Die Sonne geht unter, der Schatten verschwindet.

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Malachai Schwarzmourne
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Registriert: Montag 2. April 2007, 01:04

Die Sonne geht unter, der Schatten verschwindet.

Beitrag von Malachai Schwarzmourne »

Lange saß Malachai nicht mehr auf einem Baume, blickend auf die reglose Natur.
Zuviele Gedanken umkreisten seinen Kopf.
Zuviele Dinge waren in den letzten Tagen geschehen.
Er wünschte er wäre bei seiner Liebsten, Inara.
Er wünschte, er könnte in ihren Armen liegen und alles vergessen.
Doch es ging nicht.
Er wurde als Verräter beschuldigt. Man gab ihm die Schuld, für das, was geschehen ist hinter den Mauern der Burg.
So zerbricht das Vertrauen in eine Gemeinschaft.
Menschen, die er für Kameraden und Freunde hielt, sind nun nur noch Fremde für ihn und Vertrauen ist die Grundbasis für das, was Malachai als Schatten zu leisten hat.
Man sagte ihm, er hätte da sein müssen, als es geschah, er hätte es verhindern können. Sie hatten recht...er hätte es verhindern können, doch er war nicht da. Ist es deswegen seine Schuld?
Ist er nun verantwortlich für jedes Treiben in der Burg?
Nein.
Jeder wusste, was geschehen kann. Malachai hat ihn nicht zu seinen Schüler gemacht. Sie hatten ihm vorerst sogar nicht erzählt, dass er in der Burg ist. Er selbst hat es herausgefunden und nun wollen Sie ihn sagen, dass er hätte aufpassen müssen?
Malachai war bei dem Ahad Letast. ER hat lange mit ihm gesprochen um Angelegenheiten für die Burg zu regeln. Angelegenheiten, wo andere vielleicht nicht in der Lage gewesen wären, dies zu erledigen. Doch er tat die Drecksarbeit...für die Burg und die Sicherheit der Bewohner.
Er kam zurück, er fand die Verwundeten und ehe jemand ihm etwas erklären wollte, beschimpfte man ihn als Verräter.
Er hätte den Burgherrn als Verrückt gegenüber eines Soldaten bezeichnet. Dies stimme. Doch wann hat Malachai ihn nicht als Verrückt bezeichnet und seine Stimme gegen eine Entscheidung erhoben, seine Meinung offen kund getan.
Doch er ist deswegen kein Verräter. Denn er hat sich niemals gegen das letzte Wort des Burgherren gestellt. Er hat alles akzeptiert, seine Meinung geäussert und dann es vergessen.
Man sagte ihm, er solle Valion aus den Kerker nehmen und ihn verschwinden lassen und dann selbst auch gleich mit verschwinden.
Der Zorn stieg in Malachai hoch, noch jetzt kocht er, wenn er daran denkt.
Hatte er keine guten Dienste geleistet?
Hatte er nicht oft gezeigt, was er für die Burg ist? Seine Position gefestigt und nie einen Anschein für einen Vertrauensbruch gegeben?
Nun es ist wohl gang und gebe, dass man Neulingen und einfachen Soldaten mehr glaubt als jemanden, der noch zu damaliger Zeit die Steine für das Mauerwerk geschleppt hat.
Ja welch Tragödie, dass nicht einmal mehr gefragt wird, was wahr sei und was nicht. Man braucht einen Schuldigen und will sich selbst nicht dafür Opfern, da nimmt man dann den, der kommt.
Selbst als die Verwundeten im Krankenflügel waren und Mikhail sich ihrer Wunden annahm, als Malachai eintrat um ein letztes mal zu reden und herauszufinden, was geschehen war...ja selbst dann verstummten jene, welche vorher Lauthals das Verräter gerufen haben und trauten sich nicht einmal, einen Blick zu erwiedern.
Feiges Pack dachte Malachai zu diesen zeitpunkt.
Khazkal selbst, welcher nicht als Burgherr, sonder sogar als Freund Malachai galt, schien in seiner Wut auf jener Tragödie auch kaum bessere Worte einzufallen, als das man es vergessen sollte.
Vergessen?
Ist die Wut, der Zorn, der Hass oder gar die Verzweiflung eine Entschuldigung für das, was man tat?
Mit nichten.
Denn in jeder angeblichen Lüge, steckt oft ein Fünkchen von dem, was man wirklich glaubt und wenn, so dachte Malachai, man ihn auch nur eine Sekunde misstraue, dann weiss er, dass er fehl am Platze ist.
Malachai hob seinen rechten Arm, in welchen er sein Schwert hielt. Er musterte es, dann fiel sein Blick auf seinen Ringfinger.
Jener Ring, mit dem Siegel der Burg, war nicht dort. Es kam zwar oft vor, dass Malachai ihn ab nahm, wenn er in anderen Städten wandelte, doch dieses mal ist er weg.
Er gab ihn Mikhail, kurz bevor er mit Valion verschwand. Er sagte ihm, er solle ihn jenen wieder geben, sollte Malachai noch einmal die Türschwelle zur Burg betreten.
Doch ob dies geschah, dass wusste er nicht.
Und jetzt?
Malachai tat alles, um den Ahad davon zu überzeugen, nicht den falschen Mann zu jagen und als Mörder hinzustellen und nun wird Valion am morgigen Tage von Letast abgeholt.
Er will sich freiwillig stellen. Er hat Angst, dass noch mehr Menschen, die ihm lieb sind, unter der Verfolgung gegen ihn leiden müssten.
Er will dieses Kapitel seines Lebens zuende bringen, selbst wenn er damit seinen eigenen Tot heraufbeschwört.
Malachai versucht die ganze Zeit, eine Lösung dafür zu finden. Etwas, damit Valion nicht sterben muss, doch er sieht ein, dass es keinen Sinn macht. Valion hat sich entschieden, nun kann er ihm nur noch beistehen.
Er hat Letast ein Geständnis geschrieben, nun kann man nur noch auf seine Gnade hoffen.
Valion, ein Mann, so unscheinlich auf den ersten Blick.
Als sie sich das erste mal im Hause der Bürgermeisterin von Bajard trafen, schienen sie gegenseitig eine Abneigung zu besitzen.
Wer von denen hätte gedacht, dass sie über Freunde hinaus wie Brüder werden.
Brüder...das trifft es. Valion hat Malachai als seinen großen Bruder bezeichnet. Sie würden für immer füreinander da sein. Auch angesichts des Todes, würde Malachai ihm beistehen.
Die Sonne versank langsam und die Nacht kündigte sich an.
Es war nun an der Zeit, Entscheidungen zu treffen.
Doch egal was kommen mag, Malachai wusste 2 Dinge.
Erstens, würde er Inara nie alleine lassen.
Zweitens würde er immer zu seinem kleinen Bruder stehen und ihm helfen...Valion.
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