Eine nach Lavender duftende Pergamentrolle wird gebracht

Moderator: Menekaner [Mod]

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Gustav Grann

Eine nach Lavender duftende Pergamentrolle wird gebracht

Beitrag von Gustav Grann »

Ein weiterer, halb verhungerter Bengel wird aus Adoran losgeschickt und mag nach einer ganzen Weile per Schiff in Menekur ankommen, um dieses Schriftstück zu überreichen.

Argantfels (im Aufbau), im Jahre 268 nach dem Lichte, zur Stunde der heißen Winde

An Seiner Exzellenz, dem weisen, wohlgeölten und unvergessenen
Sanjak Farid Ibrahim Dawada,
Statthalter der Goldenen Stadt, Busenbruder, Teeverschenker, Falkenzüchter und - in meinem Herzen - alter Freund.

Oh Farid, mein Guter!

Wie oft schon habe ich an jene laue Nacht unter dem leise schnarrenden Zeltdach zurückgedacht - als wir gemeinsam Tee tranken, den Sternenhimmel zählten und Du mir großzügig ein drittes Kissen anbotest.
Du sagtest damals: "Ein Mann, der unter meinem Dach ruht, ist mein Bruder."
Und nun, da ich selbst ein Dach zu bauen gedenke - wenn auch mit etwas mehr Marmor - wende ich mich mit brüderlicher Bitte an Dich.

Ich bin, wie Du gewiss vernommen hast, inmitten eines bedeutsamen Projekts. Argantfels entsteht - mein zukünftiger Sitz, Ort der künstlerischen Entfaltung, Zentrum des Geschmacks und baldiger Wallfahrtsort für ästhetisch Bedürftige.

Doch was ist ein Palast ohne Teppiche, Farid?
Was sind Mauern ohne farbenfrohe Gläser, durch die das Licht gebrochen wird wie durch die Erinnerung an einen zu starken Mokka?
Was sind Fenster ohne bunte Ornamente, goldene Schalen, duftende Öllampen und kunstvoll verziertes Metallwerk?

Kurzum: Ich ersuche Dich - mit allem Respekt, aber auch mit leichtem Nachdruck -, bei Deinem Volke die Anfertigung dieser Dinge in Auftrag zu geben.
Ihr seid bekannt für Teppiche, die Geschichten weben, Gläser, die Träume färben, und Handwerk, das selbst die Götter neidisch macht.

Ich vertraue Deinem Geschmack. Und Deiner Fähigkeit, fähige Leute zu finden.
Natürlich soll Dir kein finanzieller Schaden daraus erwachsen - sämtliche Kosten sind von der Grafschaft Tiefenberg zu tragen,
persönlich abzurechnen mit Ihrer Gnaden Gräfin Helisande von Alsted.
Selbstverständlich garantiert durch den Herren von Argantfels - eine Verpflichtung, die du in Gold auf Wiegeteller legen kannst.

Und wenn Du mir, in weiser Weitsicht, überdies ein Dutzend kultivierter Palastdamen vermitteln könntest -
gebildet im Schreiten, im Dufttragen, im höfischen Lächeln und der Kunst des Schweigens an der richtigen Stelle -
so würde ich mich verpflichtet fühlen, diesen geistig-ästhetischen Beitrag zur Raumharmonie mit höchstem Anstand zu beherbergen.
Versteht sich von selbst, dass auch dies in die Rechnung an Tiefenberg einzufügen ist.
Ich garantiere - wie immer - für Haltung, Zweck und höfische Würde.

So Du dies ermöglichst, lade ich Dich ein, nach Fertigstellung selbst in Argantfels zu weilen - ich verspreche dir ein Frühstück mit Blick durch menekanisches Glas und über menekanische Teppiche, barfuß, versteht sich.

In brüderlicher Erwartung,
mit wohlriechender Feder und ungebremster Hoffnung,

Gustav van Grann
Summus Anserarch – Erster Advokat zu Lichtental -
Erbe des Hauses van Grann - Freund der Wüste- Versatus et Astutus


P.S.:
Da ich die innere Ordnung der äußeren Anmut zu schätzen weiß, und Du sicher über entsprechende Erfahrung verfügst, bitte ich höflichst darum, einen vertrauenswürdigen Eunuchen beizulegen, der sich um Organisation, Disziplin und diskrete Betreuung der Damen sorgt.
Ein Mann mit ruhiger Stimme, fester Hand und idealerweise Erfahrung im Umgang mit Zierbrunnen und Zitronenwasser wäre wünschenswert.
Die Vergütung - sofern ich diesen nicht als Gastgeschenk erwarten darf - an die Grafschaft Tiefenberg.

Zuletzt geändert von Gustav Grann am Mittwoch 18. Juni 2025, 14:37, insgesamt 1-mal geändert.
Hadija Yazir
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Registriert: Donnerstag 20. Mai 2021, 19:09

Beitrag von Hadija Yazir »

Hadija öffnete als Nephas Assistenzvertretung den Brief an Farid und warf aus reiner Neugier einen Blick drauf und ihre Augen wurden immer größer. Farid hatte überhaupt keinen Busen, züchtete mit Sicherheit keine Falken und Tee konnte er nicht mal ansatzweise aufbrühen. Außerdem lief er nie geölt durch die Gegend, warum auch, er musste ja nicht mal laufen mit seinen Toren.
Suraya würde die Teppiche mit Sicherheit weben, wenn sie die Schrittanzahl, das Muster und die Farbe kannte, doch wenn es ums Gold ging verstand sie wie alle Yazir überhaupt keinen Spaß. Sowas musste geklärt sein, ehe sie sich ans Werk machte, sonst würde Farid mit Sicherheit sein blaues Wunder erleben. Also bekam Nepha den Brief schön säuberlich hingelegt.
*Das "H" in Yazir steht für Hadija.
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