Der Abend der Hochzeits feier des Grafen war ein lustiger und amüsanter Abend für den Jungen. Er lernte viele Leute kennen durfte den Schlossgarten bewundern und spielte mit Selissa Trommel, wärend der Graf und seine Braut tanzten.
Er hatte sogar Kirschsaft und Bananenmilch vom Grafen geschenkt bekommen...
Den einzigen Augenblick wo ihm der Abend keinen Spaß gemacht hatte war der, wo Selissa behauptete seine Mutter wäre tot.
Geschockt hatte er die Luft angehalten. Er konnte es nicht glauben, er wollte es nicht glauben... Seine Mutter war schon so lange weg und langsam begann er sich ein wenig Sorgen zu machen...
Aber ehe er das Ganze geglaubt hatte, hatte sich Seli verbessert und dem Satz einen neuen Sinn gegeben.
Somit war der Abend gerettet...
Am nächsten Tag ist er aus Langeweile mit der Kutsche in das Fischerdorf gefahren und traf Yasirina. Sie nahm ihn mit zum Teich, an welchem auch Tugor saß. Trys grinste ihn freudig an und begann sofort begeistert von dem Abend im Schloss zu erzählen.
Er endete damit , das seine Mutter schon so lange auf Reisen sei.
Die beiden Erwachsenen tauschten einen Blick aus und Tugor meinte zu ihm er solle mit seinem Vater,Letast, über den Verbleib von seiner Mutter Laheria reden. Nun wurde Trysthan´s Neugierde geweckt und er bohrte weiter.
Allerdings wurde er enttäuscht und bekam nur zu hören das sie ihm nichts sagen werden.
Er stampfte schmollend mit einem Fuß auf und wendete sich ab.
Der Kutscher fuhr ihn heim nach Rahal und dort angekommen suchte Trys nach seinem Vater.
Als er ihn nicht fand und an Syrellias Haus vorbeikam, blieb er stehen und klopfte an.
Mit wütendem Blick öffnete sie ihm die Tür, sodass er erst einmal rasch einen Schritt zurück machte.
Sobald sie ihn aber entdeckt hatte, lächelte sie ihn freundlich an. Nachdem sie ihm nicht sagen konnte wo sein Vater war ,erzählte er ihr das Yasi und Tugor ihn zu seinem Vater geschickt hätten. Sodass er ihn fragen konnte wo seine Mama ist. Und da seine Neugierde und Ungeduld geweckt wurden, blickte er Syrellia abwartend an.
Er spürte das sie ebenfalls wusste wo seine Mutter sich auffhielt und langsam stieg stille Wut in ihm auf, weil es ihm keiner sagte.
Sie greifte nach seiner Hand und führte ihn ins Haus. Er setzte sich auf eine Bank und blickte sie gespannt an.
Zuerst zögerte sie es ihm zu sagen, als er ihr dann versicherte das er ein starker Mann sei begann sie vorsichtig auf seinen leiblichen Vater hinzuweisen...Artos Amarth...Er wusste was mit seinem leiblichen Vater war, dieser ist tot. Der Herr kümmert sich um ihn. Aber als Syrellia die Worte sprach : Er ist beim Herrn..genau...Und deine Mama wollte auch zu ihm. ,blinzelte er sie nur verwirrt an. Dann kamen die Worte, welche ihn von seiner Unwissenheit erlösten: Sie ist auch tot Trysthan.
Langsam verstandt er ihre Worte und starrte auf den Tisch, wärend sich Tränen in seinen Augen sammelten.
Er hatte sich so gefreut seine Mutter nach all den Jahren im Kloster gefunden zu haben.
Er hatte erfahren wer sein leiblicher Vater war, ein prächtiger Ritter des Herrn war er gewesen.
Er hatte einen Bruder, welcher inzwischen mit einem unbekannten Onkel von ihm weggegangen ist.
