Den Krieg verloren und doch gewonnen?

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Khazkal Deslon
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Den Krieg verloren und doch gewonnen?

Beitrag von Khazkal Deslon »

Den Krieg verloren und doch gewonnen?


Khazkal ritt mit seinen Mannen mit geradem Rücken zur Feste zurück. Noch eben hatte er vor den Hinrah gekniet. Durch ehrlose Gesten den Goldtribut gesenkt. Ihre Ehre war beschmutzt. Verraten das, für was sie standen. Rahal war nicht da gewesen. Keiner war da gewesen. Nur Feindvolk um sie herum. Das hatte ihnen die Augen geöffnet. Die Fäuste geballt trafen sie an der Burg ein.
Das Tor wurde weit gemacht und sie ritten hinein.

Oben, hinter den Zinnen, versammelten sie sich. Diese tapferen Streiter, die man in diesen Tagen so schlecht eingeschätzt hatte. Der Burgherr wusste eins; es waren die besten Männer, die er sich wünschen konnte. Sie hielten zu ihm, obwohl alles verloren war. Die Ehre, der Respekt, das Ziel war fern gerückt.

Und doch..

Als sie so in der Runde saßen wollten die Männer ihren Burgherren nicht allein lassen. Sie hielten zu ihm. Mehr den je war die Kameradschaft zu spüren. Und das erfüllte Khazkal mit neuer Energie.

Fern mochte man noch das Gebrüll der Männer vernehmen. Ihr Ruf verhallte zwischen den Bäumen.

„EISENWART ERWACHE!“

Khazkal fühlte sich wie ein alter Mann und doch erinnerte er sich jetzt daran, wie es damals war. Er kannte den Elan der Männer nur zu gut. Er kannte es aus den Tagen, als Eisenwart aufgebaut wurde. Die Disziplin, die erbrachte Arbeit.. all dies zeigte ihm auf, das es wieder an der Zeit war, sein Werk erneut aufzubauen. Geschwächt zwar nun würden sie erneut auferstehen. Stärker den je.

Manche der Soldaten jedoch waren gegangen. Saldor, einst guter Offizier der Burgwache. Er war gegangen.. mit ihm ein Teil Eisenwarts. Seine Rückkehr wurde erwartet. Malachai war gegangen. Er wollte die Waffe nicht mehr für die Burg erheben. Er wollte zu Inara und sie beschützen. Seine Rückkehr wurde nicht erwartet. Khazkal glaubte nicht, das er dazu bereits im Stande war.

Kajol Kalveron und Mikhail Kalveron waren gegangen. Wohin sie gingen, wusste keiner. Sie waren zu schnell im Nebel entschwunden .. an diesem einen, dunklen Tag. Es war der Tag des Geschwisterverlustes. Khazkal wusste, das sie nicht wiederkommen würden.

Khazkal selbst schien in den Mauern der Burg den Verstand gelassen zu haben. Jedenfalls kam dies ab und zu zum Vorschein, und seine Mannen wussten es. Denoch war sein Glauben an den Herrn unverwüstlich.

Theradil und Armoran waren Waffenbrüder geworden. Sie zusammen waren Stark und standen für die Burg ein.

Tander stand in seinem Eifer was den Neuaufbau der Burg belangte Armoran in nichts nach.

Taskia stand dieser Tage am Amboss und schwang den Schmiedehammer, um neues Eisen für ehrvolle Zeiten zu Schmieden.

Estin war dieser Tage nicht mehr anzutreffen. Wohin er gegangen war, wusste keiner so genau.

Regado, der neue Rekrut, schien sich nicht alzu gut zu machen. Er war dem Burgherren noch immer suspekt.

Was Inara anbelangte, wurde sie nicht in den Konflikt mit einbezogen. Sie hatte sich die Tage von dem Hof zurückgezogen.

Cyrion Sha'Ar. Er war kein Mitglied der Burg und glaubte an die Ahnen. Er wäre der Wiedersacher der Burg gewesen, wäre er nicht mit Khazkal verbunden durch einen traurigen Dienst, den der Burgherr dem rechtschaffenen Mann erwiesen hatte. Er war dieser Tage ein gern gesehener Gast und auch seine Stimme wurde in der Runde gefragt. Khazkal stellte ihn vor die Wahl ob Cyrion ihn zu den Hinrah begleiten wollte. Cyrion ließ die Burg in dieser Stunde nicht im Stich und folgte ihnen. Er würde weiterhin ein gern gesehener Gast sein.

Leonore war die Geliebte Theradils. Sie ging verkleidet als Mitglied der Burg zu den Hinrah um zu verhandeln. Ohne das sie sich an die Burg gebunden hatte riskierte sie Leben und Ansehen ohne mit der Wimper zu zucken. Ihre Taten waren nicht übersehen.

