Erst Denken, dann handeln - der Pakt

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Tael Nemar

Erst Denken, dann handeln - der Pakt

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Erst Denken, dann handeln - der Pakt

Eine kalte Briese zog über die Anhöhe, als Tael sich umsah. Jeden Abend war er nun hier herauf gekommen, nahe an die Stadt Rahal heran und hatte gehofft, seinen Meister Thrillom hier anzutreffen, doch so war es nicht. Gerade so, als habe er ihn verstoßen, stand er jedes Mal vor dem geborstenen Tor, das das verwahrloste Grundstück einrahmte, und dachte darüber nach, wie es weitergehen sollte. Vielleicht sollte er seinen Plan einfach angehen. Nicht so plump und ungestühm, wie es die anderen taten. Aporus.. und die Pestbringerin. Wie konnte man nur so unvorsichtig sein, jeden Erstbesten anzusprechen und ihn gerade heraus zu fragen, ob er nicht Kra'thor seine Seele geben wollte. Nein so würde Tael es nicht anstellen. Sein Plan forderte Raffinesse, Fingerspitzengefühl. Und so wanderte er eines Abends durch Bajard und starrte eine Weile gedankenversunken auf den Friedhof. Ob dieser wohl von Temora geweiht war? Ob hier die Körper ihren Weg zur Erlösung fanden, oder ob sie, an die irdischen Gefilde gebunden, nie den Weg zum Raben fanden? Eigentlich hatte sich sein Blick schon laengst auf Berchgard gerichtet, doch warum sollte er nicht hier beginnen. Hier war es doch noch viel einfacher. Hier würde er beginnen. Und wenn sein Vorhaben gelänge, dann ... DANN würde er sich wieder Berchgard zuwenden. Just in diesem Moment wurde er beinahe unangemessen von einem jungen Ding aus seinen Gedanken gerissen. Er sah sie an, sie sah nicht älter als 17 Jahre aus. Sie fragte ihn, ob er ihr Lektionen im Schwertkampf beibringen könne, und ehe er unüberlegt ablehnte, meinte er nur, er könne ihr zumindest dabei helfen. So also begann er, ohne dessen Namen zu nennen, dem Mädchen zuvor etwas über den Raben zu erzählen. Für gewöhnlich tat er solche beinahe unbesonnenen Sachen nicht einfach so, doch dieses Mädchen schien ihm so naiv und unberührt, dass es gerade zu kinderleicht sein würde, sie auf den Rechten Weg zu bringen. Von seinen Erklärungen war sie völlig begeistert, sie konnte es kaum erwarten, dem Kreis der Diener des Raben beizutreten und so machten sie sich nach Varuna auf zum Friedhof. Der Plan war gut durchdacht und als sie dort ankamen, erklärte er ihr, warum das gemeine Volk Angst vor Friedhof und Tod hatte, warum es das Unbekannte ist, wovor die Menschen Angst haben, und warum die Kirche dies alles schürt. Danach gingen sie in die Kapelle und vollzogen das schaurige Ritual. Immer wieder redete er ihr gut zu. Sie schien zwar immernoch versessen und doch wollte er nicht das Risiko eingehen, dass sie sich schließlich doch Angsterfüllt umwandte, und davonstürmte. Zwei kurze Schnitte, die Arme aneinander gepresst und schon begann sich das Blut zu vermischen, in fahrigen Bahnen verschlingen sich die Ströme, filligran und ungebrochen, bis sie sich schließlich in ein festes Band verworren hatten. Diese Blutrituale faszinierten ihn seit je her. Schliesslich legte er dem Mädchen einen Finger auf die Winde, zog einmal darüber und sie schloss sich augenblicklich. So war es also beschlossen, der Pakt war besiegelt und Kra'thor war eine willige Seele übereignet worden, an der er sich nun schon zu ihren Lebzeiten laben konnte. Das war sicher weit effektiver gewesen und mit ihrem Tode würde er sie ohnehin bekommen. Vielleicht sollte er versuchen, mehr naive Seelen für sich finden und ihnen einen solchen Pakt anbieten.
Zuletzt geändert von Tael Nemar am Montag 26. Februar 2007, 20:32, insgesamt 2-mal geändert.
Tael Nemar

