Ihr massiger Leib, gepanzert mit einer Rüstung die nicht die Ihre war prallte gegen den Banditen und riss ihn zu Boden. Der flinke kleine Bursche hatte es tatsächlich geschafft sie zu entwaffnen, blieb bloß zu hoffen das es sonst keiner gesehen hatte. Peinlich, peinlich. Das war aber auch die einzige Freude die ihm gegönnt war, was ihm spätestens dann klar wurde als ihr helmgeschützter Kopf wuchtig auf sein Nasenbein klatschte. Die Augenlieder flatterten einen Augenblick ehe er nach hinten sank und sie sich etwas aufrichten konnte. Ein Griff in den langen blonden Schopf ehe der Bewusstlose noch etliche Male in den Genuss kam der Erde ganz nah zu sein.. während sie sich also redlich Mühe gab ihn in den Bodenbelag einzumassieren blieb ihr ein Moment da ihre Gedanken abschweifen konnten.
Sie hoffte das ihr Werk hier nun das richtige war und sie so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnte. Die einen erwähnten das es gut war Rahals „heiligen Boden“ von diesen Halsabschneidern zu säubern während die andere durchklingen ließ das der Mord an Menschen besonders dazu gedacht war SEINE Aufmerksamkeit zu bekommen. Also sollte das ganze durchaus Zweckdienlich sein. Ein wenig musste sie immer noch darüber schmunzeln mit welcher Selbstverständlichkeit dieser abgebrochene Riese bedingungslosen Gehorsam von ihr einforderte.. wie war ihr Name? Richtig.. Albea. Trotzdem hatten sie ihre Worte durchaus beeindruckt, schien sie doch sehr viel über IHN und seine Ansichten zu wissen. Verglichen mit ihr die praktisch wenig bis gar nichts wusste und einfach darauf hoffte das sie das richtige tat. Das ganze schien sich irgendwie hauptsächlich auf das Wort Hass zu stützten.. zumindest nahm sie das an. Schließlich wurde es in jedem Zweiten Satz mindestens einmal erwähnt. Hasse dies.. hasse das.. hasse alles und du wirst seine Stimme hören. Nun, und genau da begann das Problem erst.
Sie war hier.. sie tötete.. das machte ihr auch nichts aus. Schließlich war es wenn man es eng betrachtet ihr Beruf und eben das was sie gut konnte. Nur selbst jetzt da sie feststellen musste das der Mann unter ihr nicht nur tot war.. sondern vermutlich tot tot tot tot tot empfand sie nichts großartiges dabei und schon gar kein Hass. Weshalb auch.. er schlug sich durch wie Sie selbst und starb eigentlich in jenen Augenblick nur aus einem Grund. Sie hoffte eben auch ein Stückchen des Kuchens abzubekommen und drückte sich selbst die Daumen sich den richtigen Bäcker ausgewählt zu haben. Seufzend ließ sie schließlich von dem Leib ab da sich erneuter Besuch ankündigte.. er war so freundlich nach seiner grausigen Entdeckung lauthals schreiend auf sie zuzustürmen. Ihr Griff schloss sich um den Hammerstiel ehe sie sich hoch wuchtete und ihn ohne große Leidenschaft schwang, dafür mit umso mehr Wucht. Der Kopf des Hammers traf den Mann direkt an der ungeschützten Brust und deformierte sie deutlich. Seine Füße wurden ihm unter den Körper weggezogen während er sich fast träge einmal um sich selbst drehte und aufschlug. Gebannt wartete sie den Moment ab und lauschte tief in sich hinein.. nichts. Statt dessen musste sie feststellen das der vermeintliche Mann noch gar keiner war. Eher ein Männchen mit Milchbart. So einer sollte hier gewiss nicht rumhängen, aber nun wars zu spät. Sie betrachtete den Leib eine Weile ehe sie seufzend feststellen musste das er noch lebte.. was war nun das richtige? Erlösen oder.. leidend sterben lassen? Zuviel Mühe musste man sich auch nicht machen.. glücklicherweise nahm ihr der Junge die Entscheidung ab, sein Blick brach und er hauchte das letzte bisschen Leben aus.
