Was fuer ein chaotischer Tag..

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Dalana D´Ron

Was fuer ein chaotischer Tag..

Beitrag von Dalana D´Ron »

Mit angezogenen Beinen saß die Schuetzin vor dem Kamin in der Festung. Es war so still, so ruhig, nur ab und wann das knacken des verbrannten Holzes. Gedankenverloren drehte sie das Weinglas in der Hand hin und her, schon wieder Wein, viel zu viel an diesem Abend. Aber Dal hoffte, in dem sie sich in einen betrunkenen Zustand versetzte, ihre Gedanken endlich aus ihrem Kopf verbannen zu koennen. Doch selbst der Alkohol machten ihr einen Strich durch die Rechnung, sie spuerte nichts rein gar nichts, nur dieses Schuldgefuehl. Das sich in ihren Koerper erbarmungslos einfraß. Der Schein des Kaminfeuers warf groteske Schatten auf Dalanas Gesicht und ließ es in einen scheinbar wirren Mimik spiel erscheinen. Irre, ja sicherlich das wuerde sie noch werden, wahnsinnig, nicht mehr ganz bei Sinnen, weil alles so verdammt noch mal Kompliziert war.

Zeron, Marlan, Rolosin, Thelor alle drei an einem Tag, welche ihr halfen, welche sie verletzte und welche sie hielten. Sie seufzte schwer auf. In diesem Moment wuenschte sie sich Rafael her, ihm konnte sie sich an die Schulter werfen und ihren Traenen freien lauf lassen. Alles hinaus lassen was sich in ihr angestaut hatte. Es war zuviel, zuviel fuer einen es zu ertragen. Doch Rafael war nicht da, sie musste sich an den Gedanken gewoehnen das er nicht mehr so viel fuer sie da sein konnte. Da gab es noch Rolosin und Thelor zwei bemerkenswerte Menschen. Thelor hatte sie sich anvertraut und er stand ihr bei. Ebenso Rolosin, auch wenn seine Praedigt in der Taverne ihr schwer auf den Magen schluck, oder war das nun doch der Wein?!

Seine ploetzliche offene und direkte art und weise ihr mehr oder weniger Fakten an den Kopf zu werfen, hatten Dalana regelrecht umgehauen. Sonst war sie immer jemand der auf alles eine Antwort wusste, egal ob jene Antworten von sinn waren oder nicht, aber das was er da raus haute machten sie sprachlos. Sie nahm wieder einen kraeftigen Schluck und murrte auf als das Glas leer war. Vielleicht auch besser so. Nein, nicht besser so. Muehsam hievte sie sich empor und strauchelte zu einem der Schraenke. Das war das positive das in der Allianz genug Maenner waren, es gab immer reichlich Alkoholische Getraenke im Angebot. Der Blick der braunen Augen viel auf eine Flasche Piratenrum. „Wenn mich das nicht umhaut, weiss ich auch nicht mehr.“ Und schon befand sich der Rum in ihren Besitz wieder.

Ihre alte Position am Kamin einnehmend, rannen auch schon die ersten Tropfen ihre Kehle hinunter. „Da hat sich doch alles gegen mich verschworen“ Sie spuerte zwar den Alkohol im Magen, aber das war es auch schon, vor erst. Dann kamen sie wieder schleichend, stuerzten sie sich auf sie, die Gedanken. Marlan, ein leichtes Schmunzeln huschte ueber ihre Lippen. Er tat ihr leid auch er wurde mit Rolosins Behauptungen regelrecht ueberrannt.
Genauso wie sie selbst war er einfach nur Sprachlos und ließ zum groessten Teil Dalana die Unterhaltung fuehren. „ Kleiner Feigling“. Kicherte sie vor sich her. Was war nur so offensichtlich das Rolo zu dem Entschluss kam?! Dalana konnte sich das selber nicht beantworten. „Ich bin mal gespannt wie das weiter geht“. Saeuselte sie vor sich her.

Zeron, und wieder entwich ihrer Kehle ein tiefen Seuftzen, gepaart mit einem heftigen Schluckauf. Die zweite Chance vergeben. Sicher war auch sie daran schuld, denn zu so einem Schritt gehoerten immer zwei. Aber sie konnte einfach nicht mehr, es klappe nicht mehr. „HICK“. Er war Ritter mit Leib und Seele, da hatte eine Frau an seiner Seite keinen Platz. Auch wenn er das selbst vielleicht anders sah. „HICK“. Zeron war der einzige Mann in ihrem Leben den sie bisher so nahe an sich her ran hat kommen lassen, Rafael vielleicht auch noch, aber bei ihm war das etwas gaenzlich anderes.“HICK“. Er war fuer sie ein Bruder und dies betonte sie jedes Mal, sobald die Leute die zwei schief anschauten.“HICK“. „Verflixter Schluck auf „Brummte sie. Aber wer weiss, vielleicht hatte das ja alles seine Gruende warum es soweit gekommen ist. „HICK HICK“. Sie entschied sich dann ins Bett zu gehen, doch als sie aufstehen wollte schwappte der Alkohol wie eine brechende Welle ueber sie hin weg. „Oh..HICK“. Unsanft viel sie zurueck auf ihren Stuhl. „Das schaffe ich dann wohl doch..“ Und bevor sie die Worte zu sich selbst aussprechen konnte war die Schuetzin im sitzen eingeschlafen nur noch einmal wurde ihr Koeper von einem „HICK“ erschuettert.
Dalana D´Ron