Sefa Hinrah, wohl in dem Wissen das sie zu der Feindpartei gehörte, war ein Teil des Krieges gewesen. Ihre Tat, ihre Aufopferung hatten zu einem rascheren Ende des Krieges geführt. Sie hatte dem Burgherren ein so viel besseres Bild der Tiefländer vermittelt.


All diese Menschen waren Helden.


Rahal blieb fern. Kauerten sie hinter ihren Mauern ohne ihren Verbündeten zu helfen. Verbündete waren sie die meiste Zeit gewesen.

Die Gefährtinnen halfen ihnen nicht. Doch sie halfen den Hinrah ebenfalls keinen Deut. Dies sah Khazkal. Die Befürchtung, die er hatte, als er den ersten Krieg gegen diese Frauen ausrief, blieb weiterhin unbestätigt.

So war der Krieg vorbei.
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Malachai Schwarzmourne
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Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Zu schwach war nun Malachai. Er saß auf einem Baumstamme, sein Arm mit der verwundeten Hand hing schlaf hinab.
Er schaute hinüber, dort, nicht weit weg, lag die Burg, die seine Familie dar stellte. Doch er war sich sicher, dass er nun seinen Ruf vertilgt hatte.
Zuviel hatten ihn die Ereignisse der letzten Wochen an Kraft geraubt. Er selbst sah aus wie ein Wrack. Das Gesicht wirkte Alt und Schwach, seine Körperhaltung, als würde er eine schlimme Last auf seinen Schultern heben.
Er verweigerte der Burg seine Waffe. Er würde nicht jene im Kriege gegen den Clan heben, so sagte er es zu Khazkal.
Er war kein Feigling, nein, aber er musste Prioritäten setzen.
Er musste sich eingestehen, was eine sinnlose Schlacht war und was sein Leben lebenswert machte.
Er verlor seine damalige Geliebte, er musste seine Schwester niederstechen und nun trug er auch den Leichnahm seines Bruders in den Armen.
Einzig nur noch Inara blieb ihn. Inara, welche den meisten Platz in seinem Herzen besass und für welche Person er noch nie mehr Liebe empfand.
Ihr Tot, da war sich Malachai sicher, wäre auch sein Tot.
Zuviel Kraft investierte er in Bemühungen, den Frieden aufrecht zu erhalten.
Zu oft stand er vor dem Jarl, um sein Anlegen darzustellen. Zu oft beriet er sich mit einigen, die den Frieden auch wollten:
Lamira, Sefa, dem Jarl selbst und anderen.
Es zog ihm nach und nach die Kraft weg und der Tot seines Bruders versetzte ihn den letzten Stich.
So entschied er sich, seine letzte, ihm bleibende Kraft für den Wunsch seines gestorbenen Blutsbruders benutzte und auch, um seine Geliebte den Schutz geben zu können, den sie brauchte in diesen schweren Zeiten.
Er verweigerte zwar sein Schwert, doch, das wusste auch Khazkal, würde er solange in der Burg im schlimmsten Falle stehen, bis das letzte Fünkchen Hoffnung erloschen wäre, um dann, jene Mannen und Frauen zu retten.
Malachai schaute weiter auf die Burg. Lichter brannten und es gab einiges an Geräuschen zu vernehmen. Wohl würden die Bewohner das Ende des Krieges feiern. Wohl auch die Rückkehr der heldenhaften Mannen, die die Gefangenschaft der Hinrahs überstanden.
Malachai schaute an sich hinab.
Der Krieg war vorbei, doch hat er wirklich dazu etwas geleistet?`
Der Gedanke eines Feigling kam ihn in den Kopf.
Doch er messte sich auch mit den Hinrahs am Hafen. Er benutzte List und Taktiken und schrieb den Gefährtinnen den Brief, der sie auf die Hinrahs aufmerksam machen konnte.
Doch selbst hat er nie in einer Schlacht für die Burg das Schwert erhoben.
Er war immer weg, wenn ein Angriff statt gefunden hatte.
Doch war es nie absicht. Seine Aufgabe verlangte leider, dass er ausserhalb der Mauern tätig war. Er ging Gefahren aus, wenn er sich dem Feind näherte, seine Spielchen mit ihnen trieb um so das, was für ihn und die Burg wichtig war, zu ergattern.
Er schaute abermals an sich hinab.
Doch die Burg tut gut daran, an ihn nun zu Zweifeln. Er ist Zwilicht, wer kann ihm schon vertrauen.
Mit einem seufzen lehnte er sich an den Baumstamm und schloss seine Augen.
Er hatte noch viel zu tun, ehe er als reiner Schatten wieder der Burg beistehen könnte. Denn zuviele Emotionen und Gedanken durchkreisten seinen Kopf, es wäre unmöglich für ihn, seine Tarnung und somit die Sicherheit der Burg zu gewährleisten.
Er kann nur hoffen, dass man ihn versteht und nicht missachtet.
Er kann nur hoffen, dass man auch seinen Beitrag zum Frieden und zum Kriege sehen wird.
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