Müde fuhr er sich über sein Gesicht.
Langsam fröstelte er, ob des durchdringenden Regens das langsam seine Uniform durchdrang.
Noch immer hatte er Dienst in Berchgard, und er freute sich bereits darauf wenn seine Ablösung kam.
Würde es Marian sein? Er verzog fast schmerzhaft das Gesicht.
Es war das erste Mal das er anders als sie Dienst hatte, und ihn beschlich das Gefühl das der Hauptmann einen Verdachte hegte.
Er trat an das Ufer des Meeres heran und sah auf die wogenden Wellen und betrachtete die Aufgehende Sonne die sich auf der Oberfläche spiegelte.
Mit einer Geste fuhr er sich durch sein Regennasses Haar, bevor er seine Grübeleien, mit einem kleinen, jungenhaften Schmunzeln wieder aufnahm.
Nein, er konnte sich nicht vorstellen das der Hauptmann etwas ahnte. Zu sehr glaubte er das es Marian Spaß gemacht hatte ihn, Gray zu bestrafen. Zu sehr glaubte dieser das Gray Marians Aufpassereien satt hatte.
Auch wenn der Hauptmann neugierig geworden war, wer Marian diesen Ring geschenkt hatte, und nun sicher noch neugieriger, nachdem Marian ihn gefragt hatte ob eine Ehe zwischen Gardisten möglich wäre, wäre Gray sicher DER Letzte an den er denken würde.
Lächelnd zog er seine Halskette hervor, an dem er den Ring befestigt hatte, und betrachtete ihn.
Er war dem Hauptmann fast dankbar das er Marian eine Antwort gegeben hatte, so wie er es sich vorgestellt hatte.
Das war auch immer wieder Streitpunkt ihrer Beziehung gewesen.
Er Gray, wollte eine stille kleine Hochzeit. Wollte das sie es für sich behielten, da er fürchtete das der Hauptmann dafür sorgen könne das er und Marian nie wieder gemeinsam Dienst hatten.
Sie Tag er Nachtschicht. Was würde das für ein Leben werden.
Sie hatten eh kaum Freizeit solange sie zu den gemeinen Gardisten gehörten, und selbst das sie.. nein da Marian offiziell ein Haus hatte, mussten sie noch immer in der Garnison schlafen.
Sie würden sich also nur noch bei den Appellen sehen.
Der Hauptmann könnte und würde ihrer Beziehung Steine in den Weg legen, das glaubte er ganz sicher aber vor allem glaubte er das Marian das Zeug zu einer guten Offizierin hatte.
Die Angst das sie sich alles verbauen würde, wenn sie ihn, einen Querolanten heiraten würde, schwang in ihm mit.
Sie war immer Gardistin gewesen. Sie würde es eines Tages bereuen können, das ihr alles, nur wegen ihm, verbaut wurde.
Er hob einen kleinen Ast auf der am Strand lag.
Sinnend malte er kleine Kreise in den Sand. Er konnte Marians Ansichten ja auch verstehen.
Sie hatte eine große Hochzeit gewollt. Wollte ihre Beziehung, ihre Liebe nicht verstecken.
Sie hatte Angst das er nicht zeigen wollte das er zu ihr gehörte, sich nicht zu ihr bekennen wollte.
Sie glaubte nicht daran das der Hauptmann sie entzweien würde.
Oft hatten sie darüber gestritten.
Sie verstanden einander, jeder die Argumente des Anderen, doch konnten sie sich nicht einigen.
Erst als Marian dann ganz offen den Hauptmann gefragt hatte, und dieser meinte das er nicht glaube das ein Gardistenehepaar, guten Dienst zusammen machen können. Man ständig auf sie Achtgeben müsse, und er das auf gar keinen Fall dulden würde, sah auch Marian ein das man den Offizier im Unklaren lassen musste.
Sie gab nach, und obwohl Gray sich freuen müsste, tat er dieses nicht.
Zu gerne hätte er ihr diesen Wunsch erfüllt. Wollte es so sehr für sie.
Aber nun waren die Würfel des Schicksals gefallen.
Gleich Morgen würde er zur Heiligkeit gehen und sie um die Trauung bitten.
Er fühlte sein Herz voller Aufregung schlagen, als er daran dachte.
Er würde heiraten. Wirklich und wahrhaftig heiraten.
Und er beschloss es so schön wie möglich für Marian zu machen.
Sie hatten Freunde. Viele gemeinsame Freunde. Einige die von ihren Gefühlen wussten und einige die sicherlich aus allen Wolken fallen würden.
Immer noch lächelnd dachte er daran wie ihm am Markttag, Caillean Augenzwinkernd darauf aufmerksam machte, das Marian eine ganz liebe wäre, und das sie noch genauso frei wäre wie er.
Das sie doch mal beide zum Essen kommen sollten und das sie, Caillean eine gute Ehestifterin sei.
Nur mit Mühe hatte er ernst bleiben können. Wenn Caillean gewusst hätte das sie mit diesen Absichten ein wenig zu spät kam.
Dennoch wollten sie die Einladung annehmen und Caillean dann einweihen. Sie würde sicher ebenso zur Hochzeit kommen wie die fast mütterliche Irmenlind. Die burschikose Bäuerin hatte das Herz auf dem rechten Fleck, und Gray hatte ihr sehr viel zu verdanken.
Gray ging weiter die imaginäre Gästeliste durch.
Die Freundin Irmenlinds, die Menekanerin durfte nicht fehlen, genauso wie Gwyneth die für das Haus die Möbel gefertigt hatte. Dann noch Maleia, Alex van Cord, und und und...
Auch wenn die Hochzeit für Marian nicht so ausfiel wie sie es sich wünschte, würde er sein Bestes tun damit es für sie unvergesslich wurde.