Mundraub

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Trutta van Drachenfels

Mundraub

Beitrag von Trutta van Drachenfels »

Das Lidzucken ließ nach. Weit geöffnete Augen sehen nichts. Zusammen gesunken, einem Häufchen Unglück gleich, das Gesicht auf Erdbeerpflanzen gebettet, war ihr Lager im Garten. Die Blätter pieksten wie kleine Nadeln an Wangen, Nase und Lippen.
Ein Arm bewegte sich, dann der andere. Den Kopf aus dem Nadelkissen zu heben gelang mühsam. Sie setzt sich auf, sah sich um.
Mächtiges Dröhnen, wie das Schlagen des Klöppels einer riesigen Glocke, wollte ihren Schädel zerspringen lassen.
Die Hand, die die dicke Beule untersucht hatte, war blutverschmiert. Leise schluchzend schleppte sie sich zur Wassertonne. Das kühle Nass gewährt Linderung.

Was war nur geschehen?

Ein Mann hastete am Hof in Richtung der Akademie Schwert und Kunst vorbei. Er kam ihr verdächtig vor. Sie verlor ihn aus den Augen, als ihr Thelor Draven begegnete. Auf dem Rückweg zum Hof schien ihr ein Schatten folgen. Sie schrieb es ihrer ausgeprägten Vorsicht zu. Da sie nichts Ungewöhnliches entdecken konnte und auf die Sicherheit des Zaunes vertraute, machte sie sich wieder an ihre Arbeit.

Das plötzliche „HÄNDE HOCH!“ ließ sie erstarren. Vor Furcht zitternd, gehorchte sie, folgte den Anweisungen. Er verlangte Speisen.
Die hätte er von ihr erbitten können. Sie hätte sie von Herzen gegeben. Diesem Vermummten mit seinen schrecklichen Handschuhen und Beinschienen aus Knochen gab sie sie ohne gute Wünsche.
Mit dem Rücken zu ihm stehend ließ ein heftiger Schmerz es Dunkel werden.

Ging es diesem Wesen wirklich so schlecht? Sollte sie den Anderen davon erzählen?
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