Am Abend der Hochzeit - Festlichkeiten?

Antworten
Owyn Llastobhar

Am Abend der Hochzeit - Festlichkeiten?

Beitrag von Owyn Llastobhar »

Es handelte sich um das erste mal, dass er bei einer Hochzeit eingeladen war und gerade für solche Anlässe hatte Owyn natürlich noch nichts besonderes anzuziehen. Demnach war er auch angenehm überrascht, als Tara ihn in der Bank beiseite zog um ihm ein sorgsam zusammengelegtes Bündel feinerer Kleidung zu überreichen. Letztendlich frisch umgezogen, begaben sich die beiden Llastobhars auf den Weg zu der Kirche in der jene Trauung stattfinden sollte. Kurz davor fiel ihm schon gleich sein Bruder Leith ins Auge, worüber Tara dann auf einmal gar nicht erfreut zu sein schien. Er bekam nur noch mit, dass sie ihn leise nörgelnd hinterherzog, wobei es sicherlich um seine Einkleidung ging, welche die gleiche wie sonst auch darstellte.

Nun stand sich der junge Illusionsmagier vor dieser pompösen Kirche die Beine in den Bauch und wartete geduldig auf die beiden. Sein Blick wirkte ein wenig verschleiert und nachdenklich, bis er nach einem längern Augenblick hochschrak und verdutzt umhersah. Allmählich betraten immer weniger die Kirche und irgendwie wirkte es fast, als sei er der letzte. Als sie nach weiterer Wartezeit immer noch nicht aufgetaucht waren, betrat er diese letztendlich auch und staunte nicht schlecht, als Tara und Leith bereites Platz bei Cathal eingefunden hatten. Mit hochgezogenen Augenbrauen begab sich der junge Llastobhar in die nähe seiner Familie und sank auf einer Bank nieder um kurz darauf dem Geschehen zu folgen, dass bereits vollstens im Gange war. Bis auf einzelne Störungen durch einen Zwergen, dass Owyn aber nicht wirklich mitbekam, verlief die Hochzeit reibungslos und schon kurz darauf trat er mit der gesamten Menge den Weg ins Schloss an.

Ein zunächst, heilloses durcheinander trifft die Beschreibung im inneren dann doch recht gut, zumindest in der Hinsicht Owyns, der wegen der vielen Menschen ein wenig ruhiger wurde und dicht hinter Tara herging, damit er wenigstens ein Familienteil im Auge behielt. Von Leith war soweit keine Spur und Cathal hatte sich wieder genug mit seinem Knappen da sein zutun. Den beiden wurde dann auch schon nach längerer Wartezeit eine Platz zugewiesen, mit dem Owyn jedoch nur bedingt zufrieden wirkte. Doch plötzlich erspähte er an einem anderen Tisch seinen Bruder und nach einem kurzen murmeln zur Seite erhob er sich, ohne Rücksicht auf Tara zu nehmen, um jenen anzusteuern. Sicher war es nicht die feine Art, sie einfach dort sitzen zu lassen, aber in diesem Moment dachte er erst gar nicht so weit, geschweige denn, dass es weitere Konsequenzen und Bestätigungen in einem gedanklichen Gewirr mit sich ziehen könnte.

Der Tisch, an dem Leith Platz gefunden hatte war nicht wirklich gut besucht und so zog Owyn den Stuhl direkt neben ihn nach hinten um sich dort niederzulassen. Der war davon nicht sehr begeistert oder war er einfach nur verdutzt?

„Das ist aber nicht dein Platz Owyn, oder?“

„Also mein Name steht zumindest nicht darauf, da hast du recht. Macht’s dir denn was aus?“

Die Worte wurden dabei die ganze Zeit von einem schmunzelnden Blick einer Dame zur Seiten Owyns verfolgt. Leith verneinte diese Frage zwar, fügte jedoch etwas ernster an, dass er in Vertretung des Konvents anwesend war und er deshalb auf diese Kabbeleien verzichten könnte. Jene Aussage wurde dadurch verstärkt, als Owyn auf die Idee kam, dass er stinkig sein könnte, dass er sich ins Blickfeld auf die angenehm anzusehende Dame zu seiner linken gesetzt hatte.

