Vergangenheit und Zukunft

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Sarel

Vergangenheit und Zukunft

Beitrag von Sarel »

Er saß da am Kamin, die Beine ausgestreckt um die Füsse zu wärmen. Sein Oberkörper war im Sessel zur Seite gerutscht, sein Kopf ruhte an der Schulter einer jungen Frau, einer hübschen Frau, bezaubernd und gefährlich zu gleich. Die Flammen warfen seltsame Schatten auf die beiden auch sonst eher bleichen Gesichter, lies sie warm, weich und lebendig wirken. Sanft streichelten ihre Fingerspitzen seine Wange, seinen Nacken. Sein ganzes Leben lang hatte er sich nach einem solchen Moment gesehnt. Ein Moment der Nähe, Wärme, Zufriedenheit und Geborgenheit. Und nun fand er es bei einer Frau, die ihn mit Leichtigkeit den Garaus hätte machen können. Eine einzige ihrer Kreaturen die sie zu verstehen verstand konnte ihm den dünnen lebensfaden durchtrennen, und doch zog sie ihn an, seit der ersten Begegnung.
Ein Bauchgefühl war es das die beiden ins Gespäch brachte. Doch das Gespräch war wie ein Spiel mit dem Feuer. Heis und gefährlich. Sie verstand es gut ihn zu locken, ihn an zu heizen, zum Kochen zu bringen und ihn dann einfach fallen zu lassen. Er war nicht mehr als die Maus und sie die Katze, jedenfalls wenn es nach ihr ginge. Doch auch er konnte spielen, lies sich auf den Tanz mit ihr ein.
"Ihr wollt spielen Sarel? Es ist mein Spiel, ich lege die Regeln fest!"
Ja .. sollte sie doch... Sie schien davon überzeugt alles im Griff zu haben, ihn gänzlich kontrollieren zu können. Sie stellte ihn vor eine Wahl, eine Wahl die er so nicht treffen konnte, nicht wollte. Sie wollte unbedingt wissen was er von mit ihr beabsichtigte. Ein bizarres Bild, ihre rechte Hand erhoben, ein Schnitt in der Handfläche aus der eine dünne Spur Blut rann, die andere hielt seine Rechte zwischen ihren Schenkeln fest. Und er sollte sagen was er von ihr begehrte, das Blut, oder das Fleisch. Felsenfest war sie davon überzeugt das er das Fleisch wählen würde, wie sicher so viele vor ihm. Doch war er nicht wie alle anderen. Er wusste was er wollte, seit dem ersten Tag an dem er sie sah. Und anstatt sich zu entscheiden deutete er nur auf ihre Brust, ihr Herz ... Sie wich zurück, bleich, erschrocken, völlig verduzt. Und bald .. lag sie in seinem Arm ...

Möge es noch viele Monde, viele Götterläufe andauern ..
Reika Lypsan

Beitrag von Reika Lypsan »

was hatte der Vater nur mit ihr vor? Sie grübelte und grübelte und doch kam sie zu keiner treffenden Antwort auf die von ihm gestellte Prüfung.

Als sie "ihn" das erste mal traf war sie eigentlich nur von der Andersartigkeit angezogen. Ein Mann den es nach dem Lebenssaft dürstet, der daraus die Wärme zog und die Macht über seine Opfer, die er offenbar wohl im normalen Leben nicht spührte.

Leicht amüsiert hatte sie das betrachtet und sich ein Spiel daraus gemacht ihn und seine Vorlieben zu erforschen. Wer weiß wozu es ihr Nutze sein konnte, war sie doch grundsätzlich auf alles Andersartige und Fremde neugierig. Mit leichtem Ärger hatte sie durchaus wahrgenommen, dass ihre Forschungen an "ihm" nach einer gewissen Zeit nicht mehr nur Forschungen waren, sondern Freude bereiteten.

Sie hatte ihn provoziert, wollte ihn zu einem Fehler hinreissen... dem Fehler den bisher doch ein jeder dieser lächerlichen Gattung Mann gemacht hatte... Doch statt Fleisch oder Blut wählte er Gefühl... ihr Herz, dass wovor sie am meisten zurück schreckte, was ihr Angst bereitete und wovor sie sich scheute.

Sie saß zusammengekauert auf ihrem Sessel und grübelte. Es gab eine Sehnsucht in ihr diesem Streben nachzugeben aber ebenso eine Angst dadurch an Macht und Willen zu verlieren. Ein Kampf zwischen Mensch und Gabe war in ihr entbrannt.

Sie war sich eines Sicher: NIEMALS würde sie es ihm gestatten sie zu verletzen.

Ihre Braue hob sich bei dem Gedanken daran, was sie alles mit ihm anstellen würde, wenn so etwas geschah.. und ihre Mundwinkel verzogen sich zu seinem zufriedenen Lächeln..

Sie hatte ihm zugeflüstert: Dein Verrat an mir.. wird dein Tod sein!

Und sie war gewillt abzuwarten was ihr letztlich mehr Befriedigung verschaffen würde...

Das Fleisch... oder sein Blut...!
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