetragen werden sollte. Und wie oft.
"Drei Tage bis einen Wochenlauf" war Zoes Antwort. Sogleich begann es wieder. Das Spiel zwischen den beiden. Savea und Zyran. Ihre Bemerkungen nahmen ihren Lauf.
Auch Zoe wurde davon angesteckt. Auch sie gab Bemerkungen von sich. Auch sie spielte mit.
Sie bemerkte ihren Fehler. Es stand ihr nicht zu und sie entschuldigte sich.
Die restlichen Gedanken blieben in ihr verborgen.
Zuletzt geändert von Zoe de Velgy am Dienstag 18. September 2007, 21:57, insgesamt 2-mal geändert.
Zoe de Velgy

Beitrag von Zoe de Velgy »

Und vorgestern Abend verlangte er selbst nach ihr. Einer Heilerin.
Zoe war gerade dabei, die Möbel der Heilerstube etwas umzustellen. Sie hatte eine neue Behandlungsliege beschafft und aufgestellt. Dafür aber eines der Krankenbetten forträumen müssen. Bisher kam es nur ein mal vor, das alle Betten belegt waren. Sie machte auch oft Hausbesuche. Das hatte sie eigentlich auch für diesen Abend geplant.

Doch die Tatsache, das Herr Mondin verletzt war und die Dame Savea trotz seiner Abneigung Heiler gegenüber, zu ihr geschickt hatte, beunruhigte Zoe. So liess sie alles stehen und liegen wie es war, nahm ihre Medizintasche zur Hand und begleitete Savea zum Verletzten.

Die Sorge war nicht von nöten. Es war nichts lebensbedrohliches. Dennoch auch keine leichten Verletzungen.
Savea gab ihm Kunde darüber das Zoe eingetroffen sei. Bat danach Zoe mit sich und sie gingen gemeinsam zu ihm.
Zoe begrüßte Herrn Mondin freundlich. Wie von einer Hornisse gestochen, sprang dieser aus seinem Bett auf, sagte aber nichts. Zoe leicht erschrocken ob seiner Reaktion, wich etwas zurück und sagte nur "Mal langsam.."
Die nächsten Minuten verbrachte er damit zu fluchen. Erklärte wie es zu den Verletzungen kam und wo sie sich befanden. Er bekam einige böse Kommentare von Savea zu hören und fluchte erneut.
Er hatte drei wesentliche Verletzungen. Eine im Gesicht, eine am Arm und eine am Oberschenkel. Verbrennungen sowie Bisswunden. Wieder gab es eine spitzfindige Diskussion zwischen der Dame Savea und Herrn Mondin. Savea verliess Zoe und Herrn Mondin jedoch für eine Weile, um frisches Wasser zu besorgen.

Leise und zurückhaltend und zu Zoes Überraschung, übernahm Herr Mondin das Wort. Lobte ihre Arbeit und machte ihr Komplimente. Zoe sagte, sie fühle sich geehrt, von ihm solch Worte zu vernehmen und begann dann schmunzelnd sich seiner Verbrennungen im Gesicht zu widmen. Die Haare und der Bart waren ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen worden. Er wollte wissen, was er mit seinen Haaren machen sollte. Zoe fand dies grausam. Aber vielleicht lag es doch an seiner Unsicherheit. Zoe konnte es nicht einschätzen. Andere hätten gefragt ob arge Narben zurück bleiben würden. Hätten sich Sorgen um Haut statt Haar gemacht. Doch Zoe blieb ruhig und erklärte. Allgemein bekam sie heute ein anderes Bild von ihm als noch am ersten Tage. Als sie ihn kennenlernte. Sein Körper war eine reine Narbenlandschaft. Sie sah es zu Anfang auf seinem Arm. Jener mit der Bisswunde, welcher provisorisch umbunden war.