Zu nah an das Lager konnte sie sich allein nicht heran wagen und das die beiden unter ihrem Tun gefallen sind durfte sie getrost einem glücklichen Umstand zuschreiben das sich beide weit genug von den anderen entfernt hatten. Vielleicht war ihr das Schicksal auch hold und sie vermochte noch einmal unvorsichtige Einzelgänger abseits zu erwischen. Vielleicht beim Holz sammeln oder Angeln oder.. so etwas eben. Das Lager allein stürmen? Naja.. sie war zwar ein beeindruckendes Persönchen aber einem Dutzend heranstürmender Kerle egal wie gut oder schlecht bewaffnet würde sie so ohne weiteres nicht standhalten können. Außerdem wollte sie diesmal auf Nummer sicher gehen das ihr Werk hier auch den richtigen erreichte.
Albea sagte um voran zu kommen würde sie lernen müssen zu hassen und den Hass für sich zu nutzen. Da waren sie wieder die beiden Wörtchen. Und sie hatte eingewilligt ihr möglichstes zu tun um zu lernen.. und sie stand zu ihrem Wort, immer.
Tatsächlich hatte sie Glück und war mit dem Angeln auch gar nicht so verkehrt gelegen. Gut.. der Mann angelte nicht aber zumindest stand er am Wasser und pinkelte in selbiges. Schon wieder ein Problem.. Sie sagte es wäre nur rechtens einen Wehrlosen niederzustrecken und man sollte so eine Gelegenheit nicht verstreichen lassen. Andererseits würde das ihren Plan endlich auf sich Aufmerksam zu machen auch vernichten.. nein.. diesmal musste sie sicher gehen, darum nahm sie ihren Helm ab und machte durch das Geklimper dabei bereits auf sich aufmerksam. Der Gute zuckte zusammen und drehte sich herum und vergaß vorlauter Schreck wohl unten rum wieder einzupacken. Das Bild machte es ihr nun absolut nicht leicht, am liebsten hätte sie schallend gelacht. Ach verdammter Mist.. also einfach war das wirklich nicht. Nun was sollte es... sie schluckte ihren Lachanfall runter und brüllte dem verdatterten welchen so laut und zornig es ihr in dem Moment möglich war entgegen...
ICH HASSE DICH!!!!
Der Räuber schluckte schwer und wich verdattert zurück, dabei wäre er um ein Haar noch in den Fluss gefallen. Aber alle Achtung er fing sich schnell.. beendete erst einmal die Peinlichkeit seines Anblicks und zog mit einem Ruck die Hose hoch ehe sein Gesicht vor Zorn sich fast schon Purpur färbte. Voller Inbrunst erwiedernd..
JA... ICH DICH AUCH DU DUMMES STÜCK!!!
Nun war es an ihr zu blinzeln und Inne zu halten.. gut irgendwo war es verständlich seine Reaktion aber das ganze nahm ihr gehörig den Wind aus den Segeln. Der Kerl hatte sich eigentlich zu fürchten und Trotz war so ziemlich das letzte was sie kalkuliert hatte.
Also musste dem Nachgeholfen werden.. außerdem wollte sie wie erwähnt SICHER gehen das es gar keinen Zweifel gab für wen dieser Mord gedacht war.. nämlich IHN, dem Vater.. also nur nicht beirren lassen.. darum wurde weiter gebrüllt.
ICH TÖTE DICH IN SEINEM NAMEN DU WURM!!! Stirb für Alatar!!!
Nun wenn das nicht saß dann half gar nichts mehr.. Hass spürte sie immer noch keinen dafür war ihr Gesicht auch rot, zwar nicht vor Zorn sondern wegen der Brüllerei aber das konnte ja niemand ahnen, zum Glück. Wiederum verblüffte sie der zerlumpte Pleitegeier und machte den Rest ihres genialen Vorhabens nun gänzlich zu nichte.. er brüllte nicht mehr.. im Gegenteil seine Stimme war leise.. fast nur ein flüstern aber die dunklen Augen funkelten sie in gestochen Scharfen Hass an, fixierten sie regelrecht.
Ich werde dir die Haut bei lebendigen Leib abziehen du Rießenweib.. ich reiß dir den Kopf ab und sch*zensiert* dir in den Hals du miese Nebelkrähe.
