Ein Feuer und eine Flucht

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Gray Darinor

Ein Feuer und eine Flucht

Beitrag von Gray Darinor »

Müde streckte er sich, und genoss das Gefühl das ihn durchströmte.
Er lag noch immer in dem Haus das sie gemeinsam erbaut hatten. Vor dem Kamin auf den Fellen und hielt Marian in den Armen.
Nachdem sie sich geliebt hatten war Marian eingeschlafen, doch er selber fand keinen Schlaf.

Ihre Meinungsverschiedenheit über ihre Hochzeit beschäftigte ihn.
Beide wollten sobald als möglich heiraten, aber Gray selber wollte es geheim halten, alleine wegen dem Hauptmann, der dann sicher dafür Sorge tragen würde das sie keinen gemeinsamen Dienst mehr taten und aus Sorge darüber das Marian, dann auch in den Augen des Hauptmanns sinken würde, und er beginnen könnte sie genauso zu schikanieren wie ihn.
Marian jedoch war das egal. Sie wollte eine offene Heirat, ihre Beziehung nicht mehr verstecken.
Sie machte sich über die möglichen Folgen keine Gedanken.
Gray war hin und her gerissen.
Müde streichelte er Marian und küsste sie zart, bevor er sich vorsichtig aus ihren Armen befreite und aufstand.
Die Decke zog er fein säuberlich wieder über sie und deckte sie damit zu.
Was sollte er nur tun.
Marian hatte eine Karriere vor sich. Sie war eine vorbildliche Gardistin und würde sicher bald befördert, wo hingegen er sich zu oft mit dem Hauptmann angelegt hatte, so das dieser schon jedes noch all zu kleine Haar an ihm suchte.
Er wollte Marian da nicht mit hinein ziehen.

Er zog sich seine Hose über, öffnete die Truhe um sich einen Apfel zu nehmen, als sein Blick auf ein kleines Kästchen fiel.
Vorsichtig öffnete er es und erstarrte einen Moment.
Das Gold... Marians Gold für die letzte Rate des Hauses.
15ooo Goldstücke waren es.
12ooo brauchte er nur noch um seinen Bruder frei zu kaufen. 12ooo ...
Wayne... er hatte ihn seit über einem Jahr nicht sehen dürfen.
Dieses Geld würde es ihm ermöglichen seinen Bruder zu sich zu holen.
„Vertrauen.“ Hatte Marian gesagt... Das war ihr am Wichtigsten.
Würde sie ihm vertrauen ... wieder vertrauen ... gar noch lieben können wenn er das Geld nun einfach so nahm?
Nein sicher nicht!
Er schloss die Kiste wieder, stand auf. Ratlos sah er zu der schlafenden hinüber.
Er könnte sie wecken, könnte sie fragen? Aber auch diesen Gedanken verwarf er wieder.
Den Blick konnte er kaum noch von der Kiste wenden, und er setze sich wieder, zögerlich die Hand ausstreckend, doch als er die Kiste berührte, hielt er inne.
Hier lag die Lösung zu all seinen Problemen... aber auch die Lösung zu seinem Unglück.
Vertrauen ... hörte er Marians Stimme wieder in seinem Ohr, und wie als hätte er sich verbrannt ließ er die Kiste los.
Nein... er konnte es Marian nicht antun.
Dennoch wollte er nicht mehr warten. Er wollte Wayne... nein musste Wayne holen.

Er nahm ein Pergament, dazu Feder und Tinte und begann zu schreiben.

Liebste Marian,

sei mir nicht böse das ich fort bin, aber ich werde mir Wayne nun holen.
Ich weiß das du mich begleiten wolltest, aber da diese Aktion mehr als illegal ist, möchte ich dich da nicht mit hinein ziehen.
Denn wenn Harms mir ihn nicht geben will, werde ich ihn mit Gewalt holen.
Ich bin bald zurück, und dann wirst du meinen Bruder kennen lernen.

In Liebe.
Gray.


Er legte das Pergament auf den Tisch dann schlich er hinaus und machte sich auf zum Anwesen von Harmsen.

