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Zwischen Sand und Sonne

Verfasst: Mittwoch 13. September 2023, 16:40
von Asahi Sada Ryzan
~•~

» Briefe in die Heimat «
Knappe zwei Mondläufe war sie nun fern ihrer Heimat und obwohl es sich rückblickend betrachtet eigentlich gar nicht so lang anfühlte, war unfassbar viel passiert. Ihre Familie in Akmene musste sich sicherlich schon Gedanken machen, denn bis auf eine kurze Nachricht, dass sie heile in Menek’Ur angekommen war, hatte sie einfach nicht die Zeit gefunden, um sich bei jener zu melden.
Ihr Schlaf war in letzter Zeit unruhiger, als sie es gewohnt war, manchmal wachte sie mitten in der Nacht auf und fand dann schlicht nicht die Ruhe wieder einzuschlafen. So auch diese Nacht, aber diesmal nutzte sie jene, um einen Pergamentbogen aus der Kommode ihres Bettes zu angeln, mit der Absicht, endlich einen Brief an ihre Mara zu verfassen. Zu ihrem Glück schlief Kelani tief und fest im Nachbarbett und mehr Natifahs der Familie hatten sich aktuell nicht im Schlafraum eingefunden.

In den Morgenstunden gab sie eben diesen Brief am Hafen ab und von dort würde er die lange Reise über das Meer, Baed’Madina und die Wüste machen, bis er in Akmene ankam.
~•~

Menek'Ur, Staubviertel
13. Searum 266


Salam Aleikum geliebte Mara,

tut mir leid, dass ich mich neda viel früher bei der
Familie und dir gemeldet habe. Ich hoffe, dir geht es gut und Radeh und
Leyth machen dir neda unnötig viel Arbeit? Du weißt, Leyth ist alt genug,
um eine Natifah zu finden, die dir die Last von den Schultern nimmt! Ich
hoffe du stupst Radeh oft genug an, dass er die Augen nach einer
geeigneten Rani offen hält, wenn Leyth selber keine Augen dafür hat.
Vielleicht bringt meinem Fadrim das auch auf andere Gedanken, als sich
der Armee zu widmen, wir alle brauchen ein wenig heimische Wärme und
Ablenkung zu den Pflichten.

Wie geht es Nadeem und seiner Rani? Haben sie schon ein Geschenk der
All-Mara erhalten? Hudad, wenn es so weit ist, zögere neda mir einen Brief
zu senden, ich möchte unbedingt bei der Taufe und dem Fest anwesend sein!
Vor wenigen Tagen sah ich die kleine Abla der Haatim Callista, sie war
einfach bezaubernd und ich freue mich, wenn Safiya und mein Fadrim auch
endlich so ein Bündel in den Armen halten dürfen. Sie wünschen es sich so
sehr.

Hier in Menek’ur bin ich auf einige Hazar’s Durrah gestoßen, die ebenso vom
Blut der Ryzan sind und entsprechend auch diesen Namen tragen. Wie auch
Radeh haben sie nach dem, was damals passiert ist, sich dazu entschlossen,
den alten Namen neda mehr anzunehmen, um den Neuanfang zu wagen.
Ein glücklicher Zufall, dass sie der Botschaft eines Unbekannten gefolgt sind,
oder Schicksal, dass mich mein Weg nun ebenso hierher geführt hat.
Du würdest sie alle gernhaben! Da bin ich mir sicher. Da der Erhabene nur
anerkannte Familie innerhalb der Stadtmauern wohnen lässt, leben wir
aktuell allerdings als Wüstenfüchse vor der Stadtmauern im Staubviertel -
es klingt schlimmer als es eigentlich ist. Natürlich ist es sehr eng und ich
vermisse die hübschen Fenster und Steinbögen Akmenes, aber dadurch
herrscht auch ein großer Zusammenhalt und es ist herrlich wuselig und
lebendig innerhalb unseres provisorischen Familienhauses. Und dreckig...
du glaubst gar neda wie oft am Tag ich eigentlich den Sand wieder
hinauskehren könnte.

Vielleicht kennen Radeh und meine Fadrims sogar unser Oberhaupt, er war
ebenso in der Akmener Armee. Zayn, er ist zwar noch neda so alt, aber er
besitzt eine sehr bodenständige und gelassene Art, die ihm bei den
Aufgaben helfen wird, die auf ihn zukommen. Gut, eigentlich ist er kein
Oberhaupt, immerhin sind wir Wüstenfüchse und er wird auch neda müde
es jedesmal zu betonen, dass er nur ein Sprecher der Ryzans darstellt,
aber eigentlich weiß jeder von uns, was er ist und zu was er werden wird.
Daher nennen wir ihn einfach Oberhaupt. Du kannst dir seine Reaktion
vorstellen! Er hat sich wie viele Ryzans den Janitscharen der goldenen
Stadt angeschlossen - ich neda, keine Sorge.

Auch zwei Hakims befinden sich in unserem kleinen Zusammenschluss.
Einer ist der große Fadrim von Zayn, Zehir und der andere heißt Chakib.
Soweit ich weiß, haben sich beide auch dem Maristan in der goldenen Stadt
angeschlossen. Chakib erinnert mich ehrlich gesagt ein wenig an dich,
liebe Mara. Sein Blick, wenn jemand spät am Abend noch Mocca trinkt oder
eine Behandlung verweigert, weil es "aiwa gar neda so schlimm ist".
Ich vermute an dieser Stelle einfach, es ist typisches Hakimverhalten.
Sachlich, trockener Humor und ein missbilligendes Zucken der Mimik.
Ich mag ihn.

Auch die kleine Schwester von Zayn und Zehir ist bei uns, allerdings habe
ich sie bisher noch neda richtig kennenlernen können. Ich weiß neda wo sie
sich aktuell rumtreibt, sie scheint aber ein ähnlicher Freigeist zu sein wie
Kelani. Kelani, Iszra und ich sind die einzigen Naitfahs, die aktuell in
unserem kleinen Häuschen leben. Kelani würde dich zum Kopfschütteln
bringen, sie kommt auch aus Akmene und das merkt man ihrem Verhalten
an. Ein wirbelnder Freigeist, der sich neda wirklich Gedanken darum zu
machen scheint, was andere von ihr halten. Sie ist herzlich und hilfsbereit
und weiß dennoch, wann es angemessen ist, sich korrekt zu kleiden und zu
verhalten. Sie schafft da einen interessanten Spagat und so muss man sie
einfach ins Herz schließen. Eigentlich gibt es auch noch Ramiza, die den
Namen Ryzan trägt, allerdings habe ich bisher noch neda viel von ihr
gesehen, sie scheint sich eher fernzuhalten und ich weiß neda so richtig,
woran das liegt.

Letztendlich gibt es da auch noch Ishmael, Djariq und Faizullah. Sehr viele
Anaans, ich weiß, aber du brauchst dir neda Sorgen um mich zu machen.
Zayn hat ein waches Auge darauf, dass alles sittlich ist und Djariq ist,
wie auch ich, ein Prekhaliq der All-Mara. Ich würde ihn sogar als noch
strenger als Zayn bezeichnen, auch wenn er diesbezüglich mehr
schweigsamer Natur ist - ich seh es seiner Mimik jedoch an! Wenn du Djariq
treffen würdest, würdest du ihn auch mögen, er vermittelt den Eindruck
eines in sich ruhenden Gelehrten, auch wenn ich manchmal glaube, dass er
sich gerne reden hört. Seine Wortwahl ist sehr ausschweifend, es macht
Spaß ihm zu lauschen, als wäre er jeden Moment bereit eher ein Gedicht
vorzutragen.
Ishmael stammt aus Baed’Madina und hatte dort wohl neda ein einfaches
Leben. Er kommt von der Straße und ich würde ihn wohl als Musiker oder
Dichter… wenn auch neda einen ernsten… bezeichnen. Er scheint auch mehr
ein Freigeist und bildet damit schon einen deutlichen Kontrast zu den
restlichen Anaans bei uns im Haus. Er erzählt viel und gern, ich glaube,
bestimmt die Hälfte davon sind Geschichten, die niemals passiert sind.
Radeh wäre sicherlich genervt, du würdest ihn lustig finden. Auch wenn ich
selber oft den Kopf über seine Unarten schütteln muss, gehört er zur
Familie und ich hab ihn irgendwie gern.
Faizullah ist ein Salzschürfer und somit unser einziger richtiger Handwerker!
Ich weiß ehrlich gesagt gar neda woher er kommt, aber er ist ständig am
Arbeiten, ich sehe ihn so gut wie nie und wenn, dann steht er vor Esse und
Amboss… oder kommt von der Mine.. oder ist auf den Weg in diese.
Sehr strebsam und wenn er da ist, meinem ersten Eindruck nach,
recht humorvoll.

Es gibt noch Liyanah die den Namen der Bashir trägt und Samir der den
Namen Dawada führt, sie sind immer wieder bei uns zu Besuch und
unterstützen uns. Sie sind ebenso Wüstenfüchse und ich glaube, sie könnten
irgendwann Teil unserer Familie werden. Liyanah ist eine begnadete
Tuchweberin, ich habe einige Stücke aus ihren fähigen Fingern erhalten und
würde sie dir am liebsten zeigen. Ich mag sie sehr, sie ist ehrlich, offenherzig
und sehr hilfsbereit, man kann sich wunderbar mit ihr unterhalten.
Samir ist ein Hadri der Akademie Leviathan, er trug einst auch den Namen
unseres Blutes und möchte nun zurück zu diesen Wurzeln. Ich habe mich
noch neda viel mit ihm unterhalten können, aber er macht einen
freundlichen und ruhigen Eindruck.