Er hatte eine Schwester, welche im Kloster Temoras lebte und trotz des Unglaubens zu Alatar sehr nett ist.
Er hatte eine Familie gefunden...
Und jetzt...
Syrellia redete, ihn an sich gedrückt auf ihn ein: Sei dir sicher Letast wird sich um dich kümmern...Wir werden dir helfen dich auf das vorzubereiten, was dir deine Eltern in die Wiege gelegt haben...
Nach einiger Zeit löste er sich von ihr, rutschte von der Bank herunter und ging mit starrem Blick auf die Tür zu.
Bei den Worten Syrellias nickte er nur leicht und meinte leise- Gut Nacht- .
Das waren die letzten Worte die er für einige Tage sprach, zu groß war seine Trauer um seine Mutter...um seine ganze Familie, die er gefunden hatte und die sich nun wieder aufgelöste.
Still, mit geschwollenen Augen und dunklen Augenrändern saß er auf seinem Bett und starrte auf die Rose, welche wohl seine Mutter dort hin gelegt hatte.
...Tod...Beim Herrn sein...Ihm nahe sein...Seiner Mutter... Seinem Vater,den er nie kennen lernen durfte...
Aber was würde aus Letast werden...Aus Rayrrak, der ihm im Schwertkampf unterrichtete...Aus Kerenes...Valion...Tugor und Seli...Syrellia und Yasi...Und so viele andere liebe Menschen die er kennen lernen durfte. Er würde sie nie wieder sehen, könnte ihnen nie wieder mit vielen Fragen ihr Wissen entlocken.
Er beschloss seinem Traum zu einem Streiter des Herrn zu verwirklichen...Er würde nicht zu ihm gehen...
Er würde hier, im Leben, ihm folgen und wenn es sein muss für ihn kämpfen.
Und den Mörder seiner Mutter finden und richten...
Dies Wissen das seine Mutter nicht freiwillig gegangen war, machte es ihm ein wneig leichter die Trauer zu verarbeiten, auch wenn er noch nicht die geringste Lust verspürte mit anderen zu reden und einfach schwieg.
Als er das erste Mal wieder aus dem Haus ging, führten ihn seine Beine zu Guilio, dem Wirt der Taverne, bei dem er isch normalerweise oft aufhielt. Als der Wirt den Jungen wieder sah, reichte er ihm mit besorgtem Blick eine volle Schüssel Kartoffeln und lies ihn in Ruhe.
Nach einiger Zeit stand plötzlich Syrellia neben ihm. Er hatte sie gar nicht reinkommen gesehen, aber wie auch...er starrte ja die ganze Zeit nachdenklich in die Kerzenflammen. Sie nahm ihn mit sich hinaus, kaufte beim Bäcker ein Kuchen und lies ihn entscheiden wo er hin möchte.
Wortlos steuerte er den großen Teich in Richtung Bank an. Dort angekommen lies er sich an einem Baumstamm auf den Boden sinkten und blickt auf die Seerosen auf dem Teich.
Syrellia versuchte ihn zum Reden zu bringen, beließ es dann aber beim wortlosen Essen des Kuchens.
Plötzlich hörte er ein Rufen: Hee, Trysthan...
Er schaute auf und als er das gleichaltrige Mädchen mit der rosa Mütze sah lächelte er kaum merklich auf.
Sie hatte gehört das es ihm nicht gut ginge, er schielte kurz zu Yasi bei den Worten und blickte dann wieder Ana an.
Sie wollte ihn aufmuntern,ihn trösten, ihn ablenken...Die Gedanken freuten ihn innerlich ungemein.
Zwar stritten sich die beiden Kinder auf ihrem ersten zusammentreffen in Bajard, aber sie hatten sich wieder mit einem Handschlag vertragen.
Ana redete ununterbrochen,entweder mit ihm oder mit Syrellia.
Wärend sich Ana mit Syrellia unterhielt, tappste Trys zu Yasi und ließ sich in den Arm nehmen.
