Nie wieder Alkohol!
Verfasst: Sonntag 3. September 2006, 02:27
Nein, sie wäre von sich aus sicher nicht auf die Idee gekommen, aber sie konnte Rafael gut verstehen, als er den Speisesaal verließ und nach oben auf die Küche zusteuerte.
"Ich geh mich jetzt betrinken", lautete sein ausgeklügelter Plan.
"Ich komme mit", beschloß sie aus reiner Kameradschaftlichkeit.
Hatte sie ihm nicht schon vor Wochen versprochen, einen Abend gemütlich mit ihm in der Taverne zu verbringen? Schon, aber dies hier würde diesen Rahmen sprengen. Rafael meinte es ernst, kein gepflegtes Gläschen Wein...
Und auch ihr Versprechen schien schon wieder so lange zurück zu liegen.
Es war kurz nach dem Angriff auf Adrian gewesen.
Vor der ganzen Hexengeschichte.
Vor dem Tod seiner Frau.
Vor Eileens Gedächtnisverlust.
Vor dem vereitelten Brandanschlag.
Vor... viel zu viel Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Schicksalsschlägen.
Sie waren Ritter. Vorbilder. Und sie waren Menschen, die sich jetzt eine Ecke suchten, wo keine schwatzhafte Magd und auch sonst keine Menschenseele jetzt darauf achten würde, daß zwei Ritter des Reiches gedachten, nun einmal zielstrebig auf die Vorbildfunktion zu pfeifen und sich zu besaufen.
Solche ungestörten Ecken waren rar gesät im Reich. Absurderweise schien die Vorratskammer aber eine solche zu sein. Sie wies mehrere Vorteile auf: Es war außer ihnen keiner da. Hier war Nachschub in Hülle und Fülle. Sie würden bis zu ihren Betten nicht weit laufen müssen.
"Und hier schaut bestimmt nicht mal eben so Letast vorbei", brummte Darna. Nein, keine Wiederholung wie auf Lameriast.
"Einmal wieder durchschlafen", erklärte Rafael nach dem ersten Zuprosten nickend und setzte die Flasche an.
"Solange sowas nicht zur Gewohnheit wird...", erklärte Darna gleichmütig. Heute sollte es ihr sowieso egal sein. In ihr stritten sich immernoch die Gefühle, ob sie über den Ausgang der Hetzjagd auf sie einfach froh sein oder grollen sollte. Sie hatte gezögert, regelrecht Angst davor gehabt, die Küche zu betreten. Verdammte Klatschblasen von Mägden. Allein dafür hasste sie das Schloß und die Vorratskammer hatte nun einen Teil der Wiedergutmachung zu leisten. Strafe musste sein - sie lag in der Vernichtung beträchtlicher Spirituosenmengen.
Sie behauptete stetig von sich, daß sie nichts vertrug, doch die erstaunliche Tatsache lautete, daß ihr Magen eine beträchtliche Robustheit aufwies... Rafael lallte schon längst, während sie noch "tiefsinnig" grübelnd über dieses und jenes nachdachte.
Es tat gut, miteinander zu reden und sich recht sicher darauf verlassen zu können, daß er morgen sowieso nichts mehr davon wissen würde.
Leider wusste sie hinterher auch nicht mehr so genau zu sagen, wann sie beide die Vorratskammer wieder verlassen hatten. Vielleicht würde irgendeine Bedienstete noch verraten können, daß es sehr spät gewesen sein musste, als die beiden Ritter quer durch die Gesindekammern wankend ihren Weg gen Treppe genommen hatten, sich gegenseitig dauernd mit einem "Pssschd!" zur Ruhe gemahnend.
Rafael wusste bestimmt auch nicht mehr, warum sie nicht die Treppe nach unten benutzt hatten - zuvor war es bei Darnas Übelkeitsgefühl sehr sinnvoll erschienen, ihr in diesem Zustand eine kurze Pause im Gästezimmer zu gönnen.
Aber warum bei Alatars pelzigem Hintern war im Flur vor dem gräflichen Badezimmer einer der Blumenkübel verwüstet, als hätte sich ein ritterliches Hinterteil mitten reingesetzt? Warum lag eine der Statuen kaputt vor Adrians Zimmer auf dem Boden?
Warum stand die Tür zum Gästezimmer sperrangelweit offen, und warum um alles in der Welt lagen im Doppelbett Sir Rafael und Lady Darna, sie in seinem Arm, er gerade mal noch mit einer Hose am Leib und sie lediglich noch mit Stiefeln unter einem der Gästenachthemden?!
