- Von der Hauptman mit gefurchter Stirn,
an alle in dem feinnen Zwirn,
Kund sei getan von übler Saat,
die vor Grenzwarth gekeimet hat.
Spuren werden noch gesichtet,
es wurde kein Hab und Gut vernichtet!
Nur viel Schalmei und schlechter Reim,
dafür waren sich vermutlich Ostler nicht zu fein.
Sie ritten dort die die Blumen nieder,
Veilchen, Astern und auch Flieder,
sangen laut, schief und mit Begeisterung,
in der eigenen ketzerischen Übersteigerung.
Ob man denn sah Gold und Blau,
das weiß keiner so ganz genau.
Vielleicht war es auch das schmutzig Blech,
der Ritterschaft der anderen - "Brech!"
Zu Schaden kam weder Haus noch Dach,
sie verschwanden dann mit Ach und Krach.
Doch für die zertretene Vegetation,
überlegt die Hauptman Satisfaktion.
Ein Fliederfarbener Brief an die Hauptmann der Garde
Moderator: Rahal [Mod]
- Jadia Conandil
- Beiträge: 116
- Registriert: Montag 27. Oktober 2014, 18:10
Ein Fliederfarbener Brief an die Hauptmann der Garde
Keine Anrede, keine Unterschrift, nur sehr viel Violett und Veilchenblau und ein blumiger Duft auf dem Pergament. Vermutlich zur stimmungsvollen Weiterleitung an die Institutionen.
- Jynela Dhara
- Beiträge: 629
- Registriert: Montag 28. Dezember 2020, 18:02
Auf dem steinernen Vorplatz der Kommandantur hatten sich die Gardisten zum Appell versammelt. Ihr lag bereits ein schriftlicher Bericht des Landsknechts vor, als sie nach draussen ging. Die Hände hinter dem Rücken verschränkt, den Blick gen Westen gewandt musterte sie die Reihe vor sich.
Die Ketzer hatten also ein Fackelkreuz aufgestellt, dass selbst der Tempel nicht ordentlicher hinbekommen hätte. Der Befehl für den Abend war klar:
Patrouille!
Sie wollte wissen, was noch zu sehen war. Melia würde mit den anderen einen guten Bericht liefern, während sie sich um den Anwärter kümmerte.
Und sollten sie auf reimende Ketzer stoßen, würden sie sicherlich äußerst höflich fragen, ob sie beim nächsten Mal für ihr Schauspiel Eintritt verlangen wollten.
Abmarsch.
Sie drehte sich um, gerade rechtzeitig, um Noir heranschleichen zu sehen – oder nein, das war eindeutig das falsche Wort. Gleiten? Schwierig es genau zu beschreiben, aber am Ende schlicht präsent, der musikalische Wirbelwind mit zweifelhaftem Lebenslauf. Früher erotische Tänzerin? Jetzt so etwas wie die offizielle Musikerin des Tempels, immer irgendwo dazwischen.
Das Zwinkern, mit dem sie begrüßt wurde, brachte vermutlich mehr Männer um den Verstand als die gesamte Garde zusammen. „Noir kanns auch allen Institutionen vorsingen... braucht nur den Text.“
Jynela zog eine Augenbraue hoch. „Da hätte ich absolut nichts dagegen. Text: Schauspiel vor Grenzwarth, Brenndendes Kreuz und schlechte Reime. Wenn ihr daraus ein anständiges Lied macht, will ich es hören!“
Noir grinste, verbeugte sich leicht und verschwand so geschmeidig, wie nur jemand verschwinden kann, der schon immer wusste, wann es besser ist zu gehen.
Zwei Stunden später saß Jynela an ihrem Schreibtisch, als der Bote das Lied brachte. Der Text war kunstvoll, voller Andeutungen.
Sie las, legte es nieder und lachte herzlich, rau und etwas rächzend dank den Umständen und eindeutig ein seltenes Geräusch, das die diensthabenden Wachen mit dem Kopf zucken ließ.
„Also gut“, murmelte sie, während sie zu Feder und Papier griff. „Wenn schon Fackelkreuze und gereimte Scheiße in der Nacht, dann bekommen die Institutionen wenigstens einen Bericht, der sich gewaschen hat. Und vielleicht lege ich das Lied als Anhang bei. Nur zur Erheiterung. Muss ich nur Noir noch beibringen, dass es DER Hauptmann heißt.“
Mit einem zufriedenen Schmunzeln begann sie zu schreiben. Schließlich war es nicht jeder Tag, an dem Grenzwarth so stilvoll bedroht wurde. Und die Rache, ja die Rache würde kommen. Ob nun in Reimen oder nicht.
Die Ketzer hatten also ein Fackelkreuz aufgestellt, dass selbst der Tempel nicht ordentlicher hinbekommen hätte. Der Befehl für den Abend war klar:
Patrouille!
Sie wollte wissen, was noch zu sehen war. Melia würde mit den anderen einen guten Bericht liefern, während sie sich um den Anwärter kümmerte.
Und sollten sie auf reimende Ketzer stoßen, würden sie sicherlich äußerst höflich fragen, ob sie beim nächsten Mal für ihr Schauspiel Eintritt verlangen wollten.
Abmarsch.
Sie drehte sich um, gerade rechtzeitig, um Noir heranschleichen zu sehen – oder nein, das war eindeutig das falsche Wort. Gleiten? Schwierig es genau zu beschreiben, aber am Ende schlicht präsent, der musikalische Wirbelwind mit zweifelhaftem Lebenslauf. Früher erotische Tänzerin? Jetzt so etwas wie die offizielle Musikerin des Tempels, immer irgendwo dazwischen.
Das Zwinkern, mit dem sie begrüßt wurde, brachte vermutlich mehr Männer um den Verstand als die gesamte Garde zusammen. „Noir kanns auch allen Institutionen vorsingen... braucht nur den Text.“
Jynela zog eine Augenbraue hoch. „Da hätte ich absolut nichts dagegen. Text: Schauspiel vor Grenzwarth, Brenndendes Kreuz und schlechte Reime. Wenn ihr daraus ein anständiges Lied macht, will ich es hören!“
Noir grinste, verbeugte sich leicht und verschwand so geschmeidig, wie nur jemand verschwinden kann, der schon immer wusste, wann es besser ist zu gehen.
Zwei Stunden später saß Jynela an ihrem Schreibtisch, als der Bote das Lied brachte. Der Text war kunstvoll, voller Andeutungen.
Sie las, legte es nieder und lachte herzlich, rau und etwas rächzend dank den Umständen und eindeutig ein seltenes Geräusch, das die diensthabenden Wachen mit dem Kopf zucken ließ.
„Also gut“, murmelte sie, während sie zu Feder und Papier griff. „Wenn schon Fackelkreuze und gereimte Scheiße in der Nacht, dann bekommen die Institutionen wenigstens einen Bericht, der sich gewaschen hat. Und vielleicht lege ich das Lied als Anhang bei. Nur zur Erheiterung. Muss ich nur Noir noch beibringen, dass es DER Hauptmann heißt.“
Mit einem zufriedenen Schmunzeln begann sie zu schreiben. Schließlich war es nicht jeder Tag, an dem Grenzwarth so stilvoll bedroht wurde. Und die Rache, ja die Rache würde kommen. Ob nun in Reimen oder nicht.