Gesammelte Werke/Einsendungen für den Theater-Wettbewerb
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Der Erzähler
Gesammelte Werke/Einsendungen für den Theater-Wettbewerb
Das Theater am See in Ihnnerau wird in den nächsten Monden fertiggestellt und soll noch in diesem Sommer eingeweiht werden. Da der junge Herzog ein Freund der schönen Kunst ist, geht der Aufruf an die Barden, Schriftsteller, Poeten und andere Künstler Alumenas' und auch über dessen Grenzen in die neutralen Lande hinaus, ihr bestes Kurzwerk einzusenden, damit es von einem Gremium bewertet und zur Theatereröffnung vorgetragen werden kann. Unter all den Werken will man auch ein besonderes, traditionelles Eirenseer Instrument, das persönliche Geschichtenbuch des Herzogs und die seltene Partitur eines alten Minneliedes an die jeweils besten Einsendungen verschenken...
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Lexia
- Beiträge: 1
- Registriert: Mittwoch 6. März 2024, 00:09
Es war ein windiger Tag, als Lex den Brief in ihren Händen hielt. Der Umschlag war unscheinbar, aber das Gedicht darin – das war es sicher nicht! Soleia Varnis Aus dem bajarder Umland - Gerimor stand auf dem Papier. Niemand würde wissen, wer das war, und das war gut so.
„Eirensee keine Ahnung wo du bist aber, hier komm ich!“ dachte sie und rollte das Gedicht noch mal aus, um sicherzugehen, dass es nicht faltig war. Es musste perfekt sein.
Mit dem Brief in der Hand ging sie durch die Straßen, immer im Blick, wohin sie trat. Ihr Ziel war der Bote, der das Zeug nach Bajard bringen sollte.
„Du hast es dabei?“ fragte der alte Mann, und sie nickte. „Mach schnell, oder ich reg mich auf.“ Sie gab ihm das Bündel, und er zog an seiner Pfeife, als wäre es kein großes Ding.
„Keine Sorge, Kind. Wird schon.“
„Wenn nicht, bekommst du nichts vom Preisgeld!“, rief sie ihm nach, dann wandte sie sich ab.
Sobald der Bote verschwand, fühlte sie sich leichter. Es war erledigt. Ein kleines Stück von ihr würde vielleicht nach Eirensee reisen – und mit etwas Glück würde der Wettbewerb etwas bringen. Vielleicht Münzen, vielleicht ein Instrument, vielleicht ein bisschen Hoffnung für die Zukunft.
„Eirensee keine Ahnung wo du bist aber, hier komm ich!“ dachte sie und rollte das Gedicht noch mal aus, um sicherzugehen, dass es nicht faltig war. Es musste perfekt sein.
Mit dem Brief in der Hand ging sie durch die Straßen, immer im Blick, wohin sie trat. Ihr Ziel war der Bote, der das Zeug nach Bajard bringen sollte.
„Du hast es dabei?“ fragte der alte Mann, und sie nickte. „Mach schnell, oder ich reg mich auf.“ Sie gab ihm das Bündel, und er zog an seiner Pfeife, als wäre es kein großes Ding.
„Keine Sorge, Kind. Wird schon.“
„Wenn nicht, bekommst du nichts vom Preisgeld!“, rief sie ihm nach, dann wandte sie sich ab.
Sobald der Bote verschwand, fühlte sie sich leichter. Es war erledigt. Ein kleines Stück von ihr würde vielleicht nach Eirensee reisen – und mit etwas Glück würde der Wettbewerb etwas bringen. Vielleicht Münzen, vielleicht ein Instrument, vielleicht ein bisschen Hoffnung für die Zukunft.
O.o.O.o.O
Hör, wer schleicht in stiller Nacht,
kein Laut, kein Schritt, der Boden kracht?
Ein Schatten zieht an Fenstern lang,
ein Hauch nur, leise, nie so bang.
–◦•◦–
Sie läuft nicht schnell, bleibt nie so fest,
der Wind ihr treu, sie macht den Rest.
Ihr Haar, so dunkel wie die Nacht,
die Wellen wehen sanft und sacht.
–◦•◦–
Die Augen grün, wie frisches Blatt,
die Welt in ihnen rast und tat.
Sie sieht und spricht kein Wort darüber,
ein Rätsel bleibt sie, klug und klüger.
–◦•◦–
Ein Fläschchen hier, ein Tropfen fein,
sie reicht es aus der Hand hinein.
Ein Funkeln, scharf, das niemand kann,
versteckt sich tief, im Dunkeln dann.
–◦•◦–
Man glaubt, sie sei so ruhig, fein,
wie Blüten auf dem Teich allein.
Doch in der Stille brennt ein Glühen,
das tief im Innern will verglühen.
–◦•◦–
Und wenn sie geht, im sanften Lauf,
bleibt etwas hängen, ruht nicht auf.
Ein Rätsel nur, ein Hauch des Wissens,
das nie zu fassen, nie zu missen.
O.o.O.o.O
22. Eisbruch 268
Aus dem bajarder Umland - Gerimor
- Viridian
- Beiträge: 107
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Da entsann sich der alte Mann seiner jüngeren Jahre und gab eine Abschrift seines kleinen Höfischen Romans, den er vor nunmehr über dreizehn Jahren einmal verfasst hatte, mich dazu.
- Wer seinem Herrn die Treue hält
und auch Temora wohlgefällt,
weil Ehre er und Demut kennt
und Hohen Mut sein Eigen nennt,
mit Starkem Arm die Schwachen schützt,
auf Mitgefühl sein Tun stets stützt;
wer stets erstrebt Gerechtigkeit,
das Knie gebeugt in Geistigkeit;
wer scharfer, wacher Sinne ist,
die guten Sitten nie vergisst,
wer tapfer immer Neues wagt
und auch bei größtem Leid nie klagt
und nie das Rechte Maß verliert,
sich selbst mit höchstem Streben ziert –
Bewundernd nennt ein jeder ihn
im ganzen Volk: den Paladin.
Aus dieser hohen Runde
erhielt ich jene Kunde
vom Helden Nevyn Silberhand,
der einst verteidigte dies Land.
Von ihm will ich euch singen,
um Kurzweil euch zu bringen.
Doch eh ich nun beginne,
gestattet, wenn ich sinne,
dass ihr zuvor erfahret,
wer diese Mär bewahret.
Wem diese Klänge Freude sind,
wie der laue Frühlingswind,
der Winters Macht bezwinget
und Lebens Kraft beschwinget,
der bitte für mich Armen,
Temora um Erbarmen.
