Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
- Djurgeirr Mandre
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Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Der Wind wehte oben am Felsen über dem Meer stetig aber doch nicht übermäßig stark. Die Schulterlangen blonden Haare des jungen Thyren flatterten mal hier und mal dorthin im Spiel des Windes. Der Bart war kurz gehalten wenngleich für das Alter, er mag vielleicht 20 Winter gesehen haben schon recht gut gewachsen. Sicherlich könnte er schon länger und stattlicher sein, doch er hatte in seinen jungen Jahren noch nicht annähernd genug Ehre und Ansehen erlangt um einen stattlicheren Bart mit gutem Gewissen zu rechtfertigen.
Sein Blick wanderte unablässig am Horizent entlang und auch ab und an zurück wo am Fuße des Felsend auf dem er stand ein prächtiger Wald lag. Es war keine sehr große Insel auf der sie sich befanden, und eben diese Begebenheit war der Grund warum er hier stand und teils wehmütig aber auch in fast freudiger Erregung in die weite blickte. Seine Gedanken in Erinnerung versunken an die vergangenen Tage.
Etwa 40 Sommer war es her so erzählten es die Älteren, dass sie hier auf dieser Insel strandeten nachdem der Dämonenwal Raugaroth, welcher auch der der „Nasse Rachen der See“ genannt wird das Schiff auf dem sie von Úlfsteinn los gesegelt waren zerstört hatte . Weniger als ein Dutzend Clanner überlebten den Vorfall indem sie sich an losen Planken und treibenden Fässern festhielten und schließlich ans Ufer dieser Insel gespült wurden. Sie nannten die Insel „Eptir Aldr“ was in die Gemeinsprache übersetzt „von neuem Leben“ heißen würde. Und so begannen sie mit dem Bau eines Dorfes und das neue Leben des Rudels begann.
Die Insel war unbewohnt zumindest was Menschliche Zivilisation anbelangte, aber reich an Tier- und Pflanzenwelt. Jedoch war die Insel sehr klein weswegen man nach einigen Jahren als das Rudel gewachsen war merkte, dass sowohl der Platz als auch das Angebot an Nahrung langsam an Grenzen stieß.
Also berief man den Thing ein um zu beraten und zu entscheiden was man tun wollte und musste um das Problem zu lösen. Zwei Tage und eben so viele Nächte soll der Thing gedauert haben so erzählt man es den Welpen. Und so wurde fest gelegt das fürderhin die Anzahl des Rudels auf Sieben Hände voll begrenzt sei. Die Welpen des Rudel sollen zu dieser Zahl nicht gezählt werden.
Die Sieben wurde gewählt in Anlehnung an die 7 Clans.
Sollte also die Zahl des Rudels auf einen mehr als 35 Clanner anwachsen, so sollen alle Schwerter im Alter von 18 bis zu 22 Wintern einen Wettkampf um die Ehre derjenige zu sein der die Insel verlässt und sich auf die Suche macht nach Brüdern und Schwestern um sich einem neuen Rudel anzuschließen und Ruhm und Ehre zu erlangen.
Gerade die jungen Schwerter welche ungestüm waren trachteten danach derjenige zu sein. Auf der Insel gab es keinerlei Feinde mit Ausnahme macher wilder Tiere die von was auch immer verderbt waren und nicht dem Einfluss der Geister unterlagen.
Und so kam es wieder einmal, zum dritten male seit des Beschlusses dazu dass ein junger Clanner in die weite Welt hinaus ziehen sollte als der junge Djurgeirr Dyrbjornsson vom Clan Mandre gerade seinen 20sten Winter erlebt hatte.
Es war ein harter Wettkampf den die drei Kerle und das eine Weyb welche im entsprechenden Alter waren gegeneinander führten , und am Ende konnte sich Djurgeirr nur denkbar knapp gegen Gislaug Geirdisdottr vom Clan Hinrah durchsetzen.
Am Ende des Wettstreits wurde ein großes Fest gefeiert das zwei Tage andauerte.
Ein Ruf riss den jungen Mann aus seinen Gedanken und er wandte sich um und schickte sich an den Felsen hinab zu steigen und zurück zur Siedlung zu gehen wo er seine letzte Nacht im Kreise seiner Liebsten verbringen würde. Am nächsten Tag in aller Frühe würde er sich mit einem Ruderboot auf den Weg machen in Richtung Südwesten wo sich so wussten sie in einigen Tagen Entfernung eine große Insel befand die von Städdern wie sie bei ihnen genannt wurden bewohnt war.
Von dort würde er sich aufmachen auf die Suche nach einem neuen Rudel dem er sich anschließen könnte. Beschwerlich war die Reise mit dem kleinen Boot . Zwar hatte er ein Segel doch zu Zeiten in denen die Gütigkeit der Dame des Windes dem kreischenden und brausenden Toben der Großen Banshee wich war er mehr als einmal um ein Haar in den Fluten versunken. In stetem Zwiegespräch und mit dem Wissen dass die Dame im Wind und die Ahnen zu jeder Zeit bei ihm waren und ihm beistehen würden meisterte auch diese Abschnitte seiner Reise und erreicht beinahe 7 Tage nach seinem Aufbruch die Insel von der er später erfahren sollte, dass sie Nharam genannt wird.
Nur wenige Tage hielt er sich auf der Insel auf . So fremd und andersartig war die Welt der Städder. Den ganzen Tag wuselten sie hin und her gefühlt ohne irgend etwas zu tun stets daran die blinkenden kleinen Dinger in ihren Beuteln zu mehren als würde es ihnen zu irgend etwas verhelfen. Dort auf Nharam hörte er von einer Insel names Gerimor und dass es dort ein Rudel der seinigen geben soll. Also machte er sich daran ein Schiff zu finden dass ihn dort hinbringen sollte.
Das war nicht weiter schwer zu finden und doch stellte es ihn vor Schwierigkeiten, weil der Kapitän des Schiffes darauf bestand in blinkenden Münzen entlohnt zu werden und er befremdlich die Augen rollte als Djurgeirr ihm für die Überfahrt einige Felle und Fleisch anbot. So war er tatsächlich gezwungen die Sachen gegen Münzen einzutauschen an einem Ort den sie Marktplatz nannten. Nach einigen weiteren Schwierigkeiten in der Verständigung….. die Städder sprachen wirklich eine seltsame Zunge hatte er dann schlussendlich geschafft und erreichte nach weiteren langen Tagen diesmal jedoch bedeutend angenehmer den Hafen von Sturmuove. Er war angekommen in seiner so hoffte er neuen Heimat.
Sein Blick wanderte unablässig am Horizent entlang und auch ab und an zurück wo am Fuße des Felsend auf dem er stand ein prächtiger Wald lag. Es war keine sehr große Insel auf der sie sich befanden, und eben diese Begebenheit war der Grund warum er hier stand und teils wehmütig aber auch in fast freudiger Erregung in die weite blickte. Seine Gedanken in Erinnerung versunken an die vergangenen Tage.
Etwa 40 Sommer war es her so erzählten es die Älteren, dass sie hier auf dieser Insel strandeten nachdem der Dämonenwal Raugaroth, welcher auch der der „Nasse Rachen der See“ genannt wird das Schiff auf dem sie von Úlfsteinn los gesegelt waren zerstört hatte . Weniger als ein Dutzend Clanner überlebten den Vorfall indem sie sich an losen Planken und treibenden Fässern festhielten und schließlich ans Ufer dieser Insel gespült wurden. Sie nannten die Insel „Eptir Aldr“ was in die Gemeinsprache übersetzt „von neuem Leben“ heißen würde. Und so begannen sie mit dem Bau eines Dorfes und das neue Leben des Rudels begann.