Bevor ich mir die Finger blutig schreibe, werde ich an dieser Stelle erst
einmal aufhören und dir im nächsten Brief mehr von dem erzählen, was hier
passiert ist. Du weißt nun hoffentlich, dass deine Abla in guten Händen ist
und dass es mir überaus gut geht. Auch wenn alles weiterhin sehr neu und
aufreged ist! Drücke alle ganz lieb von mir und hau meinen Fadrims auf die
Finger, wenn sie dir zu viel auflasten!


Möge unsere geliebte Schöpferin ihre Hände schützend
über dich und die anderen halten.


gez,
Asahi

~•~

Verfasst: Mittwoch 20. September 2023, 14:55
von Asahi Sada Ryzan
~•~

» Briefe in die Heimat «
Erneut eine mehr schlaflose Nacht, hervorgerufen durch eine überraschende Nachricht, die ihre Gedanken zum Wirbeln gebracht hatte. Nachdem sie sich einige Male in ihrem Bett von der einen auf die andere Seite gedreht hatte und auch der warme Wurzeltee keine Wirkung erzielt hatte, entschloss sie sich dazu einfach aufzustehen. Auf leisen Sohlen verließ sie, nach dem Ankleiden, das Natifahzimmer des Hauses und macht es sich im Erdgeschoss bei einer weiteren Tasse Wüstenwurzeltee bequem. Sie würde die Zeit nutzen, um ihrer Mutter erneut einen Brief zu schicken. Immerhin gab es noch einiges, was sie zu berichten hatte... und einiges, was sie ihr nicht berichten konnte. Ein paar Dinge brannten in ihr, doch wusste sie, dass es besser war zu schweigen. Wie so oft. Schweigen war ein wertvolles Gut, was erlernt werden musste.
~•~

Menek’Ur, Staubviertel
20. Searum 266


Salam Aleikum geliebte Mara,

du hast richtig im letzten Brief gelesen! Ich habe die
Ehre erhalten, mich als Prekhaliq im heiligen Tempel der All-Mara auf dem
Berg Cantar beweisen zu dürfen.
Die Weihe war unvergleichbar, ich habe vorher noch nie so etwas erlebt und
ich bin froh, dass ich Cousin Djariq an meiner Seite hatte, dem es neda
anders ging. Ich hätte mir gewünscht auch dein Gesicht unter den
Zusehenden erblicken zu dürfen, aber ich weiß, dass deine Pflichten dich in
Akmene binden.

Es ist schwer zu erklären, was ich empfand oder was geschah, aber seitdem
fühle ich mich unserer All-Mara noch näher als zuvor, gerade im Moment der
Weihe spürte ich diese Wärme und diese Zuversicht, Hoffnung in der
Dunkelheit, wie eine Flamme, die niemals vergehen könnte. Das Licht
unserer Schöpferin erfüllte den Tempel und ging auf Cousin Djariq und mich
über… unvorstellbar! Auch wenn es fast zwei Mondläufe her ist, bin ich noch
immer überwältigt davon. Ich versuche diese neue Position so gut es geht
zu erfüllen und widme mich daher allen möglichen Aufgaben, die ich
teilweise schon kenne. Ich sorge für Sauberkeit im Tempel, prüfe stets,
ob noch sauberes Wasser oder neue Handtücher für Besucher da ist und
versuche den anderen Khaliqs bei allem, was so möglich ist, behilflich zu
sein. Da ist noch eine gewisse Unsicherheit, neda so wirklich zu wissen,
wo mein Weg mich hinführen wird, aber ich versuche, mit Zuversicht voran
zu blicken, so wie du es mich gelehrt hast. Neda zögern! Solange wir auf
dem Weg unserer Schöpferin wandern, ist alles, was uns widerfährt, von
Sinn.

Zusammen mit Djariq und der Khaliq Aliza war ich bisher zweimal auf
Glaubensunterrichten bezüglich der Schöpfungsgeschichte bei einem Haatim
der Grünländer, sie werden da Eminenz genannt. Ich habe es neda
hinterfragt. Das Grünland allein ist sehr facettenreich und wenn ich Akmene
schon immer lebendiger fand, als die Wüste Al’Wasis, so übertrifft das
Grünland all meine Vorstellungen. Du müsstest das sehen, Mara! Grün,
dichte Wälder, Wiesen, Blumen, so weit das Auge reicht und kaum eine
dieser Pflanzen kenne ich mit Namen. Ich werde in Zukunft Ausschau halten
nach einem Kräuterkundeunterricht, mich interessiert es zu sehr, was hier
alles wächst. Ich weiß dir wird es vielleicht neda unbedingt gefallen, aber
ich wollte auch beim Maristan vorbeischauen, um mich über die Grundlagen
der Heilkunde zu erkundigen, auf dem Weg eines Khaliqs ist das eines der
möglichen Wahlfächer. Kampfgrundlagen und Diplomatie stehen ebenso zur
Auswahl. Vermutlich läuft es bei meiner Neugierde am Ende ehe darauf
hinaus, dass ich alles mitnehme, was ich bekommen kann.
Du kennst mich!

Ich bin keine Kämpferin, du weißt, ich hatte noch nie eine Waffe in der Hand
oder gar eine Rüstung irgendeiner Art getragen. Mir widerstrebt es auch
dies zu tun, jedoch scheint es hier auf Gerimor ein wenig so, als würde ich
neda unbedingt drumherum kommen, wenn ich meine Familie schützen
möchte. Kämpfe sind hier gefühlt alltäglich präsent. Vor wenigen Wochen
wurde Menek’ur von Anhängern des Brudersmörders belagert, vorher zogen
sich Risse durch den Kontinent und Kristallwesen griffen alles an, was
vorbeilief. Auch in der Durrah waren kleinere Risse und Kristallwesen zu
finden. Ich kam mir… so nutzlos vor, auch wenn ich weiß, dass meine
Stärken woanders liegen, so besitze ich doch mittlerweile, auch zu meinem
Schutz, eine Rüstung. Kannst du dir das vorstellen? Deine kleine Abla in
einer Rüstung aus Metall? Mit einer Waffe kann ich dennoch neda umgehen,
vermutlich würde ich eher mich selber verletzen, als hilfreich damit sein,
aber ich kann zumindest die All-Mara bitten, das Volk zu beschützen.
Bei all den Kämpfen fühle ich noch immer diese allgegenwärtige Angst
gegenüber dem Ungewissen und Unbekannten. Während ich in Akmene
gelernt habe, mit diesen Ängsten umzugehen, kommen sie hier auf Gerimor
wieder stärker hervor, auch wenn ich glaube, sie gut verstecken zu können.

Haatim Callista sprach, dass wir zuversichtlich sein müssen, wir müssen in
uns ruhen, damit wir uns den Sorgen der anderen annehmen können.
Wir sind es, die stark sein müssen, für die, die es neda so sein können.
Unsicherheit überträgt sich und so versuche ich einfach alles fein
einzupacken und zu begraben, damit man neda sieht, dass ich manchmal
innerlich schwanke. Ich suche die Antworten in meinen Gebeten und fühle
mich durch diese ein wenig gefestigter. Du brauchst dir jedoch neda Sorgen
machen, ich habe hier viele vom gleichem Blut gefunden, die mir eine
Stütze sind.

Ich muss dir unbedingt noch über die Feste berichten, auf denen ich bisher
war! Aber das im nächsten Brief. Es ist spät und so langsam werden meine
Augen müde.


Drück alle lieb von mir und möge die Schöpferin ihre
schützende Hand über euch halten.


gez,
Asahi

~•~

Verfasst: Freitag 29. September 2023, 00:19
von Asahi Sada Ryzan
~•~

» Briefe in die Heimat «
Dieses Mal stand der Mond nicht hell schimmernd am Himmelszelt, diesmal begleitete das unnachgiebige Strahlen der Sonne die junge Natifah, als sie sich daran setzte, einen erneuten Brief für ihre Mara aufzusetzen. Es waren wieder so viele Dinge passiert, die sie ihr hätte erzählen.. oder besser gesagt schreiben wollen, aber auch hier war es wohl besser, wenn sie es für sich behielt. Es waren kleine, kostbare Erinnerungen, die sie für sich einschloss, die ihr allein gehörten und niemals den Weg an das Tageslicht finden würden. Jeder brauchte solche Momente, es waren eben jene, die einen durch die dunklen Zeiten halfen. Mit einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen zog sie das Pergament näher und es dauerte nicht lange, da erfüllte das leise Kratzen der Feder den kleinen Natifahraum.
~•~

Menek’ur, Staubviertel, Haus ohne Kuppel
29. Searum 266


Salam Aleikum geliebte Mara,

ich hoffe, du konntest den Schock durch meinen letzten
Brief gut verdauen! Dieses Mal berichte ich dir nur von schönen Dingen,
versprochen.

Seitdem ich in der goldenen Stadt angekommen bin, durfte ich Teil von
einigen Festlichkeiten sein. Gefühlt ist im Grünland immer irgendwann ein
Fest, ein Markt oder eine Veranstaltung, zu der man gehen kann.
Als würden sie allen zeigen wollen, dass sie die schönsten Veranstaltungen
organisieren können. Mich soll das aber neda stören!

