Ruhig stand er an der Esse und fachte diese aufs Neue an. Bei der Arbeit zuvor hatte die Glut abgenommen und musste erneuert werden. Mit dem Schürhaken stocherte er in der Glut herum und füllte neue Kohle nach, die er daraufhin sorgsam verteilte. Vertieft in seiner Arbeit stand er dort und sein Blick wirkte leicht abwesend, als er auf einmal Alexas Stimme vernahm. Sein Blick drehte sich zur Seite und als er sie erblickte fiel ihm sogleich der Mann ins Auge, der sie begleitete. Es war ein Ritter des Herrn, sein Name war Rayrrak Rasakar. Wie ihm Alexa mitteilte war er auf der Suche nach einem Schmied und so nahm er sich seiner an. Im Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass er auf der Suche nach einer Rüstung für sein Schlachtross war. Jenes stand vor dem Haupthaus des BHR und vom Balkon aus konnte man einen Blick auf dieses werfen. Lucien willigte ein den Auftrag anzunehmen, jedoch musste er zuvor das Pferd vermessen, was jedoch kein Problem darstellen sollte, so versicherte ihm Rayrrak, denn er konnte in den nächsten Tagen auf das Pferd verzichten. So gab er das Pferd in die Obhut Luciens, welcher es wiederum einem Stallburschen anvertraute.
Sie besprachen noch einige Details der Rüstung, so sollte sie aus einer Legierung gefertigt werden, welche eine Mischung der Metalle Pyrian, Eisen und Coelium sein sollte. Die Eigenschaften dieser Legierung sollten das Pferd zum einen und vor allem vor Verwundungen im Nahkampf schützen, zum anderen vor den negativen Auswirkungen von Magie. Zudem sollte die Rüstung einige Verzierungen tragen, deren endgültiges Aussehen und Menge Rayrrak jedoch in Luciens Hände legte. Nachdem dies alles besprochen war verließ der Ritter das Haupthaus des BHR und Lucien machte sich ebenfalls auf den Heimweg, denn das Gespräch hatte länger gedauert als er dachte und die Nacht war schon über Rahal hereingebrochen.
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Am nächsten Morgen begab er sich schon früh in die Stallungen Rahals um das Pferd zum ersten Mal näher in Augenschein zu nehmen. Der Stallbursche führte ihm das Pferd vor und Luciens blick glitt zum ersten Mal über das prächtig gebaute Pferd. Dieser Anblick ließ ihn sogleich verstehen warum der Ritter dieses Tier um jeden Preis zu schützen versuchte. Aus seiner Tasche kramte er ein Pergament, einen Kohlestift und ein Maßband hervor. Während der Stallbursche das Pferd beruhigend festhielt und es mit der ein oder anderen Karotte ablenkte; machte Lucien sich behutsam daran, die Maße zu nehmen. Langsam sammelten sich auf dem Pergament die Länge der Vorder- und Hinterläufe des Pferdes, die Höhe der Gelenke und der Schenkel des Pferdes, sowie die Länge des Rumpfes. Mit Hilfe des Stallburschen komplettierte er die Maße dann, sodass er nach etwa einer halben Stunde seine Arbeit beendet hatte. Zufrieden betrachtete er das Pergament und ließ seinen Blick nochmals über das Pferd gleiten, danach sinnend ob er nicht noch etwas vergessen hatte. Nach wenigen Augenblicken nickte er dann dem Stallburschen zu, der daraufhin das Pferd wieder in seine Box führte. Lucien gab diesem noch einen Beutel voll mit Münzen, um die Arbeit des Burschen zu entlohnen und für die anfallenden Kosten zu entschädigen. Dieser bedankte sich bei ihm und machte sich daran die anderen Pferde zu versorgen. Lucien machte sich daraufhin wieder auf den Weg zum Haupthaus des Handwerkbundes, wo er sich an den Schreibtisch setzte und den Zettel mit den Maßen des Pferdes mit einer Nadel befestigte.
Neben dem Zettel mit den Maßen breitete er sodann zwei Pergamente aus. Dann begann er mit einem Kohlestift die Maße auf das Pergament zu übertragen und skizzierte sorgsam die Umrisse des Pferdes. Nach einiger Zeit, einer zerrissenen Skizze und vielen Ausbesserungen war er schließlich zufrieden mit dem, was sich nun vor ihm zeigte. Er erhob sich und schritt die Treppen hinab, um in der Küche einen Krug Wasser und ein Glas zu holen. Mit diesen begab er sich daraufhin wieder an den Schreibtisch und goss sich ein Glas Wasser ein. An diesem nippend betrachtete er die Skizze des Pferdes und seine Stirn legte sich in Falten. Seine Finger tasteten nach dem Kohlestift, eher abwesend als zielgerichtet, während er nach vorne blickte. Als seine Fingerkuppen, die schon vom Zeichen zuvor geschwärzt waren den Stift ertasteten umschlossen sie jenen und er führte ihn wieder gen der Skizze. Hier und da zog der Stift einige Striche auf dem Pergament und Stück für Stück fügten sich die Striche zu einzelnen Elementen der Rüstung.
Langsam entstanden auf mehren Blättern die Umrisse von Schuppenelementen, die mit Kettengeflecht verbunden wurden. Konzentriert arbeite er das Konzept aus und die Zeit um ihn herum verstrich, ohne das er davon Notiz nahm. Erst als seine Hand, die nun schon von einer Schicht schwarzem Kohlestaub überzogen war, den Stift losließ und gen seiner Augen fuhr, um diese müde zu reiben, realisierte er wie lange er schon bei der Arbeit war. Mit, von Kohle geschwärzten Augenliedern erhob er sich und machte sich auf den Heimweg, die Arbeit für diesen Tag erst einmal ruhen lassend.
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Doch lange blieben seine Skizzen nicht auf seinem Schreibtisch ruhen, denn schon früh am nächsten Morgen sah man ihn wieder über jene gebeugt auf seinem Stuhl sitzen. Hin und wieder mochte man zwar ein Gähnen vernehmen, doch war er nicht minder eifrig bei der Sache, als man es sonst von ihm gewohnt war. Ab und an entglitt ihm ein leises Brummeln, als er die Fehler, die sich durch seine Müdigkeit am Abend zuvor eingeschlichen hatten, verbessern musste. Doch am Mittag desselben Tages, nachdem er sein Werk noch einige Male auf Fehler überprüft hatte, lehnte er sich mit einem zufriedenen Seufzen zurück und warf einen letzten Blick auf sein Konzept für die Rüstung.
Schließlich griff seine Hand nach einem kleinen Stück Pergament, auf dem er sich alles Wichtige notiert hatte. Sein Finger, tippte nun einige Male auf die Zeile in der die Legierung für das Rüstzeug stand. Ein leises Seufzen entglitt ihm, als er feststellte, dass er vergessen hatte das es sich nicht um eine einfache Legierung handelte, sondern diese ebenfalls gefärbt werden sollte, noch dazu in den Farben der Ritterschaft Rahals. Sich darüber bewusst werdend, dass er eine Lösung für dieses Problem finden musste begab er sich in die Mine, um in der Stille nachzudenken.
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Rüstzeug für des Ritters Ross
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Lucien Roggeru
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