Die Insel war unbewohnt zumindest was Menschliche Zivilisation anbelangte, aber reich an Tier- und Pflanzenwelt. Jedoch war die Insel sehr klein weswegen man nach einigen Jahren als das Rudel gewachsen war merkte, dass sowohl der Platz als auch das Angebot an Nahrung langsam an Grenzen stieß.
Also berief man den Thing ein um zu beraten und zu entscheiden was man tun wollte und musste um das Problem zu lösen. Zwei Tage und eben so viele Nächte soll der Thing gedauert haben so erzählt man es den Welpen. Und so wurde fest gelegt das fürderhin die Anzahl des Rudels auf Sieben Hände voll begrenzt sei. Die Welpen des Rudel sollen zu dieser Zahl nicht gezählt werden.
Die Sieben wurde gewählt in Anlehnung an die 7 Clans.
Sollte also die Zahl des Rudels auf einen mehr als 35 Clanner anwachsen, so sollen alle Schwerter im Alter von 18 bis zu 22 Wintern einen Wettkampf um die Ehre derjenige zu sein der die Insel verlässt und sich auf die Suche macht nach Brüdern und Schwestern um sich einem neuen Rudel anzuschließen und Ruhm und Ehre zu erlangen.
Gerade die jungen Schwerter welche ungestüm waren trachteten danach derjenige zu sein. Auf der Insel gab es keinerlei Feinde mit Ausnahme macher wilder Tiere die von was auch immer verderbt waren und nicht dem Einfluss der Geister unterlagen.
Und so kam es wieder einmal, zum dritten male seit des Beschlusses dazu dass ein junger Clanner in die weite Welt hinaus ziehen sollte als der junge Djurgeirr Dyrbjornsson vom Clan Mandre gerade seinen 20sten Winter erlebt hatte.
Es war ein harter Wettkampf den die drei Kerle und das eine Weyb welche im entsprechenden Alter waren gegeneinander führten , und am Ende konnte sich Djurgeirr nur denkbar knapp gegen Gislaug Geirdisdottr vom Clan Hinrah durchsetzen.
Am Ende des Wettstreits wurde ein großes Fest gefeiert das zwei Tage andauerte.
Ein Ruf riss den jungen Mann aus seinen Gedanken und er wandte sich um und schickte sich an den Felsen hinab zu steigen und zurück zur Siedlung zu gehen wo er seine letzte Nacht im Kreise seiner Liebsten verbringen würde. Am nächsten Tag in aller Frühe würde er sich mit einem Ruderboot auf den Weg machen in Richtung Südwesten wo sich so wussten sie in einigen Tagen Entfernung eine große Insel befand die von Städdern wie sie bei ihnen genannt wurden bewohnt war.
Von dort würde er sich aufmachen auf die Suche nach einem neuen Rudel dem er sich anschließen könnte. Beschwerlich war die Reise mit dem kleinen Boot . Zwar hatte er ein Segel doch zu Zeiten in denen die Gütigkeit der Dame des Windes dem kreischenden und brausenden Toben der Großen Banshee wich war er mehr als einmal um ein Haar in den Fluten versunken. In stetem Zwiegespräch und mit dem Wissen dass die Dame im Wind und die Ahnen zu jeder Zeit bei ihm waren und ihm beistehen würden meisterte auch diese Abschnitte seiner Reise und erreicht beinahe 7 Tage nach seinem Aufbruch die Insel von der er später erfahren sollte, dass sie Nharam genannt wird.
Nur wenige Tage hielt er sich auf der Insel auf . So fremd und andersartig war die Welt der Städder. Den ganzen Tag wuselten sie hin und her gefühlt ohne irgend etwas zu tun stets daran die blinkenden kleinen Dinger in ihren Beuteln zu mehren als würde es ihnen zu irgend etwas verhelfen. Dort auf Nharam hörte er von einer Insel names Gerimor und dass es dort ein Rudel der seinigen geben soll. Also machte er sich daran ein Schiff zu finden dass ihn dort hinbringen sollte.
Das war nicht weiter schwer zu finden und doch stellte es ihn vor Schwierigkeiten, weil der Kapitän des Schiffes darauf bestand in blinkenden Münzen entlohnt zu werden und er befremdlich die Augen rollte als Djurgeirr ihm für die Überfahrt einige Felle und Fleisch anbot. So war er tatsächlich gezwungen die Sachen gegen Münzen einzutauschen an einem Ort den sie Marktplatz nannten. Nach einigen weiteren Schwierigkeiten in der Verständigung….. die Städder sprachen wirklich eine seltsame Zunge hatte er dann schlussendlich geschafft und erreichte nach weiteren langen Tagen diesmal jedoch bedeutend angenehmer den Hafen von Sturmuove. Er war angekommen in seiner so hoffte er neuen Heimat.
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Der Weg des Schwertes
Ein Leichter Wind weht über den Hafen von Wulfgard. Die Temperaturen, im Norden natürlich deutlich kühler als in den meisten Gegenden Gerimors stiegen in den letzten Tagen stetig an. Das Eis und der Reif verlässt langsam auch die letzten Bäume und langsam kehrt der Frühling ein. Die ersten Blumen kämpfen sich durch das harte Erdreich nach oben und die ersten Bienen summen bereits fröhlich umher. In wenigen Tagen wird in Sturmuove Disathing gefeiert. Zu diesem Fest danken die Thyren traditionell den Ahnen und Geistern für den überstandenen Winter. Djurgeirr sitzt auf einer Bank am Hafen und der Blick seiner Tannengrünen Augen schweift über das Meer tief in Gedanken versunken. Viele Monde waren vergangen seit er an einem heißen Sommertag mit zerschlissenem Kilt , hungrig und durstig mit einem Schiff in Wulfgard ankam. Die Dame im Wind hatte ihn hierhin geführt, wozu das wusste er nicht. Doch es spielte auch keine Rolle. Die Dame im Wind irrte nicht, und wenn sie ihn hier in Wulfgard haben wollte, dann würde er das sicher nicht in Frage stellen. Mittlerweile war es für ihn zur Heimat geworden. Das Rudel hatte ihn traditionell freundlich empfangen und er hatte seinen Platz sehr schnell gefunden. Zu Beginn war es ungewohnt für ihn der auf einer Insel aufgewachsen war, auf der es keine anderen Völker gab als Thyren.
Doch sein Weg lag klar vor ihm. Der Weg des Schwertes ! Ein langer und beschwerlicher Weg liegt noch vor ihm. Doch er war mehr als bereit diesen zu gehen. Die erste Etappe hatte er bereits hinter sich gebracht. Vor wenigen Wochen wurde er zu einem vollwertigen Clanschwert erhoben. Bis dahin hatte er schon eine Menge erlebt. Sie segelten gemeinsam über das Meer und kämpften zusammen gegen niemand geringeren als Raugaroth selbst, jenen Dämonenwal der auch der Rachen der See genannt wird und vor vielen Jahresläufen vier von sieben Schiffen die von Ulfsteinn über die Meere flohen vor den Dämonenhorden vernichtete und so um ein Haar den Untergang seines Volkes herbei geführt hätte. Seine Ahnen die Begründer seines Heimatdorfes waren Überlebende eines der zerstörten Schiffe. An Holzplanken und Treibgut klammerten sie sich im Kampf ums überleben fest und worden so an das kleine Eiland gespült auf dem sie ihr Dorf gründeten.
An der Seite der Kaluren und Städder kämpften sie gegen einen gefallenen Gott. Ahnung hatte er davon keine die Götter der anderen Völker interessieren einen Thyren nicht im geringsten. Doch das Stolze Volk Thrails ist loyal und wenn Verbündete um Hilfe ersuchen wird ein stolzer Sturmheuler sich nicht zweimal bitten lassen.