Es brannte noch Licht im Flur und so klopfte er, ungeduldig darauf wartend das der Bauer öffnete.
Fast ungläubig starrte dieser Gray an um dann zu schnauzen. „Was willst du.“
„Wayne abholen.“ Erklärte er und baute sich so weit es ging vor dem Bauer auf.
„Ich hab alles Geld was ich noch habe zusammengekratzt... HIER!“ er drückte dem Mann den Beutel mit seinem gesamten Sold in die Hand. 3600 Goldstücke, und jetzt hole mir Wayne!“
Harmsen griff nach dem Gold und gleichzeitig nach Gray. „Nichts da! Abgemacht waren 12ooo. Du schuldest mir noch 12ooo Goldstücke.“
Gray war unter dem Griff Harmsens hindurch gewischt und einfach ins Haus hineingelaufen.
„WAAAAAAAAAAAAAAAAYNE!“ brüllte er schon und stockte als eine Tür aufging und die Frau des Bauers den Kopf herausstreckte.
Ihr Blick war voller Unverständnis und Angst. „Gray? Was willst du?“
„Meinen Bruder!“ antwortete er dem Griff des Bauerns nicht mehr entkommen könnend, der ihn nun am Kragen packte und ihn gegen die Wand drückte, das Gray die Luft aus den Lungen getrieben wurde.
„Harms hast du es ihm denn nicht gesagt? Weiß er denn nichts von dem Unfall?“ „Halt die Klappe WEIB!“ fuhr der Bauer ihn an und Gray der sich vehement gegen dessen Griff gewehrt hatte, hielt inne, sah die Frau nur durchdringend an. „Unfall? Was... für einen Unfall?“

„Nichts... die Frau redet wirr.“ Fauchte Harms ihn an und beförderte Gray Richtung Tür.
„Harms, nein... er hat ein Recht darauf es zu erfahren... Sein Bruder.. Gray, dein Bruder ist tot... es tut mir leid... er hatte einen Unfall. Ich dachte Harms hätte es dir gesagt, er wollte, sollte,... und ich hatte mich gewundert warum du nicht kamst.“
Um Gray drehte sich alles. Sein Bruder... tot... wirklich tot... und er, er wusste es nicht, hatte sich nicht einmal von ihm verabschieden können.
Aber das Gold... das wollten sie noch immer haben.
„Das Gold... es ging euch nur um das Gold!“ sprach er matt und spürte wie in ihm die Wut
hochstieg. Wut und Trauer die zu unbändigem Hass wurden. Er holte aus und schmetterte dem Wirt seine Faust vor das Kinn das dieser zurück taumelte, dann stürzte er sich auf ihn.
„Du wirst so enden wie er! Du Halsabschneider.“

Er spürte kaum wie der Bauer sich wehrte. Seine Gefühle machten ihn taub für jeglichen anderen körperlichen Schmerz und erst als die Frau hilfeschreiend hinaus stürzte und zwei Männer auf ihre Rufe hinzukamen und dem Bauern zur Hilfe kamen, hielt er in seiner Raserei inne. „Ich bringe dich um! Dein Hof werde ich dir über deinen Kopf hin anzünden!“
Brüllte er und wurde weiter von den beiden unbekannten zurückgedrängt.
Harms lachte nur. „Schwachkopf! Verschwinde! Sonst lasse ich dich einsperren!“

Dann wurde die Tür zugeschlagen.
„Geh besser! Verschwinde von ihr.“ Hörte er den gut gemeinten Rat der Beiden und einer von Ihnen, drückte ihm einen Flasche in die Hand. „Hier nimm das, ist besser als sich zu
prügeln.“
Gray nahm wie betäubt die Flasche an sich und tatsächlich drehte er sich herum und hetzte davon.
Getrieben von dem einen Gedanken... Sein Bruder war tot.

Er hörte erst auf zu laufen als er nicht mehr konnte und einfach in sich zusammenbrach.
Nun ließ er den Tränen freien Lauf.
Wayne hatte ihn gebraucht und er war nicht da gewesen.
Es war zu spät es wieder gut zu machen.
Wie in Trance hatte er die Flasche geöffnet und sie dann geleert.
Der Alkohol der wie brennend seine Kehle hinabfloss half ihm aber nicht wirklich.
Einzigst benebelte sie ihn etwas, da er lange nichts mehr getrunken hatte.
Wie lange er da gesessen hatte, wusste er nicht... der Morgen graute schon fast als er aufstand und wie schlafwandlerisch gen Hof torkelte.

