Anggosch hatte Langbein Truchsess Adrian ein besonderes Geschenk versprochen, eine steinerne Gedenktafel für sein verstorbenes Weib Eileen. Schließlich war er Handwerker und somit war es das Einzige, was er zur Trauer beitragen konnte. Bei einem Gespräch im Palast mit gutem Zwergenbier hatten Anggosch und Langbein Truchsess alles besprochen und ihm wurde auch die Stelle gezeigt, wo sein Werk Platz finden sollte.
Nachdem Anggosch wieder sicher zurück nach Nilzadan gereist war, machte er sich sogleich auf die Suche nach passenden Felsen. Dieses war keine einfache Aufgabe. Große Felsen zu finden war eines, aber einen Felsen zu finden der seinen Ansprüchen entsprach war schwierig, denn es sollte ein Geschenk eines Hammergrund werden. So ging er suchend durch die Mine von Nilzadan und schaute sich einige Felsen an, deren Lage er aus seinen vielen Tagen in den Minen kannte. Mit seinem treuen Tier suchte er dann nach einem passenden Felsen. Die meisten waren zu klein, andere waren porös oder hatten Risse, andere waren nicht rein genug und bestanden aus unterschiedlichen Gestein und wiederum andere zerbrachen zu leicht nach einem Schlag mit seiner Zwergenaxt. Dann hatte er endlich einen gefunden, den er mittels seines Käfers in seine Werkstatt brachte. Sogleich fing er an, diesen einen Felsen zu bearbeiten.
Doch leider stellte er beim Bearbeiten fest, dass auch dieser Felsen Unreinheiten hatte, welche vorher nicht zu sehen waren. Also begann die Suche von Neuem. So verging wieder ein Tag in der Mine, bis der zweite Felsen seinen Weg in die Werkstatt von Anggosch fand und die Arbeit konnte erneut beginnen.
Am Ende des ersten Tages, hatte der Felsen seine ursprüngliche Form bereits gänzlich verloren und hatte das Aussehen der Gedenksteine, welche ihm beim Besuch als Vorbilder gezeigt wurden. Grabsteine hatte Langbein Adrian sie im Gespräch genannt. Aber es dauerte noch 2 weitere Tage, bis dieser Stein in Form und Oberfläche den Ansprüchen von Anggosch genügte. Jeder Unebenheit wurde penibelst abgetragen und am Ende des dritten Tages konnte man einen einzigen Wassertropfen von der Spitze des Steines bis zum Boden herunterlaufen sehen, so glatt und rein wart die Oberfläche geworden. Am vierten Tage meiselte er die von Langbein Adrian gewünschten Worte in den Stein: Eileen von Hohenfels, Sonne meines Herzens, erstrahle im Lichte Eluives.
Doch nun kam noch die schwierige und langwierige Aufgabe. Es sollte ja nicht irgendein Stein werden, nein er sollte einem Geschenk des Reichsschmiedes würdig und einzigartig in der Welt der Langbeiner sein. So begann er am fünften Tage einige wenige Barren eines blauen Metalls zu bearbeiten. Immer dünner schlug er das Metall, bis aus dem ehemals dicken Barren ein so dünnes Blech geworden wart, das eine Seite Pergament dagegen so dick ist, wie ein Baumstamm einer alten Eiche gegenüber einem seiner jungen Triebe. So überzog er dann als letztes den Stein mit eben jenem dünnen blauen Metall. Stück für Stück, Millimeter um Millimeter legte er das Metall auf den Stein und bearbeite sein Werkstück in einer Art und Weise, dass mein keine Übergänge sehen konnte und dass das Metall fast eine Verbindung mit dem Stein einging. Sollte Jemand versuchen das Metall vom Stein zu trennen, so würde er auf der einen Seite eine sehr lange Zeit dafür benötigen und auf der anderen Seite hätte er zum Schluß nicht mehr als eine Hand voll blauer Wolle. Nur so konnte es Anggosch mit seinem Gewissen vereinbaren sein Geschenk mit eben jenem blauen Metall zu verzieren.
Am Ende des sechsten Tages war er mit seiner Arbeit zufrieden. Er umhüllte sein Werk mit mehreren Lagen feinsten Stoffes, welchen er nur hierfür von Berogosch Goldspalter hatte anfertigen lassen. So war sein Werk für den Transport vor etwaigen Beschädigungen und Blicken geschützt. Er belud seinen treuen Käfer mit jenem Stein, aber erst nachdem er diesen mit vielen Steinen satt gefüttert hatte. Immerhin musste verhindert werden, dass das Vielfrass sein Werk wegen seines Hungers zerstörte. So war auch diese Gefahr gebannt und mit einigen Khaz aduir verließ er Nilzadan in Richtung Varuna.
Die Reise nach Varuna verlief Reibungslos und so schritt die nicht alltägliche Kolonne durch die Tore des Palastes. Angeführt von Langbein Adrian schritten sie in angemessener Geschwindigkeit zur Grabkammer. Dort angekommen, befreiten sie das Tragtier von seiner Last und trugen den immer noch umwickelten Stein zu dem Platz, wo er von nun an stehen sollte. Der Sockel des Steines wurde von seiner schützenden Stoffhülle befreit und sofort sah man ein funkelndes Blau, denn nur ein schlampig arbeitender Zwerg hätte die Unterseite nicht ebenfalls mit dem Metall überzogen. Penipelst wurde der Stein auf seinem Platz ausgerichtet, bis er dann letztendlich gänzlich von seiner Stoffhülle befreit wurde. Der Fackelschein wurde in blauen Farben vom Stein reflektiert, Mithrilblau. So war er wahrlich ein Geschenk, der eines Reichschmiedes an den Truchsess mehr als angemessen war.