Am 21. Ashatar war ich mit den anderen Hazar’s Durrah auf einer Insel,
die sich K’awi nennt, um mir dort das “Bunte Treiben” anzusehen.
Du hättest K’awi sehen sollen, ich habe noch nie so ein Grün erblicken
dürfen! Es ist sehr warm aber auch irgendwie feucht auf der Insel und sie
scheint von einer Präsenz beschützt zu werden, die keiner bekannten
Gottheit entspringt. Es sind irgendwie Meeresbewohner, welche die ‘Ersten’
genannt werden. Ich habe Statuen von ihnen gesehen, aber sonst keinen in
Person. Uns wurde auch der Tempel der Insel gezeigt, der wohl nicht aktiv
genutzt wird, so wie ich es verstanden habe, da kein Glaube dort wirklich
präsent erscheint. So richtig... habe ich es nicht verstanden, aber die
Bauart und die Umgebung waren einzigartig. Sonst befanden sich kleine
Marktstände im Zentrum der Stadt verteilt, wo es allerlei Dinge zu erwerben
gab. Ich habe einen äußerst hübschen Spiegel für das Natifahzimmer
erwerben können - umringt mit Blumen, dir hätte er auch gefallen!

Am 07. Searum fand in Junkersteyn, das ist im Norden des Grünlandes,
ein Maskenball statt. Das Thema war, soweit ich mich jetzt noch erinnere,
"Gerimors bunte Tierwelt". Wir mussten uns also verkleiden! Liyanah hat
sich aufopferungsvoll um unsere Kostüme gekümmert, mit viel Liebe zum
Detail und einer unglaublich kreativen Ader. Ich bin als blaugrüner Kolibri
verkleidet gewesen, Zayn als gruselige Wüstenspinne, Ishmael als
flauschiges Lama und Kelani als schlanke Gazelle. Wir sahen alle sehr lustig
aus! Es gab dort ein Heckenlabyrinth, was sehr eng und wuselig war -
auch ein wenig unheimlich! Überall standen Kisten und vor dem Labyrinth
konnte man Lose kaufen, die einen Schlüssel enthalten haben. Mit dem
Schlüssel musste man durch das Labyrinth, um die passende Kiste zu finden.
Sehr aufregend! Ich hab ewig gesucht und ein paar wirklich sehr schöne
und praktische Dinge erhalten. Schließlich gehörte auch Musik und Tanzen
zur Veranstaltung und wir haben uns alle auf die Tanzfläche getraut.
Du hättest Kelani tanzen sehen sollen! Sie war wie das Feuer der Durrah,
wie die Tänzerinnen aus den Geschichten, ich war fast ein wenig neidisch auf
ihren Mut und ihr Selbstbewusstsein. Ich habe mit Ishmael getanzt,
ganz brav, ohne große Berührungen - ein schlichter Tanz, der aber dennoch
sehr viel Spaß gemacht hat! Am Ende des Abends waren wir wohl alle sehr
glücklich... und müde.
Oh, ehe ich es vergesse! Es wurden auch die besten Kostüme bestimmt und
Ishmael hat tatsächlich als Lama den zweiten Platz gemacht!

Am 17. Searum waren wir auf einem Weinfest in Berchgard, das ist eine
Stadt der Grünländer, die direkt am Nilzadan liegt. Wir haben dort mit der
Familie einen Stand angemeldet und Dattelwein sowie Kaktusschnaps
veräußert. Ich habe beides nach deinem Familienrezept hergestellt!
Es hat wie in Akmene geschmeckt, was ehrlich gesagt zu ein klein wenig
Heimweh geführt hat. Kaktusschnaps ist dennoch weiterhin neda etwas,
was ich gerne trinke. Zu den Getränken habe ich frisches Baklava und
Basbusi zubereitet und so konnten wir tatsächlich auch ein klein wenig
verkaufen und vor allem auch Aufträge erhalten! Zayn hat Kontakte zum
Adel der Grünländer geknüpft, ich bin mir neda sicher was er vorhat,
aber ich habe auf seinen Wunsch hin ein kleines Paket an Getränken und
traditionellem Essen für den Adel gepackt. Es war ein wuseliger und bunter
Markt, unfassbar wie viele verschiedene alkoholische Getränke es im
Grünland gibt. Ich habe keines davon probiert, auch wenn ich neugierig war.
Es gab auch noch ein Spiel, das in der Mitte des Marktplatzes abgehalten
wurde und… Ishmael hat dort den ersten Platz belegt. Er sammelt irgendwie
die Gewinne für die Familie, er scheint da wirklich ein Talent dafür zu haben.
Eine Natifah der Familie Bashir war auch mit ihrem Oberhaupt dort und…
sie trug Bauchtanzkleidung! Mitten auf einem voll belebten Markt der
Grünländer, lief sie herum, als wäre sie in jedem Moment bereit zu tanzen.
So viel nackte Haut, ich wusste gar neda wo ich zuerst hinsehen soll…
oder ob ich überhaupt irgendwo hinsehen sollte! Für einen Moment habe ich
mich nach Akmene zurückversetzt gefühlt. Es ist interessant,
wie verschieden auch wir sein können… und keine Sorge, liebe Mara,
ich halte mich an angemessene Kleidung, so fühle ich mich auch am
wohlsten.

Am 22. Searum fand auch in der goldenen Stadt unser geliebtes Lichterfest
statt. Ich hatte in der Planung keine helfende Position, dafür bin ich wohl
noch zu neu als Prekhaliq, allerdings ist Khaliq Cebrail ausgefallen und ich
durfte schließlich seine Predigt halten! Ich war so unfassbar aufgeregt,
ich hatte ständig Angst, die Worte zu vergessen, zu verdrehen oder mich zu
verhaspeln. Er hat eine sehr schöne Predigt geschrieben und ich hoffe ich
bin ihren Worten auch nur annähernd gerecht geworden. Die anwesenden
Familienmitglieder schienen alle stolz und zufrieden, aber du kennst mich…
ich bin zu kritisch mit mir selber.
Prehaatim Mina hat danach noch ein Gebet gesprochen, erfüllt von der Kraft
unserer Schöpferin und anschließend haben zwei kleine Hazar’s von den
Yazir und den Ifrey ein Lied vorgetragen. Ein Lied, das Ishmael geschrieben
hatte und eigentlich begleiten sollte, aber er musste als Janitschar an einer
Karawanenbegleitung teilnehmen und war daher einige Tage neda in der
Stadt. Ich kannte es schon, er hatte es mir vorher gezeigt und wollte meine
Meinung dazu wissen - es erstaunt mich ein wenig, wie viel Talent in diesem
Rumtreiber und Straßenjunge steckt.
Während des Liedes haben wir Papierlichter entzündet und jene in das
Wasser der Oase entlassen - ich habe meine Laterne zusammen mit einer
jungen Natifah aus dem Blut der Ryzan hinausgeschickt, Amaya ist ihr
Name. Sie ist gerade mal mündig geworden und wurde von ihrem Radeh
nach Menek’ur geschickt. Sie schien mir so unsicher und verloren, dass ich
das Bedürfnis hatte, ihr beizustehen. Wir haben uns also gegenseitig Halt
gegeben und unsere Wünsche mit unserem Papierlicht in die Dunkelheit
hinaus geschickt.
Der Anblick war überwältigend, unzählige bunte Lichter schwammen auf dem
Wasser der Oase, hingen in den Palmen, standen zwischen den Gräsern und
Blumen. Ich würde mir fast wünschen, es würde immer so aussehen.

Die nächste Veranstaltung, die ich besuchen werde, liegt nun erst am
21. Goldblatt in Planung, ein Duftmarkt, wieder im Norden des Grünlandes.
Bis dahin habe ich also ein wenig Ruhe, um Glaubensunterrichte zu
besuchen, Bücher in der Tempelbibliothek zu lesen oder Unterweisungen der
Khaliqs anzunehmen.

Jetzt habe ich auch wieder einiges geschrieben, diesmal hoffentlich nur
Dinge, die dein Herz mit Freude, statt mit Sorge erfüllen.


Drück alle ganz lieb von mir und möge unsere Schöpferin ihre
Hände schützend über euch halten.


gez,
Asahi

~•~

Verfasst: Freitag 20. Oktober 2023, 11:23
von Asahi Sada Ryzan
~•~

10. Goldblatt 266

» Sandwandern «
Diesmal fanden keine geschriebenen Worte ihren Weg auf ein schlichtes Stück Pergament, denn das, was die kleine Natifah beschäftigte, gehörte weder laut ausgesprochen, noch niedergeschrieben. Manche Dingen blieben besser verborgen hinter den dunklen Schleiern einer sternenklaren Nacht, oder begraben unter heißem Wüstensand, der wie Goldperlen zwischen den Finger nieder rieselte. Nicht damit sie in Vergessenheit geraten konnten, ganz und gar nicht, eher um sie zu schützen und zu bewahren vor eben denen, die sie zerstören könnten. Kostbare Erinnerungen, die sorgsam behandelt und für die Ewigkeit konserviert werden mussten, denn keiner konnte sagen, ob sich jene wiederholen würden.

Das letzte Pergament, welches von Asahi beschrieben wurde, fand nicht seinen Weg zu ihrer Mara nach Akmene, sondern hatte einen wesentlich kürzere Reise zu überwinden, ehe es beim Empfänger ankommen würde. Noch während ihre Finger das kleine Stückchen Pergament losließen, krochen Zweifel die Kehle hinauf, die sie für den Moment tapfer hinunter schluckte. Konnten die Worte doch nicht ihre Lippen verlassen, so hielt sie es für klug, jene niederzuschreiben. Wie schlau die Tat der kleinen Natifah jedoch wirklich war, würde sich mit der Zeit noch zeigen und es blieb zu hoffen, dass sie es nicht eingebildet hatte.

