Gerade 20 Jahre geworden, hielt sie es zu Hause nicht mehr aus. Ihr Vater war ein schlimmer Trinker, der seine Wut nicht zügeln konnte und sie an seiner Famile ausließ.
Als das soweit ging, das er Sitka's jüngeren Bruder Tajo zu Tode prügelte, ergriff sie die Flucht. Eine Woche lang lief sie durch die Wälder bis hin zum Hafen. Viele wilde Tiere verfolgten sie Unterwegs, nur ein halbstarker Wolf, den Sitka bereits einige Male beim Holzfällen gesehen hatte, half ihr. Sie wusste nicht, warum, aber dankbar war sie für seinen Bestand sehr. Er verscheuchte einige Tiere und blieb in ihrer Nähe. Am Hafen jedoch ließ Sitka ihn zurück, um als blinder Passagier auf Reise zu gehen. Nichtsahnend, wo dies' Schiff anlegen würde, versteckte sie sich unter Deck. Zu dem einzigen Gott betend, den sie kannte verharrte sie dort eineinhalb Wochen. Das meiste, was sie aß, waren Ratten. Von denen wimmelte es hier, so musste sie - trotz allen Ekels- diese Nager fangen und briet sie heimlich in einer kleinen Metallschüssel in der sie Feuer zündete.
Endlich angekommen schlich sie zum oberen Deck und belauschte die Matrosen. Sie hörte deutlich den Namen der Insel - Gerimor.
Weiter schlich sie sich hinunter auf das Achterdeck und sprang von da aus auf den Steg - verfehlte ihn und landete im Wasser. Fluchend schwamm sie zum Ufer. Etwas ängstlich blickte sie sich in der völlig neuen Umgebung um. Ein völlig neues Gefühl breitete sich nun in ihr aus -Einsamkeit-.
Sie hatte nur selten das Haus verlassen dürfen, nur zum Holzhacken oder Wäsche waschen. So waren immer Personen um sie herum, auch wenn sie vor ihrem Vater Angst gehabt hatte.
Langsam ging sie durch die Stadt. Am Ausgang spähte sie auf die Auhänge und las den Namen der Stadt: Bajard.
Ein völlig neuer Lebensabschnitt begann ...
___________________________________________________________
Schneller als erwartet jedoch lebte sie sich ein. Beobachtete das Leben in und um Bajard und lernte Leute kennen. Schnell fand sie Anschluss zu einer Bogenschützin und ihrer Schwester und war zusammen mit ihnen auf Jagd gegangen.
Sitkas erste Jagd.
Erstaunte sie erst noch die Größe der Zweiköpfe, so war es später ihre Zähheit, mit der sie sich ihrem Tod zu entwinden versuchten. Doch gegen die drei Schützen gab es in den hohen Bergen oder den engen Höhlen nirgendwohin ein Entrinnen für die Bestien.
Voller Stolz dachte Sitka nun wieder an diese Jagd - und freute sich auf die Nächste!
Doch im Hinterkopf schossen ihre Gedacnken nur so durcheinander. Sie hatte immer noch keine Ahnung von dieser Welt. Es schien ihr alles so fremdartig, die Kreaturen, Wälder und Städte, genauso wie die Religion. Es bereitete ihr Sorgen dem allen unwissend entgegenzutreten.
Die Angst war, zwar tief im Unterbewusstsein versteckt, aber doch da.
Erschöpft von der für sie doch sehr anstrengenden Jagd ließ sie sich in der Bank in Bajard nieder und putzte ihre Rüstung. Ihre erste eigene Rüstung. Dachte sie voll stolz. Als sie auch den Bogen pflegte dachte sie voller Dankbarkeit an Moira Liathar, die ihr doch diese Ausrüstung geschenkt hatte. Sie freute sich, endlich einmal Freunde zu haben. Keinen Gedanken mehr verschwendete sie an ihr altes zu Hause.
Nur der Wolf, der ihr geholfen hatte... Sie trauerte etwas um ihn. Sobald sie eine Möglichkeit fand, so nahm sie sich vor, wollte sie ihn zu sich holen. Doch nur selten sollte ein Schiff Gerimor in Richtung ihrer Heimat fahren.
Sitka
-
Sitka Sarcenna
Mittlerweile hatte sie sich einer Zunft von Handwerkern angeschlossen. Der Bogen verstaubte in der Kiste, in der sie ihre Arbeitsmaterialiern aufbewahrte. Sie saß am Tisch im zunftheim, den Kopf auf die Hände gestützt und dachte nach. Über sich, ihre Freunde, die Jagd und die Zunft.
