Die Gaukler

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Eluvan

Die Gaukler

Beitrag von Eluvan »

Eluvan ließ sich auf einen zum Hocker umfunktionierten Baumstumpf fallen und nahm einen kräftigen Atemzug von der Lagerfeuerluft und versuchte sich zu entspannen. In den letzten paar Tagen hatte sich in Eluvans Leben mehr getan als in den letzten 3 Jahren. Er versuchte sich an den Abend in der Taverne zu erinnern, ihm fielen allerdings nur vage Gesprächsfetzen wieder ein. Er sollte wieder weniger trinken, stellte er bei diesem Gedanken schmunzelnd fest.
Er hatte einige fremde Personen in der Taverne getroffen und sich sofort mit ihnen verstanden. Sie waren wie er Vagabunden und Heimatlose. Wahrsager, Gaukler, Sänger, Geschichtenschreiber fanden sich unter ihnen und Eluvan fühlte sich stark an seine Jugend bei der Spielmannsgruppe Abax Baldini erinnert. Erst an diesem Abend, als er in die lebensfrohen Gesichter der Unbekannten blickte fiel ihm auf, dass er die letzten Jahre vertan hatte. Nachdem er Abax Baldini verlassen hatte, wollte er auf eigene Faust eine Gruppe um sich sammeln und weiter Erfahrungen im unbeschwerten Leben finden, doch irgendwo zwischen Nirgendwo und Bajard muss dieser Lebenstraum auf der Strecke geblieben sein. Und nun hat der Traum Eluvan in Form dieser Gaukler und Lebenskünstler wieder eingeholt. Als ihm bewusst wurde, dass er die letzten Monate wahrscheinlich nur in Bajard verbrachte, weil er im Stillen auf diese Gelegenheit wartete, sprach er das Thema, wenn auch etwas lallend, am Tische an.
Er sprach von Auftritten auf riesigen Bühnen vor Publikum, von kleinen Spielchen mit Kindern und von dem Traum die ganze Welt mit Lautenklang und Schauspiel zu unterhalten und zum Lächeln zu bringen. Er versicherte, dass er in über 15 Jahren viele Erfahrungen gesammelt hat und gut mit den meisten Problemen zurecht käme, auch wenn er hier und da seine Erzählungen etwas ausschmückte.

Und nun saß er hier. Ein kleiner Fußmarsch trennte ihn von Bajard, doch zum ersten Mal zog es ihn nicht mehr so sehr dahin zurück wie sonst. Um ihn herum sammelten sich langsam alle Arten von Personen an, die wohl mit dem letzten Schiff gekommen waren. Er hatte bis jetzt noch überhaupt keinen Überblick, wieviele es überhaupt waren und woher sie alle kamen, aber gerade deswegen musste er wahrscheinlich zufrieden lächeln.

Er sah sich um.
Hinter ihm lagen Zeltplanen und Seile auf dem Boden verteilt. Einige kleine, abgedeckte Karren beherbergten die Vorräte der kleinen Truppe und überall lagen Schlafmatten oder Decken. Vor ihm prasselte das Lagerfeuer und ließ ihn Gesichter in der Dunkelheit erkennen. Vernarbte und alte Gesichter waren darunter, aber auch in kindliche, junge Augen blickte er. Einige waren hünenhaft groß oder auch klein wie Zwerge. Manche hatten Muskeln und hatten sich beim Schleppen der Karren bewiesen, andere zeigten Geschick und hatten die Zeltplanen vernäht und vorbereitet. Allesamt hatten etwas gemeinsam. Ein fröhliches Lächeln auf den Lippen.

Eluvan blickte nun auch wieder ins Feuer und grinste.
Er war wieder zu Hause.
Zuletzt geändert von Eluvan am Donnerstag 19. April 2007, 22:37, insgesamt 1-mal geändert.
Allegra Apfelglueck

Beitrag von Allegra Apfelglueck »

Sie fühlte sich grau, grün und auch ein bisschen lila.
Wahrscheinlich war sie sogar gelb. Gelb wie das Erbrochene
das mit der schäumenden Gischt, der am Schiffsbug brechenden
Wellen, weggeschwemmt wurde.
Natürlich kam diese Übelkeit nicht von dem schaukelnden Schiff!
In Sachen Schaukeln konnte man ihr ja nichts vormachen!
Keine Schaukel konnte sie zu hoch in die Lüfte heben und nichts
war ihr zu lebhaft oder riskant.
Natürlich kam diese Übelkeit auch nicht von dem Handstand auf
der Reiling. Irgendwie musste sie ja die Aufmerksamkeit auf sich
richten, nachdem sie bemerkt hatte, dass die bunte Gesellschaft
ihr in kaum etwas nach stand was Gesang und Schauspiel betraf.

Aber das war natürlich Blödsinn. In Wahrheit sind natürlich alle
dumm wie Stroh, dachte sie noch würgend, über die Reiling gebeugt.
Das Würgen verklang in einem prustenden Husten als jemand ihr
ziemlich kraftvoll auf den Rücken schlug:"NA KLEINE!!!! Was machst
denn da? VERTRAGST ABER AUCH GAR NICHTS!!!
HHÄHRÄ! SEI mal FROH, dass WIR DIR KEINEN GROG
gegeben haben - HARRRHARRR".

"harrharrharr" dröhnte es schmerzhaft in ihrem Kopf - was für ein
lustiges Kerlchen, darauf sollte man gleich nochmal kotzen, dachte sie
und konterte dann aber bemüht laut und stimmkräftig "DAS ist nur
MEINE ART - NICHT SO FETT zu werden WIE DU!" darauf spuckte
sie einmal demonstrativ abfällig.

Die Vorfreude, die sie noch hektischer und sprunghafter wirken ließ
als sonst, war in der trübsinnigen Befürchtung in diesem ausgesuchten
Haufen schräger Gestalten doch an einzelner Bedeutung zu verlieren
unter gegangen.

Das war natürlich alles Blödsinn, das wusste sie!
Linn

Beitrag von Linn »

Sie sprang fröhlich über das Deck des Schiffes, das Wasser und das
Schaukeln machten ihr recht wenig aus und so schlug sie weiter lustig
Räder von einer Reling zur anderen, dabei ein verspieltes Lächeln auf
den Lippen.
Kurz hielt sie inne und beobachtete andere Passagiere, wie sie sich über
die Reling erbrachen, gelangweilt in der Ecke saßen oder ihre einfachen
Arbeit nachgingen.
Nun huschte sie geschwind nach vorn und betrachtete Küste, welche sich
langsam näherte und den Blick auf ein kleines verschlafenes Örtchen
offenbarte.

Bajard.

So hatte man es ihr zu mindest gesagt, sie kratzte sich etwas nachdenklich
den Kopf."Was da wohl für Menschen leben?" stellte sie sich leise die
Frage.
"Naja, wir werden bestimmt unseren Spaß haben!"
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