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Von Knochen- und Blutmagie - Arkanes Wissen auf Abwegen

Wie gleich wertvoll die Seele war, die er Kra’thor mit seinen Blutriten übereignet hatte, so war es dennoch schon einige Zeit her gewesen, dass er sich Kra’thor überhaupt als dienstlich erwiesen hatte. Und dennoch war es ihm lieber, im Hintergrund zu stehen und zu wirken – beinahe unsichtbar -, anstatt sich auf offener Straße unvorsichtig zu seinem Glauben zu bekennen. Nein etwas derart irrationales tat er nicht, jeder Schritt wollte gut überlegt sein, keine Handlung sollte unbekannte Folgen nach sich ziehen. Unruhig wanderte er durch Berchgard. Hier wollte er nun endlich zuschlagen, doch allein war es zu gefährlich gewesen. Im Schatten der Häuser, die nur spärlich von Licht erhellt wurden, wartete er ungeduldig. Schließlich trafen die anderen ein. Aporus in Begleitung eines dritten, der sich vorerst als Antonio vorstellte. Gemeinsam traten sie ihren Weg zum Friedhof in Berchgard an, doch ihr Vorhaben sollte jäh enden, denn die Wachen, die den Eingang des Berchgarder Friedhofes flankierten warfen den vermummten Gestalten nur misstrauische Blicke zu. Hierfür waren sie noch nicht bereit, also entschied man sich einstimmig dafür, der Gruft unter dem Varunaer Friedhof einen Besuch abzustatten. Dort angekommen suchten sie die alte von Untoten beherrschte Kapelle auf, in der Tael den inzwischen um die Pestbringerin verstärkten Reihen einiges über die Möglichkeiten der Seelenopferung für ihren Herren erzählte. Alles in allem war es ein sehr interessantes Gespräch gewesen – jeder der vier Diener des Raben schien seinem eigenen Weg zu folgen und eigene Art zu haben, wie sie ihrem Herren dienten. Und doch fühlte sich Tael als der rational denkende noch immer als einziger. Religiös, fanatisch oder von vampirischen Zügen durchhaucht, das war en die Züge der anderen. Schließlich beschloss Tael, während das spärliche Licht im Raum noch einmal kurz aufflammte, den dreien etwas über Knochen- und Blutmagie zu erzählen, ihnen die grundlegenden Werkzeuge für ihr Handwerk zu geben. Er erzählte über die umstrittene Kunst des Knochenlesens, zeigte ihnen die Sammlung menschlicher Knochen, die er von Thrillom bekommen hatte, verwies beiläufig auf einige Fluchrituale, die mit den Knochen Verstorbener gewirkt werden konnten, ehe er sich dann der im Grunde viel interessanteren Blutmagie zuwandte. Die Blutmagie als mächtigstes Werkzeug der anatomisch-magischen Künste, weit grenzenloser und moralbefreiter als er es während seines Studiums der arkanen Künste je hatte erfahren dürfen. Er erzählte von Pakten, ähnlich dem Seelenpakt, den er vor kurzem abgeschlossen hatte, er sprach von verlorenen Ritualen, die von Blut gespeist wurden und wie Blut das unzerbrechliche Siegel war, das – einmal gesetzt – nie wieder entfernt werden konnte. Jedes Bündnis und jeder Pakt, der mit Blut besiegelt worden war, war von nun an unendlich. Er zeichnete den dreien ein Siegel auf den staubigen Boden, bestehend aus drei konzentrischen Kreisen, die von ineinander verschlungen Dreiecken durchzogen waren und obskure Symbole in sich trugen. „Das böse Auge“ zischte er in beinahe flüstergleichem Ton abfällig den Namen. Die Menschen fürchten, was sie nicht verstehen, sie fürchten den Tot, sie fürchten Kra’thor, im Grunde sollten sie sich vor sich selbst fürchten, denn sich selbst verstehen sie am wenigsten. Und dieses Siegel war eines der Dinge, die sich dem Verstand der Verblendeten nicht erschlossen. Ein uraltes Siegel der Schmerzen, die längst vergessene Glyphe des Leides, die all jene, die es berührten unsägliche Qualen durchleiden ließen. Für heute hatte er sie tief genug in die Abgründe der verbotenen Ritualmagie eingeführt, doch sicher würden sie sich bald einmal wieder treffen und vielleicht würde dann auch einer der anderen aus dem reichhaltigen Fundus seiner Erfahrungen berichten. Die letzte Abschiedsfloskel war gesprochen und er wandte sich eilig um und verließ die Kapelle. Sehr viel versprechend erschien ihm dies alles zu sein, das wusste er jetzt schon…
Zuletzt geändert von Tael Nemar am Montag 26. Februar 2007, 20:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Ein großes Blutsaufen

