[Q /MMT] Mit Schweiß und Blut für Berchgard

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Keylon von Salberg
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[Q /MMT] Mit Schweiß und Blut für Berchgard

Beitrag von Keylon von Salberg »

Sie hatten gewartet.
Das Regiment, die Streiter der Akademie unter Verdanias Führung und einige Menekaner.
Würden der Westen heute angreifen?
Man erwartete es, doch keiner wusste wo.
Dann erklangen die Alarmglocken Aerenaue.
Oberst von Tilianas Übernahm das Kommando und sie Ritten geordnet zum ersten Treffpunkt Berchgard.

Dann ging es mit der Gräfin von Alsted weiter und es kam zum Feindkontakt.
Worte von Subitler Höflichkeiten wurden gewechselt, in denen Helisande und Arenvir als Wortführe agierten, dann machte sich Helisande auf sich von dem Hauptheer zu trennen um mit einem der Wortführer Rahals das Ganze alleine aus zu machen.
Keylon folgte ihr, zu ihrer Sicherheit, erfuhr aber gerade dann das die Kaluren darunter wohl auch Rago im Signalturm vom Feind eingeschlossen war.
Von diesem Moment an war sein Herz gespalten.
Sein Pflichtbewusstsein kämpfte mit der Sorge um den Bruder und seiner Pflicht an Ort und Stelle zu verweilen.
Er betete zu Temora das die abrückenden Kameraden, zur Rettung der Kaluren Erfolg haben würden.

Diplomatisch umschiffte man hier jedoch erst mal die ersten Kampfhandlungen, und als die Kaluren gerettet waren befahl die Gräfin den Rückzug hinter die starken Mauern Berchgards.
Keylon sicherte den Rückzug in dem er als letztes einrückte.
Als er beim Baron vorbei kam, bekam er den Befehl zu den Thyren zu reiten, um jene in Kenntnis zu setzen und um Waffenhilfe zu bitten.
Keylon war sich sicher das jene eh bereits kampfhähig warteten und so drehte er sein Pferd und Preschte davon.
Der letzte Feindkontakt war weit im Osten, so hatte Keylon keine Angst das er auf den Westen treffen konnte ...
Weit gefehlt.

Die Brücke nach Wolfenbrück kam gerade in Sicht als er drei Gestalten davor stehen sah, unter denen er die Magierin Maya, eine Rasharii und einen Lethar namens Ryx'tar erkannte.
So schnell er konnte brachte er sein Pferd zum stehen so das es noch ein paar Meter weiter schlidderte.

„Hast du dich verlaufen, Ketzersmann?“
Wurde ihm entgegen gerufen, und noch bevor Keylon sein Pferd wenden konnte, traten weitere gestalten hinter ihm aus dem Schatten des Waldes.
„Vladimir , bekehrt ihn.. schnell.“ rief Maya und während er den ersten Pfeil noch von Lingor Melia mit dem reaktionsschnell abwehren konnte, zog die Rasharii ihren Zweihänder und stürmte wie eine Furie auf ihn los.
„Hast du dich verlaufen Ketzermann?“ rief Ryx'tar ihm zu während er dem ersten Hieb des Rahalers ausweichen konnte.
„Hier wird das Werk des allmächtigen verrichtet werden!"
Key hatte gar nicht erst die Zeit das die Angst von seinem Körper Besitz ergreifen konnte, Dafür ging alles zu schnell .. dafür war er lan genug Ritter und Kämpfe gewohnt...
Doch diesmal sah es alles andere als Gut für ihn aus.
Wollte er nicht auf dem Schlachtfeld sterben?
Jetzt war es vielleicht so weit.
Mit bedauern dachte er einen kurzen Moment an seine Frau und seinen Sohn, währen der schon sein Schwert zog.
Kampflos würde er nicht aufgeben.

"Tötet ihn und wir haben unsere Ruhe"

Schon wollte Keylo sein Pferd rückwärts richten als dieses stocksteif stehen blieb, am ganzem Leibe zitternd.
Die Magierin hatte ihr Werk getan und sein Pferd gelähmt.

"Der holt jetzt seine Freunde... lasst ihn nicht entkommen.
Einer der Ihren, wohl ein Templer begann eine Predigt auf ihn herabsausen zu lassen deren Worte Key nicht an sich heran ließ während die Rasharii seltsam aggressiv, unkontrolliert und wütend erneut auf ihn einstürmte.
So möge des Herrn Zorn dafür genutzt werden.. um deine Sühne beginnen zu lassen.
Was mit Blut empfangen wurde.. muss mit Blut bezahl werden.
Pfeile mögen von deinem Schild abgehalten..nicht jedoch die Lehre und die Allwissenheit des Herrn höchst selbst.

Key hatte gar nicht mehr die Möglichkeit auf die Worte zu achten, denn zwei neue Pfeile hatten ihn als Ziel ausgewählt. Während er noch einmal einen davon abwehren konnte, schlug der zweite hart in seine Seite ein, gleichzeitig mit dem Schwerthieb der Rashariis der mit voller Wucht sein rechtes Bein aufriss.

Nur mühevoll vermochte er sich auf dem Pferd zu halten.
Jahrelanges Training, ...
Jahrelanges Training vermochte ihm aber nicht mehr zu helfen als ein Feuerball ihn mit voller Wucht auf seiner Brust einschlug und ihn nun endgültig vom Pferd warf und ihn hart auf dem Boden landen ließ.

Du mögest früher.. oder später.. fallen.. wie auch die Schwertmaid fiel als der Herr voll des Zornes seine Pranke gegen sie erhob. Lasst ziehen das Geschöpf des Herrn.. doch den Knecht der Schwertmaid.. dieser soll ein anderes Schicksal auf sein Haupt geladen haben.
Mit aller Anstrengungen vermochtes Keylon gar auf die Beine zu kommen als er schon den Rasharii auf sich zukommen sah.
„Gebt auf!“
Rief einer seiner Gegner und noch bevor der Angreifer ihn erreichte, Schrie ihm Keylon einNicht vor Euch“ entgegen um sich gleichzeitig Fallen zu lassen und diesmal dem unter sichtlichem wütenden Bann stehenden Rasharii selber mit dem Schwert zu parieren und ihm eine beachtliche Wunde zu zu fügen.
Doch auch der Rasharii traf ihn doch nur ein Schlag der ihn nur wieder zurück zu Boden warf.

Jetzt erst merkte er das er von einem magischem Kreis umgeben war.
Was es war wusste er nicht als er versuchte sich wieder auf zu richten.

„Nun.. wenn du willens bist bis zu letzt an deiner Ketzerei fest zu halten..
Ich bin gerne dienlich...“
rief ihm der Mann zu
„Vergesst nicht - Streiter! Dominanz bedeutet nichts ohne Vollendung. Für den Sieg muss stets auch ein Opfer bezahlt werden.“
Keylon brüllte nur ein „NIEMAALS“ und schaffte es sich mit dieser Wut wieder auf zu richten.
Taumelnd aber er stand.

"Ergebt euch und wir halten ihn zurück.. vielleicht"
Wankend stand er da, wissend das er diesen Kampf nicht gewinnen konnte.
Aber er würde alles tun.
Nur eines nicht.
Seinen Glauben verlieren... Seinen Glauben verraten.

„Temoooooooooraaaa“ durchbrach sein Schrei den Nachthimmel.
Ein letztes Aufbäumen ein letztes Folgen von Verzweifelung und Wut, stürmte er nun hinkend vor, getragen von Hoffnung, Glauben vermochte er die auf vollkommen konzentrierte Rasharii zu erreichen
Sein Schwert fand sein Ziel. Zielstrebig zu schlagend.
Er vermochte sie zu verletzen dennoch ließ auch sie ihren Zweihänder auf ihn niedersausen und die Waffe vergrub sich tief in seine Rechte Schulter.

Das Schild entglitt ihm aus den Händen und erneut ging Keylon zu Boden.

„Ein letztes Mal ergebt euch.Werft das Schwert weg“ erreichten ihn die Worte kaum.
In seinen Ohren rauschte es inzwischen, während er nur ein
„Nein“ schrie er schluchzend fast, weil er wusste das das hier sein Ende bedeuten würde.
" Wir sollten nun die Katapulte aufbauen“ konnte er noch hören währe er spürte wie ihn die
Kraft verließ und ihn endlich ... endlich wohltuende Schwärze ummantelte, als er dann endgültig zu Boden schlug.

"Ich muss gestehen, wären alle ihre Streiter so motiviert. hätten wir wohl doch ein paar Tänze an diesem Abend führen können....“ sprach der Templer noch dann wurde wohl beraten was mit ihm zu geschehen hatte.
Viel auf eine Gesundung gaben sie wohl nicht mehr, so das sie ihn so verletzt wie er war auf sein Pferd banden.

„Ich glaube der stirbt uns bald weg.
Er wirkt für mich bereits mehr Tod als lebendig, Provost.
Er ist stark im Glauben
Bei Temora nützt er mir nichts.
Man könnte die Regeln des Herrn an ihn binden und ihn auf sein Ross gesteckt
zurück in das Lager der ihren schicken.. auf das sie erkennen mögen..
Welches Schicksal die Ketzer zu erwarten haben mögen sie sich der Wahrheit des Herrn erwehren und ihre schändliche Ketzerei gegen ihn nicht beenden.
Die Inquisition ist sicherlich erfreut über so ein Geschenk“

Mit diesen Worten die er schon gar nicht mehr mitbekam, wurde er auf sein Pferd gebunden und jenes dann mit einem Klapps auf den Hintern zurück auf den Weg zu bringen.
So kam der Ritter dann zurück nach Berchgard, wo ausgerechnet sein Knappe ihn entgegen kam.
Schnell wurde er dort ins Heilerhaus gebracht, wo Cecilia erfolgreich um sein Leben kämpfte.
Erwachen jedoch würde er heute nicht mehr.
Zuletzt geändert von Keylon von Salberg am Donnerstag 8. Mai 2025, 22:35, insgesamt 1-mal geändert.
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Aaryon von Hohenfels
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Beitrag von Aaryon von Hohenfels »

„Er ist tot, Zyn!“
„Nehmt Ihr an dem Ausfall teil?“, war er noch gefragt worden, er wusste gar nicht mehr, ob von Serina oder Cecilia. „Neiiin“, hatte er beruhigend gesagt. Er doch nicht. Hier waren eine Handvoll ernstzunehmende Kombattanten wie der Erzmagus oder Lady Helisande – aber insgesamt hatte er den Eindruck gewonnen: Hier waren sie, die Plänkler, eingeschlossen in der Stadt, und warteten, dass die „richtigen“ Truppen kamen. Die Ritter. Sir Beak. Die Eminenzen. Die Erzmag... ach, verdammt. Merrick tot. Nyome also. Leute jedenfalls, die dieser Schar aus Ahads, Tetrarchen, gruseligen Letharen, Rabendämongesocks und hochrangigen Magiern des Arkoritherordens etwas entgegen zu setzen hätten, verflucht! Trotz zahlenmäßiger leichter Überlegenheit hatten sie den ersten offenen Kampf gescheut und sich nach Berchgard zurückgezogen. Magister Silvan von Dragenfurt hatte ihm erklären müssen, warum. Aber immerhin konnte er das sachlich, die strategischen Überlegungen aufzeigend und nicht ‚für Dumme‘. Der Novize von adeligem Geblüt würde schon verstehen, und das war auch der Fall. „Ich werde eure Befehle nicht mehr in Frage stellen“, hatte Aaryon gesagt und meinte es so.
Ja… er würde sich in die hinterste Reihe schieben lassen, wenn sie es für nötig hielten. Ihn… den Jungspund. Den kleinen Novizen. Schlimmer: das Grafensöhnchen. Der junge von Hohenfels. Sie wussten es, und er war ja dankbar dafür. Was sollte er machen: sich vorne verheizen lassen? Trotzdem hätte er toben können vor Wut. Er wollte seinen Beitrag leisten, er wollte etwas bewegen, er wollte… vollwertig sein!
Und war es nicht.
Tja. Na schön.
Also hinterste Reihe.

„Mikh, du kommst mit.“
Blinzelnd schaute er auf. Was? Hatte von Tilianas damit bloß gemeint, dass er ihn jetzt zum Dorfkrug begleiten sollte? Wie ein Schatten folgte er, so oft es ging, dem Erzmagus und per Notstand reaktiviertem Oberst. Aber nein: es ging um den Stoßtrupp, den Arenvir selbst organisieren wollte.
Stoßtrupp. Angriff. Rein in den Feind. Etwas in ihm fiel wie ein kalter Klumpen zu Boden. Er stand wie versteinert zwischen den Leuten, die Arenvir ausgesucht hatte und fühlte sich fehl am Platz. Unwirklich. Das hier war ein Theaterstück? Jemand würde gleich lachen und alles auflösen?
Scheinbar nicht. Das Geschehen rauschte wie tosendes Wasser an ihm vorbei… er funktionierte. Eilte, sein Pferd zu holen. Stellte keine Fragen.
„Tilianas verlässt sich jetzt auf mich. Dass ich auf mich aufpasse, dem Trupp helfe und nicht zurück bleibe“, war das Einzige, was sich im Groben und Ganzen durch sein eingefrorenes Denken zog.

