Es wart der frühe Morgen, nach jenem Tage, an dem durch den Maskenball der Geburtstag der Aumar-Zwillinge begangen wurde. Düsternis herrschte noch, der Sonne Glanz nur zu erahnen hinter dem Horizont.
Wie ein Schatten huschte es über das Meer – ein Schiff, aus schwarzem Holz gezimmert, schwarze Segel, die der Wind bläht, kaum ein Licht an Bord, das es verriet.
Der schlanke Segler legte im verlassenen Hafen des alten Elfendorfes an. Am Steg warteten schon zwei Gestalten. Die eine, größere, war Ciaran, in Schwarz und Rot gewandet, einen vollen Tornister neben sich bereit, die andere, kleinere, Nimuelia, in ein feines, rosafarbiges Kleid gehüllt.
Kaum war das Schiff angelegt, sprang auch schon jemand von Bord. Eine junge Frau mit wehenden blonden Haar und blauem Kleide, die Ciaran stürmisch umarmte.
Dicht hinter jener Frau folgte ein Mädchen, jünger als die Zwillinge, mit bleicher Haut und silbrigen Haar, welche nicht minder stürmisch sich an Nimuelia warf.
„Ciaran!“ meinte die Blonde Frau „Wie schön ist es dich wieder zusehen! Mutter und Vater meinten du hättest eine schwere Zeit hinter dir.“
„Ach, Sofia …“ meinte er und erinnerte sich zurück an jenen Moment am Wasserfall, den Augenblick an dem alle Freude zu sterben schien. Langsam nur konnte er sich wieder fangen, sein Herz schien immer noch wie eine offene Wunde die nicht heilen wollte. Doch wollte er seine Schwester nicht mit seinen Sorgen belasten und so sage er schließlich „Es geht schon Sofia. Alles wieder gut.“ Und lächelte, doch wohl nicht sehr überzeugend, denn Sofia meinte „Du kommst mit uns auf Reise mit und richten dich schon wieder auf, Bruder!“ dabei lächelte sie sanft.
Was Nimuelia mit ihrer jüngeren Schwester Luciana sprach, bekam Ciaran nicht mit. Sarah Aumar, die Mutter dieser vier, kam ebenfalls vom Schiff und umarmte die Zwillinge. Deren Vater stand nur am Deck, in dunkle Roben gehüllt, die bleiche Haut verdeckt, doch mit einen sanften Lächeln, das er nur sehr selten zeigte.
Schließlich bestiegen alle, bis auf Nimuelia, das Schiff. Ciaran stand an der Reling und winkte seiner Schwester lange, als das Schiff aufs offene Meer hinaus fuhr.
Es wurde sicher eine interessante Reise werden …