Sie musste sich nun entscheiden: Handwerker oder Krieger!
Sie grübelte nun schon seit Tagen, arbeitete deshalb undzuverlässig und unsauber und hatte sich beim Holzfällen einige Schnittwunden eingefangen. Kurz nippte sie an dem Wasserkrug, den ihr ein Zunftmitglied hingestellt hatte.
Sie stand auf und begab sich zu ihrem Hund, den sie kurzerhand als Wachhund der Zunft eingesetzt hatte. Sie streichelte ihm sanft über seine Schnauze. Noch einmal gingen ihr die Gedanken an ihre alte Heimat durch den Kopf.
einige Bilder schossen ihr wie ein Klartraum durch den Kopf.
Sie war im Wald - mit einem langen, schweren Bogen in der Hand - ein Pfeil ruhte auf der gespannten Sehne - ein weiterer steckte in einem leblosen Körper. Sie ging auf den Körper zu - es war ihr Bruder - sie schrie - ihr Bruder bewegte sich, sein Gesicht veränderte sich - leblos lag nun ein Wolf vor ihr, ein kleiner, silberner Wolf - tot - stille - totenstille -
Sie erkannte den Wolf, der ihr bei ihrer flucht geholfen hatte. Nichtsahnund, was diese ... "Vision" bedeutete wimmerte sie bei dem Gedanken an ihren Bruder. Erst jetzt bemerkte sie, wie Friskey, ihr sonst so braver Hund, sie anknurrte. Ein tiefes, kehliges Knurren. Wie das eines dominanten Wolfes.
Sie strich ihm hart, aber zugleich ohne ihm Schmerz zuzufügen üder die Schnauze. Er zog den Schwanz ein und trollte sich.
Als sie sich erhob, wusste sie es.
Es waren ihr genug Zeichen gewesen.
Sie hätte im längeren Nachdenken vielleicht eine andere Deutung entdeckt, aber nun war sie entschlossen.
Sie würde nicht mehr auf Jagd gehen, sofern es um Wildtiere, insbesondere Wölfe gehen sollte.
Sie würde dem Handwerkern nachgehen, lernen, wie sie -zur Befriedigung der Waldläufer- Holz sammeln und dies verwerten würde.
Die Zunft würde sie unterstützen.
Ebenso würde sie der Zunft dienen wo sie konnte.
Noch immer verwirrt trat sie zurück ins Zunftheim und legte sich ins Bett, um ihre Entscheidung noch einmal zu überschlafen.
Sie musste sich nun entscheiden: Handwerker oder Krieger!
Sie grübelte nun schon seit Tagen, arbeitete deshalb undzuverlässig und unsauber und hatte sich beim Holzfällen einige Schnittwunden eingefangen. Kurz nippte sie an dem Wasserkrug, den ihr ein Zunftmitglied hingestellt hatte.
Sie stand auf und begab sich zu ihrem Hund, den sie kurzerhand als Wachhund der Zunft eingesetzt hatte. Sie streichelte ihm sanft über seine Schnauze. Noch einmal gingen ihr die Gedanken an ihre alte Heimat durch den Kopf.
einige Bilder schossen ihr wie ein Klartraum durch den Kopf.
Sie war im Wald - mit einem langen, schweren Bogen in der Hand - ein Pfeil ruhte auf der gespannten Sehne - ein weiterer steckte in einem leblosen Körper. Sie ging auf den Körper zu - es war ihr Bruder - sie schrie - ihr Bruder bewegte sich, sein Gesicht veränderte sich - leblos lag nun ein Wolf vor ihr, ein kleiner, silberner Wolf - tot - stille - totenstille -
Sie erkannte den Wolf, der ihr bei ihrer flucht geholfen hatte. Nichtsahnund, was diese ... "Vision" bedeutete wimmerte sie bei dem Gedanken an ihren Bruder. Erst jetzt bemerkte sie, wie Friskey, ihr sonst so braver Hund, sie anknurrte. Ein tiefes, kehliges Knurren. Wie das eines dominanten Wolfes.
Sie strich ihm hart, aber zugleich ohne ihm Schmerz zuzufügen üder die Schnauze. Er zog den Schwanz ein und trollte sich.
Als sie sich erhob, wusste sie es.
Es waren ihr genug Zeichen gewesen.
Sie hätte im längeren Nachdenken vielleicht eine andere Deutung entdeckt, aber nun war sie entschlossen.
Sie würde nicht mehr auf Jagd gehen, sofern es um Wildtiere, insbesondere Wölfe gehen sollte.