Und es war etwas im Gange, das spürte er, als am Morgen die Knochen anders fielen, als sie es sonst zu tun pflegten oder als es in irgendeiner Weise zu erwarten gewesen war. Die Raben auf dem verlassenen Waldfriedhof, jenem wo nur unbekannte Körper begraben waren, deren Seelen begierig vom Richter aufgesogen wurde, krächzten unheilvoll ganz so als stünde ein neues Blutsaufen an, als wollten sie sich bereit machen, sich erneut an Leibern zu laben. Eilig überquerte Tael den Friedhof und kniete sich auf ein feuchtes Stück Lichtung, wo er die Knochen noch einmal war – und wieder fand er dasselbe Ergebnis vor. Ein schwaches, monotones Seufzen entfuhr ihm und dennoch entflammte sofort der Gedanke an das, was ihn erwarten würde. Er musste eilends alles vorbereiten, Blut, Knochen, einige Kerzen, Sand, Salpeter und eine Atame. Er war für seine Rituale bestens gerüstet… Eilig hatte er die Glyphe gezeichnet. Einen lebenden konnte er nicht seiner Seele berauben, ohne dessen willentliches Einverständnis. Ein Pakt, wie er ihn vor kurzem mit diesem naiven Weib abgeschlossen hatte, doch bei Toten war es etwas anderes. Sie musste er nur noch so präparieren, sodass kein geweihter Boden Alathairs ihnen noch den Seelenfrieden verwehren konnte. Und so begann er, um die wenigen verbliebenen Leiber, die noch nicht verschleppt worden waren, jeweils ein inneres Auge zu zeichnen und bestreute sie mit Salpeter und Sand. Unschlüssig betrachtete er die tiefblauen Kerzen kurz, doch dann packte er sie zur Seite. Verraten würden sie ihn nur und essenziell notwendig waren sie ohnehin nicht. Schließlich packte er die Atame und fuhr sich damit über den Arm. Mit dem dünnen, dunklen Blutrinnsal beträufelte er das Zentrum der Glyphe. Als das Blut auf sie herabfiel, loderte es kurz in farblosen, kaum sichtbaren Flammen auf und verschwand rückstandslos. Mit einem zufriedenen Nicken bedenkt er den Leichnam vor sich, ehe er den Blick abwendet und sich der nächsten zuwendet. Nachdem er alle übrigen Leichen präpariert hatte, besah er sie noch einmal, wohl darauf bedacht, keine Spuren zu hinterlassen, selbst die Glyphen hatte er behutsam verwischt. Die Seele würde nun nichts an der Errettung durch den Richter hindern...
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Gradwendung