Die drei kamen dann auch schon bald ins Gespräch, welches wieder einmal typisch für die beiden Brüder war und nach kurzer Zeit stellte Leith die Frage, ob sie denn von Adel sei. Daraufhin verneinte Leanne, wie sie sich vorgestellt hatte, diese und meinte das sie lediglich eine Bäurin wäre. Während sie redete war der Blick Owyn’s sowieso schon auf den Tisch vor ihm gerichtet, jedoch bei der Erwähnung wurde sein Kinn eher unbewusst angehoben. Leanne musste diese Spur Arroganz bemerken, denn im Laufe des Gespräches wurde dies mehr als nur deutlich, dass sie gemerkt hatte, wie der Magier sie von nun an ansah.

Eigentlich war ihm diese Frau recht symphatisch gewesen, war höflich und lies sich nicht von seinen Kommentaren abschrecken. Doch als sie ihre Berufung erwähnte, war wieder dieses eisige Gefühl in innerem, die Hand Tuirean’s, die um sein Herz geschlossen wurde.

„Nur eine Bäurin – nichts wert“

Er schüttelte diesen Gedanken wieder ab, wirkte jedoch weiterhin unbewusst abweisend ihr Gegenüber und wandt sich neuerlich seinem Bruder hinzu. Nun fielen ihm auch diese unbeschreiblich dunklen Augenringe auf während dieser recht ruhig vor seiner Suppe zu sinnieren schien. Mehrmals stellten Owyn und Leanne ihm die Frage, ob alles in Ordnung sei, bis es ihm zu bunt wurde.

„So Leith, du kommst jetzt mal mit raus“

„Was, wieso, nein ist schon gut“

„Nichts da, ich will nichts hören. Du kommst jetzt mit“

Mit diesen Worten erhob sich Owyn, wandt noch einmal einige Worte, die jene beiden entschuldigen sollten an Leanne und zog den resignierenden Leith hinterher.

Das war ja nicht mit an zu sehen wie er dort, wie ein Schluck Wasser in der Kurve vor sich hin brütete und nun galt es, herauszufinden was ihn bedrückte.
Leanne

Beitrag von Leanne »

Nachdem sie die letzten Hasenbraten für die Grafenhochzeit aus dem Ofen geholt hatte, auf die Eileen schon ungeduldig und nervös wartete, half sie ihr die Speisen zum Pferd zu tragen.
Überrascht war sie schon, als zusätzlich zum grosszügigen Lohn fürs Einspringen in einer prekären Situation die Einladung zum Fest erfolgte.
Eigentlich war sie müde und erschöpft, die stundenlange Kocherei hatte ihre Spuren hinterlassen.
Aber dennoch.. diese Hochzeit war etwas Einzigartiges, und sie mochte Eileen de Galway sehr, eine kluge und starke Persönlichkeit, des Grafen mehr als würdig, wie sie fand.
Und ein wenig Abwechslung nach all dem Ärger in Bajard in den letzten Tagen würde ihr sicher gut tun.
Kurzentschlossen machte sie sich auf den Weg, ihre Scheu vor solchen Veranstaltungen entschieden beiseite drängend, stieg sie in die Kutsche, nur mit der mündlichen Einladung von Eileen bewaffnet.
Sie schlenderte Richtung Grafenschloss, fest damit rechnend, keinen Einlass zu finden, wurde sie überraschend problemlos hineingelassen.
Sie fand die Gäste schon alle an der Tafel sitzend vor, suchte sich mit Hilfe eines freundlichen Bediensteten einen Platz an einem fast leeren Tisch, was ihr durchaus nicht unwillkommen war, kannte sie doch den Grossteil der Gäste nicht.
Das kredenzte Weinglas in der Hand drehend, lauschte sie den Gesprächsfetzen vom Nachbartisch, musterte zwischendurch das Brautpaar wohlgefällig, kaum Notiz davon nehmend, dass sich irgendwann ein junger Mann in ihrer Nähe niedergelassen hatte.
Erst als sich ein weiterer Herr dazugesellte, sich mit Schwung auf den freien Stuhl neben ihr fallen liess, richtete sich ihr Augenmerk auf die Beiden.
Amüsiert dem Geplänkel der beiden jungen Männer lauschend, bei dem zunächst der eine vom andern ob seiner wohl etwas ungehobelten Art gerügt wurde, woraufhin der Gescholtene scherzhaft entgegnete, dass er wohl den Blick auf sie, Leanne, versperre und deshalb die Schelte einstecken müsse, konnte sie sich ein Lachen nicht mehr verkneifen.
Sie musterte die beiden ein wenig genauer, sie waren sich recht ähnlich, das weiße Haar, die blasse Haut, und zum guten Schluss, die Art, wie sie miteinander scherzten, liess sie vermuten, es müssten Brüder sein.
Nachdem man ins Gespräch kam, fragte Leith, der wohl ruhigere der beiden, sie nach ihrem Stand, ob sie von Adel sei....
Innerlich lachte auf bei dieser Frage.. sie.. die einfache Bäurin.. von Adel..
Wie konnte jemand nur darauf kommen?
Freundlich gab sie ihm Antwort, wobei ihr Blick zufällig auf den Gesichtsausdruck seines Bruders Owyn fiel, der plötzlich aussah als habe er etwas Schlechtes gegessen, als sie nicht ohne Stolz ihren Berufsstand erwähnte.
Soso, der junge Herr hatte also Dünkel, das hätte sie nach seinem Auftreten und seiner frischen, humorvollen Art gar nicht von ihm gedacht.
Wie gut, dass gerade solches Auftreten bei ihr auch den letzten Rest von Unsicherheit wenigstens nach außenhin wegwischte, dachte sie schmunzelnd. Und dass sie, um sich zu wehren, nichts anderes als ihre durchaus spitze Zunge brauchte.
Sie würde ihm schon zeigen, dass sie sich nicht schämte, das zu sein was sie war. Sehr freundlich und höflich, aber bestimmt.
`Wir werden schon sehn, wer von uns mehr Grund hat sich über den Anderen zu stellen, mein Freund `dachte sie mit einem Anflug von Kampfgeist und schmunzelte still in sich hinein.
Leith Llastobhar