Gut das saß.. irgendwie war ihr der Mann rethorisch über und er schien das ganze Konzept mit dem Hass deutlich besser verinnerlicht zu haben als sie. Sie blieb unsicher stehen und seufzte einmal tief auf.. das ganze würde so nichts werden. Irgendwie konnte sie es selbst nicht wirklich ernst nehmen.. da stand so ne arme abgehungerte Wurst mit halb runter gelassenen Hosen und sollte ihr erstes Opfer sein? Das war unwürdig.. durch und durch und eigentlich musste man sich dafür schämen. Hass hin und Hass her aber das war als würde man einen König Hühnerkacke servieren und noch dazu alte. Dafür würd sie am Ende wohl eher einen Arschritt kriegen als alles andere.. der Mann unterbrach die Grübelei in dem er todesmutig auf sie zustürmte, sah er doch seine Chance gekommen, dabei schwang er ein Holzscheit das er im laufen vom Boden riss. Sie sah auf und seufzte abermals, riß ihren Arm hoch und blockte den Holzknüppel ab ehe sie die andere Faust zielgenau in sein Gesicht zentrierte. Das dumpfe „Plock“ das sein Leib auslöste als er auf den Waldboden schlug war das einzige das noch zu hören war.. enttäuscht wandte sie sich zum Gehen und ließ den Kopf ein wenig hängen.. das alles schien viel schwerer zu sein als gedacht...
Hässlich, ich bin so Hässlich.. ich bin der Hass.
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Ryx´tare
Nun hatte auch der Ehrenwerte, Shan'Rhyl, ihm endlich eine Aufgabe gegeben, die über seine tägliche Arbeit als Schmied hinausging. Vor einigen Tagen hatte er vor der Mine Rahals eine Kriegerin getroffen, die ihn erstaunt hatte. Was für ein Riese von einem Menschen. Das Weib war sicher an die zwei Schritt groß, überragte ihn um zwei Köpfe. Selbst die Gardisten am Eingang der Mine mußten ihren Kopf in den Nacken legen, wollten sie ihr in die Augen blicken. Gut, die Wachen hielten ihre Augen eher auf Augenhöhe und betrachteten ihren Busen, aber würden sie doch einmal auf den Gedanken kommen, ihr in die Augen zu sehen, dann müßten auch sie den Kopf in den Nacken legen.Und immerhin hatte diese Frau, die einen Letharen wahrscheinlich leicht hoch heben und in der Mitte durchbrechen konnte den Respekt vor ihm, wie er es von einem Menschen erwartete. Eine Weile betrachtete er sie an diesem ersten Abend. Würde sie erst einmal lernen Wut und Agression in sich aufzunehmen, sie würde sicher ein gutes Werkzeug für den Vater werden können.Und diese Kriegerin schien wirklich gewillt ihren Dienst am Herrn zu tun. Ihr vorrangiges Ziel war offenbar in die Reihen der Bruderschaft aufgenommen zu werden.
Einige Tage war dieses erste Treffen nun her. Wieder einmal kam Saskya, so hatte sich die Kriegerin ihm später vorgestellt, zu ihm an die Mine. Und wieder erwies sich die Frau, die sprach als würde sie nicht denken beim Sprechen, als schlauer und weiser als er im ersten Moment annahm. Sie schien wirklich gewillt zu sein, dem Herrn nahe zu sein. Und durch eine Rüstung aus seinen Händen hoffte sie, den ersten Schritt in diese Richtung zu tun. Eine Weile lang sass er nun am Abend in der kleinen Taverne des Unterschlupfes. Würde eine menschliche Kriegerin je den Wert eine Rüstung erkennen, die aus der Hand eines Letharen stammte? Es würde wohl auf einen Versuch ankommen. Einen Moment später machte er sich auf den Weg ins Lager von Rahal. Die passenden Erze hatte er im Lager. Sollte sie also die Rüstung bekommen, unter der Bedingung, das sie sich seiner Lehre über den Herrn unterwarf. Würde sie wirklich so nach Wissen streben, würde auch sie erkennen, das niemand außer einem Letharen ihr die Lehre des Herrn würde näherbringen können.
Wieder waren ein Tag vergangen und die Kriegerin trat wieder zu ihm an der Mine, hoffend auf eine postive Antwort. Und ja, er gab ihr diese. Und wie erwartet, war sie auch bereit für die Rüstung zu geben, was auch immer er von ihr verlangte. Nur wenige Minuten später waren die Schmiede Rahals aus der eigenen Werkstatt vertrieben. Mittlerweile waren sie es gewohnt, das der Schmied der Letharen hin und wieder in ihre Werkstadt kam um sie aus irgend einem Grund nach Hause zu schicken. Die Riesin stand neben ihm, als er die Erze ablegte und ihr mit einem Schmunzeln auf den Lippen einen Dolch reichte. Sie sollte ihr eigenes Blut geben für die Herstellung der Rüste. Ryx'tare war sich sicher, das sie so eine engere Bindung zu der Rüstung bekommen würde, und so befahlt er ihr, neben den Erzen, die er für die Legierung ausgewählt hatte auch ihr Blut in die Schmelze zu geben. Kurze Zeit später stieg der kupfrige Geruch von Blut in der ganzen Schmiede auf, Tränen schossen in die Augen und Saskya machte für ihn den Eindruck als könnte sie jeden Moment umkippen, so viel Blut hatte sie in die Schmelze gegeben. Würde sie seinen Anweisungen auch weiter mit einer solchen Hingabe nachkommen, er war sich sicher, das sie einst eine gute Dienerin für den Herrn sein könnte.