Beitrag von Dalana D´Ron »

_Ein Mensch kann nicht zu neuen Ufern aufbrechen, wenn er nicht den Mut aufbringt, die alten zu Verlassen_* und eben diesen Mut hatte Dalana gestern erhalten, durch Worte und dem Gefuehl der Geborgenheit. Sie wuerde ihre Vergangenheit zurueck lassen und nun offener in die Zukunft blicken, welche mehr als viel versprechend aussah. Sie zog flink ihre Alltagskleidung aus und schluepfte in ihr Nachtgewand, dabei kam sie nicht umhin sich im Spiegel zu betrachten. Fuer einige Minuten stellte sie sich vor wie es den waere nochmals mit einem runden Bauch ueber Monate hinweg her rum zu laufen, doch so schnell der Gedanke gekommen war verschwand er auch wieder. Nie hatte die Schuetzin gedacht, dass sie es fertig bringen wuerde ein Baby auf den Arm zu halten, aber Felicitas hatte ihr die kleine einfach in die Arme gedrueckt. Das Maedchen war wirklich herz allerliebst und wuerde sicher jeden im Sturm erobern. Mit einem Laecheln auf den Lippen dachte sie an die winzig kleinen Fingerchen die sich, doch recht kraftvoll, um ihren Finger geschlungen hatten. Dieser Moment war fuer sie ein Schock aber auch ein wunderbares Gefuehl zu gleich.

Mittlerweile waere ihr eigenes Kind 5 Jahre alt, voller Wehmut und Schmerzen sinnierte sie darueber nach was es nun schon alles koennte. Marionettenhaft legte sie die wenigen Schritte zum Bett zurueck und setze sich auf die Bettkante. Dalana wuenschte sich ploetzlich die naehe von ihm, seine Arme welche sich trostend um sie legten, seine beruhigenden Worte. Es gab ihr soviel das er fuer sie da war. Doch gestern in diesen Augenblick als Dalana dachte sie wurde zusammenbrechen, war es Felicitas die sie troestete und nur eine Frau, die selbst Mutter war, verstand ihre Gefuehlslage, wusste was in ihr vorging und fand die richtigen Worte. Dalana war ihr dafuer unglaublich dankbar, es gab ihr Kraft und eben Mut nicht in ein Loch zufallen. Die Schuetzin haette es niemals fuer moeglich gehalten das in der einst so kuehl wirkenden Baronin von Stolzenfels soviel Herz und liebe herrschte.

Ihr Kopf wurde auf das Kissen gebettet und die Decke eng um den Leib geschlungen, doch schlaf fand sie nicht. Wieder irrten ihre Gedanken zu ihm, ob er jetzt auch wach lag? Ihr Herz pochte Schmerzhaft gegen den Brustkorb, so sehr wuchs die Sehnsucht. _Dalana nur du allein kannst dich von deinen Qualen erloesen_, dachte sie bei sich und doch zoegerte sie, einfach auf ihr Pferd steigen und zu ihm reiten. Krampfhaft schloss sie die Augen und zwang sich an andere Dinge zu denken. Es gab noch so vieles was ihnen bevorstand, so viele Hoehen und Tiefen die aufkommen werden und doch war sie sich mehr als sicher, dass man es zusammen schaffen wuerde. Und nichts sprach dagegen das sie in naher Zukunft selbst eine Familie haben wuerde, mit einem Mann an ihrer Seite der sie liebte und einem Kind welchen sie ihre Liebe schenken konnte.

Bevor sich die Muedigkeit nun doch langsam anschlich, kehrten die Gedanken Dalana`s noch einmal zu Felicitas zurueck und sie nahm sich vor jene wohl oefters zu Besuchen . Wer weiss vielleicht entwickelte sich zwischen ihnen sogar etwas wie eine Freundschaft. Gestern war es zumindest ein Schritt darauf zu und Dalana wuerde sich sicherlich nicht dagegen stellen. Jeder brauchte einmal jemanden mit dem man reden konnte und es gab nun einmal Dinge ueber die konnte man auch nicht mit dem Manne, den man liebte, sprechen. Die Augen vielen der Schuetzin nun doch zu und als sie eingeschlafen war, legte sich ein entspanntes Ausdruck auf ihre Zuege.






(*Andre`Gide)
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