Etliche Narben zeichneten sich auf seinem Arm ab. Viele waren schlecht behandelt worden. Oder alle? Sein Arm wirkte entstellt. Ein unschöner Anblick für jedermann. Zoe bekam irgendwie zu dem Zeitpunkt Mitleid. Mit ihm und das er sich nun so entblößen musste. Vor zwei Damen die er irgendwie nicht mochte. Gleichzeitig fragte sie sich jedoch, wieso er nicht besser auf sich acht gab. Savea erklärte, das Herr Mondin jede Narbe verdient hätte.

Zoe verstand nun, wieso er keine Heiler mochte. Aber sollte man da nicht erst recht besser auf sich achten? Sie dachte darüber nach, wie man ihm helfen könne, seine Narben zu "verschönern". Zu verkleinern. Verblassen zu lassen. Es würden viele kleine feine Narben werden. Auch wenn sie nicht glaubte, das er das wollen würde, schlug sie es ihm vor. Er sagte nicht viel dazu. Nur das man damit wahrlich viel zutun hätte. Zoe wusste dies, würde es dennoch tun. Auch wenn sie glaubte das er seinen eigenen Körper verabscheute und es ihm egal sei wie er aussah. Sie sprach dies nicht aus und konzentrierte sich darauf, die Bisswunde am Arm zu versorgen. Zu säubern. Zerfetzte Hautlappen zu entfernen. Den Arm mit Salbe etwas zu betäuben und die Wunde zu nähen.

Der Patient fluchte. Verfluchte das Tier das ihn verletzt hatte. War verwundert, so erschien es Zoe, das sein Arm vorher betäubt wurde. Savea half Zoe. Hielt die Wundränder so zusammen, wie Zoe es ihr gezeigt hatte. Nach und nach entstand eine saubere Naht. An seinem Arm. Wenn sie verheilt ist, wird sie nicht mehr auffallen. Nicht auf diesem Arm. Dann war sein Bein an der Reihe.

Aber nicht so einfach. Natürlich. Erst wurde diskutiert.
Herr Mondin: "So schlimm ist es nicht" -
Savea "Er zog es nach"
Zoe: "Soll ich mir Euer Bein nun ansehen oder nicht ?"
Savea: Er möchte es.
Ein geknurrtes "In Ordnung" daraufhin vom Patienten.

Sein Versuch Savea fort zu schicken scheiterte ebenfalls. Und wieder begann er zu fluchen.
Zoe überlegte erst Savea wirklich fort zu schicken. Doch irgendwie wollte sie sich da lieber heraus halten. Das hielt sie für klüger.
Herr Mondin zog seinen Stiefel aus. Versuchte dann seine Lederhose über das Knie und weiter hoch zu schieben. Er kam damit nicht weit. Und scheiterte. Die Verletzung war am Oberschenkel.

Kopfschüttelnd bat Zoe ihn die Hose von oben herab zu ziehen. Nicht aufzurollen. Savea lachte. Zoe schmunzelte. Herr Mondin wurde wütend.

"Lieber schraube ich mir das Bein aus" bekamen die Damen zu hören. Während Zyran's Gesichtsfarbe immer mehr der Farbe von Blutegeln ähnelte, holte er ein Messer unter seinem Kopfkissen hervor. Er wollte seine Hose aufschneiden. Zoe hinderte ihn daran. Bat stattdessen Savea um ein Handtuch. Für Herrn Mondin. Nach einer Schere verlangte er, doch bekam er nur das Handtuch.

Er schickte die Damen fort um sich zu entkleiden. Das Handtuch umzulegen. Und um beide dann zögernd wieder zu sich zu bitten. Schamesröte im Gesicht , der Blick stur geradeaus an den Damen vorbei. Zoe musterte seine Verletzung am Oberschenkel eingehend. Sie hätte zuerst behandelt werden müssen. Ebenfalls ein Biss, nur größer und tiefer als am Arm.
Zoe begann die Wunde zu säubern. Verletzte Hautschichten zu entfernen. Zu desinfizieren. Ihn zu beobachten. Seine Mimik und Gestik zu studieren. Wieder vereinzelte Flüche über das Tier. Sein Blick noch immer starr geradeaus. Seine Hände allerdings waren weniger ruhig. Nervöse Bewegungen ob seiner Schmerzen. Während Zoe sich konzentriert der Verletzung widmete.