Viridian bin ich genannt,
war selbst als Kämpfer einst bekannt.
Ich reiste lange durch die Welt,
war manchem Herren unterstellt.
Erfuhr dort viele Lieder -
nun gebe ich sie wieder.
Ich singe Adoran zum Lob,
das mich aus dem Dunkel hob.
So lauschet nun der Weise
in diesem festlich’ Kreise.
Einmal hat der kühne Held
sich Lady Darna zugesellt.
Man sah die beiden reiten
und sich dabei streiten.
"Ich sage Euch, der Ketzerort,
dieser Schandfleck, er muss fort!
Allerlei Halunken
vertreiben in Spelunken
in tumbem Rausch des Tages Zeit,
zu jedem bösen Tun bereit.
Ich will den Pfuhl nun säubern
von Ketzern und von Räubern.
Die ungehindert ein und aus
dort gehen in so manchem Haus.
Und heimlich Kra’Thor ehren,
dessen muss man sich erwehren!"
Lady Darna widersprach:
"Bester Sir, gemach, gemach,
Euer Wunsch scheint mir zu grimm,
nicht jeder dort ist gar so schlimm,
wie Eure Worte schildern.
Drum rate ich zu mildern,
schonenderen Weisen,
die auch die Herrin preisen.
Reinigt Ihr mit Feuer
auch jedes Ungeheuer,
bringt Ihr doch auch Verderben,
lasst Unschuldige sterben…"
"Von welcher Unschuld sprecht Ihr da?
Ein jeder Mensch, den ich dort sah,
verspottet dreist die Lehren,
verweigert das Verehren
der Herrin alles Lichten!
Wir müssen sie vernichten.
Und wohnte dort auch einer –
und ich weiß, dort ist keiner –
der nach dem rechten Glauben lebt
und dessen Herz zur Herrin strebt,
sie würde ihn verschonen
und damit ihn belohnen."
"Eure Worte sprecht Ihr kühl,
doch sage ich, ohn’ Mitgefühl
führt uns kein Tun zur Seligkeit.
Hohl ist die Gerechtigkeit,
die nicht auf sie sich gründet,
und stets in Leiden mündet.
Drum besser sie bekehren,
dass sie Temora ehren.
Wollt Ihr es nicht bedenken,
und ihnen Gnade schenken?"
Sir Nevyn sprach bedächtig:
"Fürwahr ziert Gnade prächtig
einen jeden Rittersmann."
Weiter sprach er aber dann:
"Doch schenkt sie Ihr dem Bösen
der sich nie will lösen,
von seinen finstren Banden,
kommt Gnade schnell zu Schanden!
Und darum bleibe ich dabei:
Vernichtung aller Ketzerei!
Nur reinigendes Feuer
bezwingt das Ungeheuer!"
"Das ist nicht ohne Wahrheit,
und dennoch fehlt hier Klarheit,
ob Gnade oder harte Hand,
der bessere Weg ist unbekannt.
Die Herrin muss entscheiden,
welcher von uns beiden
in dieser großen Frage
und dieser heiklen Lage
in Ihrem Sinne besser denkt.
Ob ich, die lieber Gnade schenkt,
ob Ihr, der alle Ketzer hasst
und Vorsicht hier den Vorzug lasst.
Drum lasst die Herrin richten,
den Streit für immer schlichten.
Ich verlange ein Duell
gleich morgen, wenn der Tag wird hell.
Wir kämpfen auf das Erste Blut."
Der Ritter hieß die Forderung gut.
In des Morgens erstem Lichte
trafen sie sich zum Gerichte
auf der Feste höchster Zinne.
Wer das Duell gewinne,
mit der Herrin Segen,
sollt’ von Rechtes wegen
sein eignes Werk verrichten,
der Andere verzichten.
Umstanden von den Knappen
mit strahlend hellen Wappen,
betraten sie sodann das Feld.
Aug’ in Aug’ nun Held und Held
nach rechter Art mit Schild und Schwert
und starkem Panzer wohl bewehrt.
Sie hießen alle Zeugen
das Knie mit ihnen beugen.
Damit Temora käme,
den Richterstuhl einnähme
und ihren Willen tue kund,
durch dieses Kampfes erste Wund’.
Dann hoben sie die Schilde
und in des Morgens Milde
mischte sich der Schlachtgesang,
weil Stahl mit Macht auf Stahl jetzt drang.
Mit festem Stand und sichrem Tritt,
mit schnellem Arm und flinkem Schritt,
kämpften beide Ritter.
Gleich den Blitzen im Gewitter
zuckten ihre Klingen
unter des Alders Schwingen.
Der Kampf, er wallte hin und her,
allein der beiden Helden Wehr,
ließ nicht die kleinste Lücke.
Sie fochten ohne Tücke
viele stille Stunden lang
und einzig ihrer Schwerter Klang
war weithin noch zu hören.
Nichts konnt’ die Tapfren stören,
die ohne Rast und Unterlass,
verbissen, aber ohne Hass,
miteinander fochten,
so gut sie es vermochten.
Die Herrin sah’s, die Herrin schwieg,
noch schenkte keinem sie den Sieg.
Als könnt sie nicht entscheiden,
wer von diesen beiden
den bessren Glaubenspfad beschritt,
blieb weiter aus ein blut’ger Schnitt.
Dem Mittag bald der Morgen wich,
der Zweikampf tobte fürchterlich.
Da stolperte der Paladin,
schon kam die Lady über ihn,
das Schwert zum Streich erhoben,
da schrie am Himmel droben
ein Adler, der hier Kreise zog,
den ganzen Tag wohl dort schon flog.
Die Paladina blickte empor,
wobei sie kurz ihr Ziel verlor.
Sir Nevyn nutzte seine Zeit
er hob den Schild zur Abwehr bereit.
So traf der Hieb auch nicht sein Ziel,
weil es Temora nicht gefiel.
War dies der Göttin Richterwort?
Das fragten sich die Knappen dort.
Doch jeder Recke wusste,
dass Blut entscheiden musste.
So fassten sie sich frischen Mut,
entfachten neu die Kampfeswut,
und im grellen Sonnenschein
drangen sie aufeinander ein.
Der Mittag ging, der Abend kam
und keinem ward der Schwertarm lahm.
Da sah die Lady ins Abendlicht
drum sah sie Nevyns Angriff nicht.
Die Knappen unter Schweigen
ihre Häupter neigen.
Es scheint, als schweigt das ganze Land.