Erste Brücke kaputt. Zweite nicht. „Die ist doch viel zu schmal, das ist doch garantiert ein Hinterhalt!“, dachte er – aber es war keiner. Oder doch?
Ihr Anrücken wurde viel zu schnell bemerkt. Närrisch auch, die Pferde mit zu nehmen, wenn man sich anschleichen wollte… Aaryon ließ sein klobiges Waldarbeiterpferd am Ufer stehen und hielt sich an der Uferböschung im hohen Gras, während der Rest des Trupps die sich nähernden Feinde konfrontierte und band. Marlan Kabo ganz vorne. Arenvir dahinter, mit seinem Stab Zeichen in den Boden kratzend. „Braucht er meine Konzentrationskraft? Soll ich unterstützen?“ Er musste darauf vertrauen, dass der Erzmagier ihn schon rufen würde, wenn er ihn brauchte. Bis dahin schien es das Sinnvollste zu sein, hier im Gras halbwegs in Deckung zu bleiben und den Rückweg zur Brücke im Auge zu behalten. Versteckt bleiben. Wieder fühlte er sich so fürchterlich überflüssig.
Ein Lethar näherte sich. So langsam, abgeduckt, irgendwie unauffällig, dass Aaryon ihn fast trotz freier Fläche übersehen hätte und zwei Mal hinschauen musste, um überhaupt zu begreifen, dass diese hässliche Armbrust da eine ernste Gefahr in ihrer Flanke war! Und sie zielte auf Arenvir!
„Vorsicht!“ Hatte er das gerufen? Wie unsinnig! Er verriet sich bloß, und helfen tat es nichts. Einzig konnte er hoffen, dass der Schütze abgelenkt wurde und verschoss, als Aaryon einen Funkenschlag los jagte: dicht um den Letharen herum Hitze und Kälte schlagartig zusammenführte, wie man es ihn gelehrt und er es an etlichen Spinnen und Untoten geübt hatte, dass er jetzt immerhin kaum mehr darüber nachdachte und sofort seine Konzentration neu sammelte.

Was folgte, war so charmant und scheinbar unabwendbar wie die Schlinge eines Galgens, in der man mit dem Hals steckte:
Immer mehr Letharen kamen. Hässliche dicke Reitechsen, deren Kiefer er schon beim ersten Anblick nie von Nahem sehen wollte. Fächerförmig breiteten sie sich aus und drohten den Menschentrupp zwischen Festung und Fluss komplett zu umzingeln. Panik drohte, nach ihm zu greifen, als er nicht nur auf den Armbrustschützen, sondern weitere Feinde zaubern musste, in der Hoffnung, sie von seinem Mentor und Lehrer abzulenken. Aber jene, die Arenvir bedrängten, beeindruckten seine kleinen Novizenzauber nicht. Stattdessen wurden weitere Letharen auf die Stelle am Ufer aufmerksam, wo sich etwas bewegte… eine der Reitechsen im Schlepptau witterte und suchte nach etwas zu fressen. Zum Beispiel einen kleinen, leckeren Novizen…

Er wich zurück, langsam, innerlich selbst unter einer Spannung stehend, als hätte er seinen eigenen Funkenschlagzauber gefressen. Zurück ins Wasser. „Nicht ausrutschen!“ Zurück Richtung Berchgard... was direkt hinter der Festung entlang führte. Er duckte sich ins hohe Gras, schluckte einen der Unsichtbarkeitstränke von Ragai und schickte Stoßgebete zu Temora, dass die Wellen im Wasser nicht zu sehr auffielen! „Am besten nicht bewegen.“ Ja, das war besser: einer der Letharen, der auf das Ufer zugeschlurft war wie ein Zombie, drehte ab und marschierte auf Arenvirs Rücken zu. Verdammt, sollte er sich verkrümeln und seinen Trupp, seine Leute, seinen Mentor im Stich lassen?!
Ihm schossen Tränen in die Augen. Dann hörte er neben sich ein Schnüffeln, ein Sabbern und Schnaufen – die Echse. Hörte dahinter das Rascheln weiterer Letharen. Wenn sie ihn fanden, gefangen nahmen... Ein schuppiges, unglaublich breites und häßliches Maul schnappte neben ihm, gefühlt direkt neben seinem Ohr, nach einer Libelle, während er kurz davor stand, vor Angst in Ohnmacht zu fallen.
„Hau AB!“, dachte er nur und hätte, wie es in Geschichten stand, einen Stein in eine andere Richtung geworfen – aber hier war keiner. Kurz darauf sahen die Letharen wie auch die Echse, wie ein Büschel Gräser rechts von ihnen in Flammen aufging. Interessiert latschte die Echse dort hin, und Aaryon zog es vor, die andere Richtung zu wählen... leise...

Einer seiner letzten Blicke galt dem Feld, wo seine Kameraden standen. Alle am kämpfen, schwerst bedrängt. Aus der Festung kam etwas, das...
Götter!
WAS war das?! Ein Wesen, das er schon nicht mehr als „Kreatur“ bezeichnen mochte! Ein Avatar Alatars?
„Ein Wesen mit ledrigen Flügeln, zwei Beine, glaube ich, und Klauen“, hatte Barak Donnerfaust beschrieben. Das sollte es wohl sein. „Wie .. groß?“, hatte Aaryon noch gefragt, in Sorge, dass sie etwa auch noch einen schwarzen Drachen in der eingenommenen Festung hätten.
„Etwa so groß wie zwei Pferde“, hatte der Kalure nach etwas Überlegen geantwortet.
Zwei Pferde? Diese Kreatur überragte die gesamte verdammte Festungsmauer!!!
„Selbst schuld!“, schalt sich Aaryon, „Was fragst du auch einen Kaluren nach Größenvergleichen!“
Und dieses Ding hatte seinen Mentor im Visier... mit einem Kloß im Hals und Tränen in den Augen schob sich Aaryon weiter die Böschung längs durch Wasser und Schlamm. Es sah wirklich so aus, als würde er hinter der Festung längs entkommen können.

Er sah zur Mauer hoch: ein Wehrgang. Ein hölzener Wehrgang, überdacht. Stirnfurchend stellte Aaryon fest, dass es eine Art Öffnung zum Innenhof sein könnte. Dort, wo die Katapulte standen, die sie doch zerstören mussten.
Holz...
Offen...
Seine Hand tastete nach zwei Phiolen, in denen sich Brandöl befand. Wenn er die werfen konnte, wenn nur eine traf... Arenvirs Meteore waren an einem magischen Schutzschild gescheitert – konnte nun wirklich die geschmissene Phiole eines kleinen Novizen, der sich grad verpisste, die Wende bringen? Konnte er zum Held werden?



Quatsch. Natürlich nicht.
„ACHTUNG!“, hörte er noch drinnen eine Frauenstimme brüllen, als eine der Phiolen an einer der hölzernen Wehrgangstreben zerschellte und Flammen hoch züngelten. Die zweite zerschellte knapp darunter an der Außenseite der Mauer. „Beschissener Winkel“, stellte Aaryon fest und führte bereits den nächsten Unsichtbarkeitstrank an die Lippen.
„Schöne Flugbahn“, dachte sich womöglich der Lethar auf der anderen Seite des Flusses, der die Böschung von drüben abgesucht hatte und nun zwischen dem Schilf eine nasse weiße Robe mit einer lächerlich auffälligen orangenen Kapuze darüber sah und die Armbrust wieder anlegte.
Ein Schuss. Ein Aufschrei. Ein Platschen.
Einige der Letharen kehrten zurück zu dem Ufer, wo sie zuvor die Spur des Burschen verloren hatten und starrten nun auf das Wasser, das sich teils seltsam bewegte, in dem sich rote Schlieren ausbreiteten, Seerosen wurden beiseite gedrückt...
Mit brennendem Schmerz in der Schulter hielt Aaryon unter Wasser verzweifelt die Luft an und mühte sich gleichzeitig, das Gift am Bolzen daran zu hindern, tiefer in seinen Körper zu gelangen. Verdammte Seerosen! Fast verhedderte er sich und das unter Wasser... Panik stieg wieder auf – ähnlich unaufhaltsam wie er. Wenn er auftauchte, würden sie ihn erschießen!
Mit einem kräftigen Armzug tauchte er noch ein Stück. „Keine Chance. Sie werden dich einsammeln, auslachen und dann erst aufhören, wenn du tot bist!

Erst wenn du tot bist.

Tot.
Sie verlieren das Interesse an dir, wenn du tot bist!“


Er sah hoch zu den Seerosen, die gerade über ihm fast ein schützendes Dach bildeten. Seine Hand griff an den Gürtel. Nicht zu den Unsichtbarkeitstränken. Sondern zu einem Narkosetrank, der einem in übelsten Notfällen rasch das Bewusstsein und damit die Schmerzen nahm, die Körperfunktionen drosselte – also auch die Atmung. Hoffte er.
„Wenn das nicht klappt, bist du tot.
Wenigstens kriege ich es dann nicht mit...“

Er trieb unter die Blätter der Seerosen, entkorkte die Phiole und leerte sie, so wie er einen letzten, tiefen Atemzug nahm.

Draußen beobachteten die Letharen, auch der Armbrustschütze, wie der Körper des Menschen, den er eben getroffen hatte, sichtbar und von der Strömung aus den Seerosen gezogen wurde, flussabwärts trieb:
mit dem Gesicht im Wasser. Reglos. Widerstandslos. Seinen Bolzen im Rücken und einem versiegenden Rinnsal an Blut, das von dort ins Wasser floß und sich verteilte...
"Wo der wohl wieder reingeraten ist... Der zieht das magisch an!"
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
Florence Lascari
Beiträge: 305
Registriert: Sonntag 13. Februar 2022, 19:09

Beitrag von Florence Lascari »

Der PhalBrag war nach den Warnungen mehr noch als ohnehin schon gesichert worden. Neue Wachpläne, neue Errungeschaften der Schmiedekunst für die Ballista, Fallenwerk, Fernrohre, Schlachtentrommlersignale und noch einiges andere war auch ohne diese Ereignisse angestoßen worden. Wie sie mit Stolz wahrnahm, hatten auch alle sich eingebracht so gut sie konnten. Ohne Fragen sondern mit dem Feuereifer Cirmias in Herzen.

Und so stand die frisch gebackene Kal Dar mit den Bärten und Zöpfen an jenem Tag auf der Mauer. Spähend zu den Straßen, ob sie Reiter oder sogar eine Streitmacht ausmachen könnten. Rago, Durin, Zaltox, Leandra und auch Arne waren auf den Zinnen. Eine Anspannung machte sich breit, die ein jeder mit eigenen Möglichkeiten verarbeitet oder zu überspielen wusste.

Doch die Zeit verging, Glasen um Glasen. Nichts zu sehen, nicht mal Reiter auf den Straßen die man von dort aus überblicken konnte so wie das sumpfige Umland. Nichts!

Die Tore blieben geschlossen und der Berg wartete. Wartete auf Meldungen aus dem Reich der Menschen. Auf Leuchtfeuer, Glockenschlag oder einen Meldereiter. Leandra erhob sich unter ihren skeptischen Blicken als Adler und verschwand. Das sie immer schon ein komischer, bunter Vogel war mit ihren edlen Gewändern, das was Florence schon klar. Aber das sich sowas noch steigern ließ? Naja Adler - Temora, wird schon so sein. Sie schmunzelte vor sich hin. Die Bauhätte als Bären war kein so großer Schritt in einer Metamorphose. Vielleicht brachte sie das nächste mal Honig mit bei einer Andacht im Berg?

Klänge drangen im Wind mit. Die Köpfe der Anwesenden ruckten herum. Glockenschlag. Eindeutig! Und da sie lang genug in Junkersteyn gelebt hatte, kannte sie den Klang der Alarmglocke ziemlich genau.

In Laufschritt sammelten sie sich am Tor. Kal Dar Rago schwor die Graik noch auf den Kampf ein und mit einem donnernden:

CIRMIAS AI-MÊNU, KHAZ-ADUIR AI-MÊNU!


Sprinteten sie los Richtung Junkersteyn. Sie würden dem Ruf folgen, den ihre Verbündeten sendeten und sie nicht im Stich lassen, ihnen zur Seite stehen, auch wenn die Beine bei den meisten etwas kürzer waren.

Gespenstische Stille lag hinter der Brücke, der Glockenschlag verstumme. Kein gutes Zeichen. Ein Letharen Reittier trank an dem Bach, sie waren hier.

Stück für Stück gingen sie vor Richtung Wachturm und wie sollte es auch ander sein trafen sie auf den Feind. Eine Schützin aus Rahals Truppe sendete noch einen Pfeil blindlings im Weglaufen ihnen entgegen.

Zaltox und Durin wurden zum sichern in den Turm entstandt, bis sich die ersten Feinde zeigten. Doch nicht, wie Leandra sagte alle an der Burg der Exkubitores, wie Leandra, die sich zu ihnen gesellte meinte. Ein Mann in Rüstung der dem Klan der Stimme nach charismatisch zu lächeln schien - wer wusste das schon so genau unter einem Vollhelm, den der trug - grüße im Namen des Raben.

