An die Hoch- und Wohlgeborene, Edle Gräfin Helisande von Alsted,
Gräfin von Tiefenberg, Lehnsherrin von Argantfels, Hüterin des Feinsinns und wohlwollende Patronin kultivierter Ordnung.
Mit der gebotenen Mischung aus Demut und festem Selbstverständnis wende ich mich heute an Euch, um Euch eine Angelegenheit von dynastischer Tragweite zu offenbaren - oder, um es trefflicher auszudrücken: anzuzeigen.
Wie der Hohe Adel längst vernommen haben dürfte, trat ich jüngst aus dem Nebel des Namens und in das gleißende Licht meiner Herkunft.
Ich bin Gustav van Grann, letzter legitimer Erbe des ruhmreichen Hauses van Grann, Träger eines Wappens, das gleichermaßen Augenbrauen hebt wie Herzen öffnet, und rechtmäßiger Anspruchsinhaber auf Besitz und Stand, die einem Mann meines Kalibers gebühren.
Im Zuge dieser neuentdeckten, altverankerten Noblesse richtet sich mein Blick nun auf einen Ort von ausgesprochener Eignung und historischer Fügung:
das Lehen Argantfels, gelegen in Eurer ehrwürdigen Grafschaft Tiefenberg.
Ich erhebe hiermit, mit allem gebotenen Respekt, aber ebenso mit der Standeswürde eines van Grann, den Anspruch auf Argantfels als mein rechtmäßiges Herrensitz-Lehen.
Die geistige, ästhetische und verwaltungstechnische Erhebung dieses Kleinods in die Hände einer führungsstarken Erscheinung wie der meinigen dürfte auch in Eurem Interesse liegen - ganz zu schweigen vom erwartbaren Glanz, der damit auf Tiefenberg als Ganzes fallen wird.
Da mit der Rückkehr meines Hauses auch gewisse Verpflichtungen einhergehen, erlaube ich mir, in aller Klarheit zwei finanzielle Punkte anzusprechen:
- Der Grannsche Hausstand, welcher, wie Ihr gewiss wisst, nicht mit gewöhnlichen Haushalten zu vergleichen ist, sondern eher mit einem mobilen Zentrum der Kultur, Ordnung und Selbstverwirklichung. Die laufenden Kosten des Personals - darunter Leibschreiber, Gewandmeister, Kutscher, Gänsewart und Flötenpfleger - belaufen sich auf etwa 1.500 Kronen jährlich, welche ich mit höflicher Bestimmtheit der Grafschaft zur Begleichung überstelle.
- Der Grannsche Palast zu Argantfels, ein repräsentativer Bau nach klassisch-anserischer Ästhetik, dessen Planung bereits beauftragt und dessen Handwerkerschaft teils kontaktiert wurde. Die Gesamtkosten, inklusive Gewölbekeller, Salon der Eitelkeiten, goldene Kuppelhalle sowie diverse repräsentative Terrassen, werden auf ungefähr 500.000 Kronen veranschlagt.
Da das Bauwerk dem Ansehen der Grafschaft, der Verschönerung Argantfels’ und der künftigen Pilgerströme zu dienen vermag, liegt es nahe, diese Investition als strukturelle Aufwertung zu begreifen - und somit als Kostenposten des Lehens selbst zu verbuchen. Die Handwerker wurden bereits instruiert, ihre Rechnungen direkt an die Verwaltung Tiefenbergs zu senden.
In Hochachtung und Goldtinte,
mit Siegel, Flöte und Feder,
Summus Anserarch - Erster Advokat Lichtenthals -
Erbe des Hauses van Grann - Behüter von Argantfels - Versatus et Astutus