Die Lady wischt mit einer Hand
über ihre Wange,
betrachtet still und lange
das feuchte Blut, das an ihr klebt.
Als sie dann Haupt und Stimme hebt,
ist aller Aug’ auf sie gewandt.
Sie spricht zu Nevyn Silberhand:
"Mich deucht, Ihr seid der Sieger,
fürwahr ein rechter Krieger.
Temora hat Euch erkoren,
drum habe ich verloren.
Ich werde Euch begleiten,
wollt Ihr nach Bajard reiten."
So entschied die Schildmaid
der beiden Paladine Streit.
Ich habe lang gesungen,
nun ist das Lied verklungen.
Ein strîter sô gelêret was, daz er an den buochen las, swaz er dar an geschriben vant: der was Viridian genant, dienstman was er ze Mêrswaht.
-
Florence Lascari
- Beiträge: 305
- Registriert: Sonntag 13. Februar 2022, 19:09
*Von der Frostklamm ein sorgsam geschriebenes Pergament versandt:*
All jenen Kämpen des Reichs gewidmet, die immer wieder aufstehen und mit Ehr und Freude dem Weg der Ritterlichkeit folgen, auf dass sich manch einer darin wieder erkennt. Ein Lied mit heiterem Takt, am besten begleitet von einer Laute und Flöte:
Bevor ich aufbrach, um zu kämpfen oder als der Krieg zu mir kam?
Suchte ich auf dem Feld der Ehre nach Vorbildern mit großen Nam´
Und sah kraftvolle Arme, so stark würden meine niemals sein
Also dacht ich: vielleicht doch keine gute Idee.. insgeheim.
Doch ich blieb und sah beim Üben eine Gestalt abseits mit rotem Zopf
In alter Rüstung dazu ein Helm wenig kunstvoll, mehr ein Topf
Und doch führte sie jeden Schlag mit Ehr und Herzen voller Freud
So wagte ich den Schritt, ein Beginn, folg ihr nach bis heut.
Sie war sicher nicht der größte Kämpfer noch umgab sie Heldenschein
Aber ich erinnere mich, dass sie stolz drauf war, eine von uns zu sein
Und wenn wir auch nicht zusammen in dem Schildwall stehen werden Seit an Seit
ihretwegen erhebe ich stolz mein Schwert zu jeder Zeit!
Sie war eine Dame und lebhaft, nicht der Krieger, der zu erwarten ward
Mit einem Herzen mutigr als vieler und einem Schwerthieb wuchtig hart
Ich glaub, sie hatte einst beschlossen, in dem Heerbann hier zu sein.
Und ich dachte, wenn sie es könnte, warum nicht ich?
Weil sie war nicht der größte Kämpfer noch umgab sie Heldenschein
Aber ich erinnere mich, dass sie stolz darauf war, eine von uns zu sein
Und wenn wir auch nicht zusammen in den Schildwall stehen Seit an Seit
ihretwegen erhebe ich stolz mein Schwert zu jeder Zeit!
So sammle ich jetzt Rüstung, Waffen, Artefakte hier und da,
denk nun selbst als Vorbild: wie handelst und was wagst du gar?
Denn du weißt nie, wer zusieht, oder wie weit eine Geschichte geht
Und wo immer die Lady ist ich hoff, sie weiß was sie mir einst gab!
Weil sie war nicht der größte Kämpfer noch umgab sie Heldenschein
Aber ich erinnere mich, dass sie stolz darauf war, eine von uns zu sein
Und wenn wir auch nicht zusammen in den Schildwall stehen Seit an Seit
ihretwegen erhebe ich stolz mein Schwert zu jeder Zeit!
Und wenn wir auch nicht zusammen in den Schildwall stehen Seit an Seit
ihretwegen erhebe ich stolz mein Schwert zu jeder Zeit!
, Heldenhelferin, Graik Dar Nilzadan
- Linus van Sturmfang
- Beiträge: 75
- Registriert: Donnerstag 12. Oktober 2023, 18:11
Ein Pergament mit dem Wappen von Linus Sturmfang kommt an
An die Liebhaber des Theaters,
ich schreibe euch heute, um euch von einer Inszenierung zu erzählen, die mich seit Wochen nicht loslässt. Ein Stück, das nicht nur auf der Bühne lebt, sondern in den Gedanken weiterwirkt, lange nachdem der letzte Vorhang gefallen ist. Sein Titel: „Der Spiegel der Seele“ – eine Tragödie über Wahrheit, Selbsttäuschung und das, was uns wirklich ausmacht.
Die Bühne – ein Ort zwischen Illusion und Realität
Stell Dir eine Bühne vor, die so schlicht wie bedeutungsvoll ist. Im Zentrum steht ein großer, leerer Spiegelrahmen, durch den Schauspieler hindurchtreten können – eine Grenze zwischen Schein und Sein. Daneben, kaum mehr als ein Schatten in der Szenerie, steht ein Zigeuner, ein fahrender Händler, der den Spiegel wie eine Ware anpreist. Sein Stand ist mit Tüchern behängt, geheimnisvoll, fast magisch. Ein Schild lädt die Passanten ein:
"Blick in den Spiegel – sieh, was dich glücklich macht!"
Rund um ihn die Welt der Menschen: drei Figuren aus ganz verschiedenen Lebensbereichen, drei Suchende, die sich vom Versprechen des Spiegels verführen lassen.
Die Figuren – drei Wege zur Wahrheit
Ein Händler, dessen Gedanken nur um Reichtum kreisen. Er glaubt, dass Glück in Gold gemessen werden kann.
Ein Gelehrter, der sich nach Wissen sehnt, überzeugt davon, dass Verständnis die höchste Erfüllung ist.
Ein Krieger, der sich nach Gewissheit und Ehre sehnt, um die Last der Vergangenheit zu tragen.
Sie alle treten nacheinander vor den Spiegel – voller Hoffnung, voller Neugier.
Der erste Blick – die süße Illusion
Der Spiegel zeigt ihnen nicht die Wahrheit, sondern das, was sie am meisten begehren:
Der Händler sieht sich als wohlhabenden Mann, umgeben von Reichtum und Einfluss.
Der Gelehrte sieht sich als erleuchteten Denker, verehrt für seine Weisheit.
Der Krieger sieht sich als strahlenden Helden, frei von Schuld und voller Ehre.
Sie lachen, jubeln – ihr Glück scheint vollkommen. Der Zigeuner aber warnt:
"Schaut nur einmal hinein! Wahrheit kann man verdecken, doch nie zerstören. Ein zweiter Blick nimmt euch den Schleier fort."
