Gemäßigten Schrittes traten die zwei Streiter der Bruderschaft und der Jungtempler auf den Schrein
zu, dessen steinerne und von den Jahren leicht verwitterte Mauern sanft im Schein der Abendsonne
zu schimmern schien.
Die Brücke knirschte leicht unter ihrem Gewicht, hielt jedoch stand.
Dann standen sie vor dem Schrein, in dessen innerem eine grüne Platte mit einem Goldenen Kelch im
Fußboden eingelassen war.
Die Strahlen der Sonne funkelten im aufgewirbelten Staub, als die drei sich beinahe gleichzeitig
auf die Knie sinken liessen.
"Der Schrein der Ehre...erbaut von Alsamar, einem der sieben Auserwählten..." begann Nevyn die
Geschichte des Schreines zu erzählen.
Nachdem er geendet hatte, sahen sich die drei Brüder an und Nevyn schwor sich, dass das Wissen um
die Lehren Temoras nicht hinter hohen Mauern vor sich herfaulen sollte.
Es sollte durch sie wieder an die Menschen herangetragen werden.
Zweifelsohne ein schwieriges aber nicht unmögliches, vor allem aber ein ehrbares Vorhaben.
"Ehre kann man nicht kaufen, sie wird nicht vererbt und auch nicht verliehen. Einzig das eigene
Handeln entscheidet über Ehrenhaftigkeit und die Ehre hat viele Gesichter.
Denn Ehre kommt von Herzen und schlägt sich im eigenen Tun nieder."
Sie hatten also noch einiges vor sich, doch der Lohn der Mühe würde sein, dass die Zuversicht der
Menschen und die verinnerlichung des gelehrten Glaubens an Temora auch ausserhalb von festen
Gemeinschaften wieder zunehmen würden.
Denn nur, wer etwas darüber wusste, konnte sich auch bewusst dafür entscheiden...
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