Ein in leder gerolltes Pergament erreicht die Graefin

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Gustav Grann

Ein in leder gerolltes Pergament erreicht die Graefin

Beitrag von Gustav Grann »

Adoran, im Jahre 268 zum sechsten der Schwalbenkunft

An die Hoch- und Wohlgeborene, Edle Gräfin Helisande von Alsted,
Gräfin von Tiefenberg, Lehnsherrin von Argantfels, Hüterin des Feinsinns und wohlwollende Patronin kultivierter Ordnung.

Mit der gebotenen Mischung aus Demut und festem Selbstverständnis wende ich mich heute an Euch, um Euch eine Angelegenheit von dynastischer Tragweite zu offenbaren - oder, um es trefflicher auszudrücken: anzuzeigen.

Wie der Hohe Adel längst vernommen haben dürfte, trat ich jüngst aus dem Nebel des Namens und in das gleißende Licht meiner Herkunft.
Ich bin Gustav van Grann, letzter legitimer Erbe des ruhmreichen Hauses van Grann, Träger eines Wappens, das gleichermaßen Augenbrauen hebt wie Herzen öffnet, und rechtmäßiger Anspruchsinhaber auf Besitz und Stand, die einem Mann meines Kalibers gebühren.

Im Zuge dieser neuentdeckten, altverankerten Noblesse richtet sich mein Blick nun auf einen Ort von ausgesprochener Eignung und historischer Fügung:
das Lehen Argantfels, gelegen in Eurer ehrwürdigen Grafschaft Tiefenberg.

Ich erhebe hiermit, mit allem gebotenen Respekt, aber ebenso mit der Standeswürde eines van Grann, den Anspruch auf Argantfels als mein rechtmäßiges Herrensitz-Lehen.
Die geistige, ästhetische und verwaltungstechnische Erhebung dieses Kleinods in die Hände einer führungsstarken Erscheinung wie der meinigen dürfte auch in Eurem Interesse liegen - ganz zu schweigen vom erwartbaren Glanz, der damit auf Tiefenberg als Ganzes fallen wird.

Da mit der Rückkehr meines Hauses auch gewisse Verpflichtungen einhergehen, erlaube ich mir, in aller Klarheit zwei finanzielle Punkte anzusprechen:
  • Der Grannsche Hausstand, welcher, wie Ihr gewiss wisst, nicht mit gewöhnlichen Haushalten zu vergleichen ist, sondern eher mit einem mobilen Zentrum der Kultur, Ordnung und Selbstverwirklichung. Die laufenden Kosten des Personals - darunter Leibschreiber, Gewandmeister, Kutscher, Gänsewart und Flötenpfleger - belaufen sich auf etwa 1.500 Kronen jährlich, welche ich mit höflicher Bestimmtheit der Grafschaft zur Begleichung überstelle.
  • Der Grannsche Palast zu Argantfels, ein repräsentativer Bau nach klassisch-anserischer Ästhetik, dessen Planung bereits beauftragt und dessen Handwerkerschaft teils kontaktiert wurde. Die Gesamtkosten, inklusive Gewölbekeller, Salon der Eitelkeiten, goldene Kuppelhalle sowie diverse repräsentative Terrassen, werden auf ungefähr 500.000 Kronen veranschlagt.
    Da das Bauwerk dem Ansehen der Grafschaft, der Verschönerung Argantfels’ und der künftigen Pilgerströme zu dienen vermag, liegt es nahe, diese Investition als strukturelle Aufwertung zu begreifen - und somit als Kostenposten des Lehens selbst zu verbuchen. Die Handwerker wurden bereits instruiert, ihre Rechnungen direkt an die Verwaltung Tiefenbergs zu senden.
Ich danke Euch im Voraus für Euer Verständnis, Eure Kooperationsfreude und den wohlwollenden Blick auf die Rückkehr einer wahren Linie.

In Hochachtung und Goldtinte,
mit Siegel, Flöte und Feder,

Gustav van Grann
Summus Anserarch - Erster Advokat Lichtenthals -
Erbe des Hauses van Grann - Behüter von Argantfels - Versatus et Astutus
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Helisande von Alsted
Beiträge: 4067
Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42

Beitrag von Helisande von Alsted »

Die Gräfin erhält wohl das Pamphlet und traut ihren Augen nicht so richtig. Auch einige Met und scharfe Brände ändern wohl nichts an der gräflichen Ungläubigkeit. Das Schreiben wird dann erstmal an die Barone Tiefenbergs zur Meinungsbildung weitergeleitet.
Vor allem an die Baronin von Silbersteyn.
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Ekatharyna von Silbersteyn
Beiträge: 205
Registriert: Sonntag 5. Dezember 2021, 22:06

Beitrag von Ekatharyna von Silbersteyn »

Am Morgen des 9. Schwalbenkunft findet das Schreiben ihren Weg in die Frühstückslektüre der Baronin.
Mit ihrem Tee in der Hand und dem Schriftstück in der anderen wird das Schreiben mit einem strengen Blick erst nur überflogen. Dann nachdem sie die Teetasse abgesetzt hat und mit einem ungläubigen Blick erneut beginnt zu lesen, beginnt das Gesicht sich zu verziehen. Erst zu einer grotesken Grimasse dann zu einem schmunzeln hin was dann in einem leisen Lachen mündet und sie Kopfschüttelnd das Schreiben senkt.

