Stigandr schnaufte und wischte mit dreckiger Pranke die nächste Schicht Schweiß aus dem Gesicht fort. Tauschte sie gegen eine neue Schicht aus. Eine aus Staub und Schweiß, die sich wie Lehm auf seine Züge legte. Er bemerkte es nicht einmal mehr, wie sein Gesicht und sein Bart durchsetzt von Schmutz und Dreck waren. Zu verbissen arbeitete er sich ab.
Irgendetwas war anders, als es das noch vor wenigen Wochen gewesen war. Stigandr Tryant - der Eisjäger. Der Thyre, der in der Einsamkeit des ewigen Weiß nach Beute suchte und nicht selten ganze Wochen fernab seiner Heimat war. Ein Meister des Bogens, der Armbrust. Geduldig und stets aus der Entfernung beobachtend. Und nun?
Stigandr sah sich in der Mine um. Keine Weite, sondern ganz im Gegenteil eine bedrückende Enge präsentierte sich ihm. Anstatt den frischen Wind zu spüren, wie er einem das Gefühl aus jedem Stück Haut wehte, welches nicht von Fellen bedeckt war, atmete der Exilfjordheymer die schwere, muffige Luft eines sehr begrenzten Raumes, während sein Körper die Anstrengung und Wärme mit unheiligen Mengen an Schweiß beantwortete.
„Wie schwer kann’s scho’ werd’n.“
Gepresst kamen ihm die Worte über die Lippen, als er seine Arbeit nach diesem kurzen Ruhen entschlossen fortsetzte. Nicht zum ersten Mal, seitdem er unter der Anleitung Hekjas begonnen hatte, Kohle zu sammeln. Er hatte sich niemals in einer Mine gesehen und mit jedem Schlag der Picke erahnte er auch, wieso: All die Kraft, all die Stunden - und dann war da doch kaum ein Vorankommen. Stigandr hatte sich für ach so intelligent gehalten, als Thorlav ihm diese Aufgabe gestellt hatte. Er sollte Kohle abbauen für sein neues Rüstwerk, Teil der Herstellungskette werden. Mit eigener Arbeit etwas Neues schaffen. Somit ganz klar Stärke beweisen - das war einleuchtend zu dem Zeitpunkt.
Aber es war nicht Stärke, die Thorlav von ihm zu verlangen schien. Eher Verbissenheit. Die absolute Verweigerung des Aufgebens, gleich wie gering die Fortschritte waren. Die Feststellung suchte den ehemaligen Eisjäger heim am vierten Tag der Aufgabe, die kein Ende zu haben schien. Denn wenn er auch einen enormen Schwall an Flüchen produzierte: Die Menge an Kohle, die er zutage förderte, war wesentlich geringer.
„Wie schwer kann’s scho’ werd’n.“
Schlachtruf, Anstachelung und ein Liebesbrief an sein nur wenig jüngeres Ich, welches alles so viel besser wusste. Für Stigandr, der sich selbst als erfahren genug wähnte, in solche Lektionen nicht mehr blauäugig reinzulaufen, war es ein wunder Nerv geworden, dass er so unwissend und vermessen einfach angenommen hatte, was Thorlav ihm abverlangte. Ein fremder Jarl eines fremden Rudels - keine unkomplizierte Situation.
Die Picke schnellte hinab, immer wieder. Doch was an Enthusiasmus und purem Stursinn vorhanden war, scheiterte an der fehlenden Erfahrung - jeder Klumpen Kohle wurde der Erde unter größter Anstrengung abgerungen und oftmals fand Stigandr einfach nichts außer Stein und Geröll. Hekja hatte mehr als einmal seinem Tun zugesehen, geduldig, aber mit der Skepsis einer Meisterin, die es besser wusste - und trotzdem dem Lernenden den Raum gab, selber Erfahrungen zu machen. Sie war es auch, die Stigandr nach jedem Tag erklärte, wie weit das Vorhaben gereift war. Nun, nach fast einer ganzen Woche des Hackens und Grabens, schob sie ihm kommentarlos zwei Stücke hin. Die Brust, den Schild. All die Arbeit - und der große Eisjäger war seinem Ziel einer vollständigen Rüstung kaum nähergekommen, während sein massiger Leib die ungewohnte Arbeit, die exotischen Bewegungsabläufe, mit Ziehen im Rücken und zahllosen neuen Schwielen an den Pranken quittierte.
