Die Pflichten eine Patenonkels

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Cyrion Sha´Ar

Die Pflichten eine Patenonkels

Beitrag von Cyrion Sha´Ar »

Schreie erklangen, Schreie von einem weinendem Baby. Schlaftrunken hob Cyrion den Kopf, als diese lauter wurden und schliesslich klar und quengelnd den letzten Rest des Schlafs vertrieben, während eine Gestalt, mit Baby und Kerze bewaffnet, die Tür zum Keller öffneten.
„Was ist?“
fragte er, sich im Bett aufrichtend. Die Flamme flackerte, Schatten werfend, als die Frau zusammen zuckte und erstaunt gen Cyr blickte.
„Was machst du hier?“
Verblüffung auf ihren feinen Zügen, während das Kind weiter plärrte. Müde wischte sich Cyrion über das Gesicht und stützte das Gewicht auf einen Ellbogen.
„Schlafen...“
Womit es nun vorbei war, wie er mit zuckendem Mundwinkel dachte. Das Los aller Eltern, so ihre Zöglinge in diesem zarten Alter waren. Während die Frau weiter in den Raum trat, schwang er die Beine über den Rand des Bettes, die Decke um die Hüften, das schwarze Haar einem Umhang gleich seine Gestalt umrahmend. Sich die Augen reibend, blickte er zu dem Kind hin, welches mit dem Geschrei, laut genug, Tote zu erwecken, seinen Unmut kund tat.
„Was hat der Kleine?“ Die Stimme vom Schlaf rau, räusperte er sich und wandte den Blick höflich zur Seite, als sie sich abwandte und ihr Hemd öffnete.
„Hunger... mehr nicht.“
Das Geschrei brach ab und leises Schmatzen war zu hören. Inara liess sich auf einem der Sitze nieder, in der Nähe des Kamins, in dem die abgedeckte Glut warm glimmte. Ihr Blick wanderte zu ihm herüber, Schatten unter ihren Augen, Müdigkeit in ihnen zu erkennen.
„Seit wann bist du zurück?“
Die Stimme leise, antwortete er ihr im selben gedämpften Ton. „Hmm... Gestern... eher schon vorgestern.“
Die Stille war heimelig. Tiefste Nacht, die Stunden, in den alles völlig still war, wo die Dunkelheit alles verschlang, kurz bevor die Morgendämmerung anbrach. Wieder blickte er auf, müde brummend. „Malachai?“ er gähnte herzhaft, die Augen dabei zukneifend.
„Schläft wieder. Wie war die Reise?“
Er nickte leicht, merkte dann, das sie es nicht sah. „Hinreise gut... Rückreise weniger gut. Die Herbststürme machen die Überfahrt interessant.“ Ein bedauernder Blick würde über die Schulter geworfen, zusammen mit gemurmelten Bedauern. Sie wusste, was er von Schiffsreisen hielt.
„Ian ist glücklich verheiratet. Die ganze Familie war da. Sie lassen euch beide schön grüssen.“
