Nie wieder Alkohol!

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Darna von Hohenfels

Nie wieder Alkohol!

Beitrag von Darna von Hohenfels »

Nein, sie wäre von sich aus sicher nicht auf die Idee gekommen, aber sie konnte Rafael gut verstehen, als er den Speisesaal verließ und nach oben auf die Küche zusteuerte.
"Ich geh mich jetzt betrinken", lautete sein ausgeklügelter Plan.
"Ich komme mit", beschloß sie aus reiner Kameradschaftlichkeit.

Hatte sie ihm nicht schon vor Wochen versprochen, einen Abend gemütlich mit ihm in der Taverne zu verbringen? Schon, aber dies hier würde diesen Rahmen sprengen. Rafael meinte es ernst, kein gepflegtes Gläschen Wein...
Und auch ihr Versprechen schien schon wieder so lange zurück zu liegen.

Es war kurz nach dem Angriff auf Adrian gewesen.
Vor der ganzen Hexengeschichte.
Vor dem Tod seiner Frau.
Vor Eileens Gedächtnisverlust.
Vor dem vereitelten Brandanschlag.
Vor... viel zu viel Trauer, Wut, Hilflosigkeit, Schicksalsschlägen.

Sie waren Ritter. Vorbilder. Und sie waren Menschen, die sich jetzt eine Ecke suchten, wo keine schwatzhafte Magd und auch sonst keine Menschenseele jetzt darauf achten würde, daß zwei Ritter des Reiches gedachten, nun einmal zielstrebig auf die Vorbildfunktion zu pfeifen und sich zu besaufen.
Solche ungestörten Ecken waren rar gesät im Reich. Absurderweise schien die Vorratskammer aber eine solche zu sein. Sie wies mehrere Vorteile auf: Es war außer ihnen keiner da. Hier war Nachschub in Hülle und Fülle. Sie würden bis zu ihren Betten nicht weit laufen müssen.
"Und hier schaut bestimmt nicht mal eben so Letast vorbei", brummte Darna. Nein, keine Wiederholung wie auf Lameriast.
"Einmal wieder durchschlafen", erklärte Rafael nach dem ersten Zuprosten nickend und setzte die Flasche an.
"Solange sowas nicht zur Gewohnheit wird...", erklärte Darna gleichmütig. Heute sollte es ihr sowieso egal sein. In ihr stritten sich immernoch die Gefühle, ob sie über den Ausgang der Hetzjagd auf sie einfach froh sein oder grollen sollte. Sie hatte gezögert, regelrecht Angst davor gehabt, die Küche zu betreten. Verdammte Klatschblasen von Mägden. Allein dafür hasste sie das Schloß und die Vorratskammer hatte nun einen Teil der Wiedergutmachung zu leisten. Strafe musste sein - sie lag in der Vernichtung beträchtlicher Spirituosenmengen.

Sie behauptete stetig von sich, daß sie nichts vertrug, doch die erstaunliche Tatsache lautete, daß ihr Magen eine beträchtliche Robustheit aufwies... Rafael lallte schon längst, während sie noch "tiefsinnig" grübelnd über dieses und jenes nachdachte.
Es tat gut, miteinander zu reden und sich recht sicher darauf verlassen zu können, daß er morgen sowieso nichts mehr davon wissen würde.

Leider wusste sie hinterher auch nicht mehr so genau zu sagen, wann sie beide die Vorratskammer wieder verlassen hatten. Vielleicht würde irgendeine Bedienstete noch verraten können, daß es sehr spät gewesen sein musste, als die beiden Ritter quer durch die Gesindekammern wankend ihren Weg gen Treppe genommen hatten, sich gegenseitig dauernd mit einem "Pssschd!" zur Ruhe gemahnend.
Rafael wusste bestimmt auch nicht mehr, warum sie nicht die Treppe nach unten benutzt hatten - zuvor war es bei Darnas Übelkeitsgefühl sehr sinnvoll erschienen, ihr in diesem Zustand eine kurze Pause im Gästezimmer zu gönnen.
Aber warum bei Alatars pelzigem Hintern war im Flur vor dem gräflichen Badezimmer einer der Blumenkübel verwüstet, als hätte sich ein ritterliches Hinterteil mitten reingesetzt? Warum lag eine der Statuen kaputt vor Adrians Zimmer auf dem Boden?
Warum stand die Tür zum Gästezimmer sperrangelweit offen, und warum um alles in der Welt lagen im Doppelbett Sir Rafael und Lady Darna, sie in seinem Arm, er gerade mal noch mit einer Hose am Leib und sie lediglich noch mit Stiefeln unter einem der Gästenachthemden?!