Florence wurde nervös. Die beiden waren immer noch ohne Meldung im Turm und langsam zog sich wie von geisterhand befehligt ein Kreis von Feinden um sie herum zu. Den Plänkeleien von Rago und den Truppen aus dem Westen schenkte sie nur wenig Beachtung. Der Mann spielte offenkundig auf Zeit, bis sie umzingelt waren. Hoffentlich hatte Leandra Recht und die Truppen aus Lichtenthal würde langsam eintreffen, sonst sah es mehr als bescheiden hier aus.

Rago wechselte in das Kalurische "Hol Durin und Zaltox da raus, wir werden uns zurueckziehen!"

Das musste er ihr nicht zwei mal sagen, aber Florence hatte einen anderen Gedanken als sie auf ihren leisen Thyrensohlen in das Haus huschte. Hier draußen waren sie klar in der Unterzahl. Und da die beiden im Turm sich nicht meldeten, würden sie sich nicht zurückziehen können. Auf der anderen Seite, wenn sie den Turm halten könnten und erobern, war der enge Raum und Leitern eine Möglichkeit auszuhalten, bis endlich Verstärkung eintreffen würde. Sie rief noch von unten auf kalurisch Zaltox DURIN RAUS DA!

Den wenigen Rundschild über sich haltend huschte sie wie in den Wanten die Leitern eilig nach oben... Kampfeslärm. Die beiden waren in Schwierigkeiten! Am Schildrand vorbei sah sie ganz oben eine Schützin mit edlem Bogen stehen, die einfach nur den Weg versperren wollte. Nicht zögern, Flo, ran da! Dachte sie noch mit zwischen den Zähnen eingeklemmten Entermesser. Ein Satz udn sie warf sich mit dem Schild gegen die Frau, griff nach dem kurzen flinken Entermesser und zögerte nicht, egal was sonst im Raum geschah mit diesem wild auf die Frau vor sich einzuhacken.

Die beiden Graikler waren in der Defensive, soweit sie das aus den Augenwinkeln sehen konnte. Sie liebte Sichtfreiheit und hatte sich daher für eine Kettenhaube entschieden, doch ihre Gegnerin ließ sich von ihrem Angriff nicht groß beeindrucken und schaffte es irgendwie den Bogen gegen Schild und Schwert zu wechseln. Heute war wirklich nicht ihr bester Tag, dachte Flo.

Was dann folgt war ein heilloses Durcheinander. Rago stürmte die Treppe hoch und warf sich in den Kampf. Ebenso wie sie suchte er die Nähe zum Gegner um langsamere Waffen, die Platz brauchten, wie Schwerter und Äxte nicht zu Geltung kommen zu lassen. Ein Wühler auf engstem Raum ist eine verheerende Waffe, wenn sie zur Geltung kommen kann. Naja gut, ein Entermesser auch, nur dass sie selber weder genug Masse noch schwere Rüstung trug dafür.

Immer mehr Kämpfer drangen in den Raum, der einen richtigen Kampf kaum noch gerecht wurde. Die Kaluren übernahmen das, was sie am besten konnten. Ein Bollwerk aus dem besten Metall des Berges bilden. Ein massiger Rashar Schildschlag in den Rücken presste Flo die Luft aus den Lungen und ließ sie Sterne kurz sehen, als der Schildbuckel krachend gegen sie schlug. Sie versuchte sich mit dem Rücken an Rücken bei einem hoffentlich Freund zu geben, um sich verteidigen zu können. Leider hatte die Rashar, an die sie dabei geraten war, die noch mit Rago im wilden Kampf beschäftigt war das sicher durch die Glutmutter erahnt und gab ihr blind aber gezielt noch einen Knaufschlag in den geschundenen Rücken mit.

Sie sackte fluchend auf die Knie, dazu noch mit zwei Schwerthieben versehen, spürte wie es am Rücken nass herablief. Sie hielt den Schild über sich und hieb und stach nach den ungeschützteren Beinen von allem was in die Nähe kam.

Dann... Pferdehufe, die Reiterei war gekommen und ohne auf sich zu achten strömten die Kämpfer des Westens einfach davon... und ließen sie zurück.

Zeit zum Durchatmen und endlich Entlastung. Nach einer Weile nutzten sie die Ablenkung um sich abzusetzen nach Berchgard. Die Verletzungen wurden behandelt von der überemsigen Heilerin Cecilia. Für die nächste Zeit würde nicht jeder von ihnen an den Kämpfen weiter teilnehmen. Zumindest sie nicht, der Rücken war ein buntes Muster von Blutergüssen, eine Stelle aufgeplatzt durch den Schildbuckel. Und doch, sie hatten durchgehalten und sich einen halbwegs sauberen Abgang gesucht. Glück gehabt. Glücksbringerin... Und dann brachten sie auch noch Keylon rein. Nein nicht der beste Tag für einen Kampf.

Erschöpft trank sie noch ihren Rum aus, für eine Rüstung würde das die nächsten Tage nicht mehr reichen.
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Jynela Dhara
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Registriert: Montag 28. Dezember 2020, 18:02

Mit Schweiss und Blut GEGEN Berchgard

Beitrag von Jynela Dhara »

Es war ein erstaunlich klarer Abend für eine Belagerung. Der Frühling hatte Nachsicht mit ihnen und verschonte sie an diesem Tag wenigstens vom Regen. Die Dämmerung war bereits angebrochen, erste Sterne würden bald aufblitzen.

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man die Stimmung beinahe als friedlich bezeichnen, während das blasse Purpur der untergehenden Sonne noch einmal aufglomm. Ein lauer Wind strich über die Mauern der Burg und durch den Wehrgang, ließ die gehissten Banner flattern und trug den Geruch von Rauch, Metall sowie das gedämpfte Durcheinander lauter und lauter werdender Befehle des Heeres heran.

Es war die Art von Abend, an dem man sich tatsächlich fragen konnte, ob man wirklich mitten im Wald auf einem Baum sitzen musste, um den Einschlag des Katapults zu bestimmen – oder ob es nicht weit angenehmer wäre, sich einfach zurückzulehnen, die Augen zu schließen und das Leben zu genießen. Jynela entschied sich kurzerhand für beides.

Sie saß auf einem breiten Ast, ein Knie locker angewinkelt, während ihre Finger in einer beinahe zärtlichen Bewegung über ihren Bogen glitten. Das dunkle Holz glänzte schwach im letzten Licht. Ihre Fingerspitzen strichen über das Leder, das von zahllosen Kämpfen gegerbt war, als wäre ihr Bogen nur ein weiteres Kapitel einer alten, vielgelesenen Chronik.

Sie hätte die Ruhe länger genossen, doch der nächste Stein segelte durch die Luft und noch während sie mit dem Fernglas dem Bogen folgte, verriet ihr das laute Scheppern bereits, dass sie der Mauer nahe genug waren, dass der Feind nun wusste, was ihm bevorstand.
Mit einem Sprung landete sie im weichen Gras und rannte mit gezogenem Bogen gen Burg.


Sie hätte sich nicht viel mehr Zeit leisten können, denn die Reihe an Streitern, die Berchgard nun verließ, stand wenig später vor der besetzten Burg. Direkt ihnen gegenüber.


„Meint ihr wirklich, es ist klug, eure Mauern gerade jetzt zu verlassen?“, fragte sie schließlich. Ihre Stimme war rau, würde es vermutlich für immer bleiben, doch sie klang klar und deutlich. Ihre linke Braue hob sich leicht, während ihre Augen über die Reihen vor ihr glitten und innerhalb weniger Herzschläge bereits ihr erstes Ziel erfasst hatten.

Der Mann am Rand des schmalen Schlachtfelds stand aufrecht – mit einer Haltung, die nicht durch Zufall, sondern durch Erfahrung und Disziplin geformt worden war. Seine Rüstung glänzte im fahlen Licht – nicht makellos, sondern mit der ehrlichen Patina vieler durchstandener Gefechte, die eher von Standhaftigkeit als von Eitelkeit erzählte. Der Schild an seinem Arm war nicht nur Werkzeug, sondern längst ein vertrauter Begleiter, geführt mit der Ruhe eines Mannes, der oft genug unter Beschuss gestanden und doch überlebt hatte.

Seine Stimme trug klar über das Feld, voll jener gefestigten Würde, die sich nicht aus Überheblichkeit, sondern aus Gewohnheit an Verantwortung und Kommando formte. Hier sprach jemand, der schon viele Mauern gesehen hatte – von beiden Seiten. Ein Mann, der nicht hier stand, weil er Glück oder bloße Lautstärke besaß, sondern weil er gelernt hatte, wann Worte genügten und wann das Schwert sprechen musste.

„Es gebietet die reine Höflichkeit“, rief er zurück, mit einem Ton, der fast so etwas wie ein Lächeln trug, „wenn jemand am Tor klopft … auch zu antworten!“

Jynela atmete langsam aus und bemühte sich, die Miene zu wahren; beinahe wären ihre Mundwinkel nach oben gezuckt. Der Pfeil, den sie zog und anlegte, schimmerte leicht an der Spitze – sie war von einer feinen Glasierung ummantelt, in deren Innerem eine trübe Flüssigkeit ruhte, sorgsam von ihren Händen mit Bienenwachs verschlossen.

„Ihr seid willkommen“, erwiderte sie trocken, kaum eine Regung im Gesicht. Ihre Bewegungen waren fließend, geprägt von einer Präzision, wie sie nur jemand beherrschte, der seit Jahren mehr Zeit mit Pfeil und Sehne als mit menschlichen Gesprächen verbracht hatte.
„Wir haben vor, noch einmal zu klopfen. Und noch einmal“, fügte sie nüchtern hinzu, denn sie wusste, dass Korthon in ihrem Rücken bereits dabei war, das Katapult erneut zu laden.

Sie kannte den Mann nicht, der ihr auf dem Schlachtfeld gegenüberstand. Aber er war älter, sicher ein Veteran – zäh und zu stolz, um zu begreifen, wann ein Spiel verloren war.
„Vangaad … vor mich“, murmelte sie nur.
Nicht, dass sie unfähig gewesen wäre, ein Scharmützel zu überleben – sie hielt es lediglich für höflich, jemand anderen den ersten Treffer kassieren zu lassen. Und ohne den Kopf zu drehen, wusste sie, dass sich jene bereits in Bewegung gesetzt hatte.

Als Knappe wusste Analeya, wo ihr Platz war, und zögerte keinen Moment, um vor Jynela zu treten. Sie war die Art Frau, die es alleine mit ihrem Gesichtsausdruck schaffte, dass selbst Turmschilde instinktiv in Deckung gingen. In schwerer Plattenrüstung trug sie ihren Schild so selbstverständlich, als wäre er ein Teil ihres Körpers. Der Kopf leicht gedreht, verschaffte sie sich Überblick.

„Hauptmann, rechts vom Eingangstor“, meldete in diesem Moment eine weitere, sachliche Stimme – Avani, die stille Beobachterin. Jynela schwenkte den Bogen, der Pfeil richtete sich nun auf eine Gruppe Schützen, die sich in Stellung brachte.

„Sayer! Melia! Auf die Schützen!“, ihr Befehl schnitt durch die Luft – fast augenblicklich war das scharfe Schnalzen gespannter Sehnen zu hören.


Und dann – dann zerbrach die Ruhe wie Glas unter einem schweren Stiefel.


Analeya setzte sich in Bewegung, ihr Schild erhoben, ihr Schritt schwer, aber unaufhaltsam. Die Erde zitterte leise unter ihren Tritten. Antarian schob sich mit erhobenem Schild entgegen, der Blick entschlossen. Hinter ihm duckte sich ein weiterer Schütze, dessen Hände nervös an der Sehne zitterten.

Jynela ließ los.

Der gläsern schimmernde Pfeil schoss auf die beiden. Im Flug war er kaum mehr als ein silberner Blitz. Die Mischung darin hätte jeder alchemistische Lehrmeister als „nette Überraschung“ bezeichnet – und jeder andere schlicht als „Brandflüssigkeit, die hoffentlich nicht in meiner Nähe landet“.
Der Aufschlag klirrte leise, dann zischte es. Flammen leckten empor – orangegelb, hungrig, heiß genug, dass selbst Metall knisterte.

Antarians Schild loderte. Fluchend riss er ihn zur Seite. Schweiß glänzte auf seiner Stirn, sein Blick verzog sich zu einer Mischung aus Schmerz und Erstaunen. Der Schütze hinter ihm taumelte, wich nur minimal zurück – zu spät.

Analeya war heran.

Sie drückte mit dem Schild nach vorn, ihr Körpergewicht konzentriert, und traf Antarian wuchtig. Das dumpfe Wumm hallte über das Feld – Metall auf Metall, Fleisch auf Eisen. Antarian stolperte, knirschte mit den Zähnen. Seine Deckung brach an der linken Seite auf.

„Gebt drinnen Befehl zum Feuer frei!“, rief Jynela, während sie bereits den nächsten Pfeil anlegte. Ihr Herz schlug schneller, doch ihr Gesicht blieb unbewegt. Sie spürte das vertraute Ziehen in der Brust – die süße, scharfe Klarheit, die nur der Beginn eines Gefechts brachte.