Sich erhebend, tapste er auf nackten Sohlen zum Kamin und stocherte das Feuer an. Schabende Geräusche erfüllten gedämpft den Raum, dann legte er etwas von den Holz nach. Sich auf das Fell niederlassend, beobachtete er, wie einige Flammen an den Spänen zu lecken begannen. Schatten und goldrote Lichtflecken tanzten über seine Arme, seine Brust, belebten das Tattoo auf dieser.
Wärme breitete sich aus und der Raum erhellte sich allmählich. Durch dichte Strähnen zu ihr aufsehend, lag sein Blick weich auf dem Kind, welches zufrieden schmatzte. Ob sie störte, dass er da war und etwas mehr von ihrem Dekollteè sehen konnte, als üblicherweise, konnte er nicht sagen. Wenn ja, verbarg sie ihr Unbehagen königlich. Andererseits gab es an ihr nichts, was er nicht schon gesehen hätte. Die Geburt Maricks war eine bleibende Erinnerung.
„Dir geht es gut? Und dem Kleinen auch?“
Sie nickte, lächelte leicht und strich dem Baby über den Haarflaum, welcher sich zeigte.
„Ein wenig müde. Der Kleine braucht manchmal eine Weile, bis er wieder einschläft nach dem Trinken.“
Erneut ein schmatzendes Geräusch, als der Kleine von ihr ablies. Höflich wandte Cyrion den Blick ab, als sie sich wieder bedeckte und mit dem Baby erhob. Wiegende Bewegungen und leichtes Klopfen auf dem Rücken, während sie rastlos, aber entspannt, ihre Kreise in dem Raum zog und leise summte. Leise quengelte ihr Sohn, mit den kleinen Fäusten ihre Strähnen packend. Sie seufzte leise, der Blick wissend auf den Sohn gerichtet.
„Das wird wieder etwas dauern...“
Seine Gelenke protestierten knackend, als er sich erhob und an sie herantrat, die hochgewachsene Gestalt halb im Schatten, halb vom warmen Feuer beschienen.
„Lass ihn mich nehmen. Geh du wieder schlafen.“
Ihr Blick wanderte einen Hauch überrascht zu ihm hoch. „Du weißt, wie man ein Bäuerchen hervorholt?“
Die Lippen kräuselten sich leicht und sein Lächeln gab den durch Schatten harschen Zügen Weichheit.
„Ich wurde daheim von Verwandten in die Pflicht genommen. Ich weiss, was zu tun ist.“
Spekulierend war ihr Blick, der von Sohnemann zu Patenonkel wanderte, dann nickte sie und reichte das warme, nach Milch duftende Bündel an ihn weiter.
„Dort drüben ist ein Tuch, um dich und ihn zu putzen. Er mag es, wenn man ihm etwas vorsingt. Mit ein bisschen Glück schläft er in einer halben Stunde wieder ein.“
Den Jungen an seine warme Brust drückend, nickte er leicht, lächelnd, als dieser eine seiner Strähnen fest in die kleine Hand nahm. Dennoch blieb sie noch einen Moment, ihn mit dem Kind betrachtend, während er nun langsam seine Kreise zog, im stetigem Rhythmus das Kind wiegend und ihm den Rücken sachte klopfend. Leise summte er eine Melodie und sang dann im warmen tiefen, wenn auch gedämpften, Bariton:

