Grabpflege

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Vesta

Grabpflege

Beitrag von Vesta »

Mit verschwitzter Stirn strich die ältere Frau mit der rechten Hand über das unscheinbare Grab des namenlosen Kriegers, mißtrauisch beäugt seit Beginn von den umstehenden Soldaten. Die Stimmung auf dem Friedhof Varunas hatte seit der kürzlichen, nächtlichen Grabschändung ihren vorläufigen Tiefpunkt erreicht. Eine Grabschändung, die auch drei varunesische Soldaten das Leben gekostet hatte, die den Friedhof der Stadt eine eben solche verhindern sollten. So kam sie sich auch eher geduldet als wirklich erwünscht vor, als sie mit Spaten und mehreren Topfblumen bewaffnet hier aufgekreuzt war und sich daran gemacht hatte, die Gräber der in ihrer Totenruhe gestörten Verstorbenen erneut zu bepflanzen. Es schien in den Augen der Soldaten wenig Sinn zu haben. Die Worte der Soldaten hallten noch immer durch den Schädel der Frau.
'Die Toten sind tot. Es kann ihnen egal sein was mit ihren Gräbern sei.'
'Das sei Aufgabe der Angehörigen oder von Priestern.'
Die ältere Frau konnte darüber nur müde lächeln. Wenn es ihnen egal sei, dann könne sie ja fortfahren hatte sie nur erwidert. Und daß sie niemals verstehen werde, weshalb die Menschen immer glaubten, daß einzig Tochter und Sohn der Schöperin über eine Priesterschaft verfügten. Sympathiepunkte hatte ihr das nicht unbedingt eingebracht, doch immerhin hatte man sie gewähren lassen.
Langsam erhob die ältere Frau sich und nickte zufrieden, sich die erdigen Hände am zerschlissenen Mantel abwischend. Nicht wie es ehedem ausgesehen haben mag, bevor einige junge Leute ihre Spaten in die Gräber getrieben hatten, aber es wirkte nun mehr wieder ein wenig friedvoller und lebendiger.
Ihre Sachen zusammen raffend machte sie sich auf gen Varuna. Sie hatte mit einem der Grabschänder und Leichenfledderer noch ein Hühnchen zu rupfen und sie hatte noch etwas in Erfahrung zu bringen.
Zuletzt geändert von Vesta am Donnerstag 5. April 2007, 17:02, insgesamt 1-mal geändert.
Darna von Hohenfels

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Kopfschüttelnd sah sie nochmal auf den Bericht.
"Die Gräber waren ausgehoben, alle vier Gardisten lagen entkleidet und blutübergossen vor den Toren und wurden teils von den Körpern von Untoten überdeckt.
Die Vesta hat noch lauter Zeug geredet um sich wichtig zu machen, von den wahren Tätern allerdings gab es keine Spur. Daraufhin haben wir den Tatort gesichert, das Mitterrchen nach Hause geschickt und sofort den Bericht geschrieben."


"Um sich wichtig zu machen...", grollte es leise im Büro der Oberst und sie sa auf das Wachstäfelchen, das kaum genug Platz geboten hatte, um alle Beschreibungen der Täter darauf zu notieren. "Und einen würde sie wiedererkennen. Um sich wichtig zu machen... Ich glaub, ich muß mich auch mal wichtig machen, Gardist Ludwig."

Sie fertigte einen Bericht der gerade vergangenen Zeugenaussage an und auch wenn Berichte schreiben sicher nicht die schönste aller Aufgaben war, so genoß sie es doch diesmal, anhand von Fakten aufzuzeigen, was in ihren Augen ordentliche Gardistenarbeit war.
Schwungvoll setzte sie darunter die letzten Zeilen:
"Dank für die Auskünfte in Form einer privaten Zahlung von 2 Kronen wies Frau Vesta mit der Bitte ab, dies der Witwen-und Waisen-Versorgung für die verstorbenen Gardisten zukommen zu lassen, womit ich das Geld mit entsprechendem Vermerk in der Kirche hinterlegt habe. Sollte durch Frau Vesta eine Erkennung der Täter möglich werden, steht ihr die reguläre Entlohnung zu, und diese wird entgegen sonstiger Gepflogenheit
vom Sold des Kadetten Ludwig abgezogen.

gez.,
Oberst von Elbenau"
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