Doch wie könnte jemand diesem Glück widerstehen? Sie blicken ein zweites Mal.
Der zweite Blick – die grausame Wahrheit
Und nun enthüllt sich das, was sie wirklich sind:
Der Händler sieht sich nicht mehr von Gold umgeben, sondern von Feinden und Verrat. Sein Reichtum ist nichts als eine Illusion, seine Gier hat ihn verschlungen.
Der Gelehrte erkennt, dass Wissen ihn nicht erleuchtet, sondern isoliert hat. Er hat so viele Antworten gefunden, dass ihm keine Fragen mehr bleiben – und mit ihnen ist auch die Freude verschwunden.
Der Krieger sieht nicht mehr einen Helden, sondern einen Mörder. Die Geister derer, die er getötet hat, stehen hinter ihm, seine Ehre ist eine Lüge.
Sie versuchen, sich von diesen Bildern loszureißen, doch es gibt kein Entkommen. Die Wahrheit hat sich offenbart, und sie können sie nicht mehr ungeschehen machen.
Das Ende – Die letzte Erkenntnis
Die drei Figuren zerbrechen an dem, was sie gesehen haben. Manche versuchen, den Spiegel zu zerstören – doch er bleibt unversehrt.
Da tritt der Zigeuner hervor, sieht auf die gescheiterten Gestalten vor ihm und spricht das letzte Wort:
"Der Spiegel war immer nur ein Spiegel. Wahrheit war nie das Problem. Nur die, die sie nicht ertragen konnten."
Dann nimmt er ein dunkles Tuch und verhüllt den Spiegel.
"Wahrheit kann man nicht zerstören. Nur verbergen – bis jemand kommt, der bereit ist, sie zu sehen."
Und so endet das Stück, mit einem Spiegel, der auf den nächsten wartet – auf den nächsten Menschen, der glaubt, die Wahrheit zu suchen, ohne zu ahnen, welchen Preis sie fordert.
Natürlich behalte ich mir kleinere Anpassungen während möglicher Proben vor.
Mit nachdenklichen Grüßen,
Linus Sturmfang
ich schreibe euch heute, um euch von einer Inszenierung zu erzählen, die mich seit Wochen nicht loslässt. Ein Stück, das nicht nur auf der Bühne lebt, sondern in den Gedanken weiterwirkt, lange nachdem der letzte Vorhang gefallen ist. Sein Titel: „Der Spiegel der Seele“ – eine Tragödie über Wahrheit, Selbsttäuschung und das, was uns wirklich ausmacht.
Die Bühne – ein Ort zwischen Illusion und Realität
Stell Dir eine Bühne vor, die so schlicht wie bedeutungsvoll ist. Im Zentrum steht ein großer, leerer Spiegelrahmen, durch den Schauspieler hindurchtreten können – eine Grenze zwischen Schein und Sein. Daneben, kaum mehr als ein Schatten in der Szenerie, steht ein Zigeuner, ein fahrender Händler, der den Spiegel wie eine Ware anpreist. Sein Stand ist mit Tüchern behängt, geheimnisvoll, fast magisch. Ein Schild lädt die Passanten ein:
"Blick in den Spiegel – sieh, was dich glücklich macht!"
Rund um ihn die Welt der Menschen: drei Figuren aus ganz verschiedenen Lebensbereichen, drei Suchende, die sich vom Versprechen des Spiegels verführen lassen.
Die Figuren – drei Wege zur Wahrheit
Ein Händler, dessen Gedanken nur um Reichtum kreisen. Er glaubt, dass Glück in Gold gemessen werden kann.
Ein Gelehrter, der sich nach Wissen sehnt, überzeugt davon, dass Verständnis die höchste Erfüllung ist.
Ein Krieger, der sich nach Gewissheit und Ehre sehnt, um die Last der Vergangenheit zu tragen.
Sie alle treten nacheinander vor den Spiegel – voller Hoffnung, voller Neugier.
Der erste Blick – die süße Illusion
Der Spiegel zeigt ihnen nicht die Wahrheit, sondern das, was sie am meisten begehren:
Der Händler sieht sich als wohlhabenden Mann, umgeben von Reichtum und Einfluss.
Der Gelehrte sieht sich als erleuchteten Denker, verehrt für seine Weisheit.
Der Krieger sieht sich als strahlenden Helden, frei von Schuld und voller Ehre.
Sie lachen, jubeln – ihr Glück scheint vollkommen. Der Zigeuner aber warnt:
"Schaut nur einmal hinein! Wahrheit kann man verdecken, doch nie zerstören. Ein zweiter Blick nimmt euch den Schleier fort."
Doch wie könnte jemand diesem Glück widerstehen? Sie blicken ein zweites Mal.
Der zweite Blick – die grausame Wahrheit
Und nun enthüllt sich das, was sie wirklich sind:
Der Händler sieht sich nicht mehr von Gold umgeben, sondern von Feinden und Verrat. Sein Reichtum ist nichts als eine Illusion, seine Gier hat ihn verschlungen.
Der Gelehrte erkennt, dass Wissen ihn nicht erleuchtet, sondern isoliert hat. Er hat so viele Antworten gefunden, dass ihm keine Fragen mehr bleiben – und mit ihnen ist auch die Freude verschwunden.
Der Krieger sieht nicht mehr einen Helden, sondern einen Mörder. Die Geister derer, die er getötet hat, stehen hinter ihm, seine Ehre ist eine Lüge.
Sie versuchen, sich von diesen Bildern loszureißen, doch es gibt kein Entkommen. Die Wahrheit hat sich offenbart, und sie können sie nicht mehr ungeschehen machen.
Das Ende – Die letzte Erkenntnis
Die drei Figuren zerbrechen an dem, was sie gesehen haben. Manche versuchen, den Spiegel zu zerstören – doch er bleibt unversehrt.
Da tritt der Zigeuner hervor, sieht auf die gescheiterten Gestalten vor ihm und spricht das letzte Wort:
"Der Spiegel war immer nur ein Spiegel. Wahrheit war nie das Problem. Nur die, die sie nicht ertragen konnten."
Dann nimmt er ein dunkles Tuch und verhüllt den Spiegel.
"Wahrheit kann man nicht zerstören. Nur verbergen – bis jemand kommt, der bereit ist, sie zu sehen."
Und so endet das Stück, mit einem Spiegel, der auf den nächsten wartet – auf den nächsten Menschen, der glaubt, die Wahrheit zu suchen, ohne zu ahnen, welchen Preis sie fordert.