„Was gäb ich nicht alles um einmal zu sein,
der schillernde Tropfen, der leuchtet
und am Rande des kristallenen Glases voll Wein
deine zarten Lippen befeuchtet...“

Das Lied brachte ein zartes Lächeln auf ihre Lippen, doch schwieg sie, während er das leise quengelnde Kind weiter wiegte. Sie hörte noch eine weitere Strophe zu, dann erhob sie sich wieder und ging zur Tür hinüber.
„Gute Nacht, Cyrion.“
Er nickte ihr freundlich zu. „...und ein schönes Ende findet. Gute Nacht. Schlaf ruhig, dein Sohn ist bei mir in guten Händen.“
Wiederrum nickte sie, dann öffnete sie die Tür und stieg die Treppen hinab, in den Ohren noch seinen leisen Gesang des Liebesliedes.
„Ich bin dein Schatten an der Wand, deine Fussspur im Sand...“

Die Vögel sangen leise, als Malachai Cyrion im Bett ruhend vorfand, den ebenfalls schlafenden Marick sicher auf der Brust haltent. Schwarze Schwingen eines Tattoos breiteten sich rechts und links von den Schultern seines Sohnes aus, lag er doch auf dem Raben, welcher sich auf des Kriegers Brust befand. Schwarze Strähnen hingen von den nun locker geschlossenen winzigen Fingern und rahmten die Decke, welche Bruder und Sohn gerade mal bis zur Brust reichte. Ruhige Atemzüge von sich gebend, lag auf Cyrions Zügen ein unendlich friedlicher Ausdruck, während er sein Patenkind hielt, als wäre es sein eigener Sohn.
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Malachai Schwarzmourne
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Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Es war lange her, dass er in seinem Bette schlief. Länger aber, dass er neben der Frau lag, die er so sehr liebte und begehrte. Es liess sein Herz aufflammen an den Gedanken, dass seine ganze Famlie nun unter einem Dach in einem Hause schliefen. Ja, wirklich seine ganze Familie.
Neben seiner Frau Inara und seinem Sohne Marick lag noch sein Bruder, Cyrion, oben im Bette.
Er nannte ihn Bruder, obwohl Sie nicht die selben Eltern besassen, waren Sie für Brüder.
Sie wachten über sich und jene, die ihnen wichtig waren.
Er gehörte zur Familie, ein leben ohne ihn wäre undenkbar gewesen.
Seine Gedanken schweiften zurück an seinen Blutsbruder...Valion.
Warum nur nahm er sich das leben.
Warum nur verliess er ihn.
Wie würden seine Augen strahlen, wenn er sein Kind sehen würde?
Doch sein Tot war nicht nutzlos.
Er war es, der Malachai und Cyrion zusammen brachte.
Ja, Valon ging nicht, ohne alles vorzubereiten, ohne Malachai einen halt zu geben, einen neuen Bruder.
Cyrion, Maricks Pate, es tat gut dass er da war.
Er kuschelte sich an Inara, küsste sanft ihren Hals und sie lächelte in hrem halb schlaf. Neben ihnen das Bettchen von Marick, seinem Sohn, sein ganzer Stolz und ein Schatten ohnesgleichen.
Ja, eine schwere Bürde lag auf ihn, doch er müsste Sie nicht alleine gehen, nicht so, wie Malachai selbst.
Er nahm Inara in den Arm und schloß mit einem lächeln die Augen.
Er schlief sofort ein.
Mitten, in noch tieferer Nacht, schrie Marick. Malachai wollte sich gerade erheben, als ihn jemand am Arm packte.
Inara, sie sah sehr müde aus, dennoch lächelte Sie ihn an.
"Nein mein Schatz, schlaf du nur weiter, du hast ihn dir verdient. Ich kümmere mich um unseren Sohne, er wird sicherlich hunger haben."
Malachai beugte sich vor, lächelte und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss. Er genoss das berühren ihrer zarten Lippen mit den seinen und lehnte sich zurück.
"Ich liebe dich Inara Schwarzmourne."
Sie lächelte, gab ihm einen Kuss auf die Wange und sagte:
"Ich weiss. Ich dich auch."
Dann hob Sie ihren Sohne hoch, nahm ihn in den Arm und ehe Sie die Treppen hinauf war, schlief er auch schon wieder.
So glücklich schätzte er sich. Soviel Glück in so schwerster Stunde hatte er gehabt.
Er entsann sich, als er Sie das erste male sah, auf dem Boote, völlig im Wahn, hielt er seine damalige tote Geliebte im Arm.
Sie befreite ihn aus der Dunkelheit und er würde allen Göttern danken, dass Sie Inara hzu ihm brachten.
Doch er glaubte nicht an Götter und so galt sein ganzer Dank Inara.
Liebe, ja Liebe st was merkwürdiges.
Sie kann einen in den Wahn treiben, kann einen Dinge tun lassen, die man niemals tun würde und Sie kann heilen, kann ein totes Herz wieder zum Leben erwecken und kann eine schwarze Seele aus der Dunkelheit befreien.
Das, ist Liebe. Das ist die Bindung, die zwischen Malachai und Inara bestand und niemand könnte jemals diese Bindung trennen.
Denn so sehr liebte er Sie, seine Frau, Inara Schwarzmourne.
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