Nach einer Weile wird ein Bote vom Anwesen Silbersteyn aus ein Schriftstück zur Gräfin zurück bringen.



Junkersteyn, den 9 Schwalbenkunft im Jahr 268

Krone und Reich zu ehren eure Erlaucht von Alsted,

welch lustige Morgenlektüre ihr mir übersendet. Soll dies der Start eines neuen Theaterstückes werden?
Wenn ja, bin ich überaus begeistert davon und biete selbstredend meine Gönnerschaft dafür an, ihr wisst, ich bin den Märchen und der Theaterkunst sehr zugeneigt. Und würde mich sogar bereit erklären mitzuwirken in einer solchen lustigen Posse.

Aber da ich davon ausgehe, dass es sich hier nicht um eine Einreichung für eine Komödie handelt sondern eher um eine Person die der Meinung ist auf ein Trittbrett springen zu können, teile ich euch hiermit mit, dass meiner Person geschult in den alten Adelsfamilien des Reiches sowie mittlerweile auch recht tief eingearbeitet in die alten Geschlechter Lichtentals. Es kein Geschlecht mit dem Namen Grann gibt und auch keine weiteren Verwurzelungen in eine andere alte Adelsfamilie.
Es handelt sich bei dem Schreiber dieses Schriftstückes eindeutig um einen Betrüger.
Aber ich gehe davon aus, dass ihr dies bereits schon selbst wisst.

Ich kann euch nur anraten das Schreiben einfach zu ignorieren und es dort hin zu verbannen wo es hin gehört. Und zwar in den Kamin als Anzündpapier.

Verbleibend in Treue

Ekatharyna von Silbersteyn
Baronin zu Silbersteyn
Freiherrin von Silberklamm
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Arenvir von Tilianas
Beiträge: 221
Registriert: Samstag 11. Dezember 2021, 22:08

Beitrag von Arenvir von Tilianas »

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Baronie Gipfelsturm
Grafschaft Tiefenberg




13. Schwalbenkunft im Jahre 268


  • Wacht und Wehr Temoras mit Euch, Erlaucht, Hochwohlgeboren,
    meine Damen!
[/list]
  • Ich muss gestehen, dass die Zeilen einen deutlichen Unterhaltungswert für mich beherbergen. So ein Husarenstück hat doch schon länger niemand mehr versucht.

    Schlampig war nur die Tatsache, einen Edlentitel mit dem des Hochedlen zu verwechseln. So ein Anfängerfehler führt doch zum Punktabzug in der Gesamtschau.

    Wenn es nach mir ginge, würde ich unseren werten Advocatus van Gran zwecks der Thematik seines künftigen Lehens mit allen Ehren einladen. Einladen würde ich allerdings auch einen Trupp des Regiments, um ihn gleich zu seinem neuen Amtssitz -den Kerker- als Ehrengeleit eskortieren zu können, wo er darauf warten kann, sich vor Gericht zu verantworten.

    Ich biete mich als Richter oder Advocatus für die Anklage an. Gratis.


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Helisande von Alsted
Beiträge: 4067
Registriert: Mittwoch 8. Mai 2013, 05:42

Beitrag von Helisande von Alsted »

Mit erneutem Augenbrauen zucken wird die Kausalität Grann erneut betrachtet und nach einem nicht vorhandenen Mocca gegriffen. Unpässlich ob des Mangels wird tief durchgeatmet.

  • 16. Schwalbenkunft 268
    Grafschaft Tiefenberg


    Baron und Baronin,

    diese Grann hat nun seine Famosität auf unsere treuen Verbündeten der Thyren erstreckt. Dort behauptet er wohl der Herr über Argantfels zu sein oder vergleichbaren geistigen Auswurf.
    Daher lege ich zur Abhandlung der Situation die Sache vertrauensvoll in Euer beider Hände. Denkt Euch irgendwas sagenumwoben Zielführendes aus, was diesen Advocatus Impertinentus aus meiner Grafschaft nachhaltig entsorgt. Meinetwegen auch endgültig.
    Erlaucht hat von diesen Kunststücken die Klaviatur in ausreichender Kadenz gehört.

    Helisande von Alsted
    Gräfin von Tiefenberg
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