Aus den Augenwinkeln ihren Kampf mit den eigenen Kräften beobachtend war er inzwischen dazu übergegangen die Platte, die ihren Oberkörper schützen sollte zu formen. Mit gezielten hieben des Hammers formte er als erstes die Muskeln in die Platte, die so bezeichnend für diese Frau waren. Es wäre unsinnig diese Muskeln nicht auch in die Rüste zu formen. Immer wieder zwischen ihrem Körper und der Platte hin und her blickend, formten sich nach und nach ihre durchtrainierten Bauchmuskeln in die Platte. Die nächste Schwierigkeit stellten ihre recht üppig gewachsenen Brüste dar, die es galt im Kampf zu schützen. Hier hielt er sich dann an die Lederkleidung die sie bereits trug, versuchte die Formen ihrer Lederrüstungen auf das Metall zu übertragen, was ihm schließlich nach einigem Probieren und Einschmelzen der Metallteile gelang. An den unteren Teil des Brustharnisches waren diese Metallrundungen jedoch schnell wieder angebracht, so das er nun den Rücken des Harnischs schmieden konnte. Zufrieden blickte er auf seine Arbeit und wand sich dann dem nächsten Teil zu. Selbst die gewaltigen Arme der Frau stellten ein Problem dar. Am Ende formte er den Schutz der Arme so weit das er ihr zum einen eine Platte auf die Schultern setze, die von Hieben von oben schützen sollten und zum andren formten seine Hammerschläge gebogene Platten, die sie später an ihre Oberarme schnallen mußte. Als diese endlich neben den andreren Rüstteilen lagen konnte er sich daran machen die Handschuhe zu formen. Diese sollten die feinsten Arbeiten an der gesamten Rüstung werden, da jeder einzelne Finger schon aus mehreren Gliedern bestand. An diese Finger schloss er im Gegensatz zu den sonstigen Rüstarten gleich die Schiene für den Unterarm an. Da Saskya so oder so einen riesigen Zweihandhammer bevorzugte konnte er den Spielraum des Handgelenken in Teilen vernachlässigen und so setzte an die Handschuhe eine Platte bis an ihren Ellbogen an. Als diese nun auch neben den anderen Rüstteilen lagen konnte er sich dem letzten Teil widmen. Bei den Beinschienen gab er sich etwas weniger Mühe, arbeitete sie einfach aus aus, wie er auch anderen Menschen die Beinschienen machen würde. Nur an den metallenen Schuhen hatte er auf ihren Wunsch hin Spitzen aus dem Metall gezogen. Zwar war er sich nicht wirklich sicher, wozu sie diese brauchte, aber wenn es ihr half, mit der Rüstung den Glauben an den Herrn zu finden, dann sollte ihm das egal sein. Zu guter Letzt fehlten nur noch Schild und Helm. Auch bei dem Helm gab er sich nicht all zu viel Mühe. Ein einfacher, geschlossener Helm mit recht schmalen Sichtfenstern. Dieser würde die Sicht zwar ein wenig einschränken, doch dafür bot er die nötige Sicherheit, die man im Kampf brauchte. Auch wenn er bezweifelte, das man gegen eine solche Riesin im Kampf Hiebe zum Kopf versuchen würde, war der Kopf doch noch immer das wichtigste für einen Kämpfer. Der Schild war ein einfacher Turmschild, diese riesige unhandliche, leicht gebogene Platte, wie sie die menschlichen Krieger bevorzugten. Auf der Vorderseite gravierte er den Kopf eines Panters in das Metall, so das nach der Bearbeitung der Metalle leicht rötlich schimmernd das Bild eines Panthers vom Schild prangen würde. Sicher, das würde sie öfter in einen Kampf bringen als es ihr vielleicht lieb war, aber so konnte sie schnell lernen zu ihrem Glauben zu stehen und diesen auch zu verteidigen.