Den Bauern denen er begegnete beachtete er nicht. Er wollte nur zum Hof... wollte wissen was geschehen war, wollte wissen wo sein Bruder lag, und er wollte sein Geld zurück.
Als er fast die Scheune des Hofes erreicht hatte, rebellierte sein Magen ob des ungewohnten Alkoholkonsums. Sein Schädel schien ihm fast zu platzen und es begann sich alles um ihn zu drehen.
Er stützt sich an der Wand ab, um sich etwas zu erholen als er plötzlich einen scharfen Schmerz am Kopf spürte und es dunkel um ihn herum wurde.

Geweckt wurde er durch ein Geräusch.
Mühsam öffnete er die Augen, riss sie dann auf.
Um ihn herum brannte alles.
Er befand sich in der Scheune, und unweit von ihm lag der Bauer.
Gray wusste nicht was geschehen war und Grauen erfasste ihn.
Der Rauch war schon fast undurchdringlich, zog aber in eine Richtung ab, so das Gray hoffte das dort der Ausgang war.

Er taumelte zu Harms hinüber, versuchte wieder einen klaren Gedanken fassen zu können, und packte den Bauern unter die Arme zog ihn ins Freie, wo er schon aufgeregte Menschen hören konnte, die mit dem Löschen begonnen hatte.
Er drückte einem der ankommenden den Bauern in die Arme, wollte sich gerade niederlassen als er jemanden rufen hörte. „DAS ist er! ER hat den Hof in Brand gesteckt. Packt ihn!
Gray sah auf und sah das man ihn meinte.
„Lasst ihn nicht entkommen!“ brüllte jemand, aber er rannte schon.
Den ersten der ihm sich in den Weg stellte konnte er noch fortschubsen, dann war er auch schon im Wald.
Nur wenige verfolgten ihn, die meisten blieben beim Hof um zu retten was zu retten war, und Gray hatte bald die letzten Verfolger abgeschüttelt.

Voller Grauen taumelte er nur noch.
Seine Lungen brannten sein Kopf dröhnte und er wusste nicht was geschehen war.
Mit einer Hand hielt er sich die Schläfe und versuchte sich zu erinnern, aber das letzte was er wusste war das er vor der Scheune gestanden hatte.
War es zum Streit gekommen?
Er wusste es nicht. Wusste es wirklich nicht.
Wohin sollte er nun... Zum Hauptmann? Er schüttelte sofort den Kopf. Der würde sich wahrhaft freuen und ihn sofort einsperren lassen. Aber er wollte sich nicht einsperren lassen. Hatte ihn die Wut so übermannt? Hatte er den Bauern niedergeschlagen und dann alles angesteckt oder erst alles angesteckt und dann den Bauern niedergeschlagen?
Hatte er überhaupt was gemacht?
Wo sollte er hin... Marian? Oh Himmel... nein. Er würde sie mit hineinziehen. Sie wäre enttäuscht. Enttäuscht von ihm.
Er konnte ihr nicht mehr unter die Augen treten.
Wütend und Hilflos hielt er an und sah erst jetzt wohin ihn sein Weg getrieben hatte.
Er stand vor dem Hof Irmalinds.
Er hatte vertrauen zu ihr, vielleicht würde sie ihm helfen.

Er wollte sich nur ausruhen. Ein wenig schlafen und dann... dann musste er fort von hier.
Fort von dem Leben das er sich aufgebaut hatte und vor allem, was ihm am meisten weh tat, fort von Marian.
Taumelnd hielt er an der Tür des Hofes an, dann klopfte er.
Marian Stein

Beitrag von Marian Stein »

Genüsslich streckte sich Marian auf dem weichen Fell und rieb sich die Augen.
Als sie sich drehte und entdeckte, dass sie allein war, richtete sie sich hellwach auf.
Wo war Gray? Er hatte doch nichts gesagt… dass er schon so früh fort wollte.
Beunruhigt stand Marian auf und schaute aus den Fenster. War er nur kurz in den Wald gegangen?
Gray’s Brief entdeckte sie erst, als sie schon angezogen war.
Nachdenklich legte sie ihn nach dem Lesen auf den Tisch zurück.
Warum war Gray nur allein zu dem Bauern gegangen? Sie wollten dort doch zusammen hingehen…
Sie konnte nicht sagen warum, aber Beklommenheit machte sich in ihr breit.
Seufzend stand sie vom Stuhl auf. Sie musste zur Wache. Der Stand der Sonne zeigte an, dass sie nicht mehr lange Zeit hatte bis zum Wecken.