Jean Pierre stürzte vor, hob den Bogen, spannte die Sehne. Jynela duckte sich hinter dem Grenzschild, glitt zur Seite und schoss erneut – diesmal ein Pfeil, der statt Flammen Energie barg. Bläuliche Funken zuckten an der Spitze, als der Schuss Jean Pierres Oberschenkel streifte.
Er sackte keuchend zusammen.

Ihre volle Konzentration richtete sich nun auf den Schützen, während sie im Hintergrund die Kampfgeräusche von Analeya und Antarian ausblendete.
Mit der Geschmeidigkeit eines Raubtiers kniete sie ab, schoss um das Grenzschild herum, wich aus, duckte sich. Jean Pierre, der im Gras kniete, rang nach Atem als er nächste Pfeil flog - und traf.

Mit einem Schmerzensschrei ließ der Schütze den Bogen aus der Hand gleiten. Und in jenem Moment setzte sie sich in Bewegung.

Ihre Stärke war ihre Schnelligkeit, ihre Wendigkeit.
Sie musste nur bei ihm sein, bevor er sich an den Schmerz gewöhnte.

Die letzten Meter überwindend war sie endlich am Ziel und trat nach vorn, ihr Stiefel traf präzise den Bogen im Gras und ließ ihn einige Meter weit zur Seite fliegen. Allerdings war der Schütze noch nicht am Ende, mit einer fließenden Bewegung zog er sein Rapier, eine Bewegung, die sie nur noch aus dem Augenwinkel wahrnahm, auswich, aber dennoch den brennenden Schmerz spürte, als er sie traf.

Im Hintergrund Analeya drückte Antarian weiter zurück, ließ ihre Klinge blitzen – ein sauberer, scharfer Hieb, der über den gegnerischen Schild hinweg zuckte. Eisen krachte auf Eisen.
Sie hatte mehr als eine Stunde damit verbracht zu lernen, wie man mit Schmerz umging, es lenkte sie nicht ab und so fand direkt der nächste Pfeil den Weg auf die Sehne.

„Flieh“, kam es knapp über ihre Lippen.
Doch der Mann blieb standhaft. „Ich werde meinen Herrn nicht allein zurücklassen.“
Ihre Mimik verriet wenig – vielleicht empfand sie sogar Respekt für seinen Mut. Doch ihre Finger griffen beinahe liebevoll nach einem weiteren Pfeil.
„Gut. Bis zum Ende. Ich respektiere das“, stellte sie schlicht fest.

Nicht einmal einen Wimpernschlag später zersprang das Glas auf seiner Brust. Er sackte zusammen.


Seelenruhig nahm sie seine Waffe auf und schleuderte sie weit zur Seite. Dann hob sie erneut den Bogen. Dieses Mal galt ihr Ziel Antarian, der noch immer mit Analeya kämpfte.

Sein Blick glitt zu dem Gefallenen – ein Fehler.

Hätte er sie gekannt, dann wäre ihm vielleicht das Funkeln in ihren Augen aufgefallen, aber so war es das schepperndes Metall, als auf einmal eine knurrende Analeya auf ihn zu stürmte wie ein Rammbock auf die Tore von Berchgard.

Und sie sah zu, ließ in jenem Moment trotz erhobenem Bogen, trotz angelegtem Pfeil in aller seelenruhe die Macht Alatars in Form von Analeyas Waffe richten.

Sie war bereit.

Bereit, genau eine der Stellen zu treffen, die einen Ritter in seiner Rüstung verletzlich machten. Sie musste nur warten, bis er den Arm zum nächsten Schlag hob, um den nächsten Pfeil in seine Achsel zu schießen. Nur ein schmaler Spalt, aber groß genug für einen Scharfschützen.
Doch sie hielt inne, denn wieder setzte Analeya nach, beförderte den Kerl auf den Boden.

Und dann gab es diesen Moment. Einen Moment, den man nur hatte, wenn man auf dem Schlachtfeld jemanden an seiner Seite hatte, der genau wusste, was er tat, auf den man sich blind verlassen konnte.
Vangaad griff nicht an. Setzte nicht nach. Eine Bewegung zur Seite und die Schusslinie war frei.
Das leise Sirren kaum zu hören und gleichzeitig ihr Ruf als Warnung: "Vangaad! Abstand!"

Die Explosion blendete kurz.

Analeya nutzte den Moment – das Schwert hob sich im Schwung gegen Antarians Kopf.

„Erledige ihn! Los! Nicht zögern! Für den Einen!“, es waren nur Worte, aber sie kamen gebrüllt, voller Kraft, um sie noch einmal anzutreiben.

Beinahe.

Doch dann – ein weiterer Knall, Rauch, beißender Gestank.

Und im Schutz dessen – waren die beiden Männer verschwunden.


Irgendwo hörte sie noch den lauten Ruf der Gräfin: “Lichtenthal Rückzug!”




Und während hinter ihnen die Katapulte weitere Steine feuerten, dumpfes Grollen in der Nacht, und die Banner der legion sich im aufkommenden Wind blähten, sah sie zufrieden auf den Rauch, der weiterhin über dem Schlachtfeld waberte, wie aufsteigender Nebel am Morgen.

Ihre Lippen verzogen sich zu einem kaum sichtbaren Lächeln.

„Berchgard… wir klopfen gleich noch mal. Versprochen.“
Cecilia Zola
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Registriert: Montag 6. März 2023, 00:07

Beitrag von Cecilia Zola »

Nachts saß die junge Heilersschülerin mit angewinkelten Beinen an der Wand gelehnt, direkt gegenüber von Sir Keylon von Salberg, um ihn jederzeit im Blick zu haben. Es war ein Wunder Temoras, dass sie ihn nicht transportieren mussten UND dass er den Trubel im Lazarett ohne weitere Vorkommnisse überstand. Die Bewusstlosigkeit konnte manchmal ein wahres Geschenk sein.

Müden Blickes schaut sie sich um. Auf das Chaos das herrschte. Die durchwühlten Regale hatten deutliche Löcher in den Beständen. Flecken von Blut, Tränken und anderen Flüssigkeiten waren überall auf den Matten verteilt. Hier und dort lagen vereinzelt dreckige Bandagen und Tücher oder leere Phiolen und Flaschen verteilt herum. Direkt neben ihr häufte sich ein Stapel Wäsche, irgendwer hatte versucht alle benutzten Stoffe an einem Ort zu sammeln. Da ist noch einiges zu tun, ging ihr nur durch den Kopf.
Zumindest alle stabile Patienten konnten wieder entlassen werden. Und die fünf übrigen, davon einer bewusstlos, waren auf die Betten und Tischplatten verteilt und schliefen den dringend benötigten Schlaf der Erholung.

Langsam nippte sie an ihrem Tee, aufgegossen aus Kamille, Fenchelkraut und einer Prise Wildkrautpulver. Sie hatte den Tee noch mit einem guten Schluck eines potenten Schmerzmittelns gestreckt. Sie hoffte, das würde den Hals beruhigen. Den Schmerz von den beanspruchten Stimmbändern nehmen. Sie schloss kurz die Augen und erinnerte sich an dem Moment, wo es unerträglich wurde.
Alles lief gut, ihre Tränke halfen ihr in dem Chaos und hielten ihren Körper aufrecht unter der Belastung. Die Kräuter gaben ihrer Stimme eine ungewohnte Kraft, die sie anfangs selbst erschreckte. Rau blieb sie, aber das Krächzen war weg. Zufrieden nickte sie bei der Erinnerung, dass die Tränke die erwünschte Wirkung zeigten. Doch dann kamen sie.
Die Verletzten wurden Schlag auf Schlag gebracht. Der erste Angriff schien vorbei zu sein. Oder noch im Gange. Sie wusste es nicht. Sie bekam kaum etwas mit im Lazarett. Gestern hatte sie sich nachts auf die Mauer gestellt und die diensthabenden Kameraden gefragt. Heute traute sie sich nicht. Sie hatte Angst vor den Antworten. So lange sie einige Namen nicht bei sich liegen hatte, muss es ihnen gut gehen!
Und in diesem Moment ging es nur um die Verwundeten. Doch es waren zu viele auf einmal. Zu viele mit sofortig benötigter Behandlung. Keine Panik bekommen, dachte sie sich noch und arbeite einen nach den anderen ab und verteilte Aufgaben. Doch die spontanen Helfer wollten und mussten zurück zum Kampf. Irgendwann erinnerte sie sich an Ramons Worte:
"Bitte scheue dich nicht einfach irgendwelche Wachen zu befehligen oder andere die gerade nichts zu tun haben wenn es soweit ist...nicht zu lange warten."
Und so rief sie laut nach einem Gardisten. In der Hoffnung, dass einer der Kameraden auf der Mauer sie hörte. Sie erschreckte sich selbst vor ihrer lauten Stimme. Doch sie rief noch einmal. Und versorgte dann weiter. IRgendwann erblickte sie den Oberst. Nahm am Rande seine Verwundung war. Und machte weiter. Doch noch immer war kein Kamerad da. Sie rief noch einmal laut raus. Sie bemühte sich lauter zu sein als zuvor. Und war dennoch leiser als die meisten Menschen in ihrem Umfeld. Ja, das war der Moment wo ihre Stimmbänder wieder schmerzten. Der Moment, wo die Tränke nicht mehr halfen.
Die junge Heilerin legte bei der Erinnerung ihren Kopf an der Wand ab und ließ die Schultern fallen. Auch ihre letzte Hoffnung half in dem Moment nicht, obwohl sie den Trank in einem Schluck leerte. Und das wird sich noch rächen, das wusste sie jetzt schon. Einige Bestandteile waren in großen Mengen das Gegenteil von hilfreich. Doch bis dahin muss sie durchhalten. Im Zweifel die Wirkung mit weiteren Tränken aufrecht halten. Wie der, von dem ein guter Schluck in ihrem Tee war.
Sie leerte ihre Tasse und drückte sich wieder hoch. Das Chaos der ganz eigenen Schlacht im Lazarett musste beseitigt werden. Die Trankflaschen für den nächsten Angriff wieder gefüllt und vor allem ihr komplett geräuberter Gürtel wieder gefüllt werden. Und so wuselte die junge dürre Gestalt viele Stundenläufe durch das Hospital und richtet es so gut es geht wieder her. Sie achtet darauf so leise wie möglich zu sein und keinen zu wecken wollen. Und danach? Ging die Sonne auf und sie begann alles für die bald wachwerdenden Patienten vorzubereiten und Brote zur Verpflegung zu schmieren. Und ein weiterer Tag unter der Belagerung brach an.
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Raphael Caldan
Beiträge: 23
Registriert: Mittwoch 15. Juni 2016, 00:03

Beitrag von Raphael Caldan »

Nur ein Feigling vor der Herrin

Er rückte mit den andrene Streitern des Lichtes aus.
Raus aus Berchgard rein in die ... Schlacht?
Raphael keuchte auf.
Eine Schlacht.
Eine echte Schlacht.
Nicht diese tumben Gegner in den Höhlen in die er ging, das hier waren seine Feinde.
Echte Feinde die auf sein Blut aus waren.
Geschockt blieb er stocksteif stehen. Schwert und Schild fset in der Hand, doch er vermochte sich nicht zu rühren als ein Lethar mit gezogener Waffe kampflustig auf ihn zu marschierte.
Neben ihm hörte er Fleur rufen „AHHH! LOSLASSEN!“
Dann ein „Raphael Tu doch was“
Der junge Klosterwächter riss die Augen noch weiter auf während er nun vor seinem Angreifer zurück wich.
„I... Ich...“ und statt das er half verließ ein Schrei seine Lippen "HI... Hi... Hilfeee“
Und schon hämmerten die ersten Schläge seines Angreifers vehemennt, und ohne Rythmus auf seinen schnell hochgezogenen Schild ein.
Raphael kam zu keiner einzigen Gegenwehr.
Seine blasse Gesichtsfarbe wechselte schnell von blass ins grünliche... passend zu einer Schildkröte, so wie er sich wohl auch im Moment fühlen mochte, so wie er sich hinter seinem riesigem Schild versteckte und immer weiter unter den Schlägen zurück stolperte.
Als der Lethare erneut angriff, riss Raphael in Mut der Verzweifelung den Schild runter um dann selber einen Schlag zu versuchen, und zu seiner eigenen Überraschung traf er den Mann.
Die entstandene Pause nutzte Raphael gleich um mit einem Gebrüll auf ihn los zu stürmen.
Hochschießend getrieben von Panik und getrübten Heldenstolz schoß er nun hoch, sprintete hinter seinem Schild vor um auf seinen Gegner los zu stürmen.

Er stellte es sich so einfach vor.
Mit seinem ganzem Gewicht, den Schild voran den Gegner zu Boden werfen.
Ganz ganz einfch ...