Es fühlte sich so falsch und surreal an, als ihre Finger sich das erste Mal um eine Waffe schlossen und das Gewicht der Rüstung auf ihren Körper drückte. Hatte sie sich vorher machtlos und hilflos gefühlt, so verstärkte die Rüstung diesen Eindruck nur noch mehr. Sie konnte sich nicht vorstellen, wie sie in der Lage sein sollte, dieses Gewicht länger zu tragen oder sich gar unter der Last zu wehren. Nie hatte sie ihren Körper in etwas anderes gehüllt als Stoffe und so war der Kontrast sternenklar und deutlich zu spüren. In diesem Moment wünschte sie sich, sie wäre zurück in Akmene, dort wäre es ihr einfacher gefallen, dort hätte sie ihre Fadrim gehabt, die sie mit voller Begeisterung unterstützt hätten - unter dem finsteren Blick ihrer Mara. Hier in Menek’Ur wusste sie nicht, wie sie es handhaben sollte, oder wie sie es erklären sollte. Der Wunsch, sich in der nächsten Situation nicht wehrlos zu fühlen? Der Wunsch, keine Last zu sein? Vielleicht auch der Wunsch, beide Aspekte der Schöpferin zu verkörpern, die Oase wie die Wüste. Vielleicht waren das aber auch einfach nur Ausreden und es war das Blut ihrer Heimat, das sich langsam durch die Schichten der Erziehung kämpfte und ihr zeigen wollte, was ihr eigentlich in die Wiege gelegt wurde. Was es auch war, es resultierte in den Besitz einer Rüstung und vor allem auch in den Besitz einer Waffe, mit der sie keine Ahnung hatte umzugehen.

Sie hatte nur einer Person genügend Vertrauen entgegengebracht zu fragen, wie man mit solch einer umgeht und zu ihrem Unglück hatte genau diese Person selber keine Ahnung. Es war ihr irgendwie unangenehm, gar kam es ihr in den ersten Wochen vor, als würde sie sich selbst verraten und so versuchte sie Wege zu finden, den Janitscharen zuzusehen, ihre Übungen zu beobachten oder Bücher zu lesen. Alles nicht sonderlich effektiv und das nervte sie insgeheim, da sie das Gefühl hatte, gegen Windmühlen zu treten oder gegen den Strom zu schwimmen, während sie normalerweise neue Dinge schnell lernte und es ihr leicht fiel. Bei diesem kämpferischen Aspekt jedoch, fühlte sie sich mehr verloren und das frustrierte sie ungemein.... aber sie traute sich halt auch nicht, es offen zuzugeben oder gar Hilfe zu suchen. Ein selbstverschuldetes Dilemma.

Was würde sie also tun? Das wusste sie selber noch nicht so wirklich und vor allem blieb es abzuwarten, was aus dem kleinen Zettelchen resultierte, der sie in de Nacht des Öfteren wach hielt. Wären das nicht schon genug Gründe für sie nicht den erholsamen Schlaf finden zu können, so kristallisierten sich scheinbar noch andere hervor. Eine Idee die ihren Saat beim Anblick einer jungen Blüte, die ein wenig verloren und hilflos wirkte, gefunden hatte und die damit verbundene Zweifel, ob diese Idee nicht zu viel für sie wäre. Abwarten, abwarten, abwarten. Eigentlich war sie sehr gut darin sich in Geduld zu üben, doch diesmal zerrten die Dinge unnachgiebig an ihr, wie Sandkörner in einem Sturm, die stets ihren Weg finden würde.

~•~

Verfasst: Mittwoch 13. November 2024, 20:18
von Asahi Sada Ryzan
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» Briefe in die Heimat «
Das schlechte Gewissen war keineswegs zu leugnen, sie war eine furchtbare Tochter. Erst zur Jahreswende war sie in Akmene gewesen, um ihre Mutter, ihren Vater sowie ihre beiden Brüder zu besuchen und erst dort hatte sie versichert, dass sie sich wieder regelmäßiger melden würde. Acht Mondläufe später fiel bestimmt nicht unter "regelmäßig" auch wenn sie zwischendrin kleine Nachrichten in die Heimat geschickt hatte, um ihrer Mutter zumindest die Sorge zu nehmen, sie wäre verschollen oder gar gestorben. Es war Zeit, dass sie einen Brief verfasste und dieser würde ob des langen Zeitraums sicherlich nicht sehr kurz werden.
Mit nagendem, schlechten Gewissen in der Brustgegend ließ sie sich in ihrem Schreibzimmer nieder, um sich darum zu kümmern... wo sollte sie nur anfangen?
~•~

Menek’ur, Innenstadt
Wohnhaus der Khaliq Asahi Sada Ryzan
13. Rabenmond 267


Salam Aleikum geliebte Mara,

hudad verzeih mir, dass wieder so viel Zeit im Sand
verlaufen ist, seitdem wir zuletzt voneinander gehört haben.
Nachdem Ishmael und ich euch in Akmene besucht hatten, hatte ich mir
eigentlich vorgenommen, dich wieder regelmäßiger zu informieren und doch
muss ich feststellen, dass ich mich wieder neda daran gehalten habe.
Es tut mir schrecklich Leid!

Es ist wieder so viel passiert.

Im Wechselwind diesen Jahres wurde in einer kleinen Höhle in der Durrah
ein Relikt entdeckt, das war kurz nachdem wir aus Akmene wieder nach
Menek’Ur gefunden haben. Ein merkwürdiges Relikt, ein verfluchter
Gegenstand, das erste Mal, dass ich mich mit so etwas konfrontiert sah.
Es verbreitete Hass und Zorn und wir konnten es eindeutig dem
Brudermörder zuweisen. Das Gefühl, als wir, die Khaliq, es untersuchten,
war überwältigend und fast nicht aufzuhalten, nur unser Glaube an die
All-Mara und unser Willen sowie unser Vertrauen ineinander ließ uns
durchhalten. Haatim Maheen war eine wunderbare Stütze.
Wir entschlossen uns, das Hass-Relikt mit standhafter Gegenwehr zu
zerstören, wir wollten, dass es seine gesamte Kraft aufbringt, um uns zu
überwältigen, damit es geschwächt wird und wir es im Anschluss besiegen
können. Während Khaliq Aliza sich um das Schutzgebet kümmerte,
fiel mir die Aufgabe auf, den Schutzkreis und die Anrufung vorzubereiten,
mit welcher wir um Beistand und Kraft bitten wollten.
Der Ort des Rituals war ganz in der Nähe des Schreins der Weisen der Wüste
und angelockt vom Zorn attackieren uns zahlreiche Harpien, die sich von
den anliegenden Bergen stürzten, aber unsere tapferen Janitschare,
sowie eine Kronritterin aus Lichtenthal, wehrten sie erfolgreich ab.
Wir forderten das Relikt heraus sich gegen unsere Mauer zu schmeißen,
die wir durch Zusammenhalt, Rückhalt und Loyalität errichtet hatten und
dann, als es geschwächt war, wurde Ishmael, vom Emir aufgetragen,
die Ehre zuteil es endgültig zu vernichten.

Er schaffte es!

Im Ashatar fand eine Familienfeier bei den Ifrey statt, aiwa du hast richtig
gelesen! Und wir waren auch dort. Es war ein schöner und gemütlicher
Abend, die in Menek’Ur ansässigen Mitglieder der Ifrey-Familie sind allesamt
angenehmer Natur. Die Unterrichte bei Haatim Callista Ifrey sind stets
lehrreich und Amaya hat sich nun ebenso dieser Familie angeschlossen,
auch wenn ich mir wünschte, es wäre anders gekommen, aber du kennst
die Umstände und die Machtlosigkeit, in der ich mich befand. Wichtig ist,
dass sie sich dort richtig wohl zu fühlen scheint und am Ende ist sie auch
dort bei ihrem Blut.

Es war auch zu jener Zeit im Ashatar als ich das erste Mal von merkwürdigen
Angriffen und Begebenheiten mitbekam. Grünländer teilten uns mit,
dass Harpien vermehrt bei Angriffen auf Menschen gesichtet wurden und es
sich hierbei wohl nicht um einen Zufall handeln würde. Die Khaliq wurden
eingeladen in die Frostklamm der Kaluren, um dort Näheres über die Vorfälle
zu erfahren und es war erschreckend! Ich kann es bis heute noch nicht ganz
glauben.
Wir erfuhren von der “Schwesternschaft” die ebenso an dem Treffen
teilnahm, dass von den Harpien Informationen ausgegangen wären,
als wären es Boten gewesen. Sie redeten von jenen, der sie nach seinem
Ebenbild erschuf und das jener alle Götter zu hassen schien. Allerdings
konnte man zu diesem Zeitpunkt wohl nicht mehr erfahren.
Ihr Erschaffer schien den Nilzadan angreifen zu wollen und so rätselten wir,
was sich dahinter alles verbergen könnte. Es gab verschiedene Theorien,
zum einen, dass es sich dabei um den totgeglaubten Getares handeln
könnte, oder um Paias Kind oder vielleicht um ein Wesen außerhalb der
Schöpfung, so wie es in der Vergangenheit bereits der Fall gewesen war.
So richtig einig werden konnte man sich neda.
Man einigte sich darauf, dass die Khaliq eine Anrufungen durchführen
sollten, in der Hoffnung, mehr zu erfahren.

Anfang Searum wurde allerdings der Nilzadan auch schon angegriffen,
von zahllosen Harpien! Ich war vor Ort und du kannst dir neda vorstellen,
was dort los war. So viele Verbündete aus allen möglichen Ecken der Insel
und dann überall der gefiederte Feind. Ich kämpfte selber diesmal neda,
ich half nur hier und dort aus, falls jemand Hilfe brauchte, denn meine
Aufmerksamkeit lag auf etwas anderes. Wir spürten etwas Klerikales,
erst schwach, dann stärker. Ein Wahnsinn, der uns innerlich niederzureißen
drohte, es war kaum auszuhalten, so stark drückte das Gefühl auf meine
Schultern und es wurde erst besser, als die versammelten Geweihten
zusammen ihre Götter um Hilfe baten.