Sie hatte so sehr gehofft, dass Gray pünktlich in der Gardistenwache erscheinen würde, doch er kam nicht. Mit starrem Blick und stumpfer Miene ließ sie gemeinsam mit den anderen Kameraden die abfälligen Bemerkungen den Hauptmanns über sich ergehen. Sie konnte es kaum erwarten, endlich ihren Dienst anzutreten…

Während ihres Wachganges durch Berchgard wälzte sie immer wieder die Gespräche mit Gray von neuem durch.
Sie wollten so schnell wie möglich Wayn, seinen kleinen Bruder holen…ja…aber dazu musste Gray dem Bauern noch 12000 Goldstücke zahlen. Wollte er den Kleinen dort heimlich wegholen? Er hatte doch gar nicht das Gold… oder… oder doch?
Marian wurde ganz heiß. Hatte Gray das Gold genommen, das sie für die letzte Hausrate gespart hatten?
Unschlüssig bleib Marian stehen und sah zu den Minern hinüber, die ihre Schätze in den Kisten verstauten.
Was gäbe sie darum, jetzt einfach den Dienst zu beenden… in ihr Haus zu gehen und nachzusehen, ob das Gold noch da wäre?
Wenn Gray es genommen hätte, beschloss sie nach einigen Überlegungen, wäre es nicht so schlimm. *Dann wird er mir ja auch helfen bei der Arbeit im Wald, damit wir es möglichst schnell wieder zusammen bekommen… und dass der Kleine dann bei uns leben kann, ist wichtiger… da hat er schon recht* sagte sie sich.

Doch dass es Mittag wurde und immer noch nichts von Gray zu sehen war, beunruhigte sie mehr und mehr.
War ihm etwas zugestoßen?
Rouven Alestra

Ein Schuldiger ward schnell ausgemacht....

Beitrag von Rouven Alestra »

Die Berichte von einem brennenden Hof waren auch alsbald an ihn herangetragen worden. Brandstiftung so hiess es und so machte er sich an diesem Morgen, kaum dass er sich seines Unmutes über das Fehlen des Gardisten Darinors zu Dienstbeginn Luft gemacht hatte, selbst auf den Weg die Spuren zu begutachten.

Offensichtlich war der Brand im Stalle selbst gelegt worden. Der Bauer wäre ihm beinah zum Opfer gefallen. Man berichtete ihm jedoch auch von dem offensichtlichen Täter der durch die Löschhelfer selbst gesichtet worden war, als er aus dem Stall gekommen war. Die Beschreibung half nicht sonderlich weiter, doch als kurz darauf die Bauersfrau von der erst am Vortag ausgesprochenen Drohung sprach wurde er hellhörig. Als dann auch noch ein Name fiel, konnte sogleich jeder der Umstehenden eine deutliche Zornesfalte auf seiner Stirn sehen.

Er hatte vieles von dem jungen Burschen erwartet. Aufsässig war er ohne Zweifel, doch er hatte sich auch darin auf dem Weg der Besserung befunden. Möglicherweise hätte noch ein wenig mehr Drill ihn schon bald zu einem ordentlichen Gardisten gemacht. Und nun dies. Brandstiftung und versuchter Mord.... Nur irgendetwas stimmte nicht. Leicht war es diesen Mann zu verurteilen, er nahm die Aussagen akribisch auf und es war wohl nötig Gray Darinor aufzugreifen und einem ordentlichen Gericht zuzuführen. Wenngleich dies hatte er nie erwartet. Und auch über etwas stutzte er. Es gab Aussagen man hatte den jungen Gardisten erwischt, während er eben den Bauern aus dem Stall ziehen wollte. Die Tat eines Brandstifters? Oder war es letztlich doch nur das schlechte Gewissen?Sie mussten ihn bald fangen und verhören.