Wenn denn die Umsetzung so geklappt hätte wie gedacht.
Der Lethare vor ihm machte fast gemütlich einen Schritt zur Seite, und schob nur seinen Rabenschnabel zwischen seine Beine.
Raphael geriet ins stolpern, und überschlug sich dann im Dreck liegen bleibend.
Die Augen geschlossen wartete er auf den letzten Hieb der ihm das Leben nehmen würde aber der Lethar murmelte nur noch etwas von
„Das Fleisch langweilt“
Mehr kam nicht.
Kein weiterer Schlag der ihm das Leben nehmen würde.

Wie lange Raphael dort wohl lag, vermochte er nicht zu sagen, aber wahrscheinlich rettete ihm genau das das Leben.
Wie ein geprügelte Hund erhob er sich irgendwann, und zog sich zurück.
Nicht nach Berchgard.
Nein. Er war einfch noch nicht soweit sich solch einer Schlacht zu stellen.
So zog er sich zurück nach Schwingenstein.
Irgendwer musste ja dort nach dem Rechten sehen.
Zuletzt geändert von Raphael Caldan am Freitag 9. Mai 2025, 21:59, insgesamt 2-mal geändert.
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Aaryon von Hohenfels
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Registriert: Samstag 4. Januar 2025, 13:02

Beitrag von Aaryon von Hohenfels »

Er klaute dem Wirt mitten in der Nacht einen Zettel und Kohlestift und verschwendete ein bisschen Energie darauf, das schwache Licht im Schankraumfür seine Wahrnehmung zu verstärken. Die Worte mussten raus aus ihm, er wurde sonst kirre.

"Berchgard. Oberstadt.
Wir haben die Unterstadt verloren. Sie haben eine Bresche in die Mauer geschossen und wir warteten bereits, alles Kampffähige - und wenn ich mir Gardist Ark so anschaue, dann eigentlich nicht einmal das - zusammen gezogen, als sie mit einem Rammbock auch noch das Tor aufbrachen. Uns zwangen, unsere Kräfte in Bewegung zu bringen und aufzuteilen.

Nicht von Arenvirs Seite weichend, war ich dafür "zuständig", mit meinen kleinen Zaubern magische Schilde auszulösen und ja, manchmal standen mir von meinen eigenen, zurück geworfenen Entladungen die Haare zu Berge. Ich würde mir die Haut vom Leib braten lassen, wenn Arenvir sie dafür danach wenigstens komplett in Flammen aufgehen lassen kann.

Aber wir haben verloren. Ich sah ihn vor mir, während er sich den Zaubern seiner Feinde zu entziehen versuchte, schwächer werden und zusammen brechen. Fast schon nahtlos ineinander übergehend spürte ich in meinem eigenen Rücken Kribeln, Brennen, Blitze... egal.
Während andere uns durch kämpfendes Chaos abschirmten, schleppten wir uns zur Treppe, bevor Flucht nicht mehr möglich gewesen wäre.

Heute - oder gestern, keine Ahnung wie spät es ist - Abend haben diese verdammten Drecksäcke triumphierend den Namen des Panthers in den Himmel geschrien, und das neben der Statue von Sir Thelor...
Kämpfe gegen Tränen der Wut.
Wenn Emotion tatsächlich so ein starker Magieträger ist, wie Arenvir sagt, dann müsste doch jeder einzelne dieser Bastarde in diesem Moment in Flammen aufgehen!

Bei uns... lagen die Verletzten im Dreck der Mine. Letzter Rückzugsort, die sorgeumnebelte Option, nach Nilzadan zu evakuieren, wenn nichts mehr geht. Im Staub der Mine wäre Verdania, die Leiterin der AKS, fast verreckt. Cecilia mit Aderklammern bewaffnet mit beiden Händen in ihrem Blut wühlend. Sir Keylon immer noch nicht wirklich bei Bewusstsein. Serina hat etwas den Arm gebrochen und sie muss einen heftigen Schlag gegen den Kopf bekommen haben. Sie wimmern zu hören, brach mir das Herz - und ihr geht es noch mit am besten von der Schar derer, die verletzt sind.
Bilder, die ich nie vergessen werde. Wenn ich das hier überlebe.
Die Heiler, unsere "tatsächliche letzte Bastion", wie ich sie nenne, kratzen hier Leute von der Schwelle des Todes, unerschrockener und verbissener als mancher Mann in Rüstung. Wäre nur Cecilia hier, hier lägen Tote. Viktoria Hamberg, Taran Telian, Ragai... Keiner stellt Fragen. Alle arbeiten.
Beziehungsweise...
Als wir keine Träger außer mich und Ark hatten, um die Verletzten von der Mine zumindest zwischenzeitlich in die Taverne der Oberstadt zu bringen, während es hieß, dass "die Würdenträger" an der Treppe stehen und sich Wortgefechte mit dem Feind liefern...
da ist Cecilia raus gegangen. Diese kleine, dürr wirkende Frau mit der Kraft eines erbosten Muttertieres, sonst ein Schatten ihrer selbst... und ging in einer Art, dass ich jetzt noch innerlich lachen muss. Keine Ahnung, was sie draußen gesagt hat. Aber plötzlich kamen sie fast alle und packten mit an.

Arenvir hält die Moral aufrecht. Muss er, oder denkt er auch, was er sagt? "Wir kämpfen um jeden Meter. Wir haben uns gut geschlagen."
Ich könnte brüllen vor Wut.
Vor der Statue von Sir Rafael hab ich gekniet und dem Gebet von Lady Helisande gelauscht, mit dem sie Temora dankte und um Stärke für alle bat. Ich kann nicht beschreiben, was dabei in mir vorging. Die Statue von Sir Rafael. Bedroht. Wenn die Rahaler die Katapulte aus der Festung der Excubitores - WO SIND DIESE LEUTE, DIE EINE VERWAISTE FESTUNG VOR BERCHGARD DEM FEIND ÜBERLASSEN HABEN, VERDAMMT! WER HAT DAS DA BAUEN LASSEN?!

holen und auf die Oberstadt schießen...
Götter, ich möchte schwören, dass ich mich lieber an dieser Statue von einem brennenden Felsbrocken treffen ließe, als sie zerstören oder auch nur Schaden nehmen zu lassen, aber ich kann nicht. Ich weiß, dass es "nur" ein Gegenstand ist... für mich nicht. Ich kannte ihn nicht mal, aber es ist, als wäre mein Lehrer gefallen. Für Mutter und Vater blutet mir das Herz bei dem Gedanken.
Ich denke wirres Zeug. Würd gern schlafen. Kann nicht. Auf dem Tisch liegt Serina und wimmert im Schlaf, treibt mir mit jedem Ton Tränen in die Augen. Liegt auf einer Lage Leder und Handtüchern vom Wirt. Verbände gehen aus. Haben mehr Verletzte als Leute, die noch eine Waffe halten könnten.

"Temora hilf!" mag ich nicht mal schreiben. Es klingt so hohl...
Temora, vergib.
"Wo der wohl wieder reingeraten ist... Der zieht das magisch an!"
- Kronritter von Salberg *noch qualmend* -
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ShaNara
Beiträge: 82
Registriert: Freitag 15. September 2023, 19:12

Beitrag von ShaNara »

Am Morgen war es still.


Der Wind strich durch die zerborstenen Fensterläden, trug Asche und den bitteren Geruch verbrannten Holzes durch die Gassen Berchgards. Kein Hahn krähte. Kein Hammer schlug. Und mittendrin stand sie, im Herzen des Lazaretts - nun ein Ort der Verwüstung, zertrampelten Kräutern und verschüttetem Blut.

Die Tür war zertrümmert, die Arbeitstische und die Utensilien gebrochen. Blut klebte zwischen den Steinen, wo Heilkundige sonst ihre Arbeit verrichteten. Vor ihr lag ein Junge. Vielleicht zwölf Zyklen alt. Kein Krieger. Kein Feind. Ein Zufall. Ein Schattenwurf in der falschen Sekunde.

Der Traumfänger an ihrer Hüfte wehte langsam im Wind, der durch die offene Türe pfiff. Ein kleines Stück Haar, ein Knochen, ein getrockneter Ringfinger – die Geschichten der Gefallenen, von ihr gesammelt. Manches aus Respekt. Manches aus Erinnerung.

Sie murmelte alte Worte, rituell, fast mechanisch. Dann legte sie dem Jungen ein Stück Leinen über das Gesicht. Der erste von vielen.


Sie heilte.
Es war ihr auferlegter Pfad.
Zuletzt geändert von ShaNara am Samstag 10. Mai 2025, 12:23, insgesamt 2-mal geändert.
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XhuRyna
Beiträge: 80
Registriert: Sonntag 17. November 2024, 19:07

Beitrag von XhuRyna »

Flammen und Feuer über Berchgard

Sie erinnert sich an die letzten Tage. Sie stand Wache am zerborstenen Tor Berchgards. Sie erinnerte sich an die teilweise lustigen wie tiefsinnigen Gespräche mit Zyn'tuin am Lagerfeuer und als beide Wache hielten. Sie erinnerte sich an Ihre Geschwister im Kampf, an die teilweise nervigen Fragen von Tarin Voss. An Ardhar der die Katapultmonster gebaut hatte, die Sie bedienen lernen durfte. Sie gehörten alle zu ihrem Pfad.

Sie konnte noch die Erschütterungen des Rammbocks spüren, als Sie gemeinsam mit ihren Geschwistern diesen bedienten, um Berchgards Tore in die Knie zu zwingen. Die von den Katapulten geschlagene Bresche war ein Falle. Süßer Geruch von Verrat und Hinterlist lag in der Luft als Sie die zwei Mannbreite Bresche musterte.

Sie erinnerte sich nun an den Kampf mit dem Ritter den Sie am Tag vom Pferd geholt hatte, als das Rot in Ihr aufflammte und Sie drohte Freund wie Feind gleichermaßen anzugreifen.
Der Ritter der ehrenvoll gekämpft hatte und Sie sogar verletzt hatte und dem Sie den Gefallen erwiderte. Das Rot wollte Siegen um jeden Preis.

Sie konnte noch immer die Wunden spüren und die Verletzungen die aufrissen, als Sie das Katapult am Tag darauf mit den schweren Basaltsteinen beladen hatte.

Die Bandagen hielten und Ihr Körper auch. Das hatte Sie der BrakNa versichert. Sie sollte sich keine Gedanken um die RaSho machen.
Doch wie lange könnte Sie noch den Schein aufrecht erhalten?
Wann würde der Punkt kommen an dem Sie zerbrach?

Es war ihre dritte größere Schlacht, nach der Schlacht gegen Getares, doch diese war anders. Sie war kein Überlebenskampf, wovon die Zukunft des Stammes abhing wie gegen Oshraxys.
Es war keine Schlacht für die Verteidigung des RaKuns.

Es war Rache! So hatte man es ausgerufen. So die Verbündeten angespornt.

Berchgard sollte gebrochen, geplündert und gebrandschatzt werden.
Aus Rache.
Der Blutpreis war hoch.
Beim Sturm auf Berchgard wäre Sie fast wegen ihrer vorherigen Wunden gestorben. Sie fühlte sich träge und müde. Sie erschlug zwei Krieger einen Berobten, bevor es Sie traf. Sie war unachtsam, unvorsichtig. Es war Ihr egal.
"Diese Eine ist zu stolz und zu sturr um zu sterben..," hatte Sie ShaNara erklärt, als Sie Bolzen und Pfeile aus Ihrer Rüstung und Schild zog. Sie würde sich die nächsten Tage schonen müssen. Doch glaubte Sie wirklich an Ihre Worte?
Denn sie musste erkennen, dass Sie nun ein Teil von etwas Größerem war. Einem ewigen alten Konflikt, der schon über Generationen an der Oberfläche statt fand. West gegen Ost.

Sie war nun ein Teil davon und Sie würde Ihre ganze Kraft brauchen, in Zukunft. Entziehen konnte Sie sich dem nicht. Sie musste dem Pfad weiter folgen, für Ahamani, für den RaKun, für die Verbündeten, das Graue Banner und letzten Ende auch, für sich selbst. Sie hörte Jyn'drarr noch einmal in ihrem Geiste sagen:"Glaubt XhuRyna für alle Herausforderungen bereit zu sein, die man ihr in den Weg stellt?" Sie würde es herausfinden müssen.
Zuletzt geändert von XhuRyna am Samstag 10. Mai 2025, 11:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Velvyr'tae
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Registriert: Samstag 11. Februar 2023, 18:04

Beitrag von Velvyr'tae »

Ein Windstoß kräuselte die Oberfläche des matten, rostigen Rot.

Das vergossene Blut auf dem zertrümmerten Mauerteil hatte sich in einer Vertiefung gesammelt.
Sie zog den krallenbewehrten Handschuh von ihren narbigen Hand. Tauchte den Zeigefinger in das kühl gewordene Nass.
Ihr Geist verband sich mit dem Gefüge so selbstverständlich wie der nächste Atemzug.
Ließ sich treiben, die Stimme des Panthers im Hintergrund. Überwältigend, fordernd, erbarmungslos. Immerwährend und vertraut.
Der Rest des Lebens, das Echo dessen, was einmal ein lebendes Wesen ausgemacht hatte, prickelte auf ihrer Haut.
Verblichen. Bald vergessen.

Nahende Stimmen riefen sie zurück.
Die Lethoryxae rief ihre treibenden Gedanken zur Ordnung.
Irgendjemand würde auch die Leiche fortschaffen. Sie stand auf, ohne das bleiche Gesicht zu beachten.