Dann allerdings… passierte es!

Er tauchte auf! Der Schaffer der Harpien und es schien tatsächlich Getares
zu sein, auch wenn er anders wirkte. Ich weiß neda, wie ich es beschreiben
soll… zerfleddert? Mitgenommen? Verzehrt? Er war wahnsinnig vor Wut,
wohl auch darüber das Paias Grab neda aufzufinden sei. Etwas, worüber die
Schwesternschaft Bescheid zu wissen schien und sich… lustig machte?
Ich habe es selber nur aus Erzählungen gehört, ich war zu abgelenkt,
um alles mitzubekommen. Er tobte vor Wut, aber dann tauchte auch der
große Bär, Cirmias auf, und er trug einen Speer, den die Grünländer ihm
wohl gesegnet hatten? Ich weiß leider neda mehr darüber. Cirmias und der
merkwürdige Getares stürzten sich aufeinander. Bei der All-Mara…
hättest du mir jemals gesagt, ich wäre dabei gewesen, wenn zwei Götter
sich bekämpfen würden, ich hätte es für einen Scherz gehalten! Getares
schien allerdings stärker als Cirmias, er verwundete ihn mit seinem eigenen
Speer und schien sich dann an dessen Kraft zu laben. Erst dann konnten wir
mit versammelter Kraft einspringen, als Getares abgelenkt davon war,
sich über den Bären vorzumachen. Wir schafften es, dass er verschwand,
aber Cirmias wirkte alles andere als… gesund. Kann man das bei Göttern
überhaupt so sagen? Es wirkt so surreal auf mich, bis jetzt und vermutlich
konnte ich nicht einmal alles fassen, was an diesem Abend geschah.

Wenige Tage später fand zusammen mit unserem Erhabenen eine Anrufung
der All-Mara statt, wir hofften mehr dadurch zu erfahren und leider konnte
ich an diesem Abend neda dabei sein. Wie gerne wäre ich dabei gewesen!
Ich weiß jedoch, dass sie uns bestätigte, dass es ihr totgeglaubter Sohn war,
jedoch eine von Hass und Kummer zerfressene Version von diesem.
Auch teilte sie uns mit, dass es ihr Wunsch wäre ihn aufzuhalten und dass es
der einzige Weg wäre, ihre Schöpfung zu erhalten. Mittlerweile wissen wir,
dass Getares nächstes Ziel der Rakun zu sein scheint und so es sich ergibt
oder erwünscht ist, wäre das Sonnenreich bereit den Einwohnern dort zu
helfen und mit den Rashar zusammenzuarbeiten. Ich weiß neda was ich
davon halten soll, es ist die Entscheidung des Erhabenen und daher muss es
die richtige sein, das flaue Magengefühl werde ich dennoch neda los.
Ich schätze, manchmal fühlen sich die richtigen Dinge, dennoch neda
richtig an.

Aber kommen wir zu etwas Erfreulichem!

Im Searum fand auch das diesjährige Lichterfest statt und ich hatte diesmal
wieder die Ehre zum Volk zu sprechen und die Predigt zu halten,
sowie dieses Mal auch den gesamten Teil für den Tempel zu planen,
nachdem Khaliq Cebrail das erste Gespräch mit den beiden Blüten hatte,
die das Fest an sich organisierten! Ich war neda mehr ganz so aufgeregt,
wie vor einem Jahr noch, ich habe seitdem einiges an Erfahrungen sammeln
dürfen und schon das ein oder andere machen dürfen, es war dennoch
wieder einmal Besonders. Das Hauptthema des Lichterfestes war in diesem
Jahr neue und alte Freundschaften, sowie der Zusammenhalt untereinander.
Ich glaube mir ist die Predigt und auch das Gebet, was ich verfasst habe,
ganz gut gelungen und ich bin zufrieden mit dem Verlauf des Abends.
Es war wirklich wunderschön. Wieder war die Oase erfüllt von zahllosen
Lichtern, es gab wieder kleine Geschenke von jeden, die zufällig verteilt
wurden und diesmal war Ishmael auch dabei.

Übrigens ist unsere Verlobung im Ashatar auch offiziell bekannt gegeben
worden! Wir waren bei einem ersten Gespräch bei Haatim Callista und sind
noch dabei, alles weitere zu planen, ehe die Hochzeit stattfindet.
Vermutlich erst im nächsten Jahreslauf, scheint es aktuell ein wenig zu
unruhig zu sein und letztendlich rennt uns neda etwas davon. Ich weiß
Radeh war neda gänzlich begeistert von Ishmael und dessen Laufbahn,
auch wenn es sich gegen Ende unseres Besuches ein wenig gebessert zu
haben schien. Aber ich habe ihn wirklich gern und er bringt mich zum
Lachen. Ich denke ich habe Radeh auch gezeigt, dass ich neda mehr seine
kleine Blüte bin, die sich neda selbst weiß zu helfen oder sich zu wehren!
Neda! Ich bin gut geworden in den Dingen, die mir am Herz liegen und auch
wenn es neda unbedingt der traditionelle Weg ist, den du gerne an mir
sehen würdest, so fühle ich mich mit meinem “Schakalzahn” in der Hand und
der Rüstung auf meinem Leib durchaus sehr wohl. Ishmael weiß das auch,
auch wenn er es neda unbedingt gerne sieht, wie ich in den Kampf ziehe,
aber er akzeptiert es. Du kannst dir sicher sein, dass er immer ein Auge auf
mich haben wird und alles für mich tun würde.

Ich hoffe, es geht euch allen gut, drücke Radeh und meine Fadrims!
Gib Nadeems kleiner Ablah einen Kuss von mir, sie ist einfach bezaubernd.


Möge die All-Mara euch stets schützend begleiten.

gez,
Asahi

~•~

Verfasst: Montag 10. Februar 2025, 08:05
von Asahi Sada Ryzan
~•~

» Briefe in die Heimat «
Endlich hatte sie wieder ein wenig Ruhe gefunden. Später als es ihr eigentlich lieb gewesen wäre, allerdings war auch wieder so viel passiert! Mit einer dampfenden Tasse Mocca hatte sie es sich auf einem der Kissen, der kleinen Sitzecke nahe des Bettes bequem gemacht. Leise und vorsichtig, da Ishmael sich noch zwischen den Bettdecken wälzte, aber er stellte sich als offenkundig guter Schläfer heraus. Merkwürdig. Sie hatte von einem Straßenjungen mehr Alarmbereitschaft erwartet. Auf der anderen Seite passte das zu seiner eher sorglosen Art. Die Mundwinkel zuckten vergnügt hinauf, während sie denjenigen betrachtete, der seit wenigen Tagen ihr Ehemann war. Sie wusste jetzt schon, dass sie ihn häufiger aufwecken werden würde, als ihr eigentlich lieb wäre... der Langschläfer. Mit einem sanften Kopfschütteln griff sie nach der Pergamentmappe, um unter einem leisen Rascheln einen neuen Bogen aus diesem zu nehmen. Das Tintenfässchen samt Federkil stand schon bereit.
~•~

Menek’ur, Innenstadt
Wohnhaus hinter der Kaserne
von Ishmael Mahir und Aasahi Sada Ryzan
10. Eisbruch 268


Salam Aleikum geliebte Mara,

Ich hoffe in Akmene geht es weiterhin seinen gewohnten
Gang und die Kämpfe an der Grenze sind neda zu heftig? Radeh soll in
seinem Alter auf sich aufpassen, ich weiß um sein hitziges Temperament und
ich hätte ihn gerne noch in diesem Leben verweilend, wenn Ishmael und Ich
unser erstes Kind in den Armen halten dürfen.

Aiwa, du hast richtig gelesen! Die Eheschließung am 6. Eisbruch verlief wie
geplant und es war einfach wunderbar. Ich hätte euch alle gerne an meiner
Seite gehabt, aber ich weiß um eure Verpflichtungen. Lass mir dir erzählen,
dass Haatim Callista und Khaliq Aliza es einfach bezaubernd gestaltet
haben. Es war neda prunkvoll und überschwänglich, das hatten wir auch gar
neda gewollt. Wir wollten etwas Bodenständiges, Schlichtes, etwas,
was neda von dem ablenkt, was eigentlich wichtig ist. Wir beide.

Der Erhabene selber war bei der Zeremonie anwesend, sowie einige andere
Bewohner Menek'Ur, ohne dass es zu voll gewesen wäre. Auch eine
Freundin aus dem Grünland war anwesend, samt Begleitung. Im Anschluss
waren wir im Familienhaus des Schakals, wir hatten extra den großen
Eingangssaal zurechtgemacht und ich konnte vom Glück reden, dass Amaya
und Aliza so freundlich waren mir an diesem Abend mit der Bedingung und
und den Gästen zu helfen.
Liyanah und Kelani konnte neda anwesend sein, Verpflichtungen sind
manchmal schwierig zu verschieben. Kelani hatte sich eine ziemlich gemeine
Erkältung geholt und wollte die anderen Gäste neda anstecken, ich sage dir
Mara, das liegt daran, dass sie ständig bauchfrei herumrennt! Da würde ich
auch krank werden.
Es war dennoch ein sehr schöner Abend.

Da Ishmael sich vor einigen Mondläufen in den Leuchtturm Menek'Urs
einquartiert hat, haben wir beschlossen unser gemeinsames Heim in
meinem Haus aufzubauen. Wir wohnen nun also gemeinsam direkt hinter
der Kaserne, neben dem Aufstieg zum Cantar. Es ist ein perfekter Ort, für
ihn, wie für mich. Auch wenn er seinen Dienst bei den Janitscharen ein
wenig ernster nehmen könnte! Allgemein sieht sich Ishmael ein wenig mit
der Problematik konfrontiert, dass er, seitdem Zayn zurück nach
Baed'Madina gegangen ist, jetzt das Oberhaupt der Schakale in Menek'Ur
ist. Es sind neue Verantwortungen und Herausforderungen, denen er sich
stellen muss, das wurde ihn vermutlich auch so richtig bewusst, als Dakhil,
das Oberhaupt der Bashir, sowie der Erhabene ihn selber darauf ansprachen.