So ging die Zeit ins Land mit vielen Abenden am Lagerfeuer beim Palaver über viele Dinge die die Essenz eines jeden Thyren sind. Die Lehren Thrails Sturmsohns , Ahnen , Geister und die Totems. Niemals wird er seinen ersten Besuch an Samhain bei den Ahnen in Anundraf vergessen. Viele werden sicherlich folgen aber der erste Besuch wird immer etwas besonderes bleiben. Ein langer und gefährlicher Weg führte sie dort hin, aber mit den Ahnen an einem Tisch zu sitzen, fressen, saufen und feiern ist jede Mühe und Gefahr wert.
Mit der Ernennung zum Clanschwert endete eine Etappe seines Seins und seiner langen Reise zu Stärke, Stolz und Ehre. Doch ein Ende ist auch immer ein Anfang und so befindet er sich nun auf einer weiteren, der wohl wichtigsten und gefährlichsten im Leben eines Schwertes. Die Ausbildung zum Anundr beginnt mit der Ernennung zum Clanschwert. Am Ende dieses Weges gibt es nur zwei Möglichkeiten. Erfolg oder das Ende.
An einem Abend etwa zwei Wochenläufe mögen verstrichen sein kam der Jarl zu ihm ans Feuer und hieß ihn mit sich zu kommen. Er führte ihn an einen Ort der ihm bisher unbekannt war . Eine Lichtung umgeben von Fels und Meer und ihm wurde bewusst als er dort stand, dass es sich um einen besonderen Ort handelte. Hier gab es keine Hierarchie und an diesem Ort wurden die großen Schwerter geformt. Ihm schwindelte beinahe bei der Vorstellung wieviele mächtige Anundr und Einherjer hier an diesem Ort bereits als Clanschwert zum ersten mal standen um ihre Ausbildung zu beginnen.
Viele Stunden verbrachten sie dort. Thorlav am Feuer sitzend, palavernd und er selbst mit der ungeübten linken Hand Holz hackend und den Worten lauschend. Er sprach über Bär der ihn eines Tages am Ende dieser Etappe prüfen würde. Wille, Stärke und Beherrschung bläute er ihm ein, seien die drei Worte die sein Dasein zu beherrschen hatten. Und so ist es ! Wille, Stärke und Beherrschung diese 3 Worte sind am Morgen das erste was ihm in den Sinn komm und am Abend das letzte woran er denkt wenn er sich in die Felle legt und in den Schlaf gleitet.
Viele Fremde glauben, ein Thyre würde keine Angst empfinden. Das ist natürlich völliger Unsinn jedoch würde kein Thyre auf die Idee kommen das den Städdern zu erzählen. Als er noch ein kleiner Welpe war hatte er seinen Dah gefragt ob es für einen Thyren eine Schande wäre sich zu fürchten. Dieser lachte nur und schüttelte den Kopf. Nein mein Son sagte er mit seinem warmen Blick, die muskulösen Arme mit den vom Schmiedefeuer angesengten Haaren vor der Brust verschränkt. Angst ist ein Teil der Dualität. Nur ein Narr fürchtet sich nicht, aber du musst darauf achten, dass die Angst nicht deine Entscheidungen beeinflusst. Wenn er an den Weg denkt der vor ihm liegt empfindet er nun auch einen kleinen Hauch von Furcht, der aber im Vergleich zu Mut und Stolz nur einen Bruchteil seiner Empfindungen ausmacht.
Mit absolutem Willen und Hartnäckigkeit folgt er seinem Ziel, oder besser gesagt Zwischenziel denn ein Ziel gibt es nicht. Das Ziel ist es eines Tages wenn das Ende kommt einen Platz an der Tafel Anundraf´s zu erlangen. Wenn er nicht gerade zur Wacht eingeteilt ist oder mit dem Rudel auf Hatz ist, kann man ihn mit Eifer bei seinen Übungen beobachten. Linkshändiges Holzhacken, am Übungsplatz mit verbundenen Augen über Balken balancieren oder mit verbunden Augen und zusammengebunden Beinen an der Übungspuppe trainieren. Oftmals nur mit einem Kilt bekleidet und von Schweiß gebadet. Wille , Stärke und Beherrschung !
„ Ein Anundr ist eins mit der Natur“ auch das lehrte ihn Thorlav, und so kann man ihn des öfteren auch im Schneidersitz mit geschlossenen Augen auf einer Lichtung Wulfgards sitzen sehen, regungslos und offenbar den Stimmen der Natur lauschend.
Doch sein Weg lag klar vor ihm. Der Weg des Schwertes ! Ein langer und beschwerlicher Weg liegt noch vor ihm. Doch er war mehr als bereit diesen zu gehen. Die erste Etappe hatte er bereits hinter sich gebracht. Vor wenigen Wochen wurde er zu einem vollwertigen Clanschwert erhoben. Bis dahin hatte er schon eine Menge erlebt. Sie segelten gemeinsam über das Meer und kämpften zusammen gegen niemand geringeren als Raugaroth selbst, jenen Dämonenwal der auch der Rachen der See genannt wird und vor vielen Jahresläufen vier von sieben Schiffen die von Ulfsteinn über die Meere flohen vor den Dämonenhorden vernichtete und so um ein Haar den Untergang seines Volkes herbei geführt hätte. Seine Ahnen die Begründer seines Heimatdorfes waren Überlebende eines der zerstörten Schiffe. An Holzplanken und Treibgut klammerten sie sich im Kampf ums überleben fest und worden so an das kleine Eiland gespült auf dem sie ihr Dorf gründeten.
An der Seite der Kaluren und Städder kämpften sie gegen einen gefallenen Gott. Ahnung hatte er davon keine die Götter der anderen Völker interessieren einen Thyren nicht im geringsten. Doch das Stolze Volk Thrails ist loyal und wenn Verbündete um Hilfe ersuchen wird ein stolzer Sturmheuler sich nicht zweimal bitten lassen.
So ging die Zeit ins Land mit vielen Abenden am Lagerfeuer beim Palaver über viele Dinge die die Essenz eines jeden Thyren sind. Die Lehren Thrails Sturmsohns , Ahnen , Geister und die Totems. Niemals wird er seinen ersten Besuch an Samhain bei den Ahnen in Anundraf vergessen. Viele werden sicherlich folgen aber der erste Besuch wird immer etwas besonderes bleiben. Ein langer und gefährlicher Weg führte sie dort hin, aber mit den Ahnen an einem Tisch zu sitzen, fressen, saufen und feiern ist jede Mühe und Gefahr wert.
Mit der Ernennung zum Clanschwert endete eine Etappe seines Seins und seiner langen Reise zu Stärke, Stolz und Ehre. Doch ein Ende ist auch immer ein Anfang und so befindet er sich nun auf einer weiteren, der wohl wichtigsten und gefährlichsten im Leben eines Schwertes. Die Ausbildung zum Anundr beginnt mit der Ernennung zum Clanschwert. Am Ende dieses Weges gibt es nur zwei Möglichkeiten. Erfolg oder das Ende.
An einem Abend etwa zwei Wochenläufe mögen verstrichen sein kam der Jarl zu ihm ans Feuer und hieß ihn mit sich zu kommen. Er führte ihn an einen Ort der ihm bisher unbekannt war . Eine Lichtung umgeben von Fels und Meer und ihm wurde bewusst als er dort stand, dass es sich um einen besonderen Ort handelte. Hier gab es keine Hierarchie und an diesem Ort wurden die großen Schwerter geformt. Ihm schwindelte beinahe bei der Vorstellung wieviele mächtige Anundr und Einherjer hier an diesem Ort bereits als Clanschwert zum ersten mal standen um ihre Ausbildung zu beginnen.