(Beweisfoto: [url=http://galerie.alathair.de/displayimage.php?album=lastup&cat=0&pos=0]<hier>[/url] )
"Ich geh mich jetzt betrinken", lautete sein ausgeklügelter Plan.
"Ich komme mit", beschloß sie aus reiner Kameradschaftlichkeit.
Hatte sie ihm nicht schon vor Wochen versprochen, einen Abend gemütlich mit ihm in der Taverne zu verbringen? Schon, aber dies hier würde diesen Rahmen sprengen. Rafael meinte es ernst, kein gepflegtes Gläschen Wein...
Und auch ihr Versprechen schien schon wieder so lange zurück zu liegen.
Es war kurz nach dem Angriff auf Adrian gewesen.
Vor der ganzen Hexengeschichte.
Vor dem Tod seiner Frau.
Vor Eileens Gedächtnisverlust.
Vor dem vereitelten Brandanschlag.
Vor... viel zu viel Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Schicksalsschlägen.
Sie waren Ritter. Vorbilder. Und sie waren Menschen, die sich jetzt eine Ecke suchten, wo keine schwatzhafte Magd und auch sonst keine Menschenseele jetzt darauf achten würde, daß zwei Ritter des Reiches gedachten, nun einmal zielstrebig auf die Vorbildfunktion zu pfeifen und sich zu besaufen.
Solche ungestörten Ecken waren rar gesät im Reich. Absurderweise schien die Vorratskammer aber eine solche zu sein. Sie wies mehrere Vorteile auf: Es war außer ihnen keiner da. Hier war Nachschub in Hülle und Fülle. Sie würden bis zu ihren Betten nicht weit laufen müssen.
"Und hier schaut bestimmt nicht mal eben so Letast vorbei", brummte Darna. Nein, keine Wiederholung wie auf Lameriast.
"Einmal wieder durchschlafen", erklärte Rafael nach dem ersten Zuprosten nickend und setzte die Flasche an.
"Solange sowas nicht zur Gewohnheit wird...", erklärte Darna gleichmütig. Heute sollte es ihr sowieso egal sein. In ihr stritten sich immernoch die Gefühle, ob sie über den Ausgang der Hetzjagd auf sie einfach froh sein oder grollen sollte. Sie hatte gezögert, regelrecht Angst davor gehabt, die Küche zu betreten. Verdammte Klatschblasen von Mägden. Allein dafür hasste sie das Schloß und die Vorratskammer hatte nun einen Teil der Wiedergutmachung zu leisten. Strafe musste sein - sie lag in der Vernichtung beträchtlicher Spirituosenmengen.
Sie behauptete stetig von sich, daß sie nichts vertrug, doch die erstaunliche Tatsache lautete, daß ihr Magen eine beträchtliche Robustheit aufwies... Rafael lallte schon längst, während sie noch "tiefsinnig" grübelnd über dieses und jenes nachdachte.
Es tat gut, miteinander zu reden und sich recht sicher darauf verlassen zu können, daß er morgen sowieso nichts mehr davon wissen würde.
Leider wusste sie hinterher auch nicht mehr so genau zu sagen, wann sie beide die Vorratskammer wieder verlassen hatten. Vielleicht würde irgendeine Bedienstete noch verraten können, daß es sehr spät gewesen sein musste, als die beiden Ritter quer durch die Gesindekammern wankend ihren Weg gen Treppe genommen hatten, sich gegenseitig dauernd mit einem "Pssschd!" zur Ruhe gemahnend.
Rafael wusste bestimmt auch nicht mehr, warum sie nicht die Treppe nach unten benutzt hatten - zuvor war es bei Darnas Übelkeitsgefühl sehr sinnvoll erschienen, ihr in diesem Zustand eine kurze Pause im Gästezimmer zu gönnen.
Aber warum bei Alatars pelzigem Hintern war im Flur vor dem gräflichen Badezimmer einer der Blumenkübel verwüstet, als hätte sich ein ritterliches Hinterteil mitten reingesetzt? Warum lag eine der Statuen kaputt vor Adrians Zimmer auf dem Boden?
Warum stand die Tür zum Gästezimmer sperrangelweit offen, und warum um alles in der Welt lagen im Doppelbett Sir Rafael und Lady Darna, sie in seinem Arm, er gerade mal noch mit einer Hose am Leib und sie lediglich noch mit Stiefeln unter einem der Gästenachthemden?!
(Beweisfoto: [url=http://galerie.alathair.de/displayimage.php?album=lastup&cat=0&pos=0]<hier>[/url] )