(Beweisfoto: [url=http://galerie.alathair.de/displayimage.php?album=lastup&cat=0&pos=0]<hier>[/url] )
Rafael de Arganta

Beitrag von Rafael de Arganta »

Irgendwann wurde es zuviel.
Es wurde einfach zuviel für ihn und er hatte das Gefühl als würde alles auf ihn einstürzen.
Auf dem Weg zum Schloss sah er überall Paare, in der Schenke, auf dem Marktplatz und selbst Eileen und Adrian saßen wieder beisammen, auch wenn sie sich noch nicht erinnern konnte.
Warum fiel ihm dies so auf?
Er schluckte seine Trauer, seine Wut.
Angelina... Tot, Temora... das er diese verlassen hatte, die Hilflosigkeit fast gegen das Volk das sich selbst gegen jene erhob die stets für sie gestanden hatten, das Schuldbewusstein, gegen Angelina gegenüber das er begann Frieden zu finden ... und irgendwie fand er hier dann auch noch die falschen Worte.
So das Eileen ihn schon wieder angiftete.

Was zuviel war war zuviel.
Die gesamte Anspannung der letzten Tage... fortspülen würde er sie. Wenigstens diesen einen Abend.
Alles vergessen und vor allem einmal die Nacht über durchschlafen ohne Träume.

"Ich gehe mich jetzt betrinken." hatte er zu Darna gesagt, und nicht wirklich etwas dagegen gehabt das sie mitkam.
Er bewunderte sie.
Das sie so viel Nerven bewiesen hatte bei dieser Hetzjagd gegen sie.
Das sie noch immer zum Volk stand, geblieben war was sie war, wo selbst Gardisten schon gegen ihre Aufgabe wetterten, jene beschützen zu ... müssen die gegen ihre eigenen Ritter vorgingen.
Ja, es war wohl schwer, aber Darna war Ritter durch und durch.
Nein sie würde sicherlich kein Sterbenswörtchen darüber verlieren was sie hier in der Speisekammer taten.

Sie auf Kisten sitzend die ab und an bedenklich schwankten, er auf dem Tisch, den Rücken an der Wand, leerten sie Flasche um Flasche.
Sie erzählen sich Dinge die sie wohl sonst niemals einander offenbart hätten. Von ihrem Leben, die Vergangenheit, und das der Flaschenberg auf dem Boden sich mehrte, während der in den Vorratskisten ab nahm, interessierte sie dabei nicht.
Erst als Rafael aufstand und merkte das er nicht mehr Gerade zu stehen vermochte, ganz zu schweigen davon das das was er sagen wollte sogar für ihn fast unverständlich hervorbrachte, wusste er das es mehr als genug war.

"Ich geh schlafen." hatte er gemurmelt, und gemeinsam waren sie aus der Küche gewankt.
Welch Glück wohl das hier oben keine Wachleute waren.
Sie hätten wohl ein nicht wirklich Ritterliches Bild abgegeben.

Wie es kam das Darna auf einmal in der Topfpflanze saß konnte er nicht einmal sagen, nur das er zu einem anderen Tag sicherlich herzhaft darüber gelacht hätte.
So versuchte er ihr ... ritterlich wie er war, oder im Moment auch nicht, daraus hervor zu helfen.
Er zog ... sie viel zurück.... Der Ärmel ihres Hemdes riss, und er stolperte, rückwärts gegen die kleine Statue die hinter ihm stand, und zu Boden krachte.
"Psssssssssssssssssssht."
ermahnten sie beide sich, während Darna sich aus dem Kübel befreite und wieder gen Treppe wankte.

Unten waren die Gardisten...
sie würden sie sehen. SO SEHEN!
Durch sein benebeltes Hirn, schoss es ihm das das um jeden Preis vermieden werden würde.
Er würde Jahre brauchen um das Grinsen aus den Gesichtern der Gardisten zu brüllen.
Außerdem... war die Treppe wohl auch in diesem zustand zu gefährlich für sie beide.

Inzwischen gab auch Darna noch zu das ihr übel war und Rafael deutete auf den Blumenkübel.
"Nimm den zur Not." brummelte er und ging ... was man in dem Zustand, so gehen nennen würde, zielstrebig zum Gästezimmer.
"Isch schlaf auf dem Boden, beim Kamin!"
brachte er noch hervor, sich das Hemd im Gehen ausziehend während er das Zimmer betrat, um sich aufs Bett setzens die Stiefel aus zu ziehen.
Kurz nur schaute er gen Darna, die eben eintrat, währen der die Stiefel fortschob... das sein Körper der Müdigkeit und dem Alkohol folgte und er langsam bereits eingeschlafen nach hinten aufs Bett sank, merkte er schon nicht mehr.
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