Dann musste Wundsalbe her. Schmerzhaft, aber äusserst wirkungsvoll. Die Salbe musste so tief in die Wunde wie es ging. Zoe gab sich eine Walnussgroße Menge davon auf eine Hand. Bereitete den Patienten mit Worten darauf vor. Nahm dann etwas auf einen Finger und ging mit diesem tief in die Wunde. Savea wandte sich ab. Zoe gab die ganze Salbe von ihrer Hand nach und nach in die Wunde. Herr Mondin schlug vor Schmerz auf eines der Bücherregale neben seinem Bett.

Zoe hielt inne, schaute ihn an. Mit einem Finger in der Wunde. Savea's Blick wandte sich sofort wieder zu den beiden. Zoe sprach beruhigend zu ihm .. das es schon fast vorbei sei. Zog dann die Hand aus seiner Wunde. Zyran wirkte nun sichtlich angestrengt, hatte Tränen in den Augen. Zoe beachtete dies, griff nach seinem Handgelenk. Um den Puls zu messen. Beschleunigt aber noch in Ordnung. Zoe konnte weiter machen. Gab die Betäubungssalbe auf die äusseren und inneren Wundränder und bereitete die Nadel vor.

Savea gab sich wieder etwas von der desinfizierenden Flüssigkeit auf die Hände. Machte sich bereit. Zum entsetzen von Herrn Mondin. Er wollte die Wundränder selbst zusammen halten. Verlangte nach der Phiole mit der desinfizierenden Flüssigkeit.
Herr Mondin hatte schon genug mit sich selbst zutun. Zoe entschied sich für Savea. Sie war noch ruhig und gefasst und würde nicht zucken.

Zyran blickte zur Decke. Savea platzierte ihre Hände so, wie Zoe es ihr zeigte und das Nähen begann erneut. Etlichen Stichen und Verknotungen bedurfte es bis die Wunde gänzlich geschlossen war. Doch war die Naht ebenso sauber und ordentlich vernäht wie zuvor am Arm. Savea schien auch etwas Blass um die Nase zu sein inzwischen. Sagte zu Zoe dann aber das alles in Ordnung sei.
Säubern. Noch etwas Wundsalbe. Ein Verband. Er war erlöst. Jedenfalls von den Berührungen der Heilerin und der Dame Savea. Medizin musste er noch zu sich nehmen. Um Krankheiten vorzubeugen die solche Kreaturen vielleicht hinterlassen könnten. Herr Mondin erläuterte das er nichts alkoholisches zu sich nehmen dürfte. Brauchte er auch nicht. Reine Kräutermischung und nicht weniger effektiv. Er trank es.

Sie gab ihm noch diverse Salben und Pasten für seine Wunden. Erklärte wie lange und wie oft alles benutzt werden musste. Wann die Fäden gezogen werden könnten. Sie verordnete Ruhe und wenig Bewegung für Arm und Bein. Savea und Zoe räumten dann etwas auf und gingen in den oberen Stockwerk um sich die Hände zu waschen. Sie unterhielten sich dabei über Herrn Mondin. Das er unvorsichtig ist, vielleicht Freude an seinen Verletzungen hat. Savea schlug vor, sicht mit Darna von Elbenau darüber zu unterhalten. Damit er klare Anweisungen bekommt, an die er sich hoffentlich hält. Zoe stimmte dem zu und empfahl es zu gleich ebenfalls.