Schritt weiter. Ihr Blick glitt über die Gebäude, intakte und geplünderte. Die steinerne Anhöhe im Osten, über der sich die Oberstadt erhob.
Erinnerte sich mit einem leisen, angeregten Grollen an das Geplänkel des Vorabends.
Sie wusste, was es bedeutete, in einer zerstörten Stadt zu stehen.

Im niedergebrannten Rahal, vor vielen Jahren. Lodernden Zorn verband sie damit. Nicht auf den Feind. Die Ketzer existierten, würden immer wieder versuchen zu vernichten, was Alatars Wille aufbaute. Es war ihre Bestimmung.
Nein, Zorn über die Schwäche Seines Reiches. Sie hatten versagt, damals. Dafür bezahlt. Und waren gewachsen.

In Varuna. Betäubter Triumph vermischt mit Genugtuung. Die Ketzer hatten die Stadt geräumt, bevor sie in Schutt und Asche gelegt wurde. Kein Blutbad, zumindest nicht nach ihren Maßstäben. Aber Varunas Fall war auf so vielen Wegen vorbereitet worden. Kryndlagors Aufstieg. Die Jagd auf den Schwertträger Temoras. Sein Tod.

Berchgard und die kleine Burg im Osten der Siedlung waren kein Vergleich. Und doch waren sie ein Zeugnis dafür, dass ein neuer Pulsschlag durch Sein Reich ging.
Konnte das genüssliche Grollen des Raubtieres in ihrem Geist fühlen, niemals weit entfernt.
SEINE Stimme, die ihr Leben mehr und mehr bestimmte.
Sie erfüllte.
Komprimierte, was sie war.
Sie legte den Kopf in den Nacken und gestattete sich für einen Moment Genuss. Fühlte die sengende Energie, die durch ihre Muskeln lief. Voller Leben.

Genug. Es gab zu tun.
Sie hielt auf das Gebäude zu, wo die Kronritterin zu Hause war. Sie würde ihn dort finden. Weiter planen. Ein Erfolg war nie genug.
Eine Patrouille der Legion kreuzte ihren Weg. Sie nickte ihnen knapp zu und der Gruß wurde militärisch erwidert. Gute Krieger. Harte, pragmatische Werkzeuge.
Wie es sein sollte.
Wie es IHM gefiel.
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Ryx'tar
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Registriert: Mittwoch 25. Mai 2016, 16:06

Beitrag von Ryx'tar »

Der Letharf marschierte entlang des Wehrgangs der Ostmauer. Wandte sich stadtwärts, ließ den Blick über den Markt und die vom Katapultbeschuss lädierten Häuserdächer, -wände und Straßen schweifen.

Ein seltener Moment der Stille nach drei Tagen voller Ereignisse, Anstrengungen, Opfer, Gewalt und Tod. Die Gedanken schweiften, jüngste Erinnerungen wurden wach, die den Weg bis zu diesem Punkt ebneten.


  • ... Der leblose Körper Isidors, getragen von einem Arkorither, auf Iryl'fas Echse gehievt.
    Noch in der gleichen Nacht schworen er und seine Brüder tief im Axorn Rache für die hinterhältige Hinrichtung:

    Ryx'tar: [lethar] Zuerst ein Dorf, vermutlich Junkersteyn. Sie werden es wohl aufgeben, um eine
    Ryx'tar: [lethar] offene Schlacht zu meiden. Bisher waren sie schlau darin, Kämpfe zu meiden
    Ryx'tar: [lethar] und wurden stets dafür belohnt. Sie müssen lernen,
    Ryx'tar: [lethar] was es sie kostet, wenn sie die offene Schlacht meiden.



    ... Die zähen Planungen und Besprechungen. Die Einwände bei der ersten Besprechung, in die das Reich und Verbündete eingeladen wurden. Einwände von Menschen ohne Schlachterfahrung - keine Lethrixoren, keine Bruderschaftler - deren Meinung er der Politik wegen vorgeben musste zu respektieren. Und der Anschein von Zweifel beim Meisters selbst. Die ersten Widerstände begannen.


    Qy'lhor: [lethar] Nun, der Abend heute hat die selben Fragen aufgeworfen, wie die Versammlung unseres Volkes.
    Qy'lhor: [lethar] Willst du dennoch das Risiko weiterhin so hoch halten und direkt in Junkersteyn Lager beziehen,
    Qy'lhor: [lethar] anstatt westlich von Berchgard?
    Ryx'tar: [lethar] Die Einnahme Berchgards von Westen her ist um ein vielfaches schwieriger. Die Stadt ist
    Ryx'tar: [lethar] darauf konzipiert, eine Belagerung und Angriff von Westen standzuhalten. Daher gilt sie als
    Ryx'tar: [lethar] uneinnehmbar. Die Ostmauern dagegen sind... einnehmbar.
    Ryx'tar: [lethar] Die heutigen Einwürfe...
    Ryx'tar: [lethar] halten keiner genaueren Überprüfung stand. Doch sie fühlen sich gut, gehört zu werden,
    Ryx'tar: [lethar] also hören wir und antworten wir.


    Qy'lhor: [lethar] Ich werde mir Gedanken machen und dir die Entscheidung mitteilen.
    Ryx'tar: [lethar] Warte.
    Ryx'tar: [lethar] Wenn dieser Angriff fehlschlägt, kannst du mich persönlich der Lava übergeben.
    Velvyr'tae: *sie neigt den Kopf zur Seite, der Blick pendelt zwischen den beiden.*
    Ryx'tar: [lethar] Dieser Angriff ist keine einfache Laune, es ist eine Pflicht, zu der
    Ryx'tar: [lethar] mich Vater treibt. Ich sage dir das, damit du dir
    Ryx'tar: [lethar] dies mit einfließen lässt in deine Gedanken, Meister. Wir erwarten dein Urteil.
    Qy'lhor: [lethar] Und wenn du nicht versagst?
    Ryx'tar: [lethar] Dann habe ich meine Pflicht erfüllt. *meint er nur schlicht*



    ... Ein entscheidender Abend bei den Alkas, als der Plan mündlich dargelegt wurde.


    • Kyrian Rabenfels: Ahad, würdet Ihr dem Feldzug wie er geplant ist zustimmen und die Truppen in das feindliche Reich entsenden?
      ...
      Kava Shasul: Aktuell sehen wir für euer Heer ein zu hohes Risiko.

      Kyrian Rabenfels: Ich entnehme also Eurer Aussage, Ahad, dass Ihr unter den gegebenen Umständen die Legion nicht in das feindliche Reich entsenden wollt. Richtig?

      Kava Shasul: Dann würde ich nach aktuellem Kenntnisstand davon abraten.

      Ryx'tar: Der Ahad hat für eine Schlussfolgerung noch nicht jegliche Details und Überlegungen vernommen. Jedes Urteil an diesem Punkt ist eines in Halbkenntnis.

      Kyrian Rabenfels: Ihr hattet Zeit alles zu erklären, welche Kenntnisse habt ihr uns allen vorenthalten?

      Ryx’tar: Ich habe den Plan in ersten groben Zügen erläutert, damit ich nicht der einzige bin, der an diesem Abend spricht. Wenn der Ahad Risiken sieht, lassen diese sich in einer näheren Auseinandersetzung und Erörterung von Details, die sich anpassen lassen, mit hoher Wahrscheinlichkeit ausräumen. Wenn das Ansinnen für eine angemessene Rache an den Ketzern des Ostens einem jeden hier ein Anliegen ist, so ist es das mindeste, sich Gedanken darüber zu machen, wie sich eine solche Rache realisieren lässt.

      Kava Shasul: Die Klingen unserer Streiter rufen nach Vergeltung, wenn man die Risiken beseitigt sollte einem Angriff nichts im Wege stehen. Das setzt natürlich voraus, dass man jedes Detail eurer Planung kennt.

      Jynela Dhara: Ahad, was wenn wir uns einmal in der Bruderschaft zusammensetzen und die Risiken sammeln und erste Lösungen überlegen, dann wieder zusammenkommen? Am Ende ist dies einer der größten Vergeltungsschläge, die zumindest ich hier erlebt habe. Dafür kann und sollte man sich Zeit nehmen. Soweit ich es aus dem Bericht in Erinnerung habe, war sowieso eine deutliche Zeit der Planung von den Kindern des Einen angesetzt. *sie blickt nochmal gen Ryx* Und ihr erwähnten die Marine zur Flucht.... vielleicht sollten wir sie auch für die Anreise in Erwägung ziehen.

      Ryx’tar: Wenn von eurer Seite nichts dagegen spricht, würde ich mich dem Gespräch in eurer Festung anschließen, damit wir dort gemeinsam an den Details feilen können. Das ist, denke ich, zielführend und wird die Sache beschleunigen.




    ... Viele Abende des Planens, Kopf zerbrechens, Abwägens, Besprechung von taktischen Manövern und strategischer Überlegungen. Tage, Wochen, Monde.
    Jynelas Worte im Axorn: "Ich halte den Plan immer noch für Wahnsinn."
    Zeit, die dem Plan schließlich aber den nötigen Feinschliff gaben und die Zufriedenheit des Ahads, sowie kurz darauf, die Zustimmung der Alkas zur Folge hatte.



    ... Der Marsch in das Feindesland, die Einnahme Junkersteyns und der kleinen Burg. Noch am Abend der Ankunft entbrannte Chaos, drohte den Plan durcheinander zu wirbeln. Doch der erste Kampf wurde geschlagen und die Katapulte sicher in den Innenhof gebracht.



    ... Die Bresche. Er stand im Schildwall seiner Mitstreiter, der Schild gehoben vor den surrenden Pfeilen des Feindes. In der Luft lag ein Geruch von Schweiß, Blut und Verkohltem. Ein jeder von ihnen war nur durch Kraftreserven noch auf den Beinen.
    Diese verdammte Bresche. Sie war derart geschlagen, dass es kaum möglich war hindurch zu sehen. Er nutzte die Minuten im Schildwall, gleich vor der Bresche. Eine Entscheidung musste getroffen werden, doch diese Bresche roch nach Heimtücke. Blind würde er keine Streiter hinein schicken. Taktischer Rückzug.
    Kurz darauf waren sie wieder vor Berchgard, diesmal am Tor, mit dem schweren Rammbock aus einem alten Eichenstamm, mit dem sie schon die kleinere Burg eingenommen hatten; getragen von sechs Mann. Das Tor hielt nicht ewig stand gegen die Gewalten, die es erschütterten.
    Es folgte Geplänkel, irgendwann der Einfall. Alatar selbst hielt seine Pranke über ihnen in diesem Moment, denn das Heer fiel wie ein Strom ein, unaufhaltsam wie Vaters Zorn selbst. Es folgte Gemetzel, Blutrausch - irgendwann gingen die Feinde aus, die Straßen und der Markt waren voller lebloser Körper. Er kam langsam wieder zu Sinnen. Die Schlacht war geschlagen. Sieg. Sie hatten Berchgard eingenommen. Der Plan war nunmehr Wirklichkeit und sie alle hatten Geschichte geschrieben, für den All-Einen, für Vater.



Der Blick über Berchgard trübte sich, er schloss die Augen. All die vielen Widerstände, von politischem Geplänkel bis hin zur letzten Schlacht, waren überwunden. Machten ihn stärker, schärften seinen Willen.
Soweit es ihm aus den Geschichtsbüchern bekannt ist, wurde diese Stadt in den letzten Jahrzehnten nicht vom alatarischen Reich besetzt. Wenn sie überhaupt je einggenommen wurde. Sie galt nicht ohne Grund als uneinnehmbar.
Es würde eine Weile dauern, bis das Heer realisierte, welche Bedeutung dieser Sieg hat; dass ein jeder von ihnen in den Geschichtsbüchern stehen würde.
Zuletzt geändert von Ryx'tar am Samstag 10. Mai 2025, 13:08, insgesamt 1-mal geändert.
Antarian von Dynal
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Beitrag von Antarian von Dynal »

„Ehre dem Schild“ – Rückkehr nach Berchgard
Tag I – Die Feldschlacht


Der Abend hatte sich kupfern über das Land gelegt, ein seltener Moment der Schönheit, den das Schlachtfeld nicht zu kennen schien. Die untergehende Sonne tauchte Himmel und Mauern in ein mattes Gold, während Rauch von kleinen Feuern wie Schleier durch das Tal zog. Der Geruch von verbranntem Holz, Eisen, Blut und altem Öl hing schwer in der Luft.

Auf den Anhöhen im Osten formierten sich die Rahaler – eine finstere Silhouette aus schwarzem Stahl. Ihre Disziplin war greifbar. Schritt um Schritt, Reihe um Reihe marschierten sie heran, wie eine lebendige Mauer aus Eisen. Kein Ruf, kein Ausruf – nur das gleichmäßige Dröhnen ihrer Stiefel auf dem Boden. Ihre Banner zeigten keinen Stolz – nur Herrschaft.

