Obdach

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Caillean Hinrah

Obdach

Beitrag von Caillean Hinrah »

Sie hoerte ein Wimmern, leise, klagend. Ein duennes Kinderstimmchen.
Als Caillean durch einige Arbeiten des Tages sich durcharbeitet und stur ein stueck nachdem naechsten auf hohe qualitaet und haltbarkeit pruefte - ein markenzeichen der Hinrahs - gefror ploetzlich alles Blut in ihren Adern.
Obwohl sie auf einem hocker an der Schmiede sass, war ihr ploetzlich kalt.

Instinktiv von dem Wimmern aufgestachelt laesst sie alles stehen und liegen und horcht.

Da..da war es wieder!

noch zwei schritte

"mama"

ein kinderstimmchen.. nicht weit weg. zartes schluchzen, wieder ein aengstliches Wimmern "mama"

vor den riesigen Toren von Grimwould, der Wolfsfeste im Nebelwald, hockte ein winziges Haeufchen elend unter einer Fackel. Frierend, zitternd, veraengstigt und voellig alleine, kaum einen Schritt gross, mit voellig durchnaessten Kleidern.

Leise raunend ging Cailly auf das voellig erschoepfte Ding zu, umschlang es schuetzend mit ihren Armen, huellte es in ihre Waerme und bedeckte den zitternden, schmaechtigen Leib mit ihrer weiten Kleidung..

Hastig doch vorsichtig trug sie es hinein. Hockte sich im schneidersitz vor das Feuer, das munter prasselte. Rieb ihren ruecken warm.

"Besorg ich ihr Kleidung und lass sie alleine, wenn auch nur fuer einen moment? nein, am feuer und in meinen armen wird ihr kleidchen schnell trocken"

Ein huebsches Kleidchen, fein bestickt, aus Seide. Offensichtlich wohlhabende Eltern. Wer steckt schon eine vierjaehrige in ein seidenkleid, wenn kinder in dem Alter dreimal die kleidung am Tag wechseln koennen und jeder Paar ist dreckiger als vorher.

Welch Verschwendung!

"avia" meldete sich das kind zur wort und hauchte leise ihren namen

Behutsam stellte Caillean - welche ein unerschoepflich grosses Herz hatte fuer kinder - ihr einige fragen, wo ihre eltern seien, wie sie hiessen, auch nach dem Familiiennamen.

Sie raetselte ueber die verunstalteten namen die die verstoerte " Avia" von sich gab, wiederholte sie immer wieder, bis es sie wie ein Blitz traf!

Guetige Herrin?! Waren ihre Eltern etwa auf dem Rueckweg nach Gerimor umgekommen? Trauer erfasste Caillean, hatte sie den Vater der kleinen Waise Avia einmal ihren Freund genannt.

Sie erinnerte sich wie sie ihn stets zuvorkommend behandelt hatte, er war einer ihrer besten kunden und ein guter freund der Familie. Bis er die Seite wechselte? War da nicht etwas?

Verschwommene Erinnerungen blieben verhuellt im Nebel der Vergangenheit. Leise weinend klammerte sich das einsame Maedchen an sie, sog ihre Waerme auf wie einen Schwamm.

" Sei unbesorgt mein Kind, ich kannte deinen Vater, er war ein guter Freund von mir. Schlaf jetzt, ich werde bei dir bleiben bis morgen frueh.. frag einfach nach mir.. ich bin die Cailly, ich wohne hier mit meiner Familie. Und hab keine angst.. hier ist jeder sehr nett."

Cailly rollte sich mit dem Kind auf die Seite, umschlang es wie Falk sie stets schuetzend umschlang mit seinem Koerper. Gab Geborgenheit und Waerme wo es noetig war.

Ein jeder der in die Taverne traf in der Nacht wuerde Caillean mit einem fremden Maedchen vor dem Kamin zusammengerollt vorfinden.

in den fruehen Morgenstunden, trug sie Aiva hoch in ihr schlafgemach. Der Welpe wuerde bald aufwachen und musste gestillt werden. bevor Falk oder das maedchen von seinem Gewimmer aufgeweckt wurden, gab sie ihm noch im halbschlaf die brust, einen arm um den Saeugling, den anderen unter Aiva eingeklemmt, welche sich um und auf ihrem Arm zusammengerollt hatte, eng an sie gedrueckt.

" was wird nur falk zu dir sagen, wenn ich ihm den Namen deiner toten Eltern verrate? Wird er dich wegschicken? wie jedes andere waisenkind das zu den Staedtern gehoert? Oder wird er aus Respekt vor seinem alten Freund dich aufziehen im Clan? Kerwin ist in deinem Alter oder nicht? Was schadet ein Kindchen mehr? Nur wer passt auf dich auf? vorallem mit dem Umzug kurz davor? Welche freunde hatte dein lieber Dah noch? An deine Mah erinnere ich mich kaum, liebes kind, was mach ich nur mit dir? " fuhr es ihr innerhalb weniger sekunden durch den kopf, waehrend die harte arbeit des tages ihren Tribut forderte.
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