Madras Arul - Vom Bauerssohn in die Welt

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Madras Arul
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Registriert: Sonntag 3. März 2024, 17:04

Madras Arul - Vom Bauerssohn in die Welt

Beitrag von Madras Arul »

Der frühe Morgen war noch kalt zu dieser Jahreszeit. Auch wenn der Wechselwind bereits weit fortgeschritten war, so konnte es einen am Morgen doch noch ganz schön frieren und auch Nebelschwaden sah man ab und an noch. Madras stand auf seinem Balkon und betrachtete die Blumen, inspizierte sie, goss hier und da. Es war ein schönes Fleckchen Land hier in Schwingenstein, wenn es auch ein paar Umwege waren, die ihn hierhergebracht hatten.

Als junger Bursche hatte er schon früh auf dem Hof seiner Eltern arbeiten und aushelfen müssen. Ihm war das Bauernhandwerk in die Wiege gelegt worden. Doch jedes Jahr aufs Neue wäre er am liebsten davongelaufen, hätte gerne einmal die Welt gesehen. Dabei hatte ihm das Wissen und die Erfahrungen, welche er bei seinen Eltern machen durfte, durchaus gute Dienste erwiesen. So war es dann auch ein kleiner Hof in Aerenaue, wo er zunächst Arbeit fand. Bei Magnolia war es immer lustig gewesen und er konnte über die Aussaat und die Ernte gutes Gold verdienen. Auch über das Essen hatte er sich nie beklagen können. Aber dort merkte er auch, dass ihm jetzt, wo er erstmal weg war von daheim, die Hofarbeit gar nicht so sehr gefehlt hatte. Auch wenn es ihm mehr als nur die Miete und das Leben bezahlte.

Was ihn schon direkt von den ersten Tagen auf Gerimor begeistert hatte, waren die Wälder gewesen. Direkt vor Bajard zwischen Sumpf und wildem Forst hatte er sich umgesehen. Mit zwei Tieren und guten Beilen war er durchs Unterholz geschritten und hatte sich nach brauchbarem Holz umgesehen. Manchmal saß er dann abends am Feuer und begann wie früher aus Langeweile zu schnitzen. Doch diesmal war es nicht nur Langeweile, diesmal hatte ihn der Ehrgeiz gepackt. Jetzt, wo er zum ersten Mal ein gutes Leben hatte, da konnte er sich an die Dinge machen, die ihn wirklich lockten.
Auch eine kleine Werkstatt richtete er sich in seiner neuen Bleibe in Schwingenstein zuerst ein. Er hatte es sich damit erklärt, dass er dann eben kleinere Reparaturen am Hof selbst erledigen können würde. Doch insgeheim bastelte er schon direkt lieber dort herum, als auf dem Feld oder bei den Tieren zu sein. Die Spaziergänge in den Wald wurden länger und der Wunsch aus den verschiedenen Hölzern etwas zu schaffen wurde immer größer.

Wieder ein Seufzen, als er mit diesen schweren Gedanken so auf seinem Balkon saß. Dann ging der Blick weiter, in Richtung von Bajard. Ein zufriedenes Lächeln huschte über seine Züge. Auch dort fühlte er sich mittlerweile sehr wohl. Das Handwerkstreiben dort regte ihn noch mehr an, brachte ihn auf Gedanken, die er ausprobieren könnte. Dort in Bajard würde man sicher auch Handwerker finden, von denen man etwas lernen könnte. Auch die große Stadt Berchgard war nicht weit. Bei der Nähe zu den Kaluren, sollte er auch dort gute Handwerker finden können.

So fasste er dann auch einen Entschluss, ein Wagnis, ein neues Kapitel. Statt wie seine Eltern nur vom Land zu leben und dort zu sterben wollte er seiner Neugierde und seinem Wunsch etwas Beständiges zu schaffen nachgehen. An diesem Tag war er länger in der Werkstatt als sonst wo, denn er begann seine alten Lektionen über die Schreinerei auszukramen, zu üben, anzufangen und doch auch erstmal zu scheitern. Es würde sicher ein langer Weg werden, doch einer, den er gehen wollte.
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