Viele Kameraden hatten in jedem Hafen ein Mädchen. Sie nicht. Nun hatte sie im Berchgarder „Hafen“ einen Schmied. Einen richtig guten. Einen, der sein Handwerk meisterlich beherrschte und dabei noch gut aussah. Berufsgestählte Muskeln, aber ein gutmütig und warmes dreinblickendes Augenpaar und ein Lächeln, was einem einen trüben Tag erhellen könnte. Er erinnerte sie an ihren Mattis. Ihren Gatten, den Vater ihrer Kinder, verschollen. Vielleicht gestrandet, vielleicht gefangen genommen, vielleicht aber auch ein Schaumkrönchen einer Welle, oder einer von Horteras Sternen, auf sie herabschauend. Es war die Rede von einem Überfall auf See gewesen, ein paar Kameraden hatten es zurück geschafft, aber über Mattis Aufenthalt konnte ihr niemand etwas sagen. Sie hatte lange Zeit nur auf Schiffen angeheuert, die in etwa die gleichen Routen fuhren, aber konnte nichts in Erfahrung bringen. Überall wo sie hinkam ließ sie jedoch verbreiten, dass sie plante, sich auf Gerimor niederzulassen und nur noch von dort aus anzuheuern. Sollte er noch am Leben sein, bestünde die Möglichkeit, dass er irgendwann auf Gerimor und auch auf K'awi auftauchte.
Sie hielt das Beil in der Hand, wog es, es war perfekt ausbalanciert, die glänzenden Nieten hielten den Holzgriff fest zusammen, sodass die Klinge ebensolchen Halt hatte. Die Klinge selbst hatte fast die Stärke eines Entermessers und mit der Spiegelpolitur konnte sie ansetzen wollendem Rost wirksam Paroli bieten. Sie nahm ein gutes Stück Fleisch mit Knochen aus dem Kühlschränkchen, legte es zurecht, holte mit dem Beil aus und schlug zu. Sie legte das Beil zur Seite und betrachtete das zerteilte Fleischstück. Ein glatter Schnitt. Wie durch Butter war es durch die Fasern und den Knochen geglitten. Der Knochen war nicht einmal gesplittert. Ein Meisterstück! Sie war begeistert!
Neben den Kronen, um die Schuld beim „Threlmjung“ zu begleichen, fanden noch ein paar andere Dinge ins Kästchen, welches mit einem Boten auf den Weg gebracht wurde.
Auch Eggerich erhielt neue Nachricht.