Nun lag die Rüste also fertig auf dem Tisch und Saskya stand noch immer, zu ihren Füßen ein eimer mit einer gute Menge frischem Blutes. Er schmunzelte etwas und zog den Eimer unter dem inzwischen verkrusteten Arm weg und gab noch einiges an Öl in das frische Blut um die Metallteile so zu härten. Mit einem Schwamm rieb er das Öl über die metallischen Teile, ehe er sie ein letztes mal ins Feuer gab. Durch die Zugabe des Blutes nahm das Metall eine leicht rötlich schimmerde violette Farbe an. Sicher, es mochte eigenartig aussehen, aber immerhin sah kaum eine andre Rüstung aus, wie diese. Selbst der Schild schien ihm gelungen und der fein gearbeitete Pantherkopf schimmerte rot auf dem Metall. Eigentlich kaum zu übersehen, welchen Glauben die Trägerin hatte - oder erlernen sollte. Nun würde es an ihm liegen, ihr diesen Glauben auch zu lehren. Die Rüste war nur ein Teil um diesen Glauben schon jetzt nach außen zu zeigen.
Einige Tage war dieses erste Treffen nun her. Wieder einmal kam Saskya, so hatte sich die Kriegerin ihm später vorgestellt, zu ihm an die Mine. Und wieder erwies sich die Frau, die sprach als würde sie nicht denken beim Sprechen, als schlauer und weiser als er im ersten Moment annahm. Sie schien wirklich gewillt zu sein, dem Herrn nahe zu sein. Und durch eine Rüstung aus seinen Händen hoffte sie, den ersten Schritt in diese Richtung zu tun. Eine Weile lang sass er nun am Abend in der kleinen Taverne des Unterschlupfes. Würde eine menschliche Kriegerin je den Wert eine Rüstung erkennen, die aus der Hand eines Letharen stammte? Es würde wohl auf einen Versuch ankommen. Einen Moment später machte er sich auf den Weg ins Lager von Rahal. Die passenden Erze hatte er im Lager. Sollte sie also die Rüstung bekommen, unter der Bedingung, das sie sich seiner Lehre über den Herrn unterwarf. Würde sie wirklich so nach Wissen streben, würde auch sie erkennen, das niemand außer einem Letharen ihr die Lehre des Herrn würde näherbringen können.
Wieder waren ein Tag vergangen und die Kriegerin trat wieder zu ihm an der Mine, hoffend auf eine postive Antwort. Und ja, er gab ihr diese. Und wie erwartet, war sie auch bereit für die Rüstung zu geben, was auch immer er von ihr verlangte. Nur wenige Minuten später waren die Schmiede Rahals aus der eigenen Werkstatt vertrieben. Mittlerweile waren sie es gewohnt, das der Schmied der Letharen hin und wieder in ihre Werkstadt kam um sie aus irgend einem Grund nach Hause zu schicken. Die Riesin stand neben ihm, als er die Erze ablegte und ihr mit einem Schmunzeln auf den Lippen einen Dolch reichte. Sie sollte ihr eigenes Blut geben für die Herstellung der Rüste. Ryx'tare war sich sicher, das sie so eine engere Bindung zu der Rüstung bekommen würde, und so befahlt er ihr, neben den Erzen, die er für die Legierung ausgewählt hatte auch ihr Blut in die Schmelze zu geben. Kurze Zeit später stieg der kupfrige Geruch von Blut in der ganzen Schmiede auf, Tränen schossen in die Augen und Saskya machte für ihn den Eindruck als könnte sie jeden Moment umkippen, so viel Blut hatte sie in die Schmelze gegeben. Würde sie seinen Anweisungen auch weiter mit einer solchen Hingabe nachkommen, er war sich sicher, das sie einst eine gute Dienerin für den Herrn sein könnte.