Kaum zurück in der Stadt gab er sogleich einen Suchbefehl an alle Gardisten der Stadt und liess berittene Boten mit einer Suchdepesche und einer Beschreibung des Flüchtigen ausreiten, in der Hoffnung ihn bald gefasst zu haben.
Irmenlind Auenfeld

Beitrag von Irmenlind Auenfeld »

Er sah schlimm zugerichtet aus, wie er ihr fast in die Arme fiel und sie hatte zunächst Mühe, ihn zum Schweigen zu bringen, um zu sehen, wie schwer seine Verletzungen tatsächlich waren. Eine Kopfverletzung... herrührend von einem Sturz, oder auch einem Schlag.
Sie konnte wohl die Wunde mit Hilfe von Safiya reinigen und den Kopf notdürftig Bandagieren, aber mehr auch nicht. Schließlich war sie keine Heilerin.
Als sein Kopf versorgt und auch Marian, die kurz nach ihm den Hof erreichte, mit einem Apfelwein etwas ruhig gestellt war, ließ sie Gray berichten.
Als er abschloß, stand für sie fest, daß er niedergeschlagen worden sein mußte.
Abgesehen davon, daß sie an seiner Unschuld ohnehin nicht gezweifelt hätte, fand sie sich nun dennoch in einer Lage, die die Situation nicht verbesserte.
Ohne Zögern willigte sie ein, ihn zu beherbergen, aber damit war das Problem nicht gelöst.
In ihren Gedanken formte sich eine Liste.
„Eene Heilerin muß sich det Kopf von det Jung ansehn. Se wiad saachen könn, ob det Valetzung von een Stuarz oda een Schlach is.“
„Denn muß ik zu det Hooptmann und afahn, wie weit de Amittlung sind.“
Der letzte Gedanke warf einige Schwierigkeiten auf.
„Wenn ik nu mit de Bäuerin sprech von de Haams... so een Bauanklatsch... ob se mia watt saachen könnt, watt weita hilft?“ „Oda ik schick de Magd... se kann vielleicht ooch watt raus kriejen.“

Mit diesen Gedanken und einem inzwischen zubereiteten Frühstück stapft sie in die kleine Kammer, die sie Gray zur Verfügung gestellt hat und stellt das Tablett auf dem Tisch ab, ehe sie sich mit einem Blick davon überzeugt, daß er noch schläft.
Leise verläßt sie die Kammer, um sich daran zu machen, den Hof zu verlassen, um Heilerin und Hauptmann auf zu suchen.
Gray Darinor

Beitrag von Gray Darinor »

Er war Irmenlind dankbar.
Dankbar darüber das sie ihm half. Als Marian an ihre Tür klopfte und hereinkam wagte er kaum sie an zu sehen. Doch sie verstand ihn, verzieh ihm das er gegangen war und noch während Irmenlind seine Kopfwunde untersuchte, begann er zu erzählen.
Beide Frauen glaubten nicht das er das Feuer gelegt hatte, und Irmenlind bot sich an die Heiligkeit hin zu zu ziehen damit sei seine Kopfwunde begutachtete, ob diese von einem Fall oder einem Schlag herrührte.
Es dauerte natürlich bis sie kam aber als sie dann ganz klar feststellte das er wohl niedergeschlagen worden war, atmete auch Gray auf.
Er war es wohl nicht gewesen. Aber wie sollte man das beweisen?
Alyssa verabschiedete sich, wollte jedoch am nächsten Tage noch einmal wiederkommen, und bestätigte das das was sie festgestellt hatte auch aussagen würde.
Und wer... würde schon ihr Wort anzweifeln.
Gray fühlte wieder Hoffnung in sich. Vor allem da Marian noch immer zu ihm hielt.

