Das Ende der Sturmkrähen?

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Magnus Alkar

Das Ende der Sturmkrähen?

Beitrag von Magnus Alkar »

Schweißgebadet wachte Magnus wieder auf. Er schnappte kurz nach Luft, sprang aus dem Bett und riss mit einem Ruck die schwere Axt von der Wandhalterung. Noch wie benommen wirbelte er mit der Klinge um sich ehe er bemerkte, dass er mal wieder aus diesem verdammten Traum erwacht ist.

Stille...

Magnus keuchte, seine Muskeln erschlafften ein wenig und es kam ihm vor als ob er seinen Herzschlag in seinem Hirn wie ein Donnern hören würde.

Eine Schweißperle floß langsam an seiner Schläfe herunter. Noch immer stand er da, die Axt mit beiden Händen umschlungen, das tötliche Werkzeug nun zum Boden gerichtet.

,,Verflucht...ich muss verrückt sein...", murmelte er.
Seit Wochen hatte er immer wieder diesen Traum. Den Traum von einem dürren, knochigem Manne in der Kleidung eines Totengräbers. Er erschien ihm immer wieder. Erschien in seinen Träumen und machte ihn für alles verantwortlich...verantwortlich dafür, dass eine Ära zu Ende gehen würde, Verantwortlich dafür, dass die Mannen teilweise hungern mussten, verantwortlich dafür, dass es schon seit Monden keinen anständigen Krieg mehr gab, verantwortlich....ja verantwortlich für alles was ihn tief in seinem Innersten bedrückte, nahezu belastete und zerfraß.

Immer wieder erschien dieser Kerl, immer wieder legte er seine knochigen Fingern auf die muskolösen Schultern des Söldnerhauptmanns und immer wieder redete er auf Magnus ein und machte ihn für alles verantwortlich bis er ihm jedes mal ins Ohr hauchte: ,, Gib es zu du großer Söldner: Deine besten Zeiten sind schon längts vorbei. Du hast vielleicht dein Bestes gegeben, aber was nützen alle Mühen eines Verlieres."

Magnus schloss die Augen. Sein Atmem beruhigte sich nun wieder etwas.
,,Ich muss wirklich verrückt sein", sagte er, fast mit einem Weinen. Er weinte...ja, aber nicht vor Kummer. Sondern vor Erleichterung. ,,Ich sollte mich nicht auf das Geschwätzt eines Gedankenspieles einlassen", log er sich selber vor ,,Ich bin wahrscheinlich nur etwas übermüdet in letzter Zeit."

"Übermüdet bist du...aber nur weil du ein Verlierer bist!"

Magnus erschrak. Er riss die Augen weit auf.
Vor ihm sah eine Gestalt auf seinem Schreibstisch: Groß, schlaksig...diese weiße Haut...dieser große, schwarze Hut. ER war es!!!
Vor lauter Entsetzen wagte Magnus kaum sich zu bewegen. Das kann doch nicht sein? Er sah ihn lebensecht vor sich im Halbdunkeln sitzen. Der Totengräber aus seinen Träumen!!! Das war vollkommen unmöglich. Ja, er musste verrückt sein. Oder träumte er noch immer?

,,Was schaust du mich so blöde an, Dummkopf?", sprach die Gestalt.
Mit schüttelndem Kopf sprang der Totengräber vom Tisch und Schritt langsam auf den Söldner zu. Dieser war wie gelähmt.
,,Tztztz....", der Mann schüttelte den Kopf ,,Begreifst es wohl immer noch nicht, was? Schau dich doch mal um...Magnus....der Große!
Deinen Mannen sind Müde, dein Lager verottet, selbst dein Gaul kommt in die Jahre. Und was ist mit dem Fußfolk? wandern aus...scheren sich nicht mehr um Ländereien....ziehen auf die neuen Inseln.....
Du hast vielleicht dein Bestes gegeben, aber was nützen alle Mühen..."

Der Mann war nun nur einen Schritt von Magnus entfernt. Der Söldner spürte wie sein Herz raste und seine Oberarm sich spannte.

,,Was nützen sie, Magnus...die Mühen eines.."

,,Neiiiin!!", brüllte der Hauptmann und schleuderte mit einem hassverzerrtem Gesicht die Axt herum. Mit einem ohrenbeteubenden Krachen schlug die Klinge in seinen Holtisch ein. Holzschplitter flogen an ihm vorbei.
Für einen Moment schien die Zeit still zu stehen. Da passierte es:
Ein Schmerz in sein Kopf als würde ihm der Schädel von Innen explodieren. Ächzend ließ er die Waffe fallen und sackte zu Boden. ,,Komische Stelle für einen Muskelkrampf", dachte er und biss die Zähne zusammen um wieder aufstehen zu können. Doch er kam nicht weit. Der Fußboden in seinem Blickfeld färbte sich Rot. Ihm wurde schwindelig, Magnus wischte sich mit dem Handrücken über seinen Mund...er schmeckte twas metallisches....Blut.

Da hämmerte es gegen seine Tür: ,, Magnus, was ist da drinne loß? Was war das für ein Krachen?"

Der Hauptmann hörte die Stimmen seiner Kumpanne nur wie durch einen Wattefilter. Als ob die Welt in zeitlupe an ihm vorbeiziehen würde blickte er sich völlig erschöpft um.
,,Wo ist dieser Hundesohn? Wo ist er? Ich muss ihn doch erwischt haben...wie konnte er nur...."

