Eigentlich war er kein Bücherwurm, er war eher ein Mann der Tat. Deshalb wäre eine Laufbahn im Konvent - selbst wenn er die Gabe der Liedwirker gehabt hätte - für ihn nie infrage gekommen. Nein er hatte stattdessen den Weg eines Kriegers gewählt und war irgendwann mehr zufällig zum Geweihten geworden. Aber selbst als Geweihter war er mehr ein Mann der Tat, was ihn dann auch irgendwann für die Position des Inquisitors ausgezeichnet hatte.
Doch auch ein Inquisitor war nunmal noch ein Geweihter und musste sich dann zumindest gelegentlich - auch wenn einem das weniger behagte - in staubigen Wälzern vergraben.
Wieso er sich in der Klosterbibliothek einigelte und sich in alten Seiten verlieren wollte? Nun, das hatte mit der Vision zu tun, die die Schildmaid den Geweihten der Temora und Meisterin Vala Hammergrund jüngst gesandt hatte. In dieser Vision hatte die Seherin vom "Blick des Adlers" gesprochen. Ein seltsamer Ausdruck und so wie er verwendet worden war, könnte damit durchaus ein Gegenstand oder etwas dergleichen gemeint gewesen sein. Leider hatten göttliche Visionen es so an sich, häufig zunächst einmal mehr Fragen aufzuwerfen als sie beantworteten. Die zentrale Frage dieser Vision war also: "Was beim gefiederten Arsch von Kra'thor ist dieser Blick des Adlers?"

Tja - und wie beantwortet man so eine Frage? Wenn man nicht gerade noch ein Ritual durchführen möchte um noch eine nebulösere Antwort zu erhalten, die dann ncoh mehr Fragen aufwirft, dann kann man ja auch einmal versuchen verlorengegangenes Wissen wiederzufinden. Und wo tut man sowas? In Büchern - und die findet man in einer Bibliothek.
Deshalb hatte Berenguer sich von Gnaden Oceana, der Bibliothekarsgehilfin erst einmal alle Bücher geben lassen bei denen Artefakte und Relikte der Temora Erwähnung fanden. Ein verdammt großer Stapel war das geworden! Aber alles jammern half ja nicht- also frisch ans Werk, die Nacht war jung und würde lange werden...
