Es war eine Zeit der Enthaltung und des tiefen Glaubens in der Gemeinschaft von Alatar. Als der Kalender sich dem Jahresende näherte, erinnerte der Tempel die Gemeinde jeden Gläubigen daran, sich auf eine Zeit der Reinigung vorzubereiten. "Jeder von euch", sagte Templer er mit einer Stimme, die so tief und ruhig war wie das stille Wasser eines Sees, "soll ab heute auf Speis und Trank verzichten und die kommenden Tage für körperliche und geistige Läuterung nutzen."
Corvin, ein junger und eifriger Anhänger Alatars, nahm diese Worte zu Herzen. Er verbrachte seine Tage in stiller Meditation und Nacht für Nacht in eisiger Kälte, um die Strapazen und Leiden der ersten Gläubigen nachzuempfinden. Diese frühen Anhänger waren von den Schergen des Getares verfolgt worden, doch trotz der Gefahr hatten sie die Lehren Alatars bewahrt und hochgehalten.
In diesen Tagen der Abgeschiedenheit fand Corvin eine innere Stärke, die er nie gekannt hatte. Er fühlte sich den ersten Gläubigen näher als je zuvor, als ob ihre Geister ihn umgaben und ihm Mut zusprachen. Die Kälte, die er in sein Heim einlud, wurde zu einem Symbol seiner Hingabe und seines Glaubens.
Als der Tag der Messe anbrach, versammelte sich die Gemeinde, um ihre Reinigung und ihre Opfer zu feiern. Corvin stand unter ihnen, erfüllt von einem Gefühl der Verbundenheit und des Stolzes. Er hatte die Lehren Alatars nicht nur bewahrt, sondern auch in seinem Herzen verankert. Und in diesem Moment der Einheit und des Glaubens wusste er, dass die Strapazen der ersten Gläubigen nicht umsonst gewesen waren. Sie lebten weiter in jedem von ihnen, in jeder Tat der Hingabe und in jedem Akt des Glaubens.