Das die Tür aufgetreten wurde und ein paar seiner treusten Männer ihn vom Boden aufhoben bekam er schon nicht mehr mit.........
Magnus Alkar

Beitrag von Magnus Alkar »

Magnus griff ein weiteres mal in seine hölzerne Truhe. Er legte den verzierten Orkschädel in seine Rucksack. Ein weiteres Erinnerungsstück an vergangende Tage. Tage die wohl nie wieder so zurückkehren würden wie sie einst waren. Mit einem Brummen schnürrte er alles feste zusammen.

,,Geistige Krankheit'' nannte der Medicus das was Magnus nun schon seit längerem plagte. ,,Eine Krankheit von Geist und Seele" irgendein Irrer der Anbeter. Magnus war es fast egal was es war. Er wusste nur eins: Er hatte genug Gold an diese Quaksalber verschwendet und ihn interessierte es nicht mehr wer oder was in seinem Schädel herumspukte. Zumindestens dachte er es.
Der Schwachsinn den dieser Totengräber von sich gab hatte nicht den Funken einer Wahrheit an sich....bis auf einen Punkt.
Denn das einzige was ihn wirklich zur Verzweiflung brachte waren diese höllischen Kopfschmerzen, ja diese Explosionen in seinem Hirn die ihn von Zeit zu Zeit überfielen.
Wie einen Säugling mussten sich ein paar Kumpanen um ihn kümmern, ihn betten und Speise bringen. Selbst zum Abführen hatten sie ihm trotz seines Widerspruchs helfen müssen. Welch eine Schande!!!

Nicht nur Magnus Stolz war gebrochen, auch seinem Selbstbewusstsein musste er erst einmal wieder einem Schub verpassen. Deshalb stand sein Entschluss fest: Er würde sein Leben an sich zwar nicht aufgeben, dafür hatte er jenen Weg schon zu fest eingeschlagen. Er wusste eh nicht wie man auf andere Art an sein Gold kommen sollte. So konnte er jedoch keine Söldner anführen, das war ihm jetzt klar. Es würde wieder so sein wie in ganz frühen Zeiten: Er würde sich eine Hütte weit weg von anderen errichten um keinen zur Last zur fallen und das tun was er immer gemacht hatte: Sehen was das Schicksal mit sich bringen würde.

Mit finsterer Mine zog er sein belandenes Gaul in Richtung Bajard.
Er bemerkte den Totengräber schon bevor jener sich neben ihn gesellen konnte um ihn ein kleines Stück auf seinem Weg zu begleiten....
Lupas Aluris

Beitrag von Lupas Aluris »

"Wo verdammt ist er hin!?"

Er lies sein Augenmerk durch den etwas schummrig beleuchteten Raume gleiten und die Baare, auf welchem sie zuvor ihren Hauptmann gebettet haben schien schon seit einer gewissen Zeit leer zu stehen.
Er bemerkte ebenso, dass die Stelle, an welcher vorher des Hauptmanns Axt gehangen hatte, leer stand wie die Baare.
Er schob die Stofffetzten beiseite, welche sie an die Fenster gehängt hatten, in der Hoffnung, dass Magnus Kopfschmerzen durch weniger Lichteinfluss nachlassen würde, doch jenes Unterfangen wahr ebenso zwecklos wie all die anderen Versuche ihre Boss zu helfen.
Wenn Lupas an all die Quacksalber dachte, an die sie einen Haufen Gold gegeben hatten, kroch in ihm die Wut auf, denn diese elenden Würmer schwafelten von traumatischen Erzeugniss und solchem Quatsch.
Ogermist, ja richtig stinkender Ogermist war das, was auf dem Munde dieser Würer kam, doch dies war zweitrangig.
Es war schon eine gewisse Zeit her, seit ihr Hauptmann angefangen hatte zu schwächeln. Lupas kam es vor, als würde der Hauptmann mit sich selbst reden. Das Ereigniss letzterer Nacht schieb alles zu bezeugen.
Er saß an jenem Abend im Gemeinschaftshaus it all seinen Kupanen, Freunden und Wegbegleitern; es wurde Bier und jegliche Alkoholhaltige Getränke verzehrt, über prüde Witze gelacht und sonst jegliche Dinge verrichtet, als aus dem Haupthaus ein lautes Krachen zu hören war, als würde eine dicke Holzplatte barsten. Sofort waren sie aufgesprungen, um jener Sache auf den Grund zu gehen, doch die Tür zum Haupthause war verschlossen, sodass sie laut zu klopfen begannen und riefen:


"Magnus, was ist da drinne loß? Was war das für ein Krachen?"


Doch es schien keine Antwort aus dem Raume zu kommen, sodass sie alle mit vereinten Kräften die Tür aufbrechen mussten.
Und da kniete er...seine Axt in der Hand und...aus seinem Mund ströhmte Blut.. Magnus schien nicht bei Bewusstsein und sie konnten nur darauf spekulieren, dass er überhaupt noch mitbekam, war um seines Wohl getrieben wurde. Er hatte seinen Arbeitstisch zerschlagen...doch.. weswegen bloß? Seit jenem Abend schien es um Magnus Gesundheit nicht besser ergehen, sie mussten ihn sogar zum Ausscheiden tragen und sogar frei machen! Trotz lauten Protestes taten sie dies auch, denn sie konnten ihn doch nicht in seinen eigenen Fekalien liegen lassen.
Doch jetzt war er weg, ohne auch nur irgendetwas hinterlassen zu haben, ohne auch nur eine Zeichen!!!


"KUMPANEN, VERDAMMT, DER BOSS IST VERSCHWUNDEN, SCHNELL SATTELT DIE PFERDE, WIR MÜSSEN IHN FINDEN!",

schrie Lupas wie von geistessinnen verlassen querbet durch das Lager und trommelte alle zusammen, sodass sie ihre Pferde sattelten und sich auf eine wohl vergebliche Suche nach ihrem Freund und Oberhaupt begeben mögen...
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