Ein Bär unter Wölfen

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Hedwig Hinrah

Ein Bär unter Wölfen

Beitrag von Hedwig Hinrah »

1. Aus dem edlen Blute derer des Thrails:

Es ist hohes Blut das durch meine Adern fließt, Thrails Blut, das mit jedem Schlag meines pulsierenden Herzens durch meinen Körper rast, von der Mitte meines Körpers bis in die Fingerspitzen, bis in die Zehen. Sechsundvierzig Jahre lebe ich bereits auf dieser Welt. Ein Alter, das viele niemals erreichen werden, da sie durch Schwert oder Krankheit den Tod erfahren, bevor sie ein so stolzes Alter erreichen. Mein ganzes Leben lang lebte ich nach Thrails Worten, mein ganzes Leben widmete ich den Idealen die in meinem Blut fließen, widmete ich mich dem Schutz meines Clans, meiner Familie. Eine Zeitlang war ich Jarl eines Teils des stolzen Clans Hinrah. Mit mir gingen Eila meine Frau, Freia meine Tochter, Burkhard mein Sohn und einige andere wie Leif. Mein ganzes Leben lang kämpfte ich zu ihrem Schutz.
Wir lebten wie Vagabunden, zogen durch die Länder, schlugen Lager auf und ernährten uns von dem was wir jagdten. Bis sich der Clan Hinrah wieder vereinen sollte. Unter Falk, meinem Bruder.
Doch nicht alle folgten diesem Ruf. Ich schickte meinen Sohn Burkhard mit dem Teil meines Clans vor als mich eine schwere Krankheit ergriff, nur Freia und meine Frau Eila blieben an meiner Seite. Burkhard ist bis Heute nicht eingetroffen.
Ab und zu denke ich noch an die alten Zeiten, denke daran wie es war ein junger Mann zu sein, wie es war die anderen zu führen und an den Stolz der uns allen anhaftete und die Ehre die wir im Kampf gewonnen.
Ob mir manchmal Zweifel an Thrails Worten kommen? Nie!
Ob ich deshalb ein leichteres Leben führe? Nein.
Die Härte mit dem uns die Welt begegnet ist manchmal erdrückend. Doch wir sind Hinrah. In uns fließt das Blut Thrails. Wir lachen auch in den dunkelsten Stunden. Und jetzt... jetzt zeigt sich endlich Licht.
Hedwig Hinrah

Beitrag von Hedwig Hinrah »

2. Stolz und Ehre:

Stolz und Ehre sind die Grundfesten tiefländischer Kultur. Der Clan ist alles, ohne ihn ist ein Tiefländer nichts. Stolz gewinnt man nicht, man erkämpft ihn sich nicht, man hat ihn. Stolz auf den Clan zu sein, auf die tiefländische Kultur, das ist das höchste für einen der ihren. Die Ehre wirkt sich auf ihr ganzes Leben aus. Es ist ehrenvoll die Ahnen und die Geister zu ehren. Es ist ehrenlos sich im Kampf von hinten anzuschleichen, doch es ist ehrenvoll im Kampf zu mehreren auf einen los zu gehen, denn damit kann man rechnen. So ist der Begriff der Ehre ein anderer als der der Städter.

Und Stolz und Ehre werden in der neuen Halle der Hinrah auf Lameriast Einzug halten. Der Clan hat den Hausgeist dazu eingeladen mit hinüber auf die Insel zu wechseln, um die hölzernen Mauern mit Leben und dem wohltuenden warmen Gefühl zu verbinden das sie in Gerimor hatten.
Hedwig war froh über den Umzug. Zeit seines Lebens war er nur auf Wanderungen, kannte es garnicht anders. Er hasste es sich zur Ruhe zu setzen, hasste es aus ganzem Herzen. Je älter und je träger er wurde desto mehr hasste er seine aufkommende Faulheit. Und über das neue kleinere Zimmer war er froh. Als Eila aus Gerimor verschwand fühlte er sich in diesem riesigen Zimmer einfach unwohl, konnte kaum schlafen ohne ein mulmiges Gefühl zu haben und fühlte sich in der Nacht stets allein, obwohl er wusste das er Teil des Clans war, das er nur ein Zimmer weitergehen musste um seine Tochter in den Arm zu nehmen, damit dieses Gefühl der Einsamkeit verschwand, doch Nachts gehörte Freia ganz und gar Leif. Um so froher war er das er nun in Lameriast ein kleines Zimmer mit den Welpen des Clans teilte. Es tat gut unter anderen zu sein, unter den Jüngeren die ihn schetzten und oft tauschten sie in der Nacht in den Fellen irgendwelche Geschichten aus und scherzten und lachten bis die Müdigkeit sie überfiel.
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