Natürlich behalte ich mir kleinere Anpassungen während möglicher Proben vor.
Mit nachdenklichen Grüßen,
Linus Sturmfang
- Kaleya Auenbacher
- Beiträge: 1493
- Registriert: Mittwoch 23. April 2014, 21:20
Als Kaleya die Nachricht aus Eirensee vernahm, kam der Eisdrache nicht umhin, koboldhaft zu Grinsen. Ein Theater in Ihnnerau, wie verzückend! Sie musste an die lange Zeit dort denken. An den Frieden in diesem kleinen Haus am Rand des Waldes. An Meister Wiesenthal, der ihr Lehrmeister gewesen war als sie die Malerei für sich entdeckt hatte. Und natürlich dachte sie auch an ihre Eltern, die noch immer in Ihnnerau weilten. Sie vermisste sie schmerzlich, doch sie war sicher, dass sie dort glücklich waren. Und umso mehr Glück erfüllte auch den Eisdrachen, als sie ein Schreiben aufsetzte, in welchem die das Gedicht beifügte, das sie damals in Ihnnerau verfasst hatte. Schon bald würde dieses Schreiben mit einem Waldgeist von ihrem Ehemann nach Ihnnerau entsandt werden, damit es dort seinen Platz fand. Dort, wo das Gedicht einst entstanden war. Frieden, so viel Frieden. Der Eisdrache lächelte glücklich und machte sich dann wieder an sein Tagewerk - wildgewordene Kindlein hüten!

— — — — — ⊰ ✴ ⊱ — — — — —
Das Sommerfeld
Blühende Getreidefelder, die Ehren wippen sanft hin und her,
zu sein und Gedanken schweifen zu lassen ist nicht schwer.
Ich sehe hinauf in den Himmel und bin plötzlich dort oben,
und doch spüre ich unter meinen nackten Füßen den Boden.
Streife umher auf der Suche nach diesem einen Gefühl,
als wär es nicht da und doch kann ich es in mir spüren.
Wenn der laue Sommerwind meine Wangen nun küsst,
hab ich tief im Herzen verstanden, dass es Freiheit ist.
Die alten Lindenbäume am Wegrand blühen in all ihrer Pracht,
der herrlichen Duft ihrer Blüten kitzelt meine Nase ganz sacht.
In ihrem kühlen Schatten lass ich mich einfach friedvoll nieder,
meine schweifenden Gedanken kehren unaufhaltsam wieder.
Streife umher auf der Suche nach diesem einen Gefühl,
als wär es nicht da und doch kann ich es in mir spüren.
Wenn der laue Sommerwind meine Wangen nun küsst,
hab ich tief im Herzen verstanden, dass es Freiheit ist.
Ich strande am Dorfrand an diesem verwunschenen Teich,
und ich weiß ich bin voller Liebe und damit unendlich reich.
Das sanfte Blubbern der Fische lässt mich nun entspannen,
trägt mir die rastlosen Gedanken weit fort und von dannen.
Streife umher auf der Suche nach diesem einen Gefühl,
als wär es nicht da und doch kann ich es in mir spüren.
Wenn der laue Sommerwind meine Wangen nun küsst,
hab ich tief im Herzen verstanden, dass es Freiheit ist.
Der Sommer ist meine Wärme und unerschöpfliche Kraft,
was ein Sommerfeld, Linden und ein Teich so alles macht.
Streife umher auf der Suche nach diesem einen Gefühl,
als wär es nicht da und doch kann ich es in mir spüren.
Wenn der laue Sommerwind meine Wangen nun küsst,
hab ich tief im Herzen verstanden, dass es Freiheit ist.
- 04. Cirmiasum 266, gewidmet dem Leben in Ihnnerau -
— — — — — ⊰ ✴ ⊱ — — — — —
Das Sommerfeld
Blühende Getreidefelder, die Ehren wippen sanft hin und her,
zu sein und Gedanken schweifen zu lassen ist nicht schwer.
Ich sehe hinauf in den Himmel und bin plötzlich dort oben,
und doch spüre ich unter meinen nackten Füßen den Boden.
Streife umher auf der Suche nach diesem einen Gefühl,
als wär es nicht da und doch kann ich es in mir spüren.
Wenn der laue Sommerwind meine Wangen nun küsst,
hab ich tief im Herzen verstanden, dass es Freiheit ist.
Die alten Lindenbäume am Wegrand blühen in all ihrer Pracht,
der herrlichen Duft ihrer Blüten kitzelt meine Nase ganz sacht.
In ihrem kühlen Schatten lass ich mich einfach friedvoll nieder,
meine schweifenden Gedanken kehren unaufhaltsam wieder.
Streife umher auf der Suche nach diesem einen Gefühl,
als wär es nicht da und doch kann ich es in mir spüren.
Wenn der laue Sommerwind meine Wangen nun küsst,
hab ich tief im Herzen verstanden, dass es Freiheit ist.
Ich strande am Dorfrand an diesem verwunschenen Teich,
und ich weiß ich bin voller Liebe und damit unendlich reich.
Das sanfte Blubbern der Fische lässt mich nun entspannen,
trägt mir die rastlosen Gedanken weit fort und von dannen.
Streife umher auf der Suche nach diesem einen Gefühl,
als wär es nicht da und doch kann ich es in mir spüren.
Wenn der laue Sommerwind meine Wangen nun küsst,
hab ich tief im Herzen verstanden, dass es Freiheit ist.
Der Sommer ist meine Wärme und unerschöpfliche Kraft,
was ein Sommerfeld, Linden und ein Teich so alles macht.
Streife umher auf der Suche nach diesem einen Gefühl,
als wär es nicht da und doch kann ich es in mir spüren.
Wenn der laue Sommerwind meine Wangen nun küsst,
hab ich tief im Herzen verstanden, dass es Freiheit ist.
- 04. Cirmiasum 266, gewidmet dem Leben in Ihnnerau -
— — — — — ⊰ ✴ ⊱ — — — — —

„Die besten Menschen sind verrückt! Du wirst noch viele Menschen kennenlernen, aber die besten fordern dich heraus. Sie machen, dass du die Welt mit ganz anderen Augen siehst!“
- Eske Finneken
- Beiträge: 118
- Registriert: Donnerstag 21. Dezember 2023, 12:11
An dit junge Herzoch von dit Ihnnerau von dit Eirensee, mit dit Jrüße von dit K'awi von dit Jerimor!