Der Krieg war vorüber und die Priester in ihrer selbstverherrlichenden Eitelkeit hatten nichts gemerkt von der Schändung, die ihre Verstorbenen erfahren hatten. Tael war, gelinde gesagt, zufrieden mit dem Ergebnis der Schlacht, es hatte viele Opfer gegeben auf beiden Seiten und der Richter hatte ein Blutsaufen erlebt wie schon lange nicht mehr. Und doch… es war an der Zeit, sich vor ihm als dienlich zu erweisen. Tael wollte den Seelenstrom, den er dem Richter übereignete auf keinen Fall abreißen lassen, denn noch immer schien der Rabe nicht überzeugt von seiner Dienlichkeit. Das immanente Problem jedoch war, dass die Bürger allerorts vorsichtiger geworden zu sein schienen; ob er je wieder ein so junges, naives Blut finden würde, das sich so bereitwillig in die Fänge des Raben ergeben würde, um ihn schon zu Lebzeiten zu ermöglichen, sich an ihrer jungen, durch Glauben noch unbetasteten Seele zu laben. Nein, wo man hinsah, Misstrauen und Zwietracht. Der Weg des Vertrauens war inzwischen der falsche. Es brachte nichts mehr, an der Menschen Gier nach Omnipotenz zu appellieren, sie schienen für derartige Versuche nicht mehr empfänglich. Stattdessen schien der richtige Weg ein sehr viel direkterer, umstandsloserer zu sein. Im Grunde hatte er Aporus, den Albino mit vampirischen Zügen, und die fanatische Pestbringerin immer mit angemessener Skepsis betrachtet. Viel zu offenkundig ließen sie verlauten, wessen Herren Kind sie waren. Sie gingen mit beinahe überschwänglicher Leichtfertigkeit vor, ohne sich wirklich ihrer Handlungen bewusst zu werden – ein Standpunkt, den Tael, der Zeit seiner Ausbildung zu rationaler Beobachtung und genauster Analyse angehalten wurde, weder verstehen noch teilen konnte. Dieser Weg konnte auch keines Falls der richtige sein. Vielleicht war ein Zwischenweg zwischen der übereilten, unvorsichtigen Art der beiden und dem zurückhaltend, berechnenden Weg, den Tael bisher eingeschlagen hatte, genau der richtige – ein sehr viel subtilerer Weg, der doch immer auf das Ziel hin ausgerichtet sein würde.
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Die Gemeinschaft

Nachdem sie wieder einige Tage später zusammen gefunden hatten, Tael, Marn, Chalsy, Gregor und Niamh, waren die Aufgaben genaustens verteilt worden. Sie hatten ein sich ein weiteres Mal in dem schummrigen Ritualraum zusammengefunden, dessen Zentrum noch immer von eine merkwürdig pulsierenden Blutlache getränkt war, die von dem Opfer zeugte, das Gabriels Seele dort aufgenommen hatte; In diesem Raum beschlossen sie ihr weiteres Vorgehen. Eine Gemeinschaft, deren Mitglieder langsam im Verborgenen die Gemeinschaften und Verbindungen auf allen Inseln infiltrieren, um so größtmögliche Mengen an Informationen zusammenzutragen und die einzelnen Parteien gegeneinander auszuspielen. Ein Plan, der auf lange Sicht gesehen, eine horrende Menge Seelen fordern würde; ein Plan der zwischen diesen fünf Dienern des Raben nun anlaufen sollte.





