Ein böses Erwachen

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Florence Stolzenfels

Ein böses Erwachen

Beitrag von Florence Stolzenfels »

Gut gelaunt wie sie in letzter Zeit wohl immer anzutreffen war, öffnete sie in aller Herrgottsfrühe die Haustür, bereit, sich ihren geliebten Falken zu widmen. Viel musste noch für die endgültige Erziehung dieser getan werden, doch stand erst einmal das Füttern und die Pflege der Tiere auf dem Plan. So zumindest waren ihre Pläne für die kommenden Augenblicke. Doch weit gefehlt. Ein Kreischen zog durch die Straße des Adelsviertels in Varuna. Der Gardist, sofort alarmiert, drehte sich direkt zum Tor, durch sein Rufen sich bemerkbar machend, um zu erfahren, was die junge Baroness so in Schrecken versetzte. Flo unterdes starrte mit offenem Mund und quellenden Tränen auf einen ihrer Lieblinge. Der Hals umgedreht, die Federn halb gerupft, baumelte der leblose kleine Körper des Falken vor ihrer Tür. Es dauerte einige Momente, ehe sie sich wieder regen konnte und dann hatte der Gardist wohl seine schlimmsten Minuten des noch frühen Tages vor sich. Er kam gar nicht dazu, sich irgendwie rechtfertigen zu wollen, Flo überfuhr ihn mit einer Tirade der wüstesten Flüche, die ihr wohl in den Sinn kamen. Mit offenem Mund starrte der Gardist sie an, völlig überrumpelt, war er doch so ein Benehmen von Flo nun wirklich nicht gewohnt. Lud sie die Gardisten, die vor ihrem Haus Wache zu halten hatten, doch sonst zu einem Trunk in ihr Haus, die wohlverdiente Pause zu genießen, wurde dieser jedoch regelrecht zusammen gefaltet. Wie konnte es passieren, dass einer ihrer liebsten Weggefährten elendig sterben musste? Wer war dafür verantwortlich? Was war da geschehen… und vor allem warum?
Der Gardist, selbst wenn er eine Antwort parat hatte, kam gar nicht dazu, diese in irgendeiner Weise kundzutun. Flo stürmte ins Haus, die Tür hinter sich zu knallend, so dass die Angeln noch eine Weile danach vibrierten. Sie kauerte auf den Fellen vor ihrem Kamin, die Arme um die angezogenen Beine geschlungen. Stumm rannen Tränenbäche ihre Wangen hinab. Bis ihr Zukünftiger sie so fand….
Ludwig Grahm

Beitrag von Ludwig Grahm »

Lange hatten die Augen im Dunkel gelauert, sich in Gassen versteckt, das Haus ausgekundschaftet. Manchmal auch in besten Sachen, herausgeputzt wie ein adliger Gimpel war er an der Villa Stolzenfels vorbei geschlendert, hatte mit den Wachen über das Wetter gesprochen und dabei sein Ziel mit Hingabe erforscht.
Luzcilla verlangte ein Exempel oder besser noch mehrere und für den Preis den sie zahlte sollte sie diese bekommen.

Die Falkenzucht der Stolzenfelser war ihm gleich ins Auge gesprungen. Die Baroness kümmerte sich mit Liebe und Hingabe um diese Tiere, einer Liebe die es in Schrecken zu verwandeln galt. Die Amarth wollte dass das Flittchen das ihren Onkel becirzte weinte und schrie... das konnte er einrichten.

Mit einem breiten Lächeln sah er auf das Werk... Luzcilla würde erfreut sein und dabei war er noch gar nicht fertig. Florence würde noch viel mehr verlieren was ihr lieb und teuer war. Und beim nächsten Werk würde Florence wissen wer ihn schickte, dass sie sich den Hass einer Person zugezogen hatte mit der man sich besser nicht anlegte. Obwohl er nicht verstand dass Luzcilla ihren Namen so öffentlich machen wollte, so musste er sich doch einräumen sie irgendwo zu bewundern. Ihr unglaublicher Stolz und Hochmut bezahlten seinen Lebensunterhalt und trotz dieser Schwächen, denn alles was nicht geheim blieb musste er als Schwäche ansehen, war sie den Varunesen durch die Finger geglitten. Und plante nun ihre Rache aus dem Exil.

Noch einmal blickte er zu dem Toten Falken und musste grinsen. Vielleicht würde Luzcilla seine Belohnung erhöhen wenn er seine Arbeit besonders gut machte. Das Grinsen wurde zu einem grimmigen Lächeln.

'Dieses war der erste Streich, doch der Zweite folgt sogleich.'
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