Heimkehr

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Meredorn Volospa

Heimkehr

Beitrag von Meredorn Volospa »

Leise knarrt das von dunklen Maserungen durchzogene Holz des Schiffes, welches den Magus über das Meer trägt. Das, wenn auch recht stattliche erscheinende Schiff, mag bereits bessere Tage gesehen haben und bewahrte sich doch eine gewisse Anmut und Majestätik, wie sich in den leicht feuchten Fugen und Maserungen das mattsilbrige Mondlicht spiegelte, der Wind die immensen Segel spannt oder das feuchte Element das gesamte Schiff in ein gleichmäßig wabendes schwingen bringt, welches fast einer Kinderwiege gleichen mag. Doch weder jener Anblick noch jene Wiege war dem Erdmagier im Moment willkommen, sehnte er sich doch zurück auf festen Boden unter seine geschröpften Füße… doch würde dieses mal der Boden seit langem einmal wieder die Erde der Heimat Gerimor sein.

Er hebt seine Hand und entzündet zwei größere Kerzen vor ihm, allein indem er Zeige- und Mittelfinger sorgfältig um den Docht schließt und sich so vom Feuer ein angenehmes Licht erzeugen lässt, um seine Notizen der langen Reise in erneuten Augenschein nehmen zu können. Weder fachmännisch noch ansehnlich gefertigt war das in ledrigedem Einband gebundene Büchlein in seinen Händen… aber es erfüllte seinen Zweck. Meredorn öffnet nun langsam jenes Schriftwerk und beim Anblick der ersten Seite, gleichwohl er selbst eine jede in diesem Buche selbst verfasste, zwängt ihm ein Lächeln in die recht starre Mimik.
Teile des Pergaments waren versteinert, als würden sie aus eng aneinander gepressten, dunkelgrauen Kieselsteinen bestehen.

Es war der erste Tag seiner Expedition als er auf dem Weg in das Gasthaus, welches einige Tage seine Schlafstätte sein sollte, einen Stein am Wegesrand entdeckte, welcher ihm in seiner Erscheinung und seiner Art wohl fremd erschien. Er schien von dunklerem, körnigerem Gestein zu bestehen als diejenigen seiner Heimat Gerimor. So nahm er diesen direkt an sich und verstaute ihn sorgfältig eingewickelt in weißes Tuch in seiner Tasche, als würde er etwas, feingliedriges, zerbrechliches mit sich führen. Tatsächlich sollte sich noch herausstellen, dass es dieser Art nur wenig Gestein auf dieser fernen Insel zu finden gab. Einige Minuten der Konzentration und einem arkanen Inductum später hatte er das Pergament der ersten Seite seines Notizbuches mit jenem Gestein versehen, als hätte er von dem toten Objekt in seiner Hand ein wenig Leben genommen und es über das Papier gelegt.

Mit ruhigen Bewegungen blättert Meredorn weiter und lässt die Ergebnisse seiner Forschungsreise welche gleichwohl ein Stück einer entspannenden Reise in ferne Gefilde in sich trägt. Untersuchungen am Blattwerk, am Gestein, an der Erde wie auch an dem Charakter der Menschen hatte er durchgeführt und sich doch dabei stets dezent verhalten, als wolle er nur ein schweigender Beobachter sein und ferne Lande zu betrachten um sie mit der Heimat zu vergleichen um nur wenig fremdes kennen zu lernen aber wohl einiges neues über vertraut gedachte Dinge. Seine Hauptintention galt jedoch allen Erscheinungen des Elements der Erde. An diesem Ort, geprägt von steinigen Berghängen, Höhlengängen, dichten Wäldern und fruchtbaren Wiesen war sein Element stark und nah… wenn dies auch nur in einem gewissen grad Einbildung sein mag, half sie ihm doch sich stärker des Liedes und besonders der Linie der Erde im Lied der Eluive gewahr zu werden.

Erneut schleicht sich beim Bewusstsein diesen Gedankens ein Lächeln in seine Züge, wenngleich es eher Zeuge ruhiger Zufriedenheit ist. Langsam schließt er nun wieder sein Buch und hebt den Kopf etwas an als er bereits die fernen Lichter Bajards vor sich sieht, welche ihm die baldige Ankunft in der Heimat ankündigen. Wohl hatte sich nicht viel verändert in seiner Abwesenheit, so hoffte er, auf dass er sich baldmöglichst wieder mit vollem Eifer seinerArbeit am Konvente widmen kann und damit zu seiner wahren Heimat zurückzukehren…
Mhyri Famrock

Beitrag von Mhyri Famrock »

Am Abend Meredorns unangekündigter Ankunft in Bajard,
sollte sich in seinem trauten Heim eine, wohl zu jenem Zeitpunkt nicht zu übersehende Wandlung vollziehen.

Nun auch die letzten Waren und ihren persönlichen Tand im Haus wissend beschloss Mhyri,
dass es mehr als angebracht war endlich Schlaf zu finden. Angesichts der recht fortgeschrittenen Abendstunde und der vielen Kisten, sowie Beutel, die im gesamten Raum verstreut waren, ein ratsames, wenn auch wie sich sogleich heraus stellen sollte, kein leichtes Unterfangen. Lauthals gähnend und dabei zweieinhalb Mal über irgendwelchen Krempel stolpernd, einer herumliegenden Weinflasche vermochte sie nämlich gerade noch auszuweichen, bahnte sie sich im schummrigen Licht einer fast abgebrannten Kerze,
ihren Weg durch das Zimmer.

Meredorns Heimreise, so befürchtete Mhyri lang zwar noch immer in ferner Zukunft aber nichtsdestotrotz sollte tunlichst bald wieder Ordnung die Oberhand gewinnen und die Stube somit den derzeitigen Liebreiz eines fast unüberschaubaren Schlachtfeldes verlieren. Jetzt wo die Pest in der Stadt wütete, war es vielleicht ohnehin vorteilhafter den heimischen Kriegsschauplatz nicht zu verlassen und die deutlichen Spuren ihres Einzuges zu beseitigen. Blieb noch zu hoffen, dass der recht schief neben der Einganstür aufgetürmte Kistenstapel so gütig sein würde, mit dem Umfallen wenigstens bis zum morgigen Tage zu warten.

Ein sanftes Lächeln huschte über ihre Lippen, als sie noch einen letzten Blick zu der Muschel auf dem Nachtisch warf, eher sie der wohl verdiente Schlaf übermannte.


Die blanken Treppenstufen könnten hoffen lassen, dass es dem oberen Stockwerk während der Abwesenheit des Magiers besser ergangen war, als der unteren Räumlichkeit. So ist wohl auch im Obergeschoss der hölzerne Dielenboden erst kürzlich gebohnert worden. Dem genauen Betrachter könnte sich auch offenbaren, dass kaum ein Körnchen Staub Ruhe auf den vielen Büchern finden konnte.
Einzig das Labor, des Hausherren scheint unangetastet.
Zuletzt geändert von Mhyri Famrock am Samstag 11. August 2007, 02:27, insgesamt 1-mal geändert.
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