Als es am nächsten Morgen klopfte war er alleine.
Erst wollte er gar nicht aufmachen, doch als er dann die Stimme der Heiligkeit vernahm, liess er diese ein.
Alyssa wollte nun die ganze Geschichte hören, und so erzählte er sie noch einmal.
Als er dieses mal endete, blieb Alyssa eine weile lang stumm.
Dann jedoch meinte sie. „Gray, ich will das du dich stellst.“
Ihre Worte ließen ihn schwitzen.
Dem Hauptmann gegenüber treten? Sich einsperren lassen? Was wenn er verurteilt werden würde.
„Je länger du fortbleibst, desto weniger wird man an deine Unschuld glauben. Ich will das du dich stellst, Gray.“
Er schluckte. Wie könnte er der Heiligkeit wiedersprechen.
Zaghaft nickte er. „Wie... ihr wünscht.“ Brachte er die Worte nur fast heiser heraus und stand auf als Alyssa nach ihrem Stab griff.
Schnell schrieb er noch ein paar Zeilen an Irmenlind, dann folgte er der Heiligkeit die ihn vor die Tore Varunas brachte.

Werte Irmenlind
Ich danke für eure Hilfe und Gastfreundschaft, und hoffe das ich es euch eines Tages gebührend danken kann.
Die Heiligkeit war so eben hier und nachdem sie meine Geschichte nun ganz gehört hat, empfahl sie mir mich sofort zu stellen, um meine Schuld nicht noch größer werden zu lassen.
So also werde ich mit ihr gehen.
Temora möge euch eure Freundlichkeit vergelten.
Ich werde mit keinem Wort erwähnen das ich bei euch war, darauf könnt ihr euch verlassen.

Mit herzlichem Dank

Gray


An den Toren Varunas angekommen wollte man ihn sofort festnehmen, doch Alyssa gebot den Gardisten einhalt. Sie erklärte das Gray sich selber stellen wollte, und so ließ man ihn ziehen.
Alyssa wünschte ihm noch Glück, dann ging auch sie.
Gray war alleine.
Wie leicht wäre es doch jetzt einfach um zu kehren. Fort zu rennen... halb drehte er sich schon um, doch dann hielt er wieder inne.
Er konnte, er durfte nicht fortlaufen.
Es würde alles noch schlimmer machen und Marian... Marian würde er dadurch verlieren.
Aufseufzend betrat er die Garnision, blieb dann jedoch stocksteif stehen als er den Mann sah der aus der Tür trat, und ebenso steif stehen blieb wie er.
Der Hauptmann.
Natürlich war er aufgebracht, blaffte Gray an doch als dieser erklärte das er sich stellen wollte, nahm er ihn erst einmal einfach mit hinein um dann von ihm seine Version der Tat zu hören.
Niemals hatte Gray vermutet das der Hauptmann ihm glauben könnte. Niemals das er Verständnis hatte und gar fast freundlich reagierte.
Aber der Sache musste nachgegangen werden, und solange... solange war Gray der einzigste in Frage kommende Täter und musste in Haft gestellt werden.
Mit hängendem Kopf folgte er, obwohl ihm die in Aussicht gestellte Zelle nicht wirklich gefiel. Er war kein Verbrecher.
Doch um dieses zu beweisen, brauchte es Zeit, und frei herumlaufen lassen... das konnten sie nicht.
Er zuckte fast zusammen als der Hauptmann die grobe Gittertür hinter ihm schloss, und dann ging.
Eingesperrt.
Er erschauerte.
Wie lange musste er hier bleiben?
Tage? Wochen? Monate?
Er spürte wie sein Magen rebellierte.
Auch wenn der Hauptmann ihm die sauberste und größte Zelle gegeben hatte, so fühlte er sich nicht wohl.
Er musste, konnte jetzt nur warten und hoffen das sich alles zum Guten wenden würde.
Marian Stein

Beitrag von Marian Stein »

Marian hatte voller Sorge nach Gray gesucht… und ihn gefunden.
Zusammen mit der Bäuerin Irmenlind hatte sie versucht, eine Erklärung für das Geschehen herauszufinden, denn sie war davon überzeugt, dass Gray niedergeschlagen worden war.
Mochte er noch so entsetzt und wütend über den Tod des Bruders und den hinterhältigen Betrug des Bauern gewesen sein, so konnte sie doch nicht glauben, dass Gray ein Brandstifter und Mörder war. Dafür kannte sie ihn inzwischen zu gut.