Viele Stunden verbrachten sie dort. Thorlav am Feuer sitzend, palavernd und er selbst mit der ungeübten linken Hand Holz hackend und den Worten lauschend. Er sprach über Bär der ihn eines Tages am Ende dieser Etappe prüfen würde. Wille, Stärke und Beherrschung bläute er ihm ein, seien die drei Worte die sein Dasein zu beherrschen hatten. Und so ist es ! Wille, Stärke und Beherrschung diese 3 Worte sind am Morgen das erste was ihm in den Sinn komm und am Abend das letzte woran er denkt wenn er sich in die Felle legt und in den Schlaf gleitet.
Viele Fremde glauben, ein Thyre würde keine Angst empfinden. Das ist natürlich völliger Unsinn jedoch würde kein Thyre auf die Idee kommen das den Städdern zu erzählen. Als er noch ein kleiner Welpe war hatte er seinen Dah gefragt ob es für einen Thyren eine Schande wäre sich zu fürchten. Dieser lachte nur und schüttelte den Kopf. Nein mein Son sagte er mit seinem warmen Blick, die muskulösen Arme mit den vom Schmiedefeuer angesengten Haaren vor der Brust verschränkt. Angst ist ein Teil der Dualität. Nur ein Narr fürchtet sich nicht, aber du musst darauf achten, dass die Angst nicht deine Entscheidungen beeinflusst. Wenn er an den Weg denkt der vor ihm liegt empfindet er nun auch einen kleinen Hauch von Furcht, der aber im Vergleich zu Mut und Stolz nur einen Bruchteil seiner Empfindungen ausmacht.
Mit absolutem Willen und Hartnäckigkeit folgt er seinem Ziel, oder besser gesagt Zwischenziel denn ein Ziel gibt es nicht. Das Ziel ist es eines Tages wenn das Ende kommt einen Platz an der Tafel Anundraf´s zu erlangen. Wenn er nicht gerade zur Wacht eingeteilt ist oder mit dem Rudel auf Hatz ist, kann man ihn mit Eifer bei seinen Übungen beobachten. Linkshändiges Holzhacken, am Übungsplatz mit verbundenen Augen über Balken balancieren oder mit verbunden Augen und zusammengebunden Beinen an der Übungspuppe trainieren. Oftmals nur mit einem Kilt bekleidet und von Schweiß gebadet. Wille , Stärke und Beherrschung !
„ Ein Anundr ist eins mit der Natur“ auch das lehrte ihn Thorlav, und so kann man ihn des öfteren auch im Schneidersitz mit geschlossenen Augen auf einer Lichtung Wulfgards sitzen sehen, regungslos und offenbar den Stimmen der Natur lauschend.
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Eine weitere Prüfung Tag 1
Es war früher morgen in Wulfgard, sicherlich noch nicht später als die 4. Stunde des Tages, als der Blonde Hüne nur in eine einfache kurze Fellhose und seinen Kilt in den Farben der Mandre gehüllt seine Kammer verließ, und sich auf den Weg zum Hafen machte, wie es Thorlav ihm am Abend zuvor aufgetragen hatte. Es war kalt und der Nebel hing tief über dem Fort und den Häusern ringsum. Für die Jahreszeit war es aber eigentlich noch etwas zu warm sinnierte er auf dem Weg zum Hafen. Kaum eine Seele mit Ausnahme der Wachen die ihre Runde zogen teilweise in Begleitung ihrer Wachwölfe war zu dieser frühen Morgenstunde unterwegs. Einer der Fjordheymer sitzt vielleicht am Hafen wie so oft die ganze Nacht in der Hoffnung auf die Ankunft von weiteren Überlebenden. Doch wenn dem so war, blieb er von Djurgeirr ungesehen. Mit einem Nicken und dem obgligatorischen Schlag der Rechten auf die Linke Brust begrüßte er den Kapitän und die Besatzung als er das Schiff bestieg.
Kurze Zeit später lief das Schiff bereits aus dem Hafen aus. Er machte sich an Deck nützlich, was sollte er auch sonst tun in den wenigen Stunden die es dauern würde, ehe sie die Insel erreichen würden auf der er die nächsten Sieben Tage alleine überleben musste. Sieben Tage alleine ohne eine Menschenseele. Das hatte er zuletzt durchstehen müssen, als er seine Heimat verlassen hatte um sich aufzumachen zu neuen Ufern und schließlich in Wulfgard ankam. Wie lange war das nun her sprach er leise wie zu sich selbst. Fast Anderthalb Jahre war er nun schon ein Sturmheuler, und er hatte sich sehr verändert in dieser Zeit.
Seine Ausbildung zum Anundr war beinahe abgeschlossen. Sieben Tage auf dieser Insel, und Unterricht bei den Hagvirkr Wulfgards hatte er noch zu absolvieren. In wenigen Wochen würde er sich Bär stellen, um die nächste Stufe seinens Seins zu erreichen. Der Übergang vom Schüler zum Lehrer wenn man so will. Alrik, der mit den Fjordheymern vor zwei Wochen nach Wulfgard kam, könnte vielleicht sein erster Schüler werden, vorausgesetzt natürlich er würde die Prüfung Bär´s überleben aber das stand für ihn außer Frage.
Nach etwa 4 Stunden auf See erreichten sie ihr Ziel, und ein wenig mulmig war ihm doch als er den Steg vom Boot hinab ging und seine nackten Füsse den kalten Sand der unbekannten Insel berührten. Die Insel war unbewohnt, sagte Thorlav aber sicherlich nicht ungefährlich. Wilde Tiere und unwegsames Gelände konnten für den unvorsichtigen schnell zur tödlichen Gefahr werden. Unvorsichtig war er nie gewesen, wenngleich oftmals in seiner Welpenzeit etwas übereifrig. Doch auch diese Zeit hatte er hinter sich gelassen.
Er nahm sich die Zeit am Strand zu stehen und dem Schiff nachzublicken das sich sobald er von Bord war auf den Rückweg nach Sturmuove machte. Danach erkundete er die nähere Umgebung und machte sich daran Dinge zu sammeln um ein Behelfslager zu errichten. Spitze Steine die er als Messer nutzen konnte fand er recht zügig. So konnte er sich auch einen einfachen Speer zurecht machen, den er für die Beschaffung von Nahrung benötigte. Es dauerte etwa 3 Stunden, die Sonne hatte ihren Zenit bereits überschritten, als sein Lager soweit fertig war dass er zufrieden nickte.
Wenn das Wetter im keinen Strich durch die Rechnung machte , würde dieses Lager für die Woche in der er hier bleiben musste völlig ausreichen. Also machte er sich auf die Suche nach Beutetieren. Er hoffte er würde ein paar Hasen finden. Zum einen war das Fleisch sehr lecker, aber auch die Felle konnte er gut gebrauchen um sich notdürftige Schuhe daraus zu machen. Auf seinem Weg durch die Wildnis der Insel fand er viele Spuren von Tieren, darunter einige von größeren Raubtieren, welche in der Zeit hier auf der Insel wohl sein gefährlichster Gegner sein könnten. Nach einigen Stunden kam er zurück zu seinem Lagerplatz und hatte tatsächlich 2 Hasen erlegen können. Diverse Kratzer an seinen beiden zeigten, dass er hierfür aber offenbar durch einige Sträucher musste die Dornen hatten.
Er machte ein Lagerfeuer und zerlegte die Hasen nachdem er ihnen das Fell abgezogen hatte um sie über dem Feuer zu braten. Die Steine leisteten wirklich eine hervorragende Arbeit. Und so war der erste Tag so gut wie vergangen und die erste Nacht stand an. Er suchte sich einen passenden Baum für die Nacht und kletterte in eine Astgabel um zu schlafen. Er hatte einem dünnen Baum vorher Rinde abgezogen mit der er seine Beine auf dem dicken Ast auf dem er zu schlafen gedachte festband.