Ich bin mit allerdings sehr sicher, dass er es schaffen wird. Immerhin bin ich
an seiner Seite und ich helfe ihm wo er kann. Anders als er habe ich gelernt,
mit Verantwortung umzugehen. Eine verdrehte Rollenverteilung.
Sag das bloß neda Radeh! Er würde wieder über die Wahl meines Mannes
meckern und mir vorhalten, ich hätte etwas Besseres finden können.
Aber du weißt, dass dem so neda ist. Für mich ist er perfekt. Er gleicht mich
aus, holt mich zurück, bringt mich zum Lachen und immer wenn ich glaube,
etwas lastet zu schwer auf meinen Schultern, ist er in der Lage dieses
Gefühl einfach leichter werden zu lassen. Er hat diese merkwürdige Gabe,
einfach jedes Problem nichtig wirken zu lassen, unbeschwert, als wäre alles
möglich. Vielleicht ist das einfach auch zum gewissen Teil seine Naivität oder
das fehlende Pflichtbewusstsein eines Straßenjungen... aber was zählt, ist
doch am Ende das, was ich fühle und was wir füreinander sind.

Genug von Ishmael und mir!

Es gab noch andere Dinge, von denen ich dir gerne berichten würde.

Zu einem haben wir 20. Hartung endlich das Ritual durchführen können,
für das wir über ein Jahr geplant haben! Du weißt, als ich nur wenige
Mondläufe in Menek'Ur war und die Brudermörder die Stadt belagerten.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir auch mit Untoten zu kämpfen, die von den
Rabendienern an die Oberfläche gelockt wurden. Damals gab Haatim
Maheen uns jungen Khaliq die Aufgabe eine Schutzvorrichtung für das
Ahnengrab zu planen, verknüpft mit Lehreinheiten zur Ritualkunde.

Es kam einiges dazwischen, weswegen es so lange gedauert hat, doch nun
konnten wir es endlich vollbringen. Ich konnte den Ablaufplan dafür
erstellen, samt der Anrufungen und Gebete und schließlich haben wir es zu
viert, in Anwesenheit der Janitschare, der Palastwachen und des Erhabenen
durchgeführt. Haatim Maheen und wir drei Khaliq, Aliza, Cebrail und ich.
Es fühlt sich gut an, so etwas vollbracht zu haben. Einen Stück des
gesamten Geflechtes zu sein, was dazu beiträgt, dass das Volk sicher ist.

Am 4. Hartung haben wir uns einer Expedition in Varuna angeschlossen.
Ich bin mir neda sicher, wie das alles zustande kam. Sie war wohl geplant
von den Geweihten der Schildmaid und auch die Geweihten der Bauhütte
der Kaluren schienen etwas damit zu tun zu haben. Mir fehlten irgendwie
Informationen, um richtig zu verstehen, worum es dabei ging. Wir suchten
in Varuna nach Dingen, die ungewöhnlich wären. Ich meine... was ist in
Varuna nicht ungewöhnlich! Allerdings... gab es wohl doch noch
ungewöhnlichere Dinge zwischen den Ungewöhnlichen. Irgendwie tauchte
immer mal wieder ein Schatten auf, Untote krochen, häufiger als üblich
hervor und schließlich konnten die Geweihten sogar mit einem toten
Tavernenwirt sprechen. Also seinem Geist. Ich weiß... ich habe auch noch
immer keine Ahnung, worum es ging. Ich habe nur etwas von einem
Drachenreiter aufgeschnappt und einem Knochenspeer. Ich wusste neda,
dass Drachen geritten werden. Irgendwie ein grausiger Gedanke.
Irgendwie kamen wir schließlich auch in eine Höhle, die recht kalurisch auf
mich wirkte und es wurden Runensteine und Runen gefunden. Jemand kam
auf die nützliche Idee, das Grünzeug in der Höhle anzuzünden und so hatten
wir vorerst mit einer gewissen Rauchentwicklung zu kämpfen und schließlich
schienen wir Khaliq auch gebraucht zu werden.
Es waren nur Cebrail und ich. Wir halfen den anderen Geweihten dabei,
die Runensteine mit klerikaler Energie zu speisen. Sie leuchteten und
zitterten - aber das war's auch irgendwie. Ehe ich verstand, was nun das
Problem wäre, wurden Runen entdeckt und... die Wand öffnete sich. Um es
kurz für dich zusammenzufassen, was dann passierte: Ein Bär tauchte auf,
schlug nach Keldion, den Kaluren der Bauhütte. Ich glaube allerdings,
dass es neda ein böser Hieb war, sondern dass er ihn irgendwie dadurch
segnete oder weihte. Eine Schatzkiste tauchte auf oder ich sah sie zumindest
zum ersten Mal und der Schatten tauchte auch wieder auf. Ziemlich wütend
darüber, das er neda in der Lage war die Kiste an sich zu bringen.
Schließlich tauchten wieder ganz viele Untote auf und wir mussten aus der
Höhle fliehen, als jene drohte einzubrechen.

Ich sollte für die restlichen Khaliq mich in der nächsten Zeit vielleicht darum
kümmern einen Bericht von den Geweihten Temoras zu bekommen, um das,
was passiert ist, besser aufzuarbeiten. Das wäre sicherlich hilfreich.

In nächster Zeit steht noch eine Festplanung aus. Das Blütensegenfest!
Es gibt zwar noch neda ein genaues Datum dafür, aber wir haben uns fest
vorgenommen, dass wir jene Tradition noch in diesem Teil des Jahreslaufes
durchführen möchten. Ich schreibe dir dann, wie es war.

Hat Leyth mittlerweile eine Natifah? Wird er langsam neda zu alt?
Er sollte sich wirklich bemühen und sich ein Beispiel an Nadeem nehmen.
Er ist der älteste Sohn und ich kann mir vorstellen, dass es Radeh auch
stört? Lass dich neda zu sehr von ihm ärgern und halte einfach die Augen
nach einer passenden Natifah auf! Ich glaube, mein Fadrim braucht einfach
eine sehr starke Blüte an seiner Seite. Kelani wäre wundervoll für ihn,
aber ich denke, die Entfernung wäre ein kleines Problem! Und vielleicht wäre
auch Kelani eines.

Gib Nadeems kleiner Ablah einen Kuss von mir und drück meinen Radeh.
Leyth kannst du gerne einen Klaps auf den Hinterkopf geben.


Möge die All-Mara euch stets schützend begleiten.

gez,
Asahi

~•~

Re: Zwischen Sand und Sonne

Verfasst: Donnerstag 15. Januar 2026, 18:27
von Asahi Sada Ryzan
~•~

» Briefe in die Heimat «
Vielleicht war es das Ableben von Cebrail, das sie wieder daran erinnerte, wie kostbar die Zeit war, welche die All-Mara ihren Kindern schenkte, vielleicht aber auch die Unterhaltungen beim letzten Familienabend. Es war nicht so, als wäre sie sich der Kostbarkeit des Lebens nicht mit jedem Atemzug bewusst, aber die einst regelmäßig geplanten Briefe nach Akmene an ihre Mara waren dennoch immer wieder etwas, was gerne unterging. Ishmael versicherte ihr zwar, dass jene es ihr nicht übelnehmen würde, allerdings war er der Richtige, um so etwas zu behaupten? Einen Gedanken, den sie für sich behielt, es würde ihn sonst unnötig verletzen.
Während ihr Gatte Wachdienst auf den Mauern Menek'Urs hatte, saß sie also allein in ihrer gemeinsamen Wohnstube, das leere Pergament vor sich, das Tintenfässchen bereits geöffnet. Sie überlegte, wie sie beginnen sollte, und es dauerte eine halbe Tasse Mocca, bis sie endlich anfangen konnte.
~•~

Menek’ur, Innenstadt
Wohnhaus hinter der Kaserne
von Ishmael Mahir und Aasahi Sada Ryzan
15. Hartung 269


Salam Aleikum geliebte Mara,

Ich weiß, es ist ein paar Mondläufe her, seitdem wir euch in
Akmene besucht haben, und ich hätte dir früher schreiben sollen. Seh es positiv,
so kann ich dir nun immerhin einiges mehr erzählen.

Wie steht es um die Verlobung von Leyth mit Amirah? Ist er sich noch immer sicher,
dass sie die Richtige ist und haben sie bereits mit den Khaliq über einen möglichen
Zeitpunkt für die Zeremonie gesprochen? Vergiss hudad neda mir davon zu berichten,
so meine Pflichten es zulassen, würde ich nur ungerne verpassen,
wie auch Leyth endlich dieses Glück findet.

Wie bereits bei meinem Besuch erzählt, fühle ich manchmal noch den Sandgeist in
meinem Inneren, seitdem Lenzing im letzten Jahr, als Cebrail und ich unbeabsichtigt
die Gefahr von Saqat entfesselten, aber sie auch wieder versiegelten.
Ich habe dir erzählt, was für eine schwere Prüfung es für mich war, wie lange mein
Körper der Bewusstlosigkeit erlag, und ich bin endlos dankbar für Aliza, Zhour, Liyanah
und all die anderen, die sich dort um mich gekümmert haben. Ich habe damals diese
Bürde auf mich genommen und meinen Leib als Gefängnis angeboten, im Angesicht
der Weisen der Wüste. Natürlich habe ich niemals erwartet, es würde einfach werden,
und an vielen Tagen merke ich auch nichts davon, aber gerade dann, wenn die
Emotionen in mir hinaufkriechen, dann fühle ich sie in meinem Inneren.
Als wäre sie dann umso präsenter, um gegen die Schutzwände zu stochern und an
ihren Fesseln zu zerren.
Die Fesseln, die Versiegelung, die ich damals zusammen mit Cebrail bewirkt habe.