Eine Weile blieb Zoe noch im Hause, trank etwas Wasser das ihr angeboten wurde. Lernte eine stille betrübte junge Dame Names Viola kennen und erlaubte Herrn Mondin sich ebenfalls mit an den Tisch zu setzen. Er trank sein Wasser, sagte nichts. Savea und Zoe unterhielten sich. Über Zoe. Wie die Heilkunst ihr Interesse wecken konnte und wo sie alles erlernt hatte. Eine Weile dauerte das Gespräch ehe die Damen sich erhoben und Zoe sich verabschiedete und heim ging.

Daheim angekommen, rückte Zoe die Möbel an die richtigen Stellen. Reinigte ihr Heilerbesteck. Aß eine Kleinigkeit. Ging dann in den oberen Stockwerk, wo Julie gerade einige Kunden bediente. Liliana kam eine Weile später ebenfalls hinzu und Zoe erzählte kurz, das sie einige Stunden bei einem Patienten verbracht hatte. Sie erzählte auch vom Patienten, wie er war. Von der Behandlung. Sie wurde auch nach dem Namen gefragt. Doch sie gab ihn nicht bekannt. Sie war der Meinung das sie dies Liliana vielleicht sagen könne, wenn sie fragen zu Behandlungen oder dergleichen hätte. Kurz erklärend meinte sie dann, das sie die Namen nicht gern bekannt gäbe. Aus Rücksicht auf die Patienten. Die beiden anderen Damen verstanden.

Als Zoe am späteren Abend dann allein war, Salbentiegel auffüllte und Tränke sortierte, dachte sie noch einmal über Herrn Mondin nach. Wenn er so weiter machen würde, würde sie ihm demnächst eher einen Priester statt einen Heiler empfehlen. Aber vielleicht sprach Darna von Elbenau ja ein Machtwort und er hielt sich daran. Was Zoe allerdings bezweifelte.
Zoe de Velgy

Beitrag von Zoe de Velgy »

Heilerhaus de Velgy..

....nach etlichen Mondläufen und vielen Ereignissen gab es wieder ein Heilerhaus, an dem ein Schild, einzig allein mit ihrem Namen darauf, angebracht worden war. Dazu ein Ladenschild, das nur 'Geschlossen' anzeigte, seit das Haus errichtet worden war. Zoe stand nachdenklich vor diesem Schild und fragte sich, ob sie nun wieder in der Lage wäre, es dauerhaft und stetig umzudrehen. Ob sie bereit war, neue Patienten zu empfangen. Eigentlich genügten ihr jene, die sich im Laufe der Zeit für sie als Heilerin entschieden hatten. Auch diese hatte sie in den ganzen letzten Mondläufen zum größten Teil vernachlässigt und sie wurden in dieser Zeit mehr von Liliana als von ihr selbst behandelt. Sie wollte nun zumindest für ihre Patienten wieder da sein. Doch nun kamen, auch ohne das sie offiziell als Heilerin tätig war, wieder täglich neue Patienten hinzu. Eben noch hatte Shila ihr erneut angeraten die Heilerstube doch wieder offiziell zu eröffnen .. Zoe aber war sich nicht sicher ob sie diesen Schritt gehen konnte.. Die Worte ihrer Bekannten und Freunde hallten ihr durch den Kopf ..

"Du musst wieder anfangen zu Leben, Zoe"
"Du musst Deinen Weg finden, Deinen eigenen.. "
"Aber was willst du denn machen wenn du keine Heilerin mehr bist.."
"Wenn Ihr wieder als Heilerin arbeitet, werdet ihr schon sehen, wie gut es Euch tun wird."
"Es waren oft Patienten da, die nach Dir fragten Zoe .. und es gab auch öfter Situationen, wo ich mir gewünscht habe, du wärest da.."
"Eine Heilerin 'Zoe', die gibt es nur einmal und wenn sie fort ist, dann wird es viele Patienten geben, die sich nur sehr ungern an eine andere gewöhnen werden müssen"