Ein Tag geschafft , sechs stehen noch aus. Er war sehr müde vom Tag und so dauerte es nicht allzu lange bis er eingeschlafen war...............
- Djurgeirr Mandre
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Eine weitere Prüfung Tag 2
........ er hatte nur wenige Stunden geschlafen, und auch diese mit regelmäßigen Unterbrechungen. Mit einiger Mühe kletterte er vom Baum, da seine Glieder von der unbequemen Schlafhaltung etwas steif waren. Nichts was man mit ein paar Dehnungen und Bewegung nicht wieder in die richtige Bahn lenken könnte.
Die beiden Hasenfelle die er zum trocknen neben das Lagerfeuer gelegt hatte waren beinahe soweit. Das Feuer war allerdings mittlerweile erloschen. So fachte er es erneut an, ehe er sich aufmachte die nähere Umgebung sorgfältig zu erkunden. Allzu weit entfernte er sich aber vorerst nicht. Er hielt vor allem Ausschau nach Essbarem. Früchte und dergleichen waren um die Jahreszeit nicht mehr zu finden, aber essbare Wurzeln und Pilze waren durchaus im Bereich des Möglichen. Allerdings hatte er vorerst kein Glück.
Nach etwa zwei Stunden kehrte er zu seinem Lager zurück und aß die Reste des Hasenfleisches vom Vorabend. Aus den Fellen machte er sich notdürftige Schuhe mithilfe eines Spitzen Steins und dünnen RIndenflechten die ihm als Ersatz für Lederschnüre dienten. So hatte er wenigsten ein wenig Schutz und vor allem einigermaßen warme Füsse.
Am Nachmittag machte er sich wieder einige Stunden auf die Umgebung zu erkunden und sich nach einer Höhle oder einem besseren Unterschlupf umzusehen. Eine Höhle konnte er tatsächlich ausfindig machen, sie war allerdings sehr groß, so dass er sich beinahe sicher, war dass dort auch etwas großes, ein Bär womöglich hauste.
Auf dem Rückweg fand er eine kleine Quelle mit frischem Wasser und trank soviel er konnte. In Gedanken stellte er sich vor es wäre ein großes Horn voll Met, nur um sich den Geschmack davon vorzugaukeln.
Zurück bei seinem Lager setzte er sich etwas abseits ins Gras , verschränkte die Beine und legte die Handflächen flach auf den Boden. Er verfiel in gleichmäßige und relativ flache Atmung und versuchte, wie Thorlav es ihn gelehrt hatte, den Stimmen der Natur und deren Geistern zu lauschen. Eine Weile passierte nichts, und er dachte schon er würde es heute nicht schaffen, aber dann passierte doch noch etwas. Ein sachter Wind der über seinen Nackten Oberkörper striff, als ob er ihn umhüllen wollte wie eine Warme Decke. Das gleichmäßige Rascheln der Gräser um ihn herum und kleine Insekten , die von den meisten ungesehen und ungehört bleiben würden, sich aber ihm wie vielen Thyren vor ihm offenbarten wenn sie es nur schafften ihren Körper in Einklang mit der Natur zu bringen.
Und so ging der zweite Tag zu Ende. Sobald die Nacht anbrach zog er sich erneut auf den Baum zurück und ein paar Stunden Schlaf zu bekommen..........
- Djurgeirr Mandre
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Eine Weitere Prüfung Tag 3
Die Sonne hing tief über dem grauen Meer, als Djurgeirr durch das dichte Unterholz der Insel stapfte. Der dritte Tag seiner Prüfung auf der Insel neigt sich bereits seinem Ende entgegen. Drei Tage ohne den Laut eines anderen Menschen - nur das Rauschen der Brandung, den Wind in den Bäumen und die flüchtigen Spuren wilder Tiere. Sein Kilt war schmutzig und seine Hände und Beine waren von Dornen zerkratzt. Über seiner Schulter hing ein grob geschnitzter Speer, sein einziger Schutz in dieser wilden Einsamkeit.
Ein Knacken ließ ihn innehalten. Zwischen Farn und Schatten regte sich etwas - geschmeidig, lautlos. Djurgeirr drehte sich langsam, sein Atem ging gleichmäßig und ruhig. Da glitten zwei bernsteinfarbene Augen aus der Dunkelheit hervor. Ein Panther. Groß, sehnig, fast schwarz im Zwielicht.
Djurgeirr hob den Speer, aber das Tier war schneller. Mit einem fauchenden Sprung warf es ihn zu Boden. die Zähne schlugen in seine Schulter wie glühende Eisen. Schmerz explodierte in seinem Körper, warmes Blut rann an seinem Arm hinab. Er schrie, griff instinktiv nach einem Stein und schlug zu - einmal....zweimal, bis das Tier kurz zurückwich.
Keuchend rappelte sich der Blonde Hüne auf. Sein Speer lag neben ihm, halb zerbrochen, doch er packte ihn fester. Der Panther fauchte erneut, spannte die Muskeln - und sprang erneut. Djurgeirr stieß den Schaft des Speeres nach vorne, tief in das dunkle Fell. Ein dumpfer Laut, dann Stille. Das Tier brach zusammen, die Augen glimmten noch einen Atemzug lang - dann erloschen sie.
Djurgeirr taumelte zurück , hielt sich die Schulter. Blut und Schweiß mischten sich auf seiner Haut. Er lebte - aber die Insel auf der er sich befand, hatte ihm nun gezeigt, wer hier die Regeln diktierte. Er schleppte sich zurück in sein Lager wo er es schaffte unter großer Anstrengung ein Feuer zu entzünden. Dann macht er sich mit zusammen gebissenen Zähnen daran, die Wunde zu untersuchen. Offenbar hatte er viel Glück gehabt. Der Arm schmerzte fürchterlich, aber er konnte ihn bewegen was bedeutete, dass keine Sehnen und Muskeln verletzt wurden.
Er kochte etwas Wasser ab um die Wunde auszuwaschen , und anschließend machte er sich mit einem Stock daran die offenen Wunden vom Biss des Panthers auszubrennen. Auch hier hatte er das Glück, dass der Panther sich nicht verbissen hatte in seine Schulter und keine Stücke aus ihm heraus gerissen hatte. Er hatte starke Schmerzen......das würde sicherlich eine schlaflose Nacht werden.......
- Djurgeirr Mandre
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Eine Weitere Prüfung Tag 4
Die Sonne stand tief über den grauen Kämmen des Nordwaldes, als Djurgeirr Mandre, Clanschwert der Sturmheuler, den gefrorenen Boden entlangging. Unter seiner Schulter brannte die Wunde, die der Panther ihm am Vortag geschlagen hatte – ein roter, pochender Schmerz, der ihn an den Kampf erinnerte.
Er fand den Leichnam dort, wo er ihn hatte liegen lassen: halb im Schnee, halb im Farn, das schwarze Fell glänzte noch, als würde das Tier atmen. Der Frost hatte die Tat konserviert.
Djurgeirr kniete nieder, legte die Hand auf die kalte Flanke.
„Du warst ein würdiger Feind,“ murmelte er. Seine Stimme war heiser, tief. „Nun trägst du mich, wie ich dich trug.“
Er zog den spitzen Feuerstein aus seinem Gürtel – selbst geschlagen aus einem Felsen – und begann, das Fell zu lösen. Der Stein schnitt schlecht, das Fleisch war zäh und hart gefroren. Immer wieder musste er die Klinge mit einem Splitter nachschärfen, indem er sie gegen einen flachen Felsen schlug.
Die Arbeit zog sich über Stunden. Der Wind kam auf, brachte feine Schneekörner mit sich, die in seine Augen stachen. Blut und Eis mischten sich auf seinen Händen zu einer dunklen Kruste. Doch Djurgeirr arbeitete weiter, schweigend, geduldig, wie es die Jäger seines Volkes taten.
