Eluive beschütze dich Khalida aus dem Hause der Yazir,
da du mich wohlwollend für diese Aufgabe dem Erhabenen vorgeschlagen hast, ergeht auch diese Nachricht an dich.
Spott und Hohn und auch Hass herrscht hier in Rahal. In der Taverne sprechen die Wilden aufgeregt über die Exkommunizierung der Burg Eisenwart, ehemals Verbündete, scheinen sich jene nun gelöst zu haben. Man spricht davon, dass sie mit der Vorgehensweise des Alka nicht einverstanden sind und daher Ketzer. Vielleicht wäre es ratsam mit ihnen Kontakt aufzunehmen, doch will ich mich nicht in Dinge, die in der Obhut des Stadthalters und des Großwesirs liegen einmischen. Es wäre nur ein Rat, man könnte so einiges in Erfahrung bringen und vielleicht auch jene der Burg als Unterstützung nützen, sollte diese von Nöten sein. Mir ist bewusst, dass man ihnen nicht trauen kann, doch benutzen kann man sie sehr wohl für unsere Zwecke, oder?
Weiters habe ich mir die Schiffe, die scheinbar in friedlicher Absicht vor Anker liegen, angesehen. Sie werden derzeit für Handelswege benutzt, doch wer kann schon behaupten, dass dies für immer so sein wird? Sicher ist, dass sie bereit sind. Bereit jederzeit Gerüstete aufzunehmen und abzulegen. Doch darüber wird unter den Wilden nicht gesprochen. Kann es sein, dass sie es nicht wissen, oder es wissen und verdrängen? Ein Krieg an zwei Fronten hat noch keine, auch noch so gut gerüstete Stadt überlebt. Bedeutet diese scheinbare Ruhe, die Ruhe vor dem Sturm? Ich weiß es nicht, doch werde ich es in Erfahrung bringen. Planen sie den Abtrünnigen einen Denkzettel zu verpassen? All diese Fragen liegen noch offen. Doch eines ist sicher, dieser Alka scheint wahnsinnig zu sein, und sein Wahnsinn breitet sich in dieser Stadt immer mehr aus.
Eine nahezu bedrückende Stimmung beherrscht diese Stadt, deren Kälte mir die Luft zum Atmen nimmt. Etwas Unheimliches und nicht Greifbares spüre ich, doch kann ich nicht sagen, was genau die Ursache ist. Es scheint aus den Tiefen der Stadt aufzusteigen. Die Wilden scheint dies nicht weiter zu berühren, sie gehen ihren täglichen Geschäften nach, als wäre dies ein Ding der Normalität. Vielleicht ist es normal für sie, doch ich, ich spüre es. Bei Eluive etwas Schreckliches ist in dieser Stadt, und sie möge mich davor beschützen. Ich werde heute Nacht die Kellergewölbe der Stadt durchsuchen, dem nachgehen, was immer es sein möge. Eluive wird mich begleiten und in der Dunkelheit über mich wachen.
Verstärkte Wachen sind überall anzutreffen. Nicht eine, nein Gruppenweise patrollieren sie durch die Strassen. Es wird der Krieg mit Varuna nicht erwähnt, aber man spürt die Konsequenz und sieht sie vor allem hier bei den Wachen.
Mir fehlen die Wüste, die Wärme und das Lächeln Eluives. Hier bleibt mir nur die Erinnerung daran und die Hoffnung es baldigst wieder zu sehen.
gez.