Wenngleich er eigentlich vor hatte, einen anderen Weg einzuschlagen, sich nicht mehr auf die dumme Gier der Menschen zu verlassen, sie sich seiner Meinung nach nicht mehr als rentabel erweisen wollte, so belehrte ihn die letzte Nacht doch eines besseren. Noch immer gab es von Gier und Machtsucht Getriebene, ohne Angst und Zweifel vor einem für ihn selbst suspekten Pakt mit einem Fremden. Tael sollte es nicht stören – seinen Weg wollte er dennoch auf gewichtigere Ziele hinauslenken, so wie er das Blutsaufen nach dem Krieg in die Wege geleitet hatte, doch warum nicht am Wegesrand einmal innehalten und eine weitere Seele einsammeln? Schaden konnte es nicht. Diesmal war es ein junger Bursche, der sich bereitwillig in die Fänge des Raben begeben wollte; es war ein Jüngling, der aufgrund persönlicher Streitigkeiten der Gier nach Macht verfallen war, um irgendwann irgendwem zu beweisen, dass er nicht ganz so ärmlich war, wie man offenbar von ihm annahm… Wie auch immer, es hatte kaum Überzeugungskraft gekostet und Tael fühlte sich beinahe etwas unterfordert, als er das bereitwillige Zucken in den Fingern des Burschen sah, der kaum erwarten konnte, in okkulte Rituale eingebunden zu werden. Trotz allem bot Bajard kaum den Schutz, den man benötigt hätte. Der Friedhof westlich von Varuna hingegen war für die Besiegelung des angestrebten Paktes geradezu prädestiniert und genau dort war es, wo er den Jungen hinführte, wo er mit ihm zwischen dem zittrigen Licht der nie erlischen wollenden Kerzen auf dem nebelfeuchten Boden Platz nahm und unverwandt die Atame zückte. Jetzt bemerkte er einen Hauch von Zweifel, doch wieder nahm ihm der Bengel die Arbeit der Überzeugung ab – er schien sich selbst von der Richtigkeit oder zumindest Notwendigkeit seines Handelns zu überzeugen. Der Blick hatte sich in Sekundenschnelle gefasst und er streckte mit übereiligem Bereitwillen seinen rechten Unterarm vor und zog den Robenärmel zurück. Wortlos machte sich Tael an sein Werk: Neu war es ihm nun nicht mehr, wie er die Klinge anzusetzen hatte, wie er den Schnitt führen musste; die Klinge glitt über die helle Haut des Burschen und hinterließ einen feinen Schnitt, aus dem tiefrotes Blut drang. Schließlich befreite er auch seinen eigenen Arm aus der Umklammerung seiner dunklen Robe und setzte den Schnitt an. Als sie die Arme aufeinanderpressen, die Wunden ineinandergreifen, beginnt selbiges fahriges Blutspiel, wie es schon beim ersten Mal gesehen hatte. Die Präsenz des Richters geht in den Körper des Jungen über, um sich dort zeitlebens an seiner Seele zu laben. Schließlich bilden die beiden Blutfäden einen festen verwobenen Strang, der – gerade in seiner Festigkeit erstrahlend – splittergleich zerbricht. Ein kurzes Nicken entfährt Tael, ein teilnahmsloses Schmunzeln huscht über seine Züge, während er die Atame an seiner Robe säubert. „Der Segen des Richters ist nun dein“, sprach er ihm wohlwollend zu. Der Junge nickte und erhob sich. Es war beinahe bedauernswert, wie leicht alles diesmal gegangen war. Als der Junge den Friedhof verließ, pfiff ein leiser, rastloser Wind über die Lichtung und ließ die Flammen der Kerzen bedrohlich zittern – doch sie hielten Stand. Er sah dem Jungen noch nach, während er zwischen den Bäumen verschwand, ehe er den Blick flüchtig über den Friedhof wandte und dann seinerseits wieder in Richtung Bajard verschwand.

In den folgenden Tagen wandt sich sein Augenmerk auf die Stadt Berchgard. Im Schatten Varunas vegetierte sie in ihren Steinernen Fassaden, die beinahe erdrückend von den Seiten auf die Straße hineindrückten, vor sich hin. Eher einem kleinen, unscheinbaren Außenposten, einer Minenkolonie gleich, lag dieses Dorf außerhalb der Prunkvollen Stadt Varuna mit ihren glanzvollen Festen und Tänzen, mit ihrer schwerst bewaffneten Garde, den Hohen Stadtmauern, den 4 monumentalen Stadttoren, die man stets gut bewacht weiß, und in der Mitte der hohe Truchsess Adrian von Hohenfels.
Berchgard hingegen war ein beschauliches Dörfchen, in dem es trotz allem immer sehr viel ruhiger zuging, als in Bajard, denn Berchgard stand trotz seiner Abgelegenheit unter dem Schutz des Grafenreiches. Bis auf die Mine, einen Friedhof und einige Handelshäuser hatte diese Kolonie kaum viel zu bieten, doch den immanenten Grund, sich dieses Dorfes anzunehmen, bot der Friedhof schließlich. Schon einmal hatte er in Gesellschaft einiger Gleichgesinnter seinen Weg nach Berchgard eingeschlagen, nur um dort ans zwielichtige Gestalten von den Blicken misstrauischer Gardisten traktiert zu werden. Damals war es ein herber Fehlschlag gewesen, damals waren sie daraufhin gezwungen gewesen, in der Gruft Varunas zu verschwinden und dort einige Rituale durchzuführen.
Diesmal jedoch wollte er besser vorbereitet sein, ...
Tael Nemar