Als der Panther endlich in seiner ganzen Länge vor ihm lag – nur noch ein schwerer Körper aus Fleisch und Knochen – hob Djurgeirr das Fell an. Das Haupt des Tieres hing schlaff, die leeren Augen starrten in den Himmel.
Er band das Fell mit Riemen aus Bast zusammen und trug es auf den Schultern zurück ins Lager. Dort, am Feuer, spannte er das Fell über ein einfaches Holzgestell, das er aus Fichtenästen gefertigt hatte. Rauch und Harz durchzogen das dichte Fell, während er mit einem glühenden Stein das Fett abkratzte.
In der Nacht saß er davor, den Blick auf das Fell gerichtet. Der Kopf des Panthers ruhte auf einem Stein, als würde er ihn noch immer beobachten.
Als der Morgen kam, war das Werk getan. Djurgeirr legte den Überwurf über seine Schultern. Das Fell war schwer, warm – und das Tier schien darin weiterzuleben, als hätte es einen Teil seines Zorns in das Leder gebrannt. Der obere Teil des Schädels den er mit dem Fell verbunden gelassen hatte, ruhte aus seinem Kopf, und er lachte für einem Moment kehlig auf bei der Vorstellung wie er nun auf andere wirken musste wenn sie ihn sehen würden.
Er griff nach dem geschnitzten Speer, und richtete sich auf. Der Wind trug Schnee über die Lichtung, und der neue Tag roch nach Eisen und Sturm.
Djurgeirr Mandre trat vom Feuer weg in den Wald um auf Jagd zu gehen.
Ein Mann – und ein Tier.
Beide eins geworden im Überleben.
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Eine Weitere Prüfung Tag 5
In den grauen Schleiern des fünften Morgens erhob sich Djurgeirr Mandre aus seinem provisorischen Lager. Der kalte Atem des Meeres hing schwer über der einsamen Insel, auf der er nun den Fünften Tag seiner Prüfung verbrachte. Er, ein Schwert des Clans der Sturmheuler Wulfgards, war an harte Winde und eisige Nächte gewöhnt – doch diese Einsamkeit, dieses Schweigen der Insel, war ein anderer Gegner.
Der Nebel lag dicht zwischen den knorrigen Kiefern und den feuchten Farnen. Djurgeirr schlang sich das Pantherfell enger um die Schultern und griff nach seinen einzigen Waffen: einem selbstgeschnitzten Holzspeer, dessen Spitze er mit langen Stunden geduldiger Arbeit gehärtet hatte, und zwei scharfen Steinen, die ihm als Messerersatz dienten. Mehr besaß er nicht. Alles, was er auf dieser Insel schaffen wollte, würde er aus eigener Kraft formen müssen.
Sein Magen knurrte—ein dumpfer Schmerz, der ihn daran erinnerte, dass er zuletzt vorgestern etwas gegessen hatte. Er brauchte Fleisch. Und Kleidung. Der Wind der vergangenen Nächte hatte ihn bis auf die Knochen ausgekühlt, und er wusste, dass er ohne einen wärmenden Schutz nicht noch drei Nächte überstehen würde.
Leise wie ein Luchs setzte er sich in Bewegung. Der Nebel war sein Verbündeter und sein Feind zugleich: Er versteckte ihn, aber er verbarg auch die Beute. Doch Djurgeirr hatte schon als Welpe gelernt, auf den Boden zu achten, auf gebrochene Zweige, Spuren im feuchten Erdreich, den kaum hörbaren Atem des Waldes.
Nach einer Weile blieb er stehen. Zwischen Farn und Heide krachte es leise. Sein Herz schlug höher. Ein Reh, allein, vielleicht vorsichtig, vielleicht hungrig wie er. Er senkte den Kopf, schob sich langsam vor, Schritt für Schritt, den Speer fest umklammert.
Das Reh hob den Kopf. Ein kurzer Moment – ein Atemzug – und der Krieger stieß zu. Der Speer glitt durch den Nebel und fand sein Ziel. Das Tier sprang, kämpfte, strauchelte, dann sank es nieder. Djurgeirr kniete sich neben die warme Beute, legte eine Hand respektvoll auf ihr Fell.
„Möge dein Geist in den Windläufen weiterziehen,“ murmelte er kaum hörbar vor sich hin. „Und möge dein Opfer mich tragen.“
Mit den scharfen Steinen begann er die mühsame Arbeit. Der Nebel legte sich auf seine Hände, als wolle er sie frösteln lassen, doch Djurgeirr arbeitete unbeirrt. Er löste das Fell, schnitt es zurecht, formte aus dem Geweih Ansätze, mit denen er später eine robuste Brustbekleidung zusammenbinden konnte. Aus dem Fleisch schnitt er Streifen und bereitete ein kleines Feuer am felsigen Strand vor, wo der Wind den Rauch forttragen würde. Während die ersten Stücke über dem Feuer zischten, breitete er das Fell aus, damit es trocknen konnte.
Als die Sonne langsam hinter den Wolken hervorbrach, saß Djurgeirr am knisternden Feuer, den Geschmack von geröstetem Fleisch auf der Zunge und das Fell des Rehs neben sich – der Beginn einer Rüstung, die ihn wärmen und schützen würde.
Er blickte über die nebelverhangene Insel. Allein, ja. Ausgeliefert, vielleicht. Doch er war ein Sturmheuler. Er war Djurgeirr Mandre. Und mit jedem Tag, mit jeder Tat, formte er sich in dieser Wildnis ein neues Schicksal.
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Eine weitere Prüfung Tag 6+7
Die Zeit auf der Insel war im großen und ganzen recht schnell vergangen, und er hatte es beinahe überstanden. Er ertappte sich immer wieder dabei, dass er seine Gedanken nach Wulfgard schweifen ließ. Bestimmte Geschehnisse der letzten Monde zogen, mal mehr mal weniger klar an seinem inneren Auge vorüber. Nach der erfolgreichen Rehjagd am Vortag machte er sich nunmehr nicht mehr auf den Weg über die Insel.
Es gab ohnehin kaum noch etwas zu entdecken und zu Essen hatte er genug bis er wieder abgeholt wurde. Er dachte im Vorfeld es würde eine harte Prüfung werden, was es in gewisser Weise auch war. Gerade der Kampf mit dem Panther hätte auch zu seinen Ungunsten verlaufen können. Doch das schlimmste der letzten Tage war nicht die Kälte oder die Gefahr die von dieser Insel ausging........nein das schlimmste war die Einsamkeit. Allein zu sein war die härteste Prüfung für ihn auf dieser Insel.
Die letzten beiden Tage verbrachte er fast ausschließlich damit sich daran zu üben mit der Natur in Einklang zu kommen. Wie Thorlav ihm prophezeit hatte war es ausserhalb des Hains viel schwerer, doch es gelang ihm immer öfter auf Anhieb die Präsenz von Tieren, kleinen Lebewesen und dem Geist der Natur zu erspüren oder zumindest zu erahnen. Ein weiterer Vorteil dieser Übungen war, dass die Einsamkeit für eine Weile nachließ.
Am Morgen des 8. Tages seit seiner Abreise aus Wulfgard stand der Hüne schon früh am morgen mit der aufgehenden Sonne am Strand und wartete auf das Schiff, das ihn endlich wieder nach Hause bringen würde.
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Der Fall des Kriegers
Über den Klippen von Sturmuove tobte ein Sturm, wie er nur in den alten Liedern besungen wird. Schwarze Wolken jagten über den Himmel, und der Wind heulte wie ein Rudel hungriger Wölfe. Djurgeirr Dyrbjornsson, Clanschwert der Sturmheuler, stand an der Spitze der Schwerter, ein junger Krieger so breit wie ein Bär und so unbeugsam wie die alten Runensteine. Sein Bart war geflochten, seine Axt schwer, und er war wie immer bereit auf die nächste Hatz zu ziehen.