Ihre Krieger trugen Rüstungen, so tief geschwärzt, dass sie das letzte Licht der Sonne verschlangen. Da war keine Prunkverzierung, kein ziseliertes Metall, nur kalte Funktionalität. Manche trugen Masken – ausdruckslos, wie Fratzen des Krieges selbst.

Ihnen gegenüber die Verteidiger von Berchgard. Kein Heer wie aus den Chroniken, sondern ein bunter Haufen aus Lichtenthal, Greifenhain, Meerswacht und den verstreuten Resten anderer Häuser. Jedes Banner erzählte eine andere Geschichte, jede Farbe ein anderes Erbe. Ihre Helme glänzten ungleichmäßig im Abendlicht, die Rüstungen zeigten Zeichen vergangener Gefechte – und Hoffnung. Es war eine Versammlung von Individualität, ungeschliffen, aber aufrecht – eine Verteidigung aus Menschen, nicht aus Zahlen.

Mit dem Sonnenuntergang setzte das erste Gedränge ein. Befehle hallten über die Wälle, die Trommeln der Rahaler verstummten, doch die Luft vibrierte von Spannung. Inmitten dieses unruhigen Webens aus Bewegung und Metall geschah es – ein Vorstoß, ein Vorgriff, ein Aufeinandertreffen kleinerer Trupps, während die Linien sich neu sortierten.

Es war nicht der Schmerz in der Schulter, nicht das Brennen in der Lunge, das Antarian von Dynal daran erinnerte, dass dies nicht mehr die Schlachten seiner Jugend waren. Es war das Gewicht der Rüstung. Früher trug er sie wie eine zweite Haut – heute prüfte sie bei jedem Schritt, ob sein Wille noch standhielt.

Und er stand.

Neben ihm: Jean Pierre Vinet, ein junger Schütze seines Hauses – nun Bruder im Kampf. Ihnen gegenüber: zwei rahalische Schützen, diszipliniert und lauernd, und eine Schwertkämpferin in finsterer Plattenrüstung, deren Schritte wie das Ticken einer Uhr wirkten – präzise, unausweichlich. Ihre Haltung verriet keinen Zorn, kein Triumph – nur Zweck.

Was folgte, war kein ehrenhafter Zweikampf wie aus Liedern. Es war der zähe Tanz des Überlebens. Antarian hob den Schild – und traf auf einen gleichwertigen Stoß der Rahalerin. Zwei Körper, zwei Schilde, zwei eiserne Willen. Niemand wich. Niemand fiel. Doch die Luft vibrierte vom Zusammenprall.

Dann fiel Jean Pierre.

Ein Pfeil, präzise geschossen – durch die Lücke zwischen Helm und Kragen. Er brach zusammen, wie eine zerbrochene Puppe. Kein Laut. Nur ein dumpfer Aufprall.

Antarian verkrampfte, doch seine Gedanken blieben klar. Er war nun allein. Gegen zwei Schützen. Gegen eine Kriegerin. Und keiner davon war jung oder unerfahren.

Der zweite Schildstoß kam aus einem anderen Winkel – tiefer, härter, nicht auf Widerstand gezielt, sondern auf Raum. Die Rahalerin geriet ins Straucheln. Für einen Herzschlag öffnete sich eine Lücke.

Antarian warf. Kein gezielter Wurf – ein Reflex. Das Messer traf. Die Schützin schrie auf und sackte zu Boden. Doch es war keine Erleichterung – nur ein Hauch von Luft.

Denn die andere Schützin war noch da. Und sie lauerte. Der Bogen immer wieder angelegt, die Sehne gespannt. Ein stilles Versprechen des Todes. Sie schoss nicht – aber sie sah. Und zwang ihn, stets einen Teil seiner Aufmerksamkeit auf sie zu lenken. Jede Bewegung wurde zur Gefahr, jede Finte zu einem Spiel mit dem Pfeil.

Der Kampf gegen die Rahalerin war roh, schwer, hart. Ihre Hiebe waren tödlich, präzise. Seine Paraden getragen von Gewohnheit, Schmerz und Erinnerung. Doch seine Bewegungen waren nie frei – der Schatten des Bogens schnitt in jeden Schlag.

Ihre Disziplin war unerbittlich. Kein überhasteter Schlag, kein unnötiges Risiko. Jeder Hieb hatte Gewicht. Jeder Schritt war berechnet. Es war die Kunst der Rahaler – das reine, gezügelte Töten.

Dann kam er.

Der Ruf. Laut. Klar.

„Lichtenthal – Rückzug!“

Erlösung in einem Wort. Ein Befehl. Und ein Geschenk.

Und doch: Kein Chaos. Kein panisches Laufen. Die Reihen lösten sich unter Kommando. Bannerträger rückten in Formation, Offiziere riefen Namen und Ordenszeichen. Inmitten der geordneten Bewegung schritt Antarian zurück – nicht als Kämpfer, sondern als Träger.

Ein Griff an den Gürtel. Der Zylinder – sein Rauchwerk. Grauer Nebel stieg auf, dicht, schwer, schützend.

Das Kurzschwert in der einen, Jean Pierre mit der anderen an der Schulter gepackt, zog er ihn rückwärts. Schritt für Schritt.

Nicht in Flucht – in Verantwortung.

Tag II – Die Bresche

Der Morgen roch nach nassem Stein und kalter Asche. Graue Wolken zogen tief über das Land, der Himmel schien schwerer als an jedem Tag zuvor. Kein Vogel sang. Kein Baum rührte sich. Die Welt hielt den Atem an.

Dann donnerte es.

Nicht vom Himmel – von den Rahal-Truppen im Osten ausgehend.

Die Katapulte feuerten Stein um Stein gegen die Mauern von Berchgard. Immer wieder. Stundenlang. Die Mauern splitterten, bebten, stöhnten. Magier warfen Schutzzauber auf die Risse, Zimmerleute füllten Lücken mit Balken und Brettern. Doch jeder Schlag war eine Warnung: Wir kommen.

Und dann kamen sie.

Das Tor zerbarst. Neben ihm eine Bresche – groß wie ein Scheunentor. Die Verteidiger, erschöpft, dezimiert, standen bereit. Der bunte Rest aus Adel, Bauern, Freiwilligen, Veteranen. Sie standen in ihren Farben, zerschlissene Banner, aber stolze Augen.

Antarian stand mit ihnen.

Ein kleiner Trupp unter seinem Wappen. Die Bresche wurde ihr Ort. Ihre Prüfung. Und unter seinen Rufen fielen Feinde. Jeder Schritt, den die Rahaler machten, kostete Blut. Doch sie kamen.

Reihe um Reihe. Schwarz wie der Tod. Angetrieben von der kalten Glut des Glaubens an ihren sogenannten Gottkönig Alatar. Ihre Disziplin war tödlich. Ihr Marsch unwiderstehlich.

Antarian schlug. Blockte. Befahl.Dann kam der Rabenschnabel.

Ein Krachen. Ein Aufblitzen.
Schwärze.

Doch Antarian fiel nicht ungesehen. Noch bevor sein Körper den Boden ganz erreicht hatte, waren es seine letzten Getreuen, die sich um ihn warfen – Männer, die ihm durch mehr als nur Rang verbunden waren. Zwei fielen sofort, von rahalischen Schwertern niedergestreckt, als sie versuchten, den leblosen Körper des Freiherrn zu bergen. Andere hielten stand, deckten den Rückzug mit Schild und Leben.

Mit vereinten Kräften zogen sie ihn zurück – Schritt für Schritt, während die Bresche endgültig fiel und auch das Haupttor nicht länger gehalten werden konnte. Die Linien brachen nicht in Panik, sondern in bitterem Gehorsam. Es war ein Rückzug im Angesicht des Unvermeidlichen, geordnet, aber blutig – geführt unter der Disziplin der letzten Offiziere und dem eisernen Blick einer Kronritterin.

Während hinter ihnen Banner fielen und Feuer aufstieg, trugen sie ihren Herrn in die Oberstadt – hinein in das, was noch gehalten werde konnte, in die Berchgarder Oberstadt.

Die frühe Nacht danach

Als er die Augen wieder öffnete, war die Welt stiller geworden. Nicht leise – aber gedämpft. Er lag in der Oberstadt, in einer Ecke, zwischen Feldbetten, Schlamm und den letzten Atemzügen einer Festung. Seine Rüstung war blutig, zerkratzt, verbeult – aber er lebte. Die Unterstadt war gefallen.

Berchgard, geteilt.

In seinem Bein brannte eine Fleischwunde. Die Hüfte war geschnitten. Heilkundige hatten ihn gefunden. Irgendjemand hatte ihn getragen. Gerettet.

Aber er blieb nicht liegen.

Mit langsamen, zähen Bewegungen richtete er sich auf. Draußen bei den letzten Verteidigern an den Aufgängen zur Oberstadt half er, so gut er konnte. Er trug Wasser. Reichte Verbände. Schweigend. Selbstverständlich.

Denn im Krieg zählt kein Stand. Nur Standhaftigkeit.

Währenddessen sah man die Heiler unermüdlich zwischen Tragen und Verwundeten wandeln. Ihre Hände zitterten, ihre Augen waren rot, doch sie hörten nicht auf. Nicht einer.

Die letzten Soldaten, kaum mehr als drei Dutzend, standen an den Aufgängen – mit schweißverklebten Haaren, verbeulten Schilden und zerschlissenen Uniformen. Doch ihre Blicke waren entschlossen. Kein Feind würde hier ungehindert vorstoßen.

In der Ferne sah man Rauch aufsteigen – aus der Unterstadt. Das rhythmische Krachen zerschlagener Türen hallte durch das Tal. Die Rahaler durchkämmten die Straßen. Kein Schreien. Kein Triumph. Nur Arbeit. Methodisch, wie es ihre Art war.

Von seinem einst mitgebrachten Gefolge lebten nur wenige. Doch eine war geblieben. Eine junge Heilerin, entschlossen und wach, wie ein Licht in der Düsternis. Sie wachte über seinen Schlaf, behandelte seine Wunden – und war vielleicht sein größter Schatz in diesen dunklen Tagen.

Und auch andere fanden sich dort.

Baron Arenvir.
Marlan Kabo, einst Oberst-Leutnant in Varana.
Sie setzten sich zu ihm unter den Baum. Drei Männer. Drei Geschichten.

Sie sprachen über alles. Und über nichts.

Und bevor Antarian – noch in voller, blutiger Rüstung – unter dem Baum einschlief, kam die letzte Nachricht:

Jean Pierre lebte.

Verwundet. Verbunden. Aber am Leben.

Es war nicht viel.

Aber genug.
Zuletzt geändert von Antarian von Dynal am Samstag 10. Mai 2025, 13:41, insgesamt 5-mal geändert.
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Arenvir von Tilianas
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Beitrag von Arenvir von Tilianas »

Es war der Moment des Sonnenaufgangs, der Augenblick, da die Sonne langsam über den Berg kletterte und die Oberstadt in ihr güldenes Antlitz tauchte. Der Augenblick, da die Temperatur um eine Nuance sank und man unweigerlich fröstelnd mit den Schultern rollte.

Sein goldener Umhang, am hübschen Saum verunziert von der Kralle eines Dämons oder was-auch-immer-das-war, war eng um sich geschlungen, Bart und Haare zerzaust, von Asche getränkt, die Linien des Alters hart in sein Antlitz gegraben, die Schultern steif gegen die Brise hochgezogen. So stand er da in all seiner imposanten Größe, die zeitlebens nie an die 1,60 heran reichen würden.

Der Schlaf war nur punktuell möglich gewesen und glich vielmehr einer kurzen, dankenswerten Ohnmacht. Lange Jahre der durchlebten Erfahrung hatten ihn gelehrt, seine Arkanen Reserven dann zu brauchen, wenn der Notfall es erforderte. Dementsprechend verschwendete er auch keine Kraft darauf, die Zipperlein und Entbehrungen von Schlacht aber auch Alter zu übertünchen.

Und so klickte er sein silbernes Etui auf. Ein Zigarillo war kaum ein gesundes, nahrhaftes Frühstück. Aber er dämpfte den Hunger, beruhigte ihn und war ein Ritual, das man von ihm kannte. Würde er das Rauchen in so einer Situation aufgeben, würde das die Leute nur unnötig verunsichern. Und zumindest im Moment war kein Feldscher um ihn herum, der ihm deswegen schiefe Blicke zuwerfen würde.

Gedankenverloren rollte er sein teures Laster zwischen den behandschuhten Fingern der einfachen Handschuhe aus Leder (Regimentsausgabe Standardleder, unverstärkt, Kindergröße), die ihm gestern so gar keine guten Dienste erwiesen hatte.

Die Unterstadt war gefallen. Das war eine Sicht auf die Dinge und eine, die sich aufdrängte, wenn man gerade in der Oberstadt stand und dem Feind dabei zusah, wie er hier und da plünderte. Dennoch wurden relativ wenige Wertgegenstände weggetragen oder zerschlagen, soweit er es sehen konnte. War man eher neugierig, wie der Feind lebte? Aber er konnte sich darüber auch täuschen. Schließlich sah er nur den vordersten Straßenzug und hatte keine wirkliche Ahnung, was dahinter ablief.

