Grabpflege
Verfasst: Donnerstag 5. April 2007, 17:00
Mit verschwitzter Stirn strich die ältere Frau mit der rechten Hand über das unscheinbare Grab des namenlosen Kriegers, mißtrauisch beäugt seit Beginn von den umstehenden Soldaten. Die Stimmung auf dem Friedhof Varunas hatte seit der kürzlichen, nächtlichen Grabschändung ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Eine Grabschändung, die auch drei varunesische Soldaten das Leben gekostet hatte, die den Friedhof der Stadt eine eben solche verhindern sollten. So kam sie sich auch eher geduldet als wirklich erwünscht vor, als sie mit Spaten und mehreren Topfblumen bewaffnet hier aufgekreuzt war und sich daran gemacht hatte, die Gräber der in ihrer Totenruhe gestörten Verstorbenen erneut zu bepflanzen. Es schien in den Augen der Soldaten wenig Sinn zu haben. Die Worte der Soldaten hallten noch immer durch den Schädel der Frau.
'Die Toten sind tot. Es kann ihnen egal sein was mit ihren Gräbern sei.'
'Das sei Aufgabe der Angehörigen oder von Priestern.'
Die ältere Frau konnte darüber nur müde lächeln. Wenn es ihnen egal sei, dann könne sie ja fortfahren hatte sie nur erwidert. Und daß sie niemals verstehen werde, weshalb die Menschen immer glaubten, daß einzig Tochter und Sohn der Schöperin über eine Priesterschaft verfügten. Sympathiepunkte hatte ihr das nicht unbedingt eingebracht, doch immerhin hatte man sie gewähren lassen.
Langsam erhob die ältere Frau sich und nickte zufrieden, sich die erdigen Hände am zerschlissenen Mantel abwischend. Nicht wie es ehedem ausgesehen haben mag, bevor einige junge Leute ihre Spaten in die Gräber getrieben hatten, aber es wirkte nun mehr wieder ein wenig friedvoller und lebendiger.
Ihre Sachen zusammen raffend machte sie sich auf gen Varuna. Sie hatte mit einem der Grabschänder und Leichenfledderer noch ein Hühnchen zu rupfen und sie hatte noch etwas in Erfahrung zu bringen.
'Die Toten sind tot. Es kann ihnen egal sein was mit ihren Gräbern sei.'
'Das sei Aufgabe der Angehörigen oder von Priestern.'
Die ältere Frau konnte darüber nur müde lächeln. Wenn es ihnen egal sei, dann könne sie ja fortfahren hatte sie nur erwidert. Und daß sie niemals verstehen werde, weshalb die Menschen immer glaubten, daß einzig Tochter und Sohn der Schöperin über eine Priesterschaft verfügten. Sympathiepunkte hatte ihr das nicht unbedingt eingebracht, doch immerhin hatte man sie gewähren lassen.
Langsam erhob die ältere Frau sich und nickte zufrieden, sich die erdigen Hände am zerschlissenen Mantel abwischend. Nicht wie es ehedem ausgesehen haben mag, bevor einige junge Leute ihre Spaten in die Gräber getrieben hatten, aber es wirkte nun mehr wieder ein wenig friedvoller und lebendiger.
Ihre Sachen zusammen raffend machte sie sich auf gen Varuna. Sie hatte mit einem der Grabschänder und Leichenfledderer noch ein Hühnchen zu rupfen und sie hatte noch etwas in Erfahrung zu bringen.