Doch an diesem Tag sollte sich sein Schicksal wenden.
„Der Himmel selbst warnt uns“, murmelte eines der jungen Schwerter.
„Dann soll der Himmel zusehen, wie wir siegen“, antwortete Djurgeirr mit einem Grinsen, das selbst den Sturm kurz verstummen ließ.
Sie jagten den Balron seit drei Tagen. Ein Ungeheuer aus den alten Zeiten, geboren aus Finsternis. Die Spuren führten sie in eine Schlucht, deren Wände wie die Zähne eines Riesen wirkten. Der Boden bebte, als das Monster aus dem Nebel brach.
Der Dämon war größer, als alle die sie bisher gesehen hatten. Sein Körper war schwarz wie Pech, seine Augen glühten wie zwei brennende Runen, und die Hörner waren sicherlich fast zwei Schritt lang. Ein Atemzug des Tieres ließ den Schnee schmelzen.
„Bei den Ahnen…“, flüsterte einer der Krieger.
„Haltet die Linie!“, brüllte Djurgeirr und stürmte vor.
Der Kampf war ein Donnern aus Stahl, Knochen und uraltem Zorn. Djurgeirr sprang, schwang seine Axt und rammte sie tief in die Schulter des Biests. Das Ungeheuer heulte auf, ein Laut, der selbst die Berge erzittern ließ. Viele Stunden tobte der Kampf, und kaum jemand war noch unverletzt.
Der Balron blutete bereits aus zahlreichen Wunden, und der taumelte bereits mehr als er noch kämpfte. Doch da erfolgte ein letztes Aufbäumen, und Djurgeirr konnte im Bruchteil eines Augenblicks erkennen, dass der Balron eines der Jungen Schwerter unumgächlich treffen würde. Die Zeit würde nicht reichen mit dem Schild den wuchtigen Hieb des Dämons abzuwehren, und so tat er das einzige was noch möglich schien.
Mit seinem gesamten Körper sprang er in die Bahn des Schlages, um ihn anstatt des jungen Kriegers einzustecken. Eine Pranke, so groß wie ein Schild, traf Djurgeirr mit der Wucht eines Erdrutsches.
Er flog durch die Luft, krachte gegen einen Felsen und spürte, wie etwas in seiner Brust brach. Blut füllte seinen Mund. Die Welt verschwamm.
Die Krieger töteten das Monster, doch der Preis war hoch. Djurgeirr wurde heimgetragen, sein Körper schwer wie Stein, sein Atem kaum mehr als ein Flüstern.
Über den Klippen von Sturmuove tobte ein Sturm, wie er nur in den alten Liedern besungen wird. Schwarze Wolken jagten über den Himmel, und der Wind heulte wie ein Rudel hungriger Wölfe. Djurgeirr Dyrbjornsson, Clanschwert der Sturmheuler, stand an der Spitze der Schwerter, ein junger Krieger so breit wie ein Bär und so unbeugsam wie die alten Runensteine. Sein Bart war geflochten, seine Axt schwer, und er war wie immer bereit auf die nächste Hatz zu ziehen.
Doch an diesem Tag sollte sich sein Schicksal wenden.
„Der Himmel selbst warnt uns“, murmelte eines der jungen Schwerter.
„Dann soll der Himmel zusehen, wie wir siegen“, antwortete Djurgeirr mit einem Grinsen, das selbst den Sturm kurz verstummen ließ.
Sie jagten den Balron seit drei Tagen. Ein Ungeheuer aus den alten Zeiten, geboren aus Finsternis. Die Spuren führten sie in eine Schlucht, deren Wände wie die Zähne eines Riesen wirkten. Der Boden bebte, als das Monster aus dem Nebel brach.
Der Dämon war größer, als alle die sie bisher gesehen hatten. Sein Körper war schwarz wie Pech, seine Augen glühten wie zwei brennende Runen, und die Hörner waren sicherlich fast zwei Schritt lang. Ein Atemzug des Tieres ließ den Schnee schmelzen.
„Bei den Ahnen…“, flüsterte einer der Krieger.
„Haltet die Linie!“, brüllte Djurgeirr und stürmte vor.
Der Kampf war ein Donnern aus Stahl, Knochen und uraltem Zorn. Djurgeirr sprang, schwang seine Axt und rammte sie tief in die Schulter des Biests. Das Ungeheuer heulte auf, ein Laut, der selbst die Berge erzittern ließ. Viele Stunden tobte der Kampf, und kaum jemand war noch unverletzt.
Der Balron blutete bereits aus zahlreichen Wunden, und der taumelte bereits mehr als er noch kämpfte. Doch da erfolgte ein letztes Aufbäumen, und Djurgeirr konnte im Bruchteil eines Augenblicks erkennen, dass der Balron eines der Jungen Schwerter unumgächlich treffen würde. Die Zeit würde nicht reichen mit dem Schild den wuchtigen Hieb des Dämons abzuwehren, und so tat er das einzige was noch möglich schien.
Mit seinem gesamten Körper sprang er in die Bahn des Schlages, um ihn anstatt des jungen Kriegers einzustecken. Eine Pranke, so groß wie ein Schild, traf Djurgeirr mit der Wucht eines Erdrutsches.
Er flog durch die Luft, krachte gegen einen Felsen und spürte, wie etwas in seiner Brust brach. Blut füllte seinen Mund. Die Welt verschwamm.
Die Krieger töteten das Monster, doch der Preis war hoch. Djurgeirr wurde heimgetragen, sein Körper schwer wie Stein, sein Atem kaum mehr als ein Flüstern.
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Wochenlang lag er in der Halle der Heiler, zwischen Leben und Tod. Die Heiler der Sturmheuler kümmerten sich Tag und Nacht um ihn, legten heiße Steine auf seine Brust, rieben ihn mit Kräutern ein, die nach Erde und Bitterkeit rochen.
Eines Nachts, als der Sturm draußen tobte, öffnete er die Augen.
„Du lebst“, sagte die Heilerin Caja erleichtert.
„Ich… fühle mich wie ein gebrochener Schild“, murmelte Djurgeirr.
Als er versuchte aufzustehen, brach er zusammen. Die Heilerin schüttelte den Kopf.
„Dein Körper wird heilen, aber du wirst nie wieder die Kräfte erlangen die du zuvor hattest. Dein halber Leib war zertrümmert.“
Djurgeirr starrte sie an, als hätte sie ihm die Axt aus der Seele gerissen.
„Dann bin ich kein Krieger mehr.“
„Du bist am Leben“, sagte sie. „Und das ist ein Geschenk.“
Doch für ihn fühlte es sich wie ein Fluch an.
Eines Nachts, als der Sturm draußen tobte, öffnete er die Augen.
„Du lebst“, sagte die Heilerin Caja erleichtert.
„Ich… fühle mich wie ein gebrochener Schild“, murmelte Djurgeirr.
Als er versuchte aufzustehen, brach er zusammen. Die Heilerin schüttelte den Kopf.
„Dein Körper wird heilen, aber du wirst nie wieder die Kräfte erlangen die du zuvor hattest. Dein halber Leib war zertrümmert.“
Djurgeirr starrte sie an, als hätte sie ihm die Axt aus der Seele gerissen.
„Dann bin ich kein Krieger mehr.“
„Du bist am Leben“, sagte sie. „Und das ist ein Geschenk.“
Doch für ihn fühlte es sich wie ein Fluch an.