Den Kopf an ihre Schulter gelehnt schreckte er plötzlich um als Anas Ruf ertönte: Herrn? Ich dachte Temora ist eine Frau!Syrellia sprang auf und packte Ana mit beiden Händen um sie hochzuheben. Jene kreischte auf, wehrte sich aber sonst nicht.
Trys griff nach Syrellias Robe und zog immer wieder kräftig daran um Syrellia auf sich aufmerksam zu machen.
Nach kurzer Zeit wärend sich Yasi und Syrellia unterhielten, wurde Ana wieder hinunter gelassen und Trysthan baute sich schützend vor ihr auf. Wärend sich Yasi und Syr noch immer unterhielten, greifte Trys nach Anas Hand und zog sie, sich von den beiden Erwachsenen abwenden mit sich mit. Sie eilten durch die Straßen und standen vor Trysthans Zuhause.
Er führte sie in sein Zimmer im oberen Stock und dort begann er mit leiser krächzender Stimme die ersten Worten seit Tagen zu sprechen und Ana einiges zu erzählen.
Dann plötzlich hämmerte es wie wild an der Haustür und die Kinder hatten das Gefühl das ganze Haus würde beben.
Yasi hier, schallte es über den Platz vorm Haus.
Nachdem Trysthan ihr aufgemacht hatte und sie ebenfalls in sein Zimmer führte. Machten es sich die drei auf dem Eisbärenfell vorm Kamin gemütlich und begannen miteinander zu reden. Nach einer heftigen Disskussion welche Rasse oder welche Personen Kinder essen würden zeigte Trysthan dem Mädchen noch sein Spielzeug.
Draußen wurde es dunkler und dunkler, bis plötzlich Ana aus dem Fenster schaute und rief: Herrje, es ist ja schon dunkel! Wieso sagt mir niemand, dass es schon dunkel ist? Ich muss doch daheim sein, wenn es dunkel wird! Ohje, ohje!
Ich kriege auf den Boppes!
Mit den Worten gingen sie alle rasch die Treppen hinunter und verabschiedeten sich mit einer Umarmung.
Er drehte sich um und verschwand wieder im Haus um schnell in den Oberen Stock zu rennen und den beiden aus dem Fenster nachzuschaun.
Nun sah seine Welt schon wieder besser aus...
Er hatte ein Ziel vor Augen und Menschen die ihn auf seinem Weg unterstützen würden...Er hoffte sehr das das Mädchen Ana auch dazu gehörte...
Er würde Ritter des Herrn werden, davon war er überzeugt seit er seine Mutter kennen gelernt hatte und erfahren hatte das sein Leiblicher Vater einer war.
Er würde seinen Eltern und auch Letast keine Schande bereiten.
Und auch Ana sollte einmal auf ihn stolz sein. Zwar glaubte sie an Temora, aber Trysthan hatte sie liebgewonnen.
Mit den Gedanken schlief er, seinen Teddybären in seine Arme gekuschelt ein.
Ein festes Ziel
-
Andiara Aylen
Das kleine Mädchen saß auf der Rückfahrt still neben Yasirina. Sie wusste doch, dass sie nicht so spät heimkommen sollten. Normalerweise war sie auch immer pünktlich daheim, wenn die Sonne am Untergehen war. Ohje, Ohje dachte sie sich. Lairja war doch eigentlich immer so nett zu ihr. Wie würde sie aber reagieren, wenn sie nun tatsächlich die Regeln brechen würde? Sie malte es sich gar nicht aus, was hätte passieren können. Sie ging stieg dann aus der Kutsche, verabschiedete sich eher hastig von Yasirina und raste dann förmlich Richtung Bajard. Wo schon ein ganzer Haufen von Bekannten Leuten herumstand. Vor allem auch ihre Ziehmutter, welche schon ziemlich kritisch dreinguckte und verständlicherweise gar nicht so erheitert war. Die Gesichtszüge änderten sich jedoch, sobald Andiara Lairja näherkam. Offensichtlich war sie völlig erleichtert, das kleine Mädchen zu Gesicht zu kriegen. Sie seufzte nur und sprach zu Ana, dass sie ihr doch folgen solle. Ana durfte jetzt nicht trotzig sein, sonst würde sie tatsächlich noch eine Strafe bekommen, über die man nicht so leicht hinwegsehen konnte.