Sie strich bedächtig über das Schild. Eigentlich hatte sie gedacht sie könnte ihren Beruf gar nicht mehr ausüben. Und noch immer fiel es ihr auch teilweise richtig schwer, in bestimmten Situationen, die nach aussen starkwirkende Heilerin zu sein. Denn innerlich war sie es noch immer ganz und gar nicht. Erst durch Viola, die nach einem Überfall, lebensbedrohlich verletzt wurde, vergaß sie ihre Gedanken und Sorgen und tat was sie tun musste. Das Leben ihrer Freundin retten. Das es ihr auch letztendlich gelang, lenkte auch ihre Zweifel und Gedanken etwas um. Da Zoe ihr Haus abreissen liess um einen alleinigen Neuanfang zu wagen, nächtigte sie in der Zeit, in der sie sich um Viola kümmerte auch in Varuna im Gasthof. Es dauerte noch eine ganze Weile bis ihr Haus soweit fertig war, wie es heute war. Tagtäglich war sie in der Heilerstube zu Varuna und versorgte, mit Hilfe von Ebba, Viola. Auch andere Patienten kamen, baten Zoe um Hilfe und sie verweigerte ihnen jene erstmals nicht. Dieses Mal sagte sie nicht, das sie zu einem der anderen Heiler gehen sollten und versorgte sie selbst. Sie beschäftigte sich so sehr mit ihren Patienten, das sie sich nicht ein einziges Mal am Bauplatz ihrer neuen Heimstatt blicken liess.

Shanna Llastobhar, eine weitere Patientin, eigentlich eine von Liliana, sorgte dafür, das auch Zoe sich ein klein wenig besser fühlte. Es half ihr zu sehen, das sie helfen konnte. Ihr, eine Patientin, die schon bei Liliana gewesen war und noch immer nicht weiter wusste, suchte Zoe eines Tages in Varuna auf. Shanna wusste nicht warum ihre Hände am Morgen wieder blutig und aufgeschürft waren und sie keinen Schmerz mehr empfand und Liliana hatte ihre Hände versorgt. Nun sollten die Hände erneut untersucht werden und da Shanna Liliana mehrfach nicht angetroffen hatte, bat sie Zoe um eine Behandlung. Zoe führte, während sie Shanna behandelte, ein langes Gespräch mit ihr. Zoe fand durch gezielte Fragen rasch heraus, worum es sich eigentlich handelte.

Zoe erklärte ihr mit direkten Worten, das sie selbst für die Verletzungen verantwortlich sei und was sie tun müsste um dies zu vermeiden und zu behandeln. Ruhig fügte sie dann noch an, das dazu kein Heiler nötig war, eher ein Priester, guter Freund oder Vertrauter. Sie erklärte ihr, das sie über die Geschehnisse reden müsse, sie erneut fühlen müsse, um wieder leben zu können. Wie sehr kannte Zoe diese Situation .. und es fiel ihr auch nicht leicht, diese Ratschläge zu geben ohne selbst ab und an in eigene Gedanken abzuschweifen. Auch als Shanna ihr die Frage stellte, ob sie selbst solcherlei Dinge und Situationen kannte, antwortete sie wahrheitsgemäss und aufrichtig mit einem klaren Ja.

Heute kam Shanna erneut zu ihr in die neue Heilerstube und verkündete ihr, das sie Zoe als Vertraute für diese wichtigen Gespräche auserwählt hätte. Zoe wusste nicht ob sie in der Lage war, wieder jemand derart auffangen zu können, wie er oder sie es brauchen würde. Doch sie hatte es ihr angeboten und sie hielt ihr Wort. Das erste Gespräch begannen sie gleich heute. Zoe fragte Shanna, ob sie sich in dem Besprechungs- und Behandlungsraum wohlfühlte oder nicht doch den Garten bevorzugte. Zoe fühlte sich erneut in ihrer Meinung bestätigt, Shanna richtig eingeschätzt zu haben, als Shanna den Garten auswählte.