Beitrag von Leith Llastobhar »

Langsam und schwer drehte er sich zur Seite und stiess dann dumpf gegen die Holzwand.
Ein ungewohntes Bett.
Er öffnete die Augen.

In dem kleinen Zimmer mit den beiden Betten für Gäste war kaum Licht. Nur der fahle Schein des Mondes durch das Fenster, welches sich in den Vorhängen vor ihm verfing. Leith starrte an die Decke und war im wahrsten Sinne des Wortes so müde wie er noch nie in seinem Leben gewesen war. Doch er konnte nicht schlafen.

Er hatte wieder einmal von Kailen geträumt. Doch diesmal war es kein so erschreckender Traum gewesen. Kailen saß auf einem Baum und las in einem Buch. Leith konnte nicht erkennen was darin stand, doch schon alsbald kam eine Person auf den Baum zugeschritten. Es war vielmehr ein Schatten als ein Mensch, und Leith konnte kaum erkennen wie der Mann aussah. Dann verschwamm das Bild und er stieß sich am Holz.


Da es ihm nicht möglich war zu schlafen, stand er leise auf um Una nicht zu wecken. Das Kratzen in seinem Hals hatte gnädigerweise aufgehört ihn zusätzlich zu quälen und mit einem leichten Anflug von Neugier schritt er durch den Vorhang und in eines der Nebenzimmer, woraufhin er leise die Tür schloss.

"Eigentlich eine recht schöne Küche" dachte Leith bei sich,
"Bäuerin... das ist doch kein Haus einer Bäuerin" und setzte sich auf einen der Stühle neben dem Esstisch.

Dann starrte er aus einem der Fenster und lies sich noch einmal die Geschehnisse des Abends durch den Kopf gehen.


"Wie siehst du denn aus Leith? So kannst du doch nicht auf die Trauung gehen, komm mal schnell mit!"
"In solchen Bauernklamotten geht man doch nicht auf eine Familienfeier"
Taras Gesicht schimmerte vor Leiths innerem Auge.
"Gut, dass sie Una's und nicht meine Tante ist" schoss es ihm in den Kopf.
"Uninformiert... gut, dass sie immer alles besser weiß"

Leith verwischte das Bild und sann sich zurück zur Kirche, in der die Trauung stattgefunden hatte.

Cathal hatte ihm jede Menge Leute gezeigt, die er nicht kannte, welche aber von enormer Bedeutung waren, wie der junge Llastobhar erfahren sollte. Namen wurden genannt und Gesichter damit in Verbindung gebracht.