Sie würde dem Handwerkern nachgehen, lernen, wie sie -zur Befriedigung der Waldläufer- Holz sammeln und dies verwerten würde.
Die Zunft würde sie unterstützen.
Ebenso würde sie der Zunft dienen wo sie konnte.
Noch immer verwirrt trat sie zurück ins Zunftheim und legte sich ins Bett, um ihre Entscheidung noch einmal zu überschlafen.
Zuletzt geändert von Sitka Sarcenna am Sonntag 9. September 2007, 12:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Sitka Sarcenna
Die folgenden Tage waren nun voller Arbeit gewesen. Die Zunft ward umgebaut worden und ihre Gedanken auf eben jene Arbeit gerichtet.
Ihre Konzentration war nur auf ihre Bewegungen gerichtet, und des Abends schlief sie vor Müdigkeit ein, ohne auch nur ihre Sachen auszuziehen.
Erst jetzt, wo das Haus stand und die Schreiner der Zunft fleißig die Möbel planten dachte sie nach. Sie selbst würde - außer durch das Bäumefällen- keinen weiteren Dienst für die Zunft leisten können.
Bäumefällen.
Natürlich, Lea hatte ihr Angeboten, dass sie als Holzlieferant für die Zunft arbeiten könnte, oder mit ihrem Bogen Schutz bot, so er nötig sei.
Doch es war nicht das, was sie wollte. Sie wollte eine stetige Arbeit innerhalb der Zunft haben, ein richtiges Mitglied werden.
Sie wusste, sie hatte sich zu entscheiden. Jagen und Handwerken zusammen ging nicht, es raubte beides zu viel Zeit.
Eine Entscheidung musste nun entgültig her.
Bei den Hühnern im Garten der Zunft sitzend spielte sie mit einer Feder herum, unbewusst prüfte sie diese, ob sie für einen Pfeil geeignet wäre.
Ebenfalls unbewusst sortierte sie diese sofort aus, zu klein. Die so jungen Hühner würden noch eine Weile brauchen, bis sie nicht mehr den weiß-gelben Flaum verlören, sondern ihre langen, stabilen Deckfedern.
Wie sie so auf dem Boden saß kam Friskey wieder zu ihr. Seit Tagen tobte er zwischen den Hühner, Schafe und Kühen umher, vor Freude um den neuen Platz. Auch die Pferde hatte er schon mehr als einmal scheu gemacht.
Der junge Hund trottete nun zu ihr und fuhr mit seiner feuchten Schnauze über ihr Gesicht hinweg, im Sprung rannte er nun schon an ihr vorbei und schreckte die gerade zur Ruhe gekommenen Hühner mit lautem Gebell auf. Mit recht gleichgültig-gelangweilter Miene liefen diese einige Schritte auseinander, blieben aber bald wieder gelangweilt liegen.
Ein kurzer, heller Pfiff von Sitka rief den Hund zur Vernunft und er trottete abermals zu ihr. Er lag leicht an sie geschmiegt und schloss langsam die Augen. Sie schtreichelte den Hund gedankenverloren.
Sie würde einiges aufgeben, die gemeinsamen Jagden auf riesige Monster.
Doch dafür würde sie endlich wirklich zur Zunft gehören können.
Im Wald wäre sie nun schutzlos, ihre Rüstung würde sie nun nicht mehr allzeit-bereit halten.
Trotzdem konnte sie sich mit ihrem Bogen immer noch so gut es eben ginge verteidigen.
Und letzten Endes musste sie das Jagen ja nicht völlig aufgeben. Es würde nur eben nach hinten gerückt werden. An einigen Abenden fand sie sicherlich noch Zeit dafür.
Einen Apfel aus der Tasche ziehend bedachte sie noch einmal ihren Entschluss, doch er stand bereits fest:
Sie würde Handwerkerin werden.
Ihren Entschluss teilte sie sofort der Zunft mit. Sie nickten einverstanden zu ihr.
Eine Menge arbeit wartete auf sie.
Zuerst ritt sie noch nach Varuna und kaufte sich einige gute Schnitzsachen. Diese in den Gepäcktaschen des Pferdes verstauend dachte sie kurz nach und entschied, noch in den Wald zu reiten und einiges an Holz zu sammeln.
Im Keller der Zunft angelangt machte sie sich sodann an die Arbeit und schnitzte die halbe Nacht hindurch.
Am Morgen erst kam sie wieder aus den dunklen Kellergewölben empor.
Recht dankbar, dass es draußen noch dunkel war und sich ihre Augen nun langsam wieder an das Licht gewöhnen konnten trat sie schwitzend hervor.