Beitrag von Tael Nemar »

[OOC: In Bezug auf http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?p=113123]

Die Stimme des Einen
Für einen Außenstehenden mochte es befremdlich gewirkt haben, wie dieser braunberobte Mann den Pfad nach Bajard entlangeilte, schlagartig stehen blick, den Blick hinter sich riss, dort misstrauisch die Wege mit seinen Augen durchforstete, ehe er den Kopf langsam ueber die Schulter nach vorn wandte und dort Minutenlang regungslos verharrte, ehe er die obskure Szenerie mit einem stummen Nicken quittierte und in die entgegengesetzte Richtung davoneilte.



Beinahe alle Vorbereitungen waren getroffen. Dieser Tage wollte er wieder einmal die Pestbringerin aufsuchen und mit ihr endlich das geplante Ziel in Angriff nehmen, doch ein unerwartetes Ereignis riss Tael aus seinen Gedanken.
Er war nicht weit außerhalb Bajards, als ein diffuser Schatten sein Blickfeld durchzog und als er sich umwandte, um den Urgrund des Schattens ausfindig zu machen, fand er... nichts.

Skeptisch ließ er den Blick kurz die Straße hinauf- und wieder hinabwandern, noch immer umwob ihn ein Gefühl der vertrauten Kälte, der in sich melodischen Dissonanz. Als er den Blick zurückwandte, sah er die rabenartige Gestalt von einem seltsamen nebulösen Lichtspiel umgeben. Die Präsenz des Richters ging von ihm aus und so war es nicht nötig, auch nur ein einziges Wort zu sprechen.
Die Gedanken und Bilder überfluteten Taels Bewusstsein, brachen wie hereinbrechende Ströme über ihm zusammen und entlehrten all ihre schaurige Präsenz auf dem unscheinbaren Mann. Sein skeptischer, von Sekunde zu Sekunde zielloserer Blick war gedankenverloren auf eine Furche im Boden des Pfades gerichtet, während die Präsenz des Richters in Form des von der Priesterin gesandten Raben ihm Einblick in den Auftrag gab.

Mit einem Schlag verebbte die Gewalt der Bilder, die sich in seinem Kopf zu einem klaren Faden aufreihten und Sinn ergaben, wo nie ein Mensch, der nicht des Herren Diener war, Sinn hätte erdenken können.
Und so entfuhr ihm dem Raben entgegen ein bestimmtes Nicken, der sich sogleich in das diffuse Lichtspiel um ihn erging und in die Geisterwelt verschwand.


Und Tael wandte sich ab, denn nun galt es wichtigeres vorzubereiten als den Schlag auf Berchgard...

[....
Als Tael eilenden Schrittes die dunkeln Hallen der Dienerschaft verließ, rann ihm ein dünner Rinnsal kalten Schweisses die Wange herunter. Diese Frau, die er dort getroffen hatte, war von einer Präsenz gewesen, wie er sie bisher noch nie gespührt hatte.
Und sie hatte ihnen von ihrer Vision erzählt, die sie von Kra'thor empfangen hatte. Sie hatte von dem endlosen Kampf zwischen Drachen und Zwergen gesprochen....
....]
Zuletzt geändert von Tael Nemar am Mittwoch 21. März 2007, 11:29, insgesamt 2-mal geändert.
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