Doch blieb sie fast schon zu ruhig. Sie stellte nur Fragen, zeigte sich natürlich unzufrieden mit der Situation und eben Anas Verhalten - dennoch, konnte man sie wirklich fair nennen, so wie sie mit dem Mädchen umging. Ja, würde man das ganze nicht gerade durch die Augen eines hysterischen, kleinen Mädchen sehen, dass schon bei Kleinigkeiten die Wände hochgeht. Für heute hatte sich das zumindest bei ihr geklärt. Sie wollte nicht mit Lairja reden. So wendete sie sich im Bett um, zog die Bettdecke an sich hoch und brummte nur hörbar laut.
Der Tag war doch ansonsten so schön verlaufen. Seit langer Zeit hatte sie wieder Trysthan gesehen. DEN Trysthan, den sie doch eigentlich am Anfang gar nicht so recht leiden konnte. Immerhin war er nur ein dämlicher Junge, der sie ärgern wollte. So wie alle Jungs halt eben doof sind. Trysthan war aber anders. Der hatte sich sogar für sein Verhalten entschuldigt und damals sind sie gemeinsam aufgebrochen, um einen ignoranten Reiter in Bajard zu suchen, der fast Ana umgeritten hatte. Sie verstanden sich gut und zusammen mit ihm, fühlte sich das Mädchen fast schon "beschützt", oder "unbesiegbar".
Die Tatsache jedoch, dass er an einen anderen Gott glaubte, das gab ihr zu denken. Heute hatte sie nicht zu Temora gebeten. War das falsch? War sie sich inzwischen sogar über ihren Glauben unsicher? Ein Satz erschien ihr vor Augen, mit dem sie auch einschlief: Was war nun richtig?
Doch blieb sie fast schon zu ruhig. Sie stellte nur Fragen, zeigte sich natürlich unzufrieden mit der Situation und eben Anas Verhalten - dennoch, konnte man sie wirklich fair nennen, so wie sie mit dem Mädchen umging. Ja, würde man das ganze nicht gerade durch die Augen eines hysterischen, kleinen Mädchen sehen, dass schon bei Kleinigkeiten die Wände hochgeht. Für heute hatte sich das zumindest bei ihr geklärt. Sie wollte nicht mit Lairja reden. So wendete sie sich im Bett um, zog die Bettdecke an sich hoch und brummte nur hörbar laut.
Der Tag war doch ansonsten so schön verlaufen. Seit langer Zeit hatte sie wieder Trysthan gesehen. DEN Trysthan, den sie doch eigentlich am Anfang gar nicht so recht leiden konnte. Immerhin war er nur ein dämlicher Junge, der sie ärgern wollte. So wie alle Jungs halt eben doof sind. Trysthan war aber anders. Der hatte sich sogar für sein Verhalten entschuldigt und damals sind sie gemeinsam aufgebrochen, um einen ignoranten Reiter in Bajard zu suchen, der fast Ana umgeritten hatte. Sie verstanden sich gut und zusammen mit ihm, fühlte sich das Mädchen fast schon "beschützt", oder "unbesiegbar".
Die Tatsache jedoch, dass er an einen anderen Gott glaubte, das gab ihr zu denken. Heute hatte sie nicht zu Temora gebeten. War das falsch? War sie sich inzwischen sogar über ihren Glauben unsicher? Ein Satz erschien ihr vor Augen, mit dem sie auch einschlief: Was war nun richtig?