Lächelnd schritt sie zum Balkon.
Nun war sie sich ganz sicher.
Es war der rechte Weg
Sie war nun Handwerkerin.
Ein glückliches Lachen klang in die Morgendämmerung und schreckte so einige nächtliche Jäger zum Rückzug in ihre Verstecke.
Ihre Konzentration war nur auf ihre Bewegungen gerichtet, und des Abends schlief sie vor Müdigkeit ein, ohne auch nur ihre Sachen auszuziehen.
Erst jetzt, wo das Haus stand und die Schreiner der Zunft fleißig die Möbel planten dachte sie nach. Sie selbst würde - außer durch das Bäumefällen- keinen weiteren Dienst für die Zunft leisten können.
Bäumefällen.
Natürlich, Lea hatte ihr Angeboten, dass sie als Holzlieferant für die Zunft arbeiten könnte, oder mit ihrem Bogen Schutz bot, so er nötig sei.
Doch es war nicht das, was sie wollte. Sie wollte eine stetige Arbeit innerhalb der Zunft haben, ein richtiges Mitglied werden.
Sie wusste, sie hatte sich zu entscheiden. Jagen und Handwerken zusammen ging nicht, es raubte beides zu viel Zeit.
Eine Entscheidung musste nun entgültig her.
Bei den Hühnern im Garten der Zunft sitzend spielte sie mit einer Feder herum, unbewusst prüfte sie diese, ob sie für einen Pfeil geeignet wäre.
Ebenfalls unbewusst sortierte sie diese sofort aus, zu klein. Die so jungen Hühner würden noch eine Weile brauchen, bis sie nicht mehr den weiß-gelben Flaum verlören, sondern ihre langen, stabilen Deckfedern.
Wie sie so auf dem Boden saß kam Friskey wieder zu ihr. Seit Tagen tobte er zwischen den Hühner, Schafe und Kühen umher, vor Freude um den neuen Platz. Auch die Pferde hatte er schon mehr als einmal scheu gemacht.
Der junge Hund trottete nun zu ihr und fuhr mit seiner feuchten Schnauze über ihr Gesicht hinweg, im Sprung rannte er nun schon an ihr vorbei und schreckte die gerade zur Ruhe gekommenen Hühner mit lautem Gebell auf. Mit recht gleichgültig-gelangweilter Miene liefen diese einige Schritte auseinander, blieben aber bald wieder gelangweilt liegen.
Ein kurzer, heller Pfiff von Sitka rief den Hund zur Vernunft und er trottete abermals zu ihr. Er lag leicht an sie geschmiegt und schloss langsam die Augen. Sie schtreichelte den Hund gedankenverloren.
Sie würde einiges aufgeben, die gemeinsamen Jagden auf riesige Monster.
Doch dafür würde sie endlich wirklich zur Zunft gehören können.
Im Wald wäre sie nun schutzlos, ihre Rüstung würde sie nun nicht mehr allzeit-bereit halten.
Trotzdem konnte sie sich mit ihrem Bogen immer noch so gut es eben ginge verteidigen.
Und letzten Endes musste sie das Jagen ja nicht völlig aufgeben. Es würde nur eben nach hinten gerückt werden. An einigen Abenden fand sie sicherlich noch Zeit dafür.
Einen Apfel aus der Tasche ziehend bedachte sie noch einmal ihren Entschluss, doch er stand bereits fest:
Sie würde Handwerkerin werden.
Ihren Entschluss teilte sie sofort der Zunft mit. Sie nickten einverstanden zu ihr.
Eine Menge arbeit wartete auf sie.
Zuerst ritt sie noch nach Varuna und kaufte sich einige gute Schnitzsachen. Diese in den Gepäcktaschen des Pferdes verstauend dachte sie kurz nach und entschied, noch in den Wald zu reiten und einiges an Holz zu sammeln.
Im Keller der Zunft angelangt machte sie sich sodann an die Arbeit und schnitzte die halbe Nacht hindurch.
Am Morgen erst kam sie wieder aus den dunklen Kellergewölben empor.
Recht dankbar, dass es draußen noch dunkel war und sich ihre Augen nun langsam wieder an das Licht gewöhnen konnten trat sie schwitzend hervor.
Lächelnd schritt sie zum Balkon.
Nun war sie sich ganz sicher.
Es war der rechte Weg
Sie war nun Handwerkerin.
Ein glückliches Lachen klang in die Morgendämmerung und schreckte so einige nächtliche Jäger zum Rückzug in ihre Verstecke.