Ihm habe ich es genauso zu verdanken, dass ich wohl noch lebe, und ihr muss ich dir
leider die traurige Nachricht übermitteln, dass er vor wenigen Tagen von uns gegangen ist.

Es ist noch neda so wirklich klar, was genau passiert ist. Ich fand ihn vor den Toren
des Maristans, mit einer tiefen Wunde in der Schulter, die eindeutig Anzeichen von
Gift zeigte. Es ist unklar, woher die Wunde stammt, unklar, warum das Gift ihn so
schnell getötet hat und er neda in der Lage war etwas dagegen zu unternehmen.
Die All-Mara allein wird wissen, warum sie ihn zu sich zurückgeholt hat. Für jene,
die in Menek'Ur bleiben, vor allem für seine Familie, die Yazir, ist das allerdings
nur ein kleiner Trost. In wenigen Tagen wird wohl die Zeremonie für ihn stattfinden,
und ich hoffe, ich werde die Gelegenheit haben, dem beiwohnen zu dürfen.

Das letzte Mal habe ich dir auch bereits von der Entführung der beiden kleinen
Wüstenflöhe Hadija und Nepha erzählt und dass Aliza, Cebrail und ich im Zuge
dessen einen Fluch ausgesprochen haben, der den Grünländer, der diese Tat
begangen hat, treffen sollte. Ich habe neda die Wirkung des Fluchs gesehen,
aber ich habe in meinem Inneren das Gefühl, dass er nie wieder einen Fuß in
die Durrah setzen wird, noch sich an unser Volk vergreifen wird.
Die beiden Wüstenflöhe scheinen sich gut erholt zu haben und als ich von meinem
Besuch bei euch wieder nach Menek'Ur kam, war ich erstaunt, wie erwachsen sie
geworden sind. Sie sind richtig hübsche Natifahs geworden, auch wenn es
Hadija gut tun würde, weniger Süßigkeiten zu essen. Hadija scheint in der
Akademie Leviathan ausgebildet zu werde und Nepha ist Haremsdame im Palast.
Ich musste mich die erste Zeit wirklich daran gewöhnen,
in den Beiden neda mehr als nur die 'Kleinen' zu sehen.

Die Verkündung ist bestimmt schon bis nach Akmene gekommen.

Wir haben einen neuen Erhabenen, oder eher gesagt einen neuen Alten.
Die Schöpfermutter hat beschlossen, dass Amar wieder den Thron besteigen soll,
so wie er es früher schon getan hatte. Das hat einige mit Sicherheit ziemlich
verwundert und in manchen sehe ich den Keim von unangebrachten Zweifeln.
Aber unsere All-Mara liegt niemals falsch. Sie wird einen Weg für beide ehrwürdigen
Anaans bereitgelegt haben, und für Saif wird sich nun bestimmt eine andere
Bestimmung offenbaren. Er war ein hervorragender Emir, auch wenn er der Einzige
war, den ich persönlich kennenlernen durfte. Allerdings war er, so wie ich ihn
kennenlernen durfte, ein Abbild der Dualismuslehren, gleichsam streng wie
verständnisvoll, mit einem unerwarteten Humor. Ishmael wird wohl früh über die
Entwicklung sein, er hatte immer das Gefühl, dass Saif ihm besonders im Nacken saß.

Der neue Erhabene hat einige Veränderungen mit sich gebracht und leider konnte
ich neda Teil seines Krönungsfestes sein. Es wurden einige neue Stellen vergeben
und Aliza ist jetzt wieder Teil des Palastes, gar Maleem der Palastdamen.
Weiterhin hegen wir, wie auch sie, den Wunsch, dass sie richtig ein Teil der Familie
wird und ich hoffe, dass Ishmael dies auf der kommenden Audienz ansprechen kann.
Er muss den Treueschwur dort gegenüber Amar aussprechen, da auch er neda auf
dem Krönungsfest ein konnte - sicherlich neda der beste Eindruck, aber Sandstürme
sind nun mal unvorhersehbar und leider geriet die Karawane, die er begleiten sollte,
in so einen. Der Erhabene wird dies verstehen, es ist immerhin neda so, als hätte
die Schakalfamilie die Absicht den Schwur zu verweigern.

Das Totenfest und das Salzfest fanden im letzten Mond des Jahres 286 statt und ich
war auf beiden dieses Mal neda in der Funktion einer Prehaatim anwesend.
Die Familie ist lebendig, und so hatten wir auf dem Salzfest einen riesigen Marktstand
mit allerei Waren, bei denen alle helfenden Hände benötigt waren. Und so verbrachte
ich den ganzen Abend damit, der Familie zu helfen.

Faizullah hatte einen schweren Unfall und hat sich bei diesem so schwer verletzt,
dass er sein Handwerk neda mehr ausführen kann. Es belastet ihn sichtbar, auch
wenn er versucht, es neda zu sehr zu zeigen. Ich habe ihm geholfen, mit Salben und
Gebeten seinen Händen Linderung zu verschaffen, aber die Finger wollen neda mehr,
so wie sie es einst taten. Er hat sich wie auch Arash nun den Janitscharen angeschlossen.
Immerhin kann er eine Waffe halten, aber ich bin mir noch neda so sicher, ob das der
richtige Weg für ihn ist. Du kennst ihn aus meinen Erzählungen, der ist neda für den Kampf
gemacht. Arash scheint stattdessen in seiner Position aufzublühen, und wir haben
sehr viele Stunden gemeinsam in den tiefen Höhlen verbracht – er ist ein begnadeter
Kämpfer, und mittlerweile sind wir wohl ein gut eingespieltes Paar.
Das bereitet dir bestimmt Sorgen, aber glaube mir, meine Mara, ich kann mittlerweile
wirklich gut auf mich aufpassen, und mit Arash oder Ishmael an meiner Seite,
wird kein Monster mir zu nah kommen.

Die Haatim Maheen ist endlich wieder zurück im Sonnenreich auf Gerimor und ich bin
sehr froh sie innerhalb derr Mauern Menek'Urs zu wissen. Sie ist eine wichtige Konstante
und nimmt mir mit ihrer Anwesenheit auch die letzten Unsicherheiten... selbst wenn
ich diese als Prehaatim neda haben sollte, aber ich denke das ist einfach etwas an mir,
was ich neda leugnen kann. Sie führte vor wenigen Wochenläufen eine Exkursion
durch das Ahnengrab und hielt einen Unterricht über Sternenkunde, beide Male konnte
ich mir damit Wissen aneignen, welches ich noch neda besessen habe.
Sie ist einfach eine erstaunliche Natifah.

Grüße alle von mir und lass dich hudad weiterhin neda von meinen Fadrims ärgern!


Möge die All-Mara euch stets schützend begleiten.

gez.

Asahi
~•~

Re: Zwischen Sand und Sonne

Verfasst: Montag 2. März 2026, 19:59
von Asahi Sada Ryzan
~•~

» Ein Brief aus Akmene «
Dieses Mal würde ein Schreiben einen anderen Weg finden, so war die Prehaatim doch schon vor einiger Zeit aufgebrochen, die große See zu überqueren, um nach Akmene zu ihrer Familie dort zu reisen. Es gab wichtige Dinge zu erledigen und so kam dieses Mal ein Schreiben in Menek'Ur an, wo es von einem Boten zum Haus der Schakale gebracht wurde.
~•~

Akmene, Innenstadt
Haus an der Kaserne
von Kemal und Leyal Sada Ryzan
25. Eisbruch 269


Salam Aleikum liebster Ranim, liebe Familie,

ich hoffe in Menek’Ur läuft alles seinen gewohnten und
friedlichen Gang, so dass ich mir neda allzu große Sorgen machen muss,
so lang fort zu sein.

In Akmene hat sich kaum etwas verändert. Die Präsenz der Taj und die Macht,
die sie hier, fern von unseren geliebten Emirs, ausüben, hat natürlich neda
nachgelassen und auch die Kämpfe um das Gebiet mit Eisenauer Streitkräften
sind weiterhin wohl zu verzeichnen. Radeh berichtete von einem besonders
groß angelegten Angriff auf einen der Außenposten vor einigen Mondläufen
und es bereitet mir Sorgen. Er ist neda mehr ein junger Anaan und sollte sich
neda mehr in diese Gefahr bringen, doch sein Stolz als Teil der “Schwarzorangen”
ist ungebrochen und der Wille, im Kampf zu gehen, stärker als seine Vernunft.

Du weißt, wie er ist.

Vielleicht unterschätze ich ihn aber auch, denn ich durfte überrascht feststellen,
dass ich wohl ein weiteres Geschwisterkind bekomme, natürlich neda von
meiner Mara, sondern von seiner Zweitfrau, die gerade einmal in meinem Alter ist.
Ich werde mich noch daran gewöhnen, neda, ich sollte mich daran gewöhnen.
Sie ist wohl seit dem Ende des letzten Jahreslaufs mit diesem Geschenk gesegnet
und ich freue mich schon auf das kleine Sonnenlicht, welches in einigen Monden
die Welt erblicken wird. Hoffentlich eine kleine Blüte!
Eine kleine Fidah wäre doch zauberhaft?