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Die Schatten der Ahnen
Djurgeirr zog sich in eine kleine Hütte am Rand der Siedlung zurück. Der Winter wich nur langsam, und die Nächte blieben lang und kalt. In seinem Inneren war es noch dunkler.
Er hörte die Kriegshörner, die Schmiedehämmer, das Lachen der Männer, die sich auf die nächste Jagd vorbereiteten. Jeder Klang erinnerte ihn daran, was er verloren hatte.
Eines Nachts begann es.
Er träumte von einem endlosen Schneefeld. Der Mond hing blutrot am Himmel. Aus dem Nebel traten Gestalten hervor — groß, breit, mit Bärten wie gefrorene Wasserfälle. Die Ahnen.
Sein Vater, Dyrbjorn, trat vor.
„Sohn“, dröhnte seine Stimme wie ein ferner Donner. „Warum liegst du im Schatten?“
„Ich habe versagt“, flüsterte Djurgeirr.
„Du hast überlebt“, sagte Dyrbjorn. „Das ist schwerer als zu sterben.“
Doch hinter dem Vater erhob sich der Balron, größer als zuvor, die Augen wie zwei brennende Sonnen. Er sprach mit einer Stimme, die wie brechendes Eis klang:
„Du bist schwach geworden, Djurgeirr. Du bist nicht mehr würdig.“
Djurgeirr schrie auf — und erwachte schweißgebadet.
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Die Träume kamen jede Nacht. Mal sprachen die Ahnen zu ihm, mal verspotteten sie ihn. Mal sah er sich selbst als Krieger, mal als gebrochenen Mann. Manchmal hörte er die Stimme seiner Mutter, die ihn bat, aufzustehen. Manchmal die seines Großvaters, der ihn verhöhnte.
Olov kam eines Abends vorbei.
„Kerl, dey siehst aus, als würdest dey von Geistern verfolgt.“
„Vielleicht tun sie das“, murmelte Djurgeirr.
„Du musst wieder unter Menschen gehen.“
„Ich muss gar nichts.“
Olov seufzte. „Die Ahnen sprechen nicht zu denen, die aufgeben.“
Djurgeirr wandte sich ab. „Dann sollen sie schweigen.“
Doch die Ahnen schwiegen nicht.
Eines Morgens, nach einer besonders schweren Nacht, sah er vor seiner Hütte einen kleinen grünen Trieb, der sich durch den Frost gekämpft hatte. Ein winziges Zeichen von Leben.
Er kniete sich hin, berührte das Blatt und flüsterte:
„Wenn selbst du weiterkämpfst… vielleicht kann ich es auch.“
Zum ersten Mal seit Wochen spürte er etwas anderes als Schmerz.
Er begann, den Boden zu lockern. Erst mechanisch, dann mit wachsender Neugier. Die Erde beruhigte ihn. Sie war ehrlich. Sie nahm, was man ihr gab, und gab zurück, was man brauchte.
Die Träume wurden seltener.
Und leiser.
Olov kam eines Abends vorbei.
„Kerl, dey siehst aus, als würdest dey von Geistern verfolgt.“
„Vielleicht tun sie das“, murmelte Djurgeirr.
„Du musst wieder unter Menschen gehen.“
„Ich muss gar nichts.“
Olov seufzte. „Die Ahnen sprechen nicht zu denen, die aufgeben.“
Djurgeirr wandte sich ab. „Dann sollen sie schweigen.“
Doch die Ahnen schwiegen nicht.
Eines Morgens, nach einer besonders schweren Nacht, sah er vor seiner Hütte einen kleinen grünen Trieb, der sich durch den Frost gekämpft hatte. Ein winziges Zeichen von Leben.
Er kniete sich hin, berührte das Blatt und flüsterte:
„Wenn selbst du weiterkämpfst… vielleicht kann ich es auch.“
Zum ersten Mal seit Wochen spürte er etwas anderes als Schmerz.
Er begann, den Boden zu lockern. Erst mechanisch, dann mit wachsender Neugier. Die Erde beruhigte ihn. Sie war ehrlich. Sie nahm, was man ihr gab, und gab zurück, was man brauchte.
Die Träume wurden seltener.
Und leiser.
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Re: Auf der Suche nach Heimat - 36 ist einer zuviel
Die neue Bestimmung
Mit der Zeit kamen Tiere hinzu. Zuerst ein verletztes Lamm, das er am Waldrand fand. Dann zwei Hühner, die ihm eine Nachbarin schenkte.
Schließlich ein junger Ochse, störrisch und laut, aber stark.
„Du bist genauso dickköpfig wie ich“, brummte Djurgeirr, als das Tier ihn zum dritten Mal umrannte.
Er lernte, wie man Zäune baut, wie man Futter mischt, wie man Krankheiten erkennt. Seine Bewegungen wurden ruhiger, seine Gedanken klarer.
Er begann zu kochen – nicht aus Not, sondern aus Freude. Eintöpfe, die nach Kräutern dufteten. Gerichte, die selbst die Schwerter der Sippe überraschten. Und schließlich begann er aus Honig, Beeren und Getreide Met zu brauen, der wärmer machte als jedes Feuer.
Eines Abends klopfte Thorlav der Jarl an seine Tür und fragte nach seinem ergehen.
„Ich bin kein Schwert mehr“, war seine schlichte Antwort, die Verbitterung in der Stimme unüberhörbar.
„Nein“, antwortete der Jarl. „Du bist etwas, das wir viel seltener haben. Ein Mann, der Leben schafft.“
Djurgeirr sah auf seine Hände, die einst nur Blut gekannt hatten und nun Erde, Samen und Leben trugen.
Zum ersten Mal seit seiner Verletzung lächelte er.
„Vielleicht“, sagte er leise, „bin ich doch noch etwas wert.“
Und so begann ein neues Kapitel in Wulfgard – eines, in dem die Geschichten über Djurgeirr Dyrbjornsson nicht mehr von Schlachten erzählten, sondern von Feldern, Tieren, Mahlzeiten und Met, der selbst die Ahnen und Geister erfreuen würde.
Mit der Zeit kamen Tiere hinzu. Zuerst ein verletztes Lamm, das er am Waldrand fand. Dann zwei Hühner, die ihm eine Nachbarin schenkte.
Schließlich ein junger Ochse, störrisch und laut, aber stark.
„Du bist genauso dickköpfig wie ich“, brummte Djurgeirr, als das Tier ihn zum dritten Mal umrannte.
Er lernte, wie man Zäune baut, wie man Futter mischt, wie man Krankheiten erkennt. Seine Bewegungen wurden ruhiger, seine Gedanken klarer.
Er begann zu kochen – nicht aus Not, sondern aus Freude. Eintöpfe, die nach Kräutern dufteten. Gerichte, die selbst die Schwerter der Sippe überraschten. Und schließlich begann er aus Honig, Beeren und Getreide Met zu brauen, der wärmer machte als jedes Feuer.
Eines Abends klopfte Thorlav der Jarl an seine Tür und fragte nach seinem ergehen.
„Ich bin kein Schwert mehr“, war seine schlichte Antwort, die Verbitterung in der Stimme unüberhörbar.
„Nein“, antwortete der Jarl. „Du bist etwas, das wir viel seltener haben. Ein Mann, der Leben schafft.“
Djurgeirr sah auf seine Hände, die einst nur Blut gekannt hatten und nun Erde, Samen und Leben trugen.
Zum ersten Mal seit seiner Verletzung lächelte er.
„Vielleicht“, sagte er leise, „bin ich doch noch etwas wert.“
Und so begann ein neues Kapitel in Wulfgard – eines, in dem die Geschichten über Djurgeirr Dyrbjornsson nicht mehr von Schlachten erzählten, sondern von Feldern, Tieren, Mahlzeiten und Met, der selbst die Ahnen und Geister erfreuen würde.