Fragen über Fragen, die seinen fiebrigen Geist zumindest im Moment darüber abhielten, ständig über die große Gesamtlage nachzugrübeln.

Die Gesamtlage. Der Feind hatte seinen Anmarsch klug gewählt und war an jeder Abwehr vorbei geschlüpft. Noch ehe die tapferen Verteidiger des Herzogtums also reagieren konnten, stand man vor der Nordwacht und Berchgard. Das sie ihnen an Zauberwirkern, Seelenfängern und anderen Leuten die dir den Tag verderben können deutlich in Überzahl waren, war ein alter Hut. Silvan hatte er auf Patrouille geschickt, um ihn vorzuwarnen, sollte der Feind Material für einen ernsthaften Invasionsversuch heranführen. Wäre der junge Mikh nicht da gewesen, wäre somit Arenvir alles gewesen, was vom ach so stolzen Konvent des Phönix...nein Fuchses...,der Akademie halt, übrig geblieben wäre.

Von wegen übrig geblieben. Es entbehrte nicht einer gewissen Ironie, dass Arenvir Merrik nur zwei oder drei Monate zuvor seine Unterstützung für das Regiment angeboten hatte. Ein paar Wochen könne er gern als Ausbilder fungieren, um den Oberstleutnant zu entlasten. Nicht damit gerechnet hatte er, dass der Wegfall der Führungsoffiziere ihnen so in den Hintern beißen würde. Ein Regiment hatte nicht ohne Führung zu sein. Weder Reich, militärische Einheit noch Akademie konnte überstehen, wenn nicht jemand die Zügel in der Hand hatte.

Und so fand sich Arenvir in der alten Uniform und Befehle gebend wieder. Niemand war darüber überraschter, als er selbst.
"Es ist niemand mehr da um den Befehl übernehmen? Wie niemand? Wer ist denn der ranghöchste? Ja das wäre dann aktuell ich", teilte ihm eine Gardistin zehn Minuten vor dem Sammeln des Regiments mit. Zehn Minuten. Das war keine sonderlich berühmte Vorwarnzeit.

Es fühlte sich fremd und vertraut zugleich an. Und er war sich der Verantwortung für all die vielen Unschuldigen und jungen Menschen so viel bewusster als früher.

Die einfachste Zeit des Herzogtums war die Zeit des Rahalischen Senates gewesen, wenn man die letzten Jahre zurück blickte. Damals war man sich im Westen ständig so uneinig, so gelähmt in seinen Handlungen, das man sich im Osten zwischenzeitlich sogar ignoriert vorkam. Jetzt, mit den Alkaren und unter deren fester Hand? Da wehte nun ein deutlich anderer Wind. Die Akteure hatten sich geändert. Die Spielregeln hatten sich geändert. Und er war sich nicht wirklich sicher, ob es den Seinen bereits aufgefallen war.

"Wir arbeiten mit dem wenigen, was uns gegeben ist.", murmelte er über den sich bildenden Talwind hinweg. Jetzt, wo die Sonne aufging, wechselte der Wind und blies in Richtung Berg. Die Geräusche trugen aus längerer Entfernung mit an, die Kulisse rückte um eine gefühlte Wirklichkeit näher.

Noch war keine Verstärkung eingetroffen. Aber wenn er die Reihen der Ritterschaft, des Regiments und der Klosterwache, die Reserven des Regiments in Adoran in Gedanken überschlug, so musste seine Seite eigentlich gerade damit beschäftigt sein, Truppen für einen Entsatz zu formieren. Das war aber nicht das, was ihn weiter kämpfen lies. Er wandte den Kopf ein Stück nach links zu einem Baum, an dessen Stamm gestützt, teilweise aneinander gelehnt einige Verteidiger den Schlaf der Erschöpften und Gerechten schliefen. Nein. Er kämpfte für diejenigen, die sich -dramatisch formuliert- edlen Mutes ins Angesicht der Gefahr begeben hatten. Hier kämpften sie Seite an Seite. Und das, wie jeder Kämpfer, egal auf welcher Seite wusste, war eigentlich das einzige was in diesem Moment zählte. Hier kämpften sie zum Schutze jener, die nicht kämpfen konnten. Hier kämpften sie zum Schutz für eine Lebensart, die ihnen heilig, die ihnen wichtig war. Und sie würden sich diese Art nicht wegnehmen lassen.

Ein leises Fauchen entfachte das angerissene Streichholz, danach folgte ein Paffen und ein leises, behagliches Aufseufzen, als sein Antlitz in Sonnenstrahlen und Wärme getaucht wurde, die seine kalten Glieder hoffentlich ein wenig lockern würde.

Die Unterstadt war ihnen entrissen worden. Die Oberstadt dagegen hielten sie noch fest in ihrer Hand. Und wenn die Dunklen wirklich dachten, dass das schon der Sieg war, hatten sie den Mut, den Starrsinn und den Kampfeswillen der Verteidiger Berchgards bei weitem unterschätzt. Berchgard war der letzte große Nachhall der Grafschaft von Hohenfels. Hier hatte Königin Anara von Hohenfels schon gestanden. Hier lebte und starb man unter dem wachsamen Blick des Götterberges. Und so lange es noch jene unter ihnen gab, die Hohenfels in ihren Herzen trugen, würde der Feind einen höheren Blutpreis zahlen müssen, als er je für möglich gehalten hatte, wollte er die Stadt wirklich gänzlich erobern und halten.

Allen Schmerzen zum Trotz, all der bislang weggesperrten Trauer um die Gefallenen ungeachtet empfand er eine Art Beschwingtheit, die er lange nicht empfunden hatte. Die Beschwingtheit derjenigen nämlich, die dem Tod gerade so ein Schnippchen geschlagen hatten. Das machte einen gleich glatt 10 Jahre jünger.

Ein leichtes Ziehen im Bein korrigierte diesen letzten Gedanken und entlockte ihm ein missgünstiges Brummen.Na schön, sagen wir fünf Jahre. Aber diesmal haben sie wenigstens Kryndlagor nicht dabei...
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Helisande von Alsted
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Beitrag von Helisande von Alsted »

Der stille gewittergraue Blick glitt die Treppe hinab. Die Treppe deren Wächter sie nun war. Jetzt, für die nächsten Stunden und vielleicht Tage. Der Blick glitt die Treppe hinab. Die ersten Stufen waren ihr Versagen die Bewegung und Motivation des Feindes zu antizipieren. Sie hatte am ersten Tag gezögert alles dem ersten Aufmarsch entgegen zu werfen. Zu vorsichtig, zu langsam, zu unentschlossen.
Der erste Absatz der Treppe. Das war der Mut des Heeres hinter ihr. Halbverbrannte Soldaten, übermüdete Heiler, erschöpfte Handwerker und die jungen Adligen, die im Hintergrund Moral und Fäden zusammen hielten. Gwenna hatte mit den von ihr eingeübten Löschketten der Zivilisten die schlimmsten Brände erfolgreich verhindert. Die junge Baronin mit der noch jüngeren Fleur hatten sich dem Feind entgegengeworfen wie die Ginsterkatzen einem Panther.
Die nächsten drei Stufen. Die reibungslose Befehlskette. Alte und neue Streiter reihten sich nahtlos ein, formierten sich. Vorschläge wurden ohne langes Vorgebet eingebracht, dann wurde ausgeführt. Kein Gejammer, kein Diskutieren, nur das gemeinsame Ziel.
Der zweite Absatz. Unterstadt verloren. Sie plünderten vermutlich gerade die Spitzenborten von sämtlichen Vorhängen herunter, zumindestens klang es so. Während hinter ihr im Behelfslazarett Sir Keylon noch immer zwischen Tod und leben schwebte. Cecilia und Viktoria gaben alles. Ebenso der junge rothaarige Heiler, dessen Namen sie ständig vergaß. Apotheker Hohenstein und Fräulein Ragai waren überall gleichzeitig und füllten die Lücken.
Fainche hatte den Wehrgang in der östlichen Stadtmauer mit Stolperdrähten präpariert. Gardist Kabo hatte nochmal nachgespannt. Insgeheim hoffte sie in einem tiefen Anfall von Boshaftigkeit, dass einer der Feinde hineinlief. Wer suchet, der findet - wer drauftritt, verschwindet.
Nächste Stufe.
Sammeln, Planen, Durchführen.
Die verletzten Kämpfer brauchten Ruhe. Sie mindestens einen Tag brauchen bis sie wieder einsatzfähig waren. Bis dahin hieß es wohl mit dem Rest die Zugänge halten und verwegen kleine Nadelstiche setzen. Keine großen Kampfhandlungen. Nur einzelne Alataris rausfischen und eliminieren, sie hatte da eine Liste. Eine lange Liste. Brunnen vergiften, das alatarische Heer mit grünen Gesichtern wäre ein schöner Farbakzent. Oder vielleicht doch Feuer? Ausräuchern die Bande?
Heute würden sie beraten und planen.
Und sie musste einen Boten hinausbringen um dem Entsatz zu informieren und die Pläne mitzuteilen. Zudem musste sie den Herzog informieren über den vollen Umstand und die Aussichten. Beschissen aber nicht hoffnungslos, nur in schöneren Worten.
Nun galt es nach Arenvir zu sehen und ob der junge Herr Mikh noch stand. Er hatte brav als Köder für Magiewirkung gedient in der Schlacht und ganz schön Federn gelassen. Auch der Prehaatim aus Menekur musste noch irgendwo sein, vermutlich in der Nähe von Kaluren und Thyren.
Und da stand er neben ihr. Antarian, der älteste Streiter in der Runde. Ruhig und gelassen, still erstmal nur. Sein Blick glitt die hochspannende Treppe hinab und dann zu ihr. Unaufgeregte Anwesenheit.
Die Stufe vor ihr.
Ihr Gebet. Mochten es Leandra, Richard und Heinrik rausgeschafft haben. Sie bat die Herrin um deren Schutz und Sicherheit. Dann erklang die männliche Stimme neben ihr.
"Senheitchen"
Sie schaute runter.
"Treppen, Arenvir. Treppen und Ideen!"
"Das... hatte ich.. befürchtet."
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Ardhar Korthon
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Registriert: Montag 16. Dezember 2024, 16:09

Beitrag von Ardhar Korthon »

Das also war Berchgard. Er hatte mehr kalurische Architektur erwartet, eine reiche Mine vor Ort reichlich Felsen drumherumrum und dann war Holz der vorherrschende Baustoff.
Er schüttelte den Kopf und ging durch die eroberte Stadt, den letzten Flachmann mit dem guten letharischen Absinth in der Hand und der letzten Zigarre im Mund.

Sein Blick fiel auf die Statue diese Sir Thelor. War das nicht der, der damals Kryndlagor aus Varuna vertrieb? Verflucht sollte er sein. Vielleicht war er es gewesen, der damals seine geliebte Muniella getötet hatte an jennem, für das Reich großartige, für ihn verhängnisvollen Tag vor gut 15 Jahren.
Er hatte schon die Königsstatue in der Festung unter den Augen des Ahads und sehr zu seiner Freude so behandelt, nun also zumindest auch diese.
Er ließ die Kettenhose runter und ließ laufen. Ein feiner gelber Strahl auf die Beine des ach so großen Ritters.

Dann führten ihn seine Schritte zu der Bresche, die das Ergebnis seiner Arbeit war und nun seine weitere Arbeit erfordern würde.

„Wir haben die Stadt nicht eingenommen, um einfach wieder nach Hause zu gehen. Wir bleiben. Ardhar, schließt die Bresche. Nehmt euch die Leute die ihr braucht und macht die Stadt Verteidigungsbereit.“

Der Befehl des Mael’Qil war unmissverständlich. Widerworte sinnlos.
Drachenscheisse, mit wem sollte er das umsetzen? Vom Fachwerk verstand er nichts. Zimmerleute waren nicht vor Ort. Andere Steinmetze auch nicht. Nur Hilfskräfte. Und natürlich muss alles schnell gehen. Wenn sie wenigstens Kriegsgefangene gemacht hätten, die die Drecksarbeit erledigen könnten. Aber die Ketzer hatten erfolgreich vor dem Angriff die Stadt evakuiert.

Brummend betrachtete er das Werk seiner Katapulte. Das Fachwerk aufzurichten? Sinnlos. Würde viel zu lange dauern und das nötige Fachwissen war nicht vor Ort. Er könnte Ennika fragen. Oder Jasper. Und sie herholen . Wenn sie überhaupt Lust dazu verspürten.
Er nahm noch einen Schluck aus dem Flachmann und schlenderte zum Tor hinüber. Gut. Die Verankerungen waren herausgerissen, das ließ sich herrichten.

Er würde zusätzliches Werkzeug aus Rahal holen müssen. Und dann die Leute die Trümmer und die herumliegenden 50 Pfünder zusammentragen und daraus eine provisorische kleine Mauer in die Bresche bauen. Bloß nichts komplexes.
Außerdem brauchte er mehr Absinth. Und Zigarren.

Am Himmel flog eine Schwalbe, dürr und mager, eine lichtenthaler Schwalbe.
Die Befehle galten noch. „Schiesst auf alles was fliegt, es könnten feindliche Späher sein!“
Er spannte die Armbrust und schoss.
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