Der Tag neigte sich dem Ende, aber das galt unter der Erde nicht viel. So suchte er nochmals nach etwas Kraft, geistig und körperlich.. und setzte die Jagd nach dem schwarzen Gold fort.
„Wie schwer kann’s scho’ werd’n.“
Eisjäger auf Abwegen
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Hekja Mandre
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- Registriert: Dienstag 11. Oktober 2022, 05:10
Re: Eisjäger auf Abwegen
Sie beobachtete ihn die meiste Zeit, berat ihn wie er am besten seine Kraft einsetzen konnte und doch wusste sie wie mühsam das ganze war, sie war es gewohnt in der Mine zu Arbeiten und er, er hatte vermutlich gedacht das es so einfach sei. Dem war wohl nicht so, sie erkannte wie schwer es ihm doch viel umso länger er in der Mine war, sie wollte ihm ein wenig die Last von den Schultern nehmen. Ihm eine Pause gönnen, einen Erfolg mitgeben.
So wiess sie ihn an in der nächsten Woche in die Schmiede zu kommen, dort sollte er lernen wie seine Rüstung zusammengesetzt wurde, es würde nicht viel leichter werden aber er war erstmal von der Mine befreit.
Massen an kleinen Kettenteilen breiteten sich vor ihm aus, jedes einzelne Stück musste verbunden werden um so ein ganzes zu werden, das bedeutete sehr viel filigrane Arbeit, damit wird er sicher einige Tage beschäftig sein, während er dort saß und wieder vor sich her brummte musste Hekja auflachen. Nein sie lachte ihn nicht aus, sie amüsierte sich nur darüber wie viele Flüche er von sich gab.
Wenn seine Rüstung fertig sein, versicherte sie ihm, würde er sie mehr schätzen als jeder andere Thyre, denn er hat selber Hand angelegt, jedes Kettenglied verbunden und so seinen eigenen Schutz zusammengebaut. Er würde es zu schätzen wissen was für eine Arbeit dahinter steht, nicht nur um eine Rüstung zu schmieden, auch die Vorarbeit die dafür von Nöten sind.
Dort saß er und sie Arbeitete weiter an dem Material schon bald würde er seine Eigene Rüstung anlegen, angepasst auf seine Statur, so dass sie wie eine zweite Haut an ihm liegen würde, doch ein Schutz der ihm gewiss ist nicht so schnell verletzt zu werden. Da bestand kein Zweifel als sie ihn anblickte und seine Worte wie im Echo erwiderte.
„Wie schwer kann´s scho` werd`n“
Grinste ihn an und machte sich wieder an die Arbeit.
So wiess sie ihn an in der nächsten Woche in die Schmiede zu kommen, dort sollte er lernen wie seine Rüstung zusammengesetzt wurde, es würde nicht viel leichter werden aber er war erstmal von der Mine befreit.
Massen an kleinen Kettenteilen breiteten sich vor ihm aus, jedes einzelne Stück musste verbunden werden um so ein ganzes zu werden, das bedeutete sehr viel filigrane Arbeit, damit wird er sicher einige Tage beschäftig sein, während er dort saß und wieder vor sich her brummte musste Hekja auflachen. Nein sie lachte ihn nicht aus, sie amüsierte sich nur darüber wie viele Flüche er von sich gab.
Wenn seine Rüstung fertig sein, versicherte sie ihm, würde er sie mehr schätzen als jeder andere Thyre, denn er hat selber Hand angelegt, jedes Kettenglied verbunden und so seinen eigenen Schutz zusammengebaut. Er würde es zu schätzen wissen was für eine Arbeit dahinter steht, nicht nur um eine Rüstung zu schmieden, auch die Vorarbeit die dafür von Nöten sind.
Dort saß er und sie Arbeitete weiter an dem Material schon bald würde er seine Eigene Rüstung anlegen, angepasst auf seine Statur, so dass sie wie eine zweite Haut an ihm liegen würde, doch ein Schutz der ihm gewiss ist nicht so schnell verletzt zu werden. Da bestand kein Zweifel als sie ihn anblickte und seine Worte wie im Echo erwiderte.
„Wie schwer kann´s scho` werd`n“
Grinste ihn an und machte sich wieder an die Arbeit.