Ick hab jetz keen Stück füa dit Theata, aba dafüa hab ick een Jedicht, wie dit in dit Buche steht. In meen Buch. In meen Logbuch.
In meen Logbuch aus dit Jahr 235. Da war ick zwar noch jung, aba schon ville Jahre zu dit See jefahrn.
Dit Jedicht handelt von eene Wahrheit, wat ick selba mitalebt hab uff dit stolze Dreimasta "Knickinneoptik" mit dit Käptn wat een Spitznam hatte, dit Sprottnfänga. Weeste sicha warum. Also, dit is dit Wahrheit und nischt als dit reine Wahrheit, so wahr ick dit Eske Finneken bin!
Meen Jöttajatte, wat dit Mattis is, könnt dit och bezeujen.
Nu jeht dit los.
Dit is keen Seemannsjarn, dit is so jeschehn,
ick hab Sachn alebt, dit hat keena jesehn,
und och wenn de dit allet nich kannst vastehn,
dit is keen Seemannsjarn, dit is so jeschehn!
An een Tach plötzlich reißt dit Ruda rum,
dit Steuamann kieckt da janz blöde drum.
Dann zittan de Näjel und dit Bolzn,
allet ruckelt, wat nich is aus Holzn.
Imma schnella drehn wia uns im Kreise,
dit Töppe fliejen, valiern dit Speise.
Dit Kanonkugeln fliejen durchs Deck,
dit Galionsfijur is plötzlich am Heck.
Dit Schiffsglocke bimmelt laut wie varrückt,
dit Halten is iah nu nich meah jeglückt.
Allet wat is an dit Bord aus Metall
valässt dit Schiff mit Jetöse und Knall.
Wat dit Schiff uff dit See zusammenhält
davon is nischt meah da, dit Schiff zafällt.
Da jibt dit noch een Ruck in Richtung Nord
dit Anka mit de Kette zieht uns fort -
direktemeng uff een Berchriesen zu,
letztet Stündlein jeschlagn, jleich is Ruh.
Doch sind am Strand Fischanetze jespannt,
se fang uns uff, ick bin noch bei Vastand.
Wat hat denn nu dit Schiff kaputt jemacht?
Dit Berch is magnetisch, wer hätts jedacht!
Dit is keen Seemannsjarn, dit is so jeschehn,
ick hab Sachn alebt, dit hat keena jesehn,
und och wenn de dit allet nich kannst vastehn,
dit is keen Seemannsjarn, dit is so jeschehn!
von dit K'awi
Ick hab jetz keen Stück füa dit Theata, aba dafüa hab ick een Jedicht, wie dit in dit Buche steht. In meen Buch. In meen Logbuch.
In meen Logbuch aus dit Jahr 235. Da war ick zwar noch jung, aba schon ville Jahre zu dit See jefahrn.
Dit Jedicht handelt von eene Wahrheit, wat ick selba mitalebt hab uff dit stolze Dreimasta "Knickinneoptik" mit dit Käptn wat een Spitznam hatte, dit Sprottnfänga. Weeste sicha warum. Also, dit is dit Wahrheit und nischt als dit reine Wahrheit, so wahr ick dit Eske Finneken bin!
Meen Jöttajatte, wat dit Mattis is, könnt dit och bezeujen.
Nu jeht dit los.
Dit is keen Seemannsjarn, dit is so jeschehn,
ick hab Sachn alebt, dit hat keena jesehn,
und och wenn de dit allet nich kannst vastehn,
dit is keen Seemannsjarn, dit is so jeschehn!
An een Tach plötzlich reißt dit Ruda rum,
dit Steuamann kieckt da janz blöde drum.
Dann zittan de Näjel und dit Bolzn,
allet ruckelt, wat nich is aus Holzn.
Imma schnella drehn wia uns im Kreise,
dit Töppe fliejen, valiern dit Speise.
Dit Kanonkugeln fliejen durchs Deck,
dit Galionsfijur is plötzlich am Heck.
Dit Schiffsglocke bimmelt laut wie varrückt,
dit Halten is iah nu nich meah jeglückt.
Allet wat is an dit Bord aus Metall
valässt dit Schiff mit Jetöse und Knall.
Wat dit Schiff uff dit See zusammenhält
davon is nischt meah da, dit Schiff zafällt.
Da jibt dit noch een Ruck in Richtung Nord
dit Anka mit de Kette zieht uns fort -
direktemeng uff een Berchriesen zu,
letztet Stündlein jeschlagn, jleich is Ruh.
Doch sind am Strand Fischanetze jespannt,
se fang uns uff, ick bin noch bei Vastand.
Wat hat denn nu dit Schiff kaputt jemacht?
Dit Berch is magnetisch, wer hätts jedacht!
Dit is keen Seemannsjarn, dit is so jeschehn,
ick hab Sachn alebt, dit hat keena jesehn,
und och wenn de dit allet nich kannst vastehn,
dit is keen Seemannsjarn, dit is so jeschehn!
von dit K'awi
N.S.: Kannste och sing, wenn de sing kannst.
- Tomas Jan Levitt
- Beiträge: 288
- Registriert: Donnerstag 1. September 2022, 00:05
Ein Theater, wie herrlich! Auf einer Theaterbühne hatte er bisher noch nie gestanden und daher wurde auch nie ein Werk aus seiner Feder auf einer solchen Bühne dargeboten. Er konnte sich vorstellen, dass es sicher etwas in einem Musiker auslöste, so etwas mitzuerleben. Und warum sollte er es nicht wagen? Immerhin war der Aufruf auch an Bajard und K'awi gerichtet. Was hatte er schon zu verlieren? Sicher waren solche Werke immer eine sehr persönliche Sache, doch stand er ja nicht erst seit gestern auf der Bühne. Vor allem der letzte Teil war aber etwas, dass bis auf eine Person nie jemand zu Ohren bekommen hatte. Doch… sollte er es wagen?
Das waren die Gedanken des jungen Barden Anfang Eisbruch gewesen. Jetzt war es zwei Monate später und sein Werk war fertig. Fertig komponiert, fertig aufgeschrieben, fertig ausgearbeitet und bereit, gelesen und aufgeführt zu werden. Sofern es denn auf Zustimmung stieß. Aber das würde die Zukunft zeigen.
