Der Waldläuferbogen
Lange saß Lamiro am Feuer. Was in Varuna kürzlich los war, das war erschreckend. Was wenn das erst der Anfang war? Eine Orphidian Königin legte er allein, sofern sie es ebenso war, doch am Westtor hatten Siobhan und er doch ganz schön zu tun dieses von den ganzen Riesenschlangen und Orphidianen zu räumen bevor sie sich im ganzen Wald verbreiteten. Aber dieser Drache beunruhigte ihn. Man sagte, er flog zum Nebelwald, was ist.. was wäre wenn er sich dort irgendwo versteckt? Drachen sollen sich überall so verstecken können, dass man sie überhaupt nicht erkennt! Dann schaute er auf seinen Kompositbogen und seufzte. „Du hast mir schon viele gute Dienste geleistet“ murmelte er doch ob er mit dem Bogen diesem Drachen auch nur den geringsten kratzer verpassen könnte, das war mehr als fraglich. Was wäre, wenn diese Schlangen sich noch mal ausbreiten, am Wegkreuz waren sie bereits vereinzelt, was wäre, wenn sie es das nächste mal auf den Nebelwald abgesehen haben, anstatt auf Varuna, wenn sie das Lager der Waldgeister geradezu überschwemmen? Die Zeiten sind hart und erfordern die besten Möglichkeiten. Nochmalbetrachtete er seinen Bogen wohl überlegend, fast studierend. Er musste immer wieder an den riesigen Elfenbogen denken, sich immer wieder fragend, wie jene diesen halten können und so zielgenau treffen, noch dazu den enormen schaden den sie damit anrichten. Sein Blick wanderte an dem Bogen auf und ab, langsam entfernte er die Sehne. Immer wieder bieg er die Verarbeitung von Dämonenknochen und Zypressenholz. „Länger muss er sein, das auf jeden Fall aber dann wird er auch schwerer!“ murmelte er zu sich. Sein Blick musterte dann die schwere Repetierarmbrust aber nach kurzem betrachten schüttelte er den Kopf. Dann nahm er aus seiner Truhe 2 recht lange Zypressenstämme und einige Dämonenknochen. „Wenn man die Knochen zersägen und dünner machen würde, von 2 langen Zypressenbogen zu einem verarbeiten würde, dann sollte er das gleiche Gewicht, aber mehr reichte und somit auch mehr Durchschlagskraft haben!“ Ohne weiter an der Theorie zuarbeiten, begab er sich ans Werk. Mit einer Knochensäge die bis dahin noch nie nutzen fand, spaltete er die Dämonenknochen in zwei und feilte diese noch ein wenig zurecht. Dann nahm er die beiden Zypressen Äste und begann zu schnitzen. Nach und nach formte sich der erste übergroße Bogen, nur ein wenig dicker als die hälfte des seinen. An der Vorderseite kerbte er diesen leicht ein, schließlich brauchte den Knochenkern der dem Bogen die Spannung verleihen sollte, ja auch Platz. Dann griff er zum zweit Ast der Zypresse und begann erneut in der gleichen Länge wie der erste war, eine fast halb so dünnen Bogen zu schnitzen. Diesen kerbte er nun an der Innenseite für den Knochenkern ein. Nun musste alles nur noch zusammen gefügt werden. Mühsam bastelte er die 3 Komponenten zusammen ehe ihm einfiel, dass er etwas benötigt dass den Bogen zusammen hält und jede mögliche hole Bruchstelle ausfüllt. Mit den teilen ging er aus seiner Baumwurzelhöhle und betrachtete den riesigen Baum unter dessen er zwischen den Wurzeln wohnte. „Tut mir leid mein Freund aber ich muss diesmal eine erneute Hilfe von dir in Anspruch nehmen. Ich benötige dein Blut, um meinem Bogen den abschließenden halt zu geben. Daher bitte ich dich, nimm es mir nicht übel und spende mir einige Tropfen deines Blutes und ich gebe dir mein Wort diesen Bogen stets nur zu gute des Erhalts der Natur, des Garten Eluives und deren Bewohner zu nutzen.“ Als hätte der Baum ihn verstanden senkte sich plötzlich ein junger frischer Ast zu ihm nieder. Es war nichts unheimliches im Nebelwald für jene die ihn bewohnten wenn sie Bäume bewegten doch dieser tat es zum ersten mal. Er muss die bitte verstanden und akzeptiert haben, so zog Lamiro seinen Dolch und ritzte behutsam in den Ast. Es dauerte nichtlang, da kam auch schon das Blut des Baumes zum Vorschein, das kostbare Harz. Ohne zu zögern hielt er die erste Hälfte des Bogens unter den tropfenden Harz, so dass über die ganze länge ein wenig davon verteilt wurde. Schnell drückte er die halben Knochenteile ein und lies erneut über diese das Harz des jungen Astes laufen. Am ende presste er feste den Bogen darauf.. Nun musste es so nur noch trocknen aber dass er währenddessen nicht auseinander geht, umwickelte er ihn ziemlich straff mit einem Geflecht alter Baumrinde welches sich schon öfter als recht stabile Schnur erwies. Nun musste er nur noch trocknen dachte er sich den Bogen mit leuchtenden Augen betrachtend. Einen Moment unaufmerksam entriss ihm der Baum den Bogen. „HE! Was soll denn das! Ich brauch den doch!“ rief er vergebens nach oben während er zusah wie sein neuer Bogen in der Baumkrone verschwand. Ergeben seufzte er und mit gesenktem Kopf ging er in seine Höhle. Die Nacht war weit voran geschritten und die Müdigkeit plagte ihn. Noch eine Weile fragte er sich warum ihm der Baum erst scheinbar helfen wollte, ihm aber dann den Bogen entriss ehe er tief und fest einschlief. Seltsame Träume begleiteten ihn durch den Schlaf eine wunderschöne Frau dessen Gesicht er dennoch nicht erkannte hatte seinen Bogen in den Händen und hielt ihm diesen überreichend hin. Er nahm ihn freudig entgegen. Als er aufwachte schüttelte er sich zunächst, dann blickte er sich um und siehe da, dort lag er, direkt neben ihm. Der große Bogen der er in der Nacht fertigte, allerdings war keine Spur davon, dass es 3 verschiedene Komponenten waren. Es schien als sei er aus einem Ast geschnitzt. Schnell stand er auf, den Bogen in die Hand nehmend und versuchte ihn zu spannen. Zunächst fiel es ihm wirklich schwer doch nachdem er es mehrfach versuchte, gelang es ihm immer besser. Mit leuchtenden Augen betrachtete er ihn. In seinem Augenwinkel sah er dann den feinen goldenen Draht den ihm einst der Adler gab, es war offensichtlich nur noch der Rest eines ganzen doch noch immer schien er recht lang. Er halbierte diesen und umwickelt die Enden den Bodens mit der Sehne um der Sehne noch mehr Stabilität zu geben. Nun war er fertig. Der neue Bogen. Mit ihm sollten die Unwesen nun das fürchten lernen.
Ein neuer Bogen muss her
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Lamiro Dandreon
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