Leith war begeistert von all dem was sich vor ihm abspielte. Die Hochzeit war recht schön mit anzusehen. Nur er... hatte sich ein paar Klamotten von Cathal geliehen und fand sich selbst darin mehr als nur unpassend gekleidet. Die teuren Klamotten machten ihn nicht besser und er sehnte sich nach seiner Truhe, in der die schon abgewetzte Tunika lag. Zwar war diese ein Geschenk der Familie gewesen, also ebenfalls neu, aber dennoch war sie ihm über die Wochen hinweg lieb geworden.


Dann, als die Trauung vorüber war, begann das Fest. Er folgte zwar dem Grafen und seiner Braut und natürlich auch seiner Familie, jedoch verlor er dann rasch den Blick als sie den Markt überquerten, welcher nun schon voll von Menschen war. Nach einer etwas verwirrenden, kurzen Zeit zwischen all den feiernden Leuten kam er jedoch wohlbehütet auf der anderen Seite wieder aus der Menge heraus. Der Graf und die hohen Herrschaften waren jedoch verschwunden, so dass sich Leith allein zum Schloß aufmachte, zu dem er als Vertreter des Konvent des Phönix geladen war. Una hatte sich verspätet.


Als er ankam, wurde er nach einigen Augenblicken, die er hinter zwei fein gekleideten Damen stand, von der Ritterin von Elbenau erkannt, die er schon einige Wochen zuvor hatte kennenlernen dürfen. Cathal stand Wache. Leith nickte ihm als er eingelassen wurde kurz grüßend zu und ging dann langsam und immer unsicherer weiter durch den großen Garten des Schlosses. Er wusste absolut nicht wo es hingehen sollte, da er noch nie zuvor im Schloss gewesen war.

Mit verwundertem und gleichzeitig fasziniertem Blick ging er, den Wachen zunickend, in das Schloß.
"So viele Gänge... und... hmm... wo geht es denn nun lang?" dachte er widerum.
Dann blickt er beinahe hilfesuchend nach Hinten und erblickte Farion und Sanjana, wie sie durch den Torbogen ins Innere schritten und sein Herz erleichterte sich ein wenig, als er diese nach dem Weg fragte.
Unter dem Wechsel freundlicher Worte wurde ihm angeboten ihnen zu folgen und so nahm er dieses Angebot dankend an.
Tara und Owyn hatten sich schon an einen Tisch gesetzt, jedoch waren zu ihren Seiten schon Stühle besetzt, so dass es unhöflich gewesen wäre nach einem Platz neben seinen Verwandten zu fragen. So bat er den Kellner um zwei Plätze für sich und Una und wurde dann sofort auf einen Stuhl gewiesen. Zu seiner rechten waren noch einige Stühle frei und das Paar aus dem Orden gesellte sich auf die andere Seite des Tisches um die Gesellschaft nicht zu sehr auseinander zu reissen. Zu seiner Linken war ein Stuhl frei und auf dem Stuhl daneben saß eine hübsch aussehende junge Frau, die etwa 20 Sommer alt zu sein schien. Ihr wallend rotes Kleid war sehr fein gearbeitet und ihre Haare waren zu einem aufwändigen Zopf geflochten.

Als sich dann jedoch sein Bruder zwischen ihn und die junge Frau setzte, brach die Stille, die zuvor herrschte und ein Gespräch begann, in dem Leith sich leicht mit Owyn kabbelte, aber währenddessen versuchte so höflich und vorbildlich wie möglich zu sein, da er ja schliesslich den Konvent und letztendlich auch die Familie vertrat, da Cathal, der diese Rolle sonst recht gern und gut übernahm, mit dem Wachdienst beschäftigt war.

Irgendwann im Verlaufe des Gesprächs, unter anderem erfuhr Leith den Namen der Frau und deren Stand, schweifte das Thema zu Una ab und warum diese denn nicht anwesend sei.

Leith spürte plötzlich eine zunehmende Müdigkeit aufkeimen und dachte schweren Herzens an Una, die Träume, das Buch... alles was in den letzten Tagen im Geheimen geschehen war.
Als er dann langsam wieder bemerkte, was um ihn herum geschah, wurde er gefragt ob es ihm gut ginge, da er wohl einen zunehmend kränklichen und übermüdeten Eindruck machte.
Da seine Müdigkeit nun die Oberhand gewann und alle seine Beteuerungen dass es ihm gut ginge eher Schlecht als Recht aufgenommen wurden, willigte er auf das Angebot seines Bruders, mit ihm kurz nach draussen zu gehen ein und machte sich gemeinsam mit ihm auf den Weg, nicht ohne noch einen kurzen Blick auf die Bäuerin Leanne im roten Kleid werfend. Diese war sehr erfreut gewesen über ihre Unterhaltung, da sie anscheinend sonst alleine dort gewesen war.