Im Herzogtum Eirensee, genauer gesagt im Theater von Ihnnerau ging also ein Schreiben ein - nein, eher ein dicker Umschlag. Darin enthalten das Werk eines k'awianischen Musikers mit Text und Noten. Und einem Anschreiben:
03. Wechselwind 268
K'awi
Das waren die Gedanken des jungen Barden Anfang Eisbruch gewesen. Jetzt war es zwei Monate später und sein Werk war fertig. Fertig komponiert, fertig aufgeschrieben, fertig ausgearbeitet und bereit, gelesen und aufgeführt zu werden. Sofern es denn auf Zustimmung stieß. Aber das würde die Zukunft zeigen.
Im Herzogtum Eirensee, genauer gesagt im Theater von Ihnnerau ging also ein Schreiben ein - nein, eher ein dicker Umschlag. Darin enthalten das Werk eines k'awianischen Musikers mit Text und Noten. Und einem Anschreiben:

03. Wechselwind 268
K'awi
K'awi xan'yasha, verehrte Damen und Herren,
mein Name ist Tom Levitt und ich lebe auf der Insel K'awi, die zu Gerimor gehört. Meine Profession ist unter
anderem die Musik und daher möchte ich mein Glück versuchen und sende Euch mein neuestes Werk, um
eventuell die Ehre zu haben, dass es in Eurem Theater zur Eröffnung aufgeführt wird.
Das Werk heißt schlicht “Heimat, Liebe, Musik und Magie” und beinhaltet Auszüge aus meinen Liedern
der letzten eineinhalb Jahre. Lieder, die mich begleitet und geformt haben, so wie ich auch sie formte.
Anmerkungen zur Aufführung des Stückes findet Ihr beiliegend zwischen den Zeilen, die Noten dazu gesondert.
Das meiste davon wird von der Laute begleitet, das ließe sich allerdings auch ändern.
Ein Schreiben Eurerseits erreicht mich auf K'awi.
Sonnige Grüße,
gez.

Spielweise: Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
~ Heimat, Liebe, Musik und Magie ~
Die meisten sagen, einen Sinn braucht es im Leben,
und ich bin sicher, da kann es mehr als einen geben,
denn wer könnte sich da schon für einen entscheiden,
und dadurch einen möglichen Fehltritt vermeiden?
Ich bin noch nicht alt, doch hat nicht jeder seine Erfahrung?
Sind die eigenen Erinnerungen nicht des Geistes Nahrung?
jeder muss selbst erfahren, was für ihn zählt,
und welche Ziele er dann für sich wählt.
Da gibt es zum einen meinen Hang zur Kunst,
zum anderen gab ich auch meiner Heimat die Gunst,
auch entdeckte ich in der Magie wahre Schönheit,
und fand in der Liebe meine persönliche Ewigkeit.
Lieder geschrieben habe ich schon viele,
auch ein Spielmann braucht ja stets neue Ziele,
über Magie, die Heimat, die Musik und die Liebe,
und ich wünsche, dass es in aller Köpfen bliebe.
So hört gut zu, was ich euch nun singe,
auch wenn ich dabei ein paar Zeilen überspringe,
Im Kern ist es das, was einst mir entsprang,
als mein Leben als Barde auf K'awi begann:
Tempowechsel. Spielweise: Flotte Melodie, Dur, heiter, rhythmisch.
Die Heimat ist, was man draus macht!
Niemand hätt' sich je gedacht,
das ers so weit hätt' gebracht,
ein Leben in so voller Pracht,
doch ich sag' euch, gebt gut Acht,
dass stets wer schützend bei euch wacht,
denn das Feuer ist entfacht,
das hab ich mir nicht ausgedacht.
Kurze Pause, Tempowechsel. Spielweise: Wie der Anfang, Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
Möchtest du das Lied mal im Ganzen hören,
da sag' ich nicht Nein, das kann ich dir schwören,
doch hör' hier erst weiter, kommen wir zur Magie,
und lausche nun einfach der arkan' Melodie:
Tempowechsel. Spielweise: Mystisch, spannend, geheimnisvoll, leise.
Ein Knistern, ein Funkeln, ein Rascheln, ein Flimmern,
wie Glühwürmchen, die in der Dunkelheit schimmern,
Salambe und Sylphe, im ewigen Tanz,
spiegeln Magie im leuchtenden Glanz.
Arkane Macht ist in jedem Sein,
auch wenn man magisch ist wie ein Stein,
fühl' die Verbindung von Energie und Macht,
und wie sie schützend über dich wacht.
Kurze Pause, Tempowechsel. Spielweise: Wie der Anfang, Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
Ich hätte darüber so viel mehr noch zu sagen,
doch möcht' ich vermeiden, dass ihr anfangt zu klagen,
daher machen wir doch mit der Musik nun weiter,
denn mein Repertoire ist durchaus noch breiter.
Tempowechsel. Spielweise: Geige und Laute spielen zusammen, Zuhörer zum klatschen animieren, vier mal Aufstampfen zum Takt geben (oder eine Pauke), heitere, fröhliche Tavernenmusik.
Komm Mädel, bring' noch nen Schnaps heran,
Ich trink auf euch! Kommt her und dann,
seht was ein Spielmann machen kann,
Zieht euch im Nu in seinen Bann!
Auf 'nen Spielmann ist Verlass,
Und wenn mal nicht, werd nicht gleich blass,
Nur Humor brauchst du fürs Leben,
kannst deine Kron'n dem Spielmann geben.
Kurze Pause, Tempowechsel. Spielweise: Wie der Anfang, Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
Die Liebe ist das, was nun noch bleibt,
Sie ist das, was die besten Lieder schreibt,
Auch aus meiner Feder stammen solch Zeilen
und die möchte ich gerne nun mit euch teilen.
Tempowechsel. Spielweise: melancholisch, gefühlvoll, prägnante Geige, herzerwärmend.
Ich kann's nicht mehr leugnen und das möcht' ich auch nich',
denn ich bin mir sehr sicher, ich verlieb' mich in dich,
ich spür' das schon länger, willst du sowas hören?
Wenn nicht, wärs in Ordnung, das würd' mich nicht stören.
Was immer du nun mit dieser Aussage machst,
ist mir echt egal, aber wehe du lachst!
Denn auch hinter 'ner Schicht aus Humor steckt ein Kern,
und der ist recht weich und hat dich sehr gern.
Kurze Pause, Tempowechsel. Spielweise: Wie der Anfang, Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
So ein Einblick in das Leben anderer Leute
ist das was ich früher doch oft scheute,
doch wer Glück finden will, der braucht auch Mut,
denn nur dann gehts einem auch wirklich gut.
