So blasphemisch es auch klingen mochte, doch in diesem Fall war es gleich, wer die Träume schickte. Spannender war, dass sie scheinbar wahllos die Bewohner der Welt Alathair heimsuchten, sowohl in Alatarien als auch Alumenas, am Festland und auf Gerimor, die Menschen, Kaluren, Rashar, Elfen, Letharen, Thyren, Menekaner. Ganz gleich ob alt oder jung, reich oder arm, irgendwo wurde immer geträumt in dieser Nacht und die Qualität dieser Träume war alarmierend real. So klar und farbenfroh, dass sie auch nach dem Erwachen noch echt wirkten und nicht im Nebel der Vergessenheit verschwinden wollten.
Doch das, was den bleibenden Eindruck hinterließ war der Inhalt.
Dieses wirre, wundersame und manchmal erschreckende Traumgespinst!
Manch eine Seele träumte von einer tanzenden Weltenkugel, die sich im Kreise drehte, schneller und schneller, bis die Sinne dem Taumel erlagen und die Augen glaubten, dass sich Landmassen auf dem Weltenball umherschoben, als wären auch sie dem Tanz verfallen. Von einer zarten Melodie getrieben lösten sie sich, trieben auf den Meeren, strafften und streckten sich oder stiegen gar aus den Fluten. Vor allem Gerimor schien das Zentrum dieser Wandlung und veränderte sich vor den Augen rasant, bis... das Erwachen den Zwingtanz beendete.
Andere wiederum flogen als Vögel über die Welt und bestaunten die Sommerfelder, welche sich im saftigen Grün der Maisernte und dem Weizengold sonnten, bis ihre Schönheit im wahrsten Sinne des Wortes aufgebrochen wurde. Risse, die mit grausigem Rumpeln den Boden auffetzten und tief darin schien etwas zu schnarren, zu knirschen und zu glühen... rot! Diese Glut aber weckte den Geist und katapultierte ihn aus der unruhigen Traumzeit.
Einige Wenige hatten den Blick im Traume eher auf das Himmelszelt gerichtet und beobachteten das Sternenmeer, welches sich im strahlend, funkelnd und in aller Pracht auf der samtig schwarzblauen Decke der Nacht ausbreitete. Auch dieses wundervolle Bild sollte nicht auf Dauer vor Idylle und Frieden strotzen, denn langsam aber unaufhaltsam schien sich ein Schatten vor der Sterne Licht zu schieben. Wie eine gigantische Woge absoluter Schwärze löschte er den Blick, nahm Wärme und ließ blankes Entsetzen zurück. Doch bevor er alles verschlucken konnte, erschütterte ein wütender Schrei die Welt, das Gebrüll einer Löwin, die sich schützend zwischen ihr Junges und den Feind warf, nur viel... viel... eindringlicher.
Zu innig für die Träumerseele, welche jäh erwachte.
An Tag nach diesen Traumwogen begannen sie miteinander zu sprechen, die Träumer und langsam rauschte die Kunde der Träume durch die Lande. Vielleicht würden die Weisen, Interessierten und Tapferen alsbald eine Deutung parat haben?
Vielleicht bemerkte der Emir der goldenen Stadt, das junge Mädchen Rheaonna oder auch ein Besucher des Tempels in Menek'Ur, dass die Blumen der Allmutter je ein erstes, welkes Blatt aufwiesen.

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[OOC-Info zur Weltquest: Wer immer möchte, darf sich gerne überlegen ob und welchen Traum der eigene Charakter gehabt haben kann und diesen ins Spielgeschehen bringen. Viel Spaß!]