Aus den Augenwinkeln ihren Kampf mit den eigenen Kräften beobachtend war er inzwischen dazu übergegangen die Platte, die ihren Oberkörper schützen sollte zu formen. Mit gezielten hieben des Hammers formte er als erstes die Muskeln in die Platte, die so bezeichnend für diese Frau waren. Es wäre unsinnig diese Muskeln nicht auch in die Rüste zu formen. Immer wieder zwischen ihrem Körper und der Platte hin und her blickend, formten sich nach und nach ihre durchtrainierten Bauchmuskeln in die Platte. Die nächste Schwierigkeit stellten ihre recht üppig gewachsenen Brüste dar, die es galt im Kampf zu schützen. Hier hielt er sich dann an die Lederkleidung die sie bereits trug, versuchte die Formen ihrer Lederrüstungen auf das Metall zu übertragen, was ihm schließlich nach einigem Probieren und Einschmelzen der Metallteile gelang. An den unteren Teil des Brustharnisches waren diese Metallrundungen jedoch schnell wieder angebracht, so das er nun den Rücken des Harnischs schmieden konnte. Zufrieden blickte er auf seine Arbeit und wand sich dann dem nächsten Teil zu. Selbst die gewaltigen Arme der Frau stellten ein Problem dar. Am Ende formte er den Schutz der Arme so weit das er ihr zum einen eine Platte auf die Schultern setze, die von Hieben von oben schützen sollten und zum andren formten seine Hammerschläge gebogene Platten, die sie später an ihre Oberarme schnallen mußte. Als diese endlich neben den andreren Rüstteilen lagen konnte er sich daran machen die Handschuhe zu formen. Diese sollten die feinsten Arbeiten an der gesamten Rüstung werden, da jeder einzelne Finger schon aus mehreren Gliedern bestand. An diese Finger schloss er im Gegensatz zu den sonstigen Rüstarten gleich die Schiene für den Unterarm an. Da Saskya so oder so einen riesigen Zweihandhammer bevorzugte konnte er den Spielraum des Handgelenken in Teilen vernachlässigen und so setzte an die Handschuhe eine Platte bis an ihren Ellbogen an. Als diese nun auch neben den anderen Rüstteilen lagen konnte er sich dem letzten Teil widmen. Bei den Beinschienen gab er sich etwas weniger Mühe, arbeitete sie einfach aus aus, wie er auch anderen Menschen die Beinschienen machen würde. Nur an den metallenen Schuhen hatte er auf ihren Wunsch hin Spitzen aus dem Metall gezogen. Zwar war er sich nicht wirklich sicher, wozu sie diese brauchte, aber wenn es ihr half, mit der Rüstung den Glauben an den Herrn zu finden, dann sollte ihm das egal sein. Zu guter Letzt fehlten nur noch Schild und Helm. Auch bei dem Helm gab er sich nicht all zu viel Mühe. Ein einfacher, geschlossener Helm mit recht schmalen Sichtfenstern. Dieser würde die Sicht zwar ein wenig einschränken, doch dafür bot er die nötige Sicherheit, die man im Kampf brauchte. Auch wenn er bezweifelte, das man gegen eine solche Riesin im Kampf Hiebe zum Kopf versuchen würde, war der Kopf doch noch immer das wichtigste für einen Kämpfer. Der Schild war ein einfacher Turmschild, diese riesige unhandliche, leicht gebogene Platte, wie sie die menschlichen Krieger bevorzugten. Auf der Vorderseite gravierte er den Kopf eines Panters in das Metall, so das nach der Bearbeitung der Metalle leicht rötlich schimmernd das Bild eines Panthers vom Schild prangen würde. Sicher, das würde sie öfter in einen Kampf bringen als es ihr vielleicht lieb war, aber so konnte sie schnell lernen zu ihrem Glauben zu stehen und diesen auch zu verteidigen.
Nun lag die Rüste also fertig auf dem Tisch und Saskya stand noch immer, zu ihren Füßen ein eimer mit einer gute Menge frischem Blutes. Er schmunzelte etwas und zog den Eimer unter dem inzwischen verkrusteten Arm weg und gab noch einiges an Öl in das frische Blut um die Metallteile so zu härten. Mit einem Schwamm rieb er das Öl über die metallischen Teile, ehe er sie ein letztes mal ins Feuer gab. Durch die Zugabe des Blutes nahm das Metall eine leicht rötlich schimmerde violette Farbe an. Sicher, es mochte eigenartig aussehen, aber immerhin sah kaum eine andre Rüstung aus, wie diese. Selbst der Schild schien ihm gelungen und der fein gearbeitete Pantherkopf schimmerte rot auf dem Metall. Eigentlich kaum zu übersehen, welchen Glauben die Trägerin hatte - oder erlernen sollte. Nun würde es an ihm liegen, ihr diesen Glauben auch zu lehren. Die Rüste war nur ein Teil um diesen Glauben schon jetzt nach außen zu zeigen.