Der Schlüssel zum großen Glück bist du selbst,
sofern du die richtigen Weichen dir stellst,
denn mit Heimat, der Liebe, der Kunst und Magie,
baust du dir dein Leben aus deiner Fantasie.
Lass dich nicht täuschen und auch nicht beirren,
wenn dir meine Zeilen im Kopf herumschwirren,
Sieh weiter nach vorn, es gibt kein zurück,
auch du verdienst, da bin ich sicher, das große Glück.

mein Name ist Tom Levitt und ich lebe auf der Insel K'awi, die zu Gerimor gehört. Meine Profession ist unter
anderem die Musik und daher möchte ich mein Glück versuchen und sende Euch mein neuestes Werk, um
eventuell die Ehre zu haben, dass es in Eurem Theater zur Eröffnung aufgeführt wird.
Das Werk heißt schlicht “Heimat, Liebe, Musik und Magie” und beinhaltet Auszüge aus meinen Liedern
der letzten eineinhalb Jahre. Lieder, die mich begleitet und geformt haben, so wie ich auch sie formte.
Anmerkungen zur Aufführung des Stückes findet Ihr beiliegend zwischen den Zeilen, die Noten dazu gesondert.
Das meiste davon wird von der Laute begleitet, das ließe sich allerdings auch ändern.
Ein Schreiben Eurerseits erreicht mich auf K'awi.
Sonnige Grüße,
gez.

Spielweise: Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
~ Heimat, Liebe, Musik und Magie ~
Die meisten sagen, einen Sinn braucht es im Leben,
und ich bin sicher, da kann es mehr als einen geben,
denn wer könnte sich da schon für einen entscheiden,
und dadurch einen möglichen Fehltritt vermeiden?
Ich bin noch nicht alt, doch hat nicht jeder seine Erfahrung?
Sind die eigenen Erinnerungen nicht des Geistes Nahrung?
jeder muss selbst erfahren, was für ihn zählt,
und welche Ziele er dann für sich wählt.
Da gibt es zum einen meinen Hang zur Kunst,
zum anderen gab ich auch meiner Heimat die Gunst,
auch entdeckte ich in der Magie wahre Schönheit,
und fand in der Liebe meine persönliche Ewigkeit.
Lieder geschrieben habe ich schon viele,
auch ein Spielmann braucht ja stets neue Ziele,
über Magie, die Heimat, die Musik und die Liebe,
und ich wünsche, dass es in aller Köpfen bliebe.
So hört gut zu, was ich euch nun singe,
auch wenn ich dabei ein paar Zeilen überspringe,
Im Kern ist es das, was einst mir entsprang,
als mein Leben als Barde auf K'awi begann:
Tempowechsel. Spielweise: Flotte Melodie, Dur, heiter, rhythmisch.
Die Heimat ist, was man draus macht!
Niemand hätt' sich je gedacht,
das ers so weit hätt' gebracht,
ein Leben in so voller Pracht,
doch ich sag' euch, gebt gut Acht,
dass stets wer schützend bei euch wacht,
denn das Feuer ist entfacht,
das hab ich mir nicht ausgedacht.
Kurze Pause, Tempowechsel. Spielweise: Wie der Anfang, Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
Möchtest du das Lied mal im Ganzen hören,
da sag' ich nicht Nein, das kann ich dir schwören,
doch hör' hier erst weiter, kommen wir zur Magie,
und lausche nun einfach der arkan' Melodie:
Tempowechsel. Spielweise: Mystisch, spannend, geheimnisvoll, leise.
Ein Knistern, ein Funkeln, ein Rascheln, ein Flimmern,
wie Glühwürmchen, die in der Dunkelheit schimmern,
Salambe und Sylphe, im ewigen Tanz,
spiegeln Magie im leuchtenden Glanz.
Arkane Macht ist in jedem Sein,
auch wenn man magisch ist wie ein Stein,
fühl' die Verbindung von Energie und Macht,
und wie sie schützend über dich wacht.
Kurze Pause, Tempowechsel. Spielweise: Wie der Anfang, Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
Ich hätte darüber so viel mehr noch zu sagen,
doch möcht' ich vermeiden, dass ihr anfangt zu klagen,
daher machen wir doch mit der Musik nun weiter,
denn mein Repertoire ist durchaus noch breiter.
Tempowechsel. Spielweise: Geige und Laute spielen zusammen, Zuhörer zum klatschen animieren, vier mal Aufstampfen zum Takt geben (oder eine Pauke), heitere, fröhliche Tavernenmusik.
Komm Mädel, bring' noch nen Schnaps heran,
Ich trink auf euch! Kommt her und dann,
seht was ein Spielmann machen kann,
Zieht euch im Nu in seinen Bann!
Auf 'nen Spielmann ist Verlass,
Und wenn mal nicht, werd nicht gleich blass,
Nur Humor brauchst du fürs Leben,
kannst deine Kron'n dem Spielmann geben.
Kurze Pause, Tempowechsel. Spielweise: Wie der Anfang, Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
Die Liebe ist das, was nun noch bleibt,
Sie ist das, was die besten Lieder schreibt,
Auch aus meiner Feder stammen solch Zeilen
und die möchte ich gerne nun mit euch teilen.
Tempowechsel. Spielweise: melancholisch, gefühlvoll, prägnante Geige, herzerwärmend.
Ich kann's nicht mehr leugnen und das möcht' ich auch nich',
denn ich bin mir sehr sicher, ich verlieb' mich in dich,
ich spür' das schon länger, willst du sowas hören?
Wenn nicht, wärs in Ordnung, das würd' mich nicht stören.
Was immer du nun mit dieser Aussage machst,
ist mir echt egal, aber wehe du lachst!
Denn auch hinter 'ner Schicht aus Humor steckt ein Kern,
und der ist recht weich und hat dich sehr gern.
Kurze Pause, Tempowechsel. Spielweise: Wie der Anfang, Gefühlvoll, eingängig, Dur, lebendig.
So ein Einblick in das Leben anderer Leute
ist das was ich früher doch oft scheute,
doch wer Glück finden will, der braucht auch Mut,
denn nur dann gehts einem auch wirklich gut.
Der Schlüssel zum großen Glück bist du selbst,
sofern du die richtigen Weichen dir stellst,
denn mit Heimat, der Liebe, der Kunst und Magie,
baust du dir dein Leben aus deiner Fantasie.
Lass dich nicht täuschen und auch nicht beirren,
wenn dir meine Zeilen im Kopf herumschwirren,
Sieh weiter nach vorn, es gibt kein zurück,
auch du verdienst, da bin ich sicher, das große Glück.