Als Marian den Hof der Bäuerin Irmenlind verließ, hoffte sie von ganzem Herzen, dass Gray
so vernünftig sein würde, sich dem Hauptmann zu stellen. Das war der einzige Weg für ihn, um aus diesem Dilemma wieder heraus zu kommen. Sie hatte versprochen zu schweigen um ihm diese Gelegenheit zu geben, auch wenn sie wusste, dass sie als Gardistin hätte anders handeln müssen.
Doch sie liebte diesen Mann, wie konnte sie ihn dann gefangen nehmen?!
Und gefunden hatte sie ihn ja auch nur, weil sie ihn so gut kannte, wusste, wem er vertraute.
Zu Irmenlind’s Hof war sie gegangen, weil sie nachsehen wollte, ob Gray seinen Bruder schon zu ihr gebracht hatte…

In der Nacht fand Marian kaum Ruhe zum schlafen.
Immer wieder ging sie den Bericht Gray’s durch. Wer nur hatte ihn niedergestreckt und dann in die Scheune geschleppt? Wer hatte einen Nutzen davon, ihn zu töten?
Für Marian kam der Bauer nur infrage… er wollte sicher seinen Betrug verschleiern. Immerhin hätte Gray ihn vor Gericht bringen können…
Aber wenn der Bauer es gewesen war, warum lag der dann in der brennenden Scheune? Und wer hatte dann überhaupt die Scheune in Brand gesteckt?
Es musste eine dritte Person geben. Aber wer hatte Interesse daran, dass Gray starb und mit ihm der gemeine Bauer?

Gegen Morgen ging Marian in den Wald. Sie fühlte sich wie zerschlagen und hatte Kopfschmerzen. Die frische Brise vom Meer her tat ihr gut und sie kam zu dem Entschluss, endlich ihren Bericht an den Hauptmann zu schreiben… natürlich nur auf ihren Auftrag beschränkt.
Irmenlind Auenfeld

Beitrag von Irmenlind Auenfeld »

Sie war so froh. Beide Hürden waren genommen.
Ihre Heiligkeit hatte bestätigt, was zuvor nur geahnt und gehofft.
Gray hatte sich am nächsten Tag tatsächlich gestellt.
Zwar gemächlich, aber dennoch mit einer gewissen Eile, packte sie eine Reisetasche und beauftragte ihre Magd selbiges für sich zu tun.
Sie würden eine kleine Reise unternehmen... zum Hofe des Bauern Harms.
Sie würden einen Korb mit frischem Knoblauch dabei haben.. eine neue Zucht, die gut gelungen war.
Nicht selten kam es vor, daß die Bauern untereinander solcherlei an Samen anboten, dabei ein kleines Geschäft witternd.

Natürlich würde ihr Bestreben nicht der Verkauf des Knoblauchs sein, sondern vielmehr, mit der Bäuerin ins Gespräch zu kommen, über den neusten Klatsch und Tratsch.
So hoffte sie nähere Umstände über den Tod von Grays Bruder heraus zu finden.
Derweil sollte die Magd sich zu den Mägden und Knechten des Hofes gesellen und ebenfalls ihre Ohren aufsperren.
Zunächst würde sie noch die Verhandlung Grays abwarten, aber dann stand dem Aufbruch wohl nichts mehr im Wege.
Rudbrecht Hario

Beitrag von Rudbrecht Hario »

Ha, hatte er ihn also erwischt. Ein gutes Opfer würde dieser Narr abgeben. Und Recht war Harms geschehen. „Rudi! Du arbeitest zu langsam... Rudi, die Schweine gehören gefüttert! Rudi.... sauf nicht soviel!“ ständig haben sie ihn herumkommandiert. Immer wieder haben sie ihm den Alkohol weggeleert. Doch jetzt hatten sie ihre gerechte Strafe erhalten.

Eigentlich wollte er unbemerkt zu der Scheune schleichen und einen Brand legen, doch erst kam Harms selber und nun dieser Mann. Er durfte nicht entdeckt werden.

Mit einem breiten Grinsen stand er hinter der Mauer der Scheune mit einem Knüppel in der Hand. Selbst der Alkohol war wieder sein Freund in dieser Stunde, musste sich der Kerl auch noch abstützen. ZACK... und schon konnte er ihm den Knüppel über die Rübe ziehen.