Sie wählten den Platz am Apfelbaum aus, ein wundervoll und prächtig blühender Baum, den ihre Cousine Rahel ihr zum Einzug geschenkt hatte. Der Apfelbaum.. er stand für das Leben, die Erkenntnis und die Entscheidung - sie hätten keinen besseren Ort für das folgende Gespräch wählen können. Auch Shanna fühlte wie sie die Nähe des Baumes beruhigte.
Einige Stunden sprachen sie dort und erst als langsam der Regen einsetzte, gingen sie wieder ins Haus. Zoe wurde rasch klar das es mit einem einzigen Gespräch nicht ausreichen würde Shanna zu helfen und bot ihr weitere Gesprächsstunden an. Auch gab sie ihr eine Aufgabe mit, die sie dazu bringen sollte, mehr über sich und ihr Leben nachzudenken.

Der ganze heutige Tag ging Zoe noch einmal durch den Kopf. Es tat ihr leid das Luca verletzt war und das es ihm schlecht ging deshalb. Auch an Rafael musste sie denken. Er war nun auch ihr Patient. Sie wollte es eigentlich immer vermeiden seine Heilerin zu sein, hatte sie doch von Liliana zuviel über ihn gehört und auch selbst gesehen. Er war einer der schwierigeren Patienten. Keine Herausforderung für Zoe - aber wohl schwierig. Als er dann gestern zu Zoe kam und über seine Schulter und all ihren Verletzungen berichtete, tat er ihr irgendwie leid. Sie hatte ihn immer anders beurteilt.. doch inzwischen sah auch sie ihn mit etwas anderen Augen.

Sie untersuchte seine Schulter, hebte langsam seinen Arm an, bis er den Schmerz nicht mehr aushielt und liess ihn sich wieder ankleiden. Zoe konnte ihm nicht mehr wirklich helfen und sie musste es ihm sagen. Sie sprach ruhig und ehrlich all das was sie dachte und erklärte dem Ritter das es nicht mehr viele Möglichkeiten gäbe, um seiner Schulter zu helfen. Das das was sie für ihn tun kann, oder ihm empfehlen kann, einige Mondläufe dauern würde, bis eine Sicht der Besserung einträfe. Es half das Rahel dabei war, das sie unterstützend an seiner Seite saß. Sie erklärte ihm auch erneut, das Zoe nicht sagte, das es keine Heilungsmöglichkeit gäbe.. sondern nur Geduld bräuchte. Rafael wurde verschlossener, zog sich zurück und verabschiedete sich schon nach kurzer Weile, bevor er auch nur einen Schluck vom Tee trank, den Zoe nach der Behandlung zubereitet hatte.

Wieder setzte der Regen ein und riss Zoe aus ihren Gedanken. Vielleicht würde sie bald die Heilerstube wieder eröffnen, doch auch die Patienten würden weiterhin auch für sie noch etwas Geduld mitbringen müssen.
Zuletzt geändert von Zoe de Velgy am Freitag 26. Dezember 2008, 19:00, insgesamt 1-mal geändert.
Zoe de Velgy

Beitrag von Zoe de Velgy »

Wintergedanken.

Eisig beisst der Wind in ihr Gesicht. Der erste Schnee kam rasch, gar viel zu schnell.
Der nächste Atemzug - und aufs Neue, sticht der Atem spitz in ihre Lunge.
Erinnerungen, Erinnerungen. Einem Mantra gleich.
Gelebtes letztes Jahr - Vergangenheit zu dieser Stunde.
Die Flucht bleibt ihr versagt.
"Ein Leben für ein Leben!" erklingt die Melodie im Wind.
Mit jedem stummen Wort gefriert ihr Herz zu kaltem Stein.

So versteckt sie was war und ist, jetzt und zu jeder Zeit.
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