Draussen angekommen setze er sich mit Owyn auf eine Steinbank nahe des Teiches inmitten des königlichen Gartens.
Er erzählte ihm alles über das Buch, welches er bei sich trug... alles was er wusste. Und dass er in der schlaflosen Nacht zuvor die Notiz über den Fluch gefunden hatte. Owyn war mehr als nur überrascht. Er selbst konnte nicht fassen, dass ein Buch aus seines Vaters Bibliothek nun in den Händen von Leith war und schlimmer noch, dass er es selbst nie gesehen hatte.
Doch als Leith mit der Erzählung seines Geheimnisses fertig war, schweifte das Gespräch zu den Geschehnissen des Abends ab und Owyn neckte Leith immer wieder, dass dieser doch sauer wäre, dass er, Owyn, sich zwischen ihn und Leanne gesetzt hatte.

"Weshalb sollte ich deswegen sauer sein?"

"Ja... Una war nicht da und..."

"Naja... bis jetzt finde ich sie ganz nett"

Die Gedanken und Worte schweiften ab, als Leanne vor sie trat und sich verabschiedete.

Doch als sie gegangen war und beide Brüder zurück ins Schloss gingen um noch ein wenig auf den Feierlichkeiten zu verweilen, trat Cathal an Leith heran.
Er überreichte ihm das Geschenk der Familie an den Graf und an deren Gemahlin mit der Bitte, dies in Vertretung der Familie zu überreichen.

Leith willigte ein und ging dann mit Owyn zurück ins Schloß, wo er zu seiner Verwunderung wieder auf Leanne traf.
Leanne

Beitrag von Leanne »

Nachdem später an diesem Abend die beiden Brüder sich entschuldigt hatten, sah sie noch eine Weile dem Treiben auf dem Fest zu, bevor sie beschloss, sich auf zum Hof zu machen.
Ohne grosses Aufhebens schlenderte sie gen Ausgang und huschte unauffällig hinaus.
Draussen nahm sie einen tiefen Atemzug der frischen Abendluft und machte sich auf den Weg zum Tor. Unterwegs sah sie die beiden Brüder zusammen auf der Bank sitzen, der Höflichkeit halber blieb sie kurz stehn, um sich zu verabschieden, konnte sich aber des Gefühls nicht erwehren, sie bei einem vertraulichen Gespräch zu storen, weshalb sie den Abschied auch recht kurz hielt.
Am Tor angekommen, vernahm sie plötzlich eine Stimme, die ihr wohl bekannt vorkam, aber die sie zunächst nicht einordnen konnte.
"Ihr wollt schon gehn, Leanne?"
Verwundert spähte sie in die Richtung aus der die Stimme zu kommen schien, aber ausser einem Baum und einem Fremden der an der Mauer lehnte, konnte sie nichts erkennen.
"Kennen wir uns?" ein wenig verwirrt sprach sie die Worte, als Rafael de Arganta schmunzelnd hinter dem Baum hervortrat.
Lachend kamen sie ins Gespräch und endlich bekam sie Gelegenheit, seine reizende Gattin Angelina kennenzulernen, die ein Stück abseits stand.
Rafael bot ihr an, ihn und seine Gattin noch einmal zum Fest zu begleiten, man könne doch noch ein Gläschen aufs Wohl des Brautpaares trinken.
Wieder im Saal angekommen, vergnügte man sich ein wenig mit dem Tanz zum wunderbaren Spiel des Barden.
Sie sah den beiden glücklichen Paaren auf der Tanzfläche etwas wehmütig zu, Erinnerungen an ihren letzten Tanz stiegen in ihr hoch, damals mit Aldred auf dem Fest zu Varuna....
Kurzentschlossen wischte sie die Gedanken fort und wandte sich ab, es war lange her und vorbei.
Der Trubel, der gleich darauf um sie herum losging, tat sein übriges dazu, sie schnell abzulenken.
Die Brautjagd