Doch fast hätte sich Rudi zu lange gefreut, hörte er schon Stimmen in der Nähe. Schnell musste er sich beeilen den Kerl in die Scheune zu ziehen und auch noch ein Feuer zu legen.

Langsam loderten die Flammen in die Höhe, er rannte so schnell ihn sein Bierbauch trug. Außer Atem blieb er in sicherer Entfernung stehen und sah auf die Rauchwolken, die von der Scheune aufstiegen. Mit den Händen im Hosensack schlenderte er nun ruhig wieder zu den Harmsen. Mühsam konnte er nur ein Grinsen unterdrücken. Harms’ Frau selbst rannte aus dem Haus und blickte mit weit aufgerissenen Augen auf die brennende Scheune. Und da sah er den Kerl schon hustend aus der Scheune kommen. Sah nicht gut aus der Bursche... wahrlich nicht gut...

„„DAS ist er! ER hat den Hof in Brand gesteckt. Packt ihn!“ schrie Rudi so laut er konnte. Und niemand schien sein hämmisches grinsen zu bemerken. Dieser Kerl würde sein Entkommen sein... „Jaja ich sage aus. Ich hab alles gesehen“

Seine Tat, den Bauer Harms zu töten und sich dann dessen Weib zu schnappen, ging zwar nicht auf, doch erst mal konnte er sich erneut etwas überlegen.... Nach einem Bier...
Gray Darinor

Beitrag von Gray Darinor »

Es war vorbei.
Trotz der Trauer um seinen Bruder, erfasste ihn unendliche Erleichterung.
Er hatte sich gestellt und die Zeit bis zur Verhandlung war schleppend vorbeigegangen.
Der Richter an sich kam ihm nicht wirklich freundlich vor, was aber wohl auch daran liegen mochte, das Gray einfach Furcht vor ihm hatte.

Furcht davor was mit ihm geschehen konnte, würde wenn seine Unschuld hier nicht bewiesen werden würde.
Seltsamerweise hatte sich der Hauptman in diesem Wulst an Unangenehmheiten als ruhender ruhiger Pol entpuppt, und Gray war ihm sehr dankbar dafür.

Die Ersten Worte die gesprochen wurden hörte er kaum dann jedoch strafte er sich hörte zu was gesprochen wurde, und schliesslich begann er selber davon zu erzählen was geschehen war, was er genau wusste.
Der Richter hörte ihm genauestens zu und rief dann ihre Heiligkeit auf.
Genauso wie Gray erhoben sich die Leute vor Alyssa als diese den Raum betrat und aussagte das Grays Kopfwunde darauf schliessen liess das man ihn niedergeschlagen hatte, doch diese Information quittierte der Richter einfach nur mit einem Kopfnicken.
Er erklärte das man einen Zeugen hatte, der Gray jedoch belastete.
Und man rief den Mann hinein.

Schon von weitem konnte Gray die Alkohol Fahne des Mannes riechen und dieser wetterte auch gleich schon los gegen ihn.
Das er es gewesen wäre der die Scheune angezündet hätte und das Gray, Harms hatte umbringen wollen.
Je mehr er erzählte desto ausfallender wurde er bis er Gray beschimpfte.
Gray jedoch wetterte zurück und da verriet er sich!
Harms hätte die Strafe bekommen die er verdient hätte, und sofort nagelte Gray ihn fest.
"DU WARST ES!!! DU hast die Scheune in Brannt gesteckt und willst es mir in die Schuhe schieben."
Beim aufkommmenden Tumult redete sich der Mann immer mehr um Kopf und Kragen und auf einmal war alles klar.
Er war unschuldig.
Der wahre Täter stand vor ihnen.

Der Richter sprach ihn frei, sprach ihm als Entschädigung noch 2000 Goldstücke zu und liess den Knecht ersteinmal festnehmen.
Seinen Dienst durfte Gray wieder aufnehmen, doch entschied der Hauptmann das nicht er den Knecht bewachen durfte, anscheinend traute er ihm wohl doch nicht so.
Aber das war Gray nun wirklich nicht wichtig.

Für ihn zählte nur das seine Unschuld geklärt war, das er seinen Dienst weiter machen durfte, und das Marian weiter an seiner Seite sein würde.
Die Zukunft sah wirklich gut aus.
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