Aber nun zum eigentlichen Thema, warum ich nach Akmene gereist bin.
Meinem ältesten Fadrim Leyth geht es wunderbar und seine auserkorene Natifah
ist anders als erwartet. Wobei ich mir ehrlich gesagt neda sicher bin, warum ich
anderes als genau das erwartet hatte? Ich kenne Leyth, seinen Hitzkopf, seine Liebe
für die Armee und seine Hingabe für Akmene. Es sollte mich neda so überraschen,
dass seine Auserwählte ebenso Teil der Armee ist und ein kleines Spiegelbild seiner
eigenen Natur.
Da ist eine gewisse Unsicherheit, ob ein Gegenpart für ihn nicht besser gewesen wäre,
als eine Blüte, die es nur zu gut weiß, wie sie sein Feuer zu schüren hat. Aber am
Ende ist es neda meine Verantwortung und neda meine Aufgabe, dies zu entscheiden,
auch wenn ich bezweifle, dass er mit ihrem Mocca jemals zufrieden sein wird.

Aufgrund der familiären Situation wurde es mir erlaubt als Prehaatim ein Teil der
Zeremonie zu sein, auch wenn ich da eine gewisse Unzufriedenheit bei einem Teil der
Akmener Khaliqs gespürt habe, als würden sie mich, trotz meiner Herkunft, neda mehr
als Teil von Akmene betrachten. Es würde mich neda wundern, wenn die Taj,
insbesondere der Großwesir, auch hier seine Hände im Spiel hat, um sein Reich noch
ferner vom Emir zu führen. Als würde er den Abstand, die Schlucht, immer tiefer in den
Fels hauen wollen und ich bin mir ehrlich gesagt neda so sicher, wie stark sich das in der
Zukunft noch zeigen wird. Saif hatte als Erhabener gefühlt immer ein Auge auf Akmene,
ich bin mir sicher, dass Amar sich ebenso dessen bewusst ist, was am anderen Ende
Al’Wasis zwischen den Bergen passiert.

Die hier ansässigen Khaliq werden mir jedoch meine Zeit in der Felsenkapelle neda madig
machen können. Hier fand ich zur All-Mara und hier werde ich Teil davon sein, wenn jene
den Bund zwischen Leyth und Amirah segnet.

Die kleine Sada wächst zu einem kleinen Wirbelwind heran und wuselt so eifrig durch das
Familienhaus, dass es dort selten mal still ist, auch weil sie ständig am Brabbeln ist.
Sie erscheint mit eine wirklich aufgeweckte kleine Blüte, die jetzt schon weiß, wie sie die
Anaans des Hauses um den Finger wickeln kann. Nadeem scheint damit ein wenig überfordert,
aber seine Rani ist eine wunderbare Mara, die dazu fähig ist, jederzeit Wärme und Ruhe,
sowie das Gefühl Willkommen zu sein, zu vermitteln. Sie hat mir auch unbedingt helfen wollen,
dieses Schreiben zu verfassen.

Pass auf die anderen auf, lass dir neda von Kelani auf der Nase herumtanzen
und lass mir das Familienhaus stehen.


In Liebe,

gez.

Asahi
~•~

Re: Zwischen Sand und Sonne

Verfasst: Donnerstag 12. März 2026, 16:31
von Ishmael Mahir Ryzan
~•~

» Ein Brief nach Akmene «

So weit weg, wie Menek’Ur vom Festland und damit auch Akeme gelegen war, dauerte es seine Zeit, bis ein Antwortschreiben endlich das Elternhaus seiner Rani erreicht hat, in dem Asahi zurzeit nächtigte. Die Letter wurden sorgfältig, fast schon kunstvoll auf das Pergament aufgebracht, offenbar bemüht, einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Neben dem Pergament wird auch ein in Leinenstoff gehülltes Objekt mitgeführt, das sich als neues Portrait von Asahi und Ishmael enthüllt, wickelt man es auf.

~•~
Menek’Ur
Familienhaus der Schakale
Ishmael Mahir Ryzan

05. Lenzig 269

Salam Aleikum, meine liebste Kakteenblüte, hübscheste aller Natifahs unseres Volkes, meine Sonne und Mond, meine Zukunft und Zuversicht

Du liest vermutlich gerade das Schreiben und rollst mit den Augen, nur um dann doch zu lächeln, wie du es für gewöhnlich tust, wenn ich dich zu umgarnen versuche. Zumindest stelle ich mir das gerade vor und hoffe, dass ich richtig liege. Was ich geben würde, um dein hübsches Gesicht in diesem Moment zu sehen, meine Rani! Das lebendige Funkeln in deinen Augen, als ruhen wärmende Sonnenstrahlen darin, während deine Lippen ein Lächeln bilden, das selbst versteinerte Herzen aufzuweichen wüsste!

Es erfüllt mich mit einer gewissen Sorge zu lesen, dass die Begebenheiten in Akeme sich noch nicht geändert haben. Pass auf dich auf, hudad und halte dich fern von den Taj, soweit es dir möglich ist. Ihnen ist neda zu trauen, weniger noch als einem hinterlistigen Ifrey!
Deine Familie wird das vermutlich besser wissen, wie wir beide, daher erspare ich mir an dieser Stelle den Wunsch, dies ihnen mitzuteilen. Dein Radeh würde vermutlich ohnehin nur über mich herziehen und dies zum Anlass nehmen, mich mit deinem mutigen und kampfbereiten Fadrim zu vergleichen.

Wo ich schon über Leyth schreibe, richte ihm doch hudad meine besten Glückwünsche aus und entschuldige nochmals meine Abwesenheit. Ich wäre liebend gerne bei der Festlichkeit dabei gewesen, um den Bund zwischen ihm und seiner Rani mitzufeiern. Doch du weisst - die Pflichten!
Während unserer Bund zeigt, dass zwei gegensätzliche Wesen sich komplettieren und eins werden können, bin ich mir jedoch sicher, dass er und seine Liebste ein glückliches Leben führen werden. Hoffentlich abseits der Tätigkeit bei den Janitscharen. Achja und mit mindestens einem halben Dutzend an kleinen Hazars! Abeer Eluive!

Lass dich neda von den Khaliq aus Akeme entmutigen, meine Rani! Ich bin stolz auf das, wozu du herangewachsen bist und deine Familie ganz gewiss ebenfalls. Du hast Gefahren überwunden, welche die meisten Khaliqs von den Füssen gerissen hätten, halte dir das stets in Erinnerung!
In einer Ortschaft wie Akeme, in dem die Hazar’s Durrah ihre Herkunft zu Teilen vergessen haben, bist du wie der helle Lichtschein eines Leuchtturmes, welches Schiffe vor den lauernden Gefahren warnt. Sie sollen es als Zeichen nehmen und anerkennen, dass eine Khaliq - dazu noch eine Prehaatim - der Eluive überall und jederzeit von selber Bedeutung ist, ganz gleich von welchem Ort aus sie dient.

Zuhause läuft alles wie gewohnt ab. Die Familie ist aktiv und jeder Kopf der Familie wuselt wie pflichtbewusste Ameisen durch die Gassen unserer geliebten Stadt, um den Aufgaben nachzugehen.
Ich bin mir neda sicher, wie viel du noch mitbekommen hast, aber zwei weitere Gesichter fanden in unsere Reihen und stellten uns vor. Naseem, ein Säbelschwinger, der sein Leben in der Durrah verbrachte und unter den schweren Bedingungen ein Leben als Wächter führte und Rafiq, ein Salzschürfer, der nach einer fünfjährigen Pilgerreise zurück nach Menek’Ur kehrte. Letzterer wurde Anfang der Woche offiziell in unsere Familie aufgenommen, nachdem die Familie mir nur Positives zu ihm zu berichten hatte und Naseem wird ebenfalls die Ehre bei nächster Gelegenheit erhalten.
Es ist schön zu sehen, dass die Familie weiter floriert. Wer weiss, vielleicht entstehen damit endlich neue Bindungen zwischen den Natifahs und Ananas unserer Familie! Eine Hochzeit hier in Menek’Ur wäre wunderbar!

Du wirst hier schwerlichst vermisst, meine Rani. Nicht nur von mir, sondern auch dem Rest der Familie. Liyanah fühlt sich einsam und unser geliebter Faizullah spricht davon, dass er dich vermisst, wie der Kolibri die Blüte vermisst!
Komm hudad bald heim, meine liebste Katkeenblüte. Das Haus fühlt sich ohne dich so leer an und dein Lachen wirkt nur noch wie ein fernes Echo, das nachhallt. Es ist das erste mal, dass wir seit unserem Aufeinandertreffen so lange voneinander getrennt sind und es gefällt mir kein bisschen!

Grüss hudad nochmals deine Familie und besonders den kleinen Wirbelwind und meine Mara. Sie weiss, wie sehr sie mir ans Herzen gewachsen ist und ich weiss wiederum, wie schwer es ihr immer wieder fällt, dich gehen zu lassen. Aus diesem Grund habe ich ihr ein kleines Geschenk gewidmet: Ein Portrait von uns beiden, angelehnt an unsere Hochzeit. Damit sie dich immer bei ihr hat und weiss, dass du in Händen ruhst, die dein Wohlergehen sicherstellen.

Achja und weisst du, woran ich bei all dem von dir berichteten denken musste? Deine neue Fidah könnte bald schon durch deine Rückkehr eine Fidarah oder Fadreh bekommen, die jünger ist, als sie! Wäre das neda witzig!?
Aiwa, aiwa - ich weiss, meine Rani! Nur die All-Mara selbst weiss, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Lass die Pfanne hudad in Akeme!

Ich vermisse dich, mein Sonnenschein.


Möge unsere geliebte All-Mara ihre Hände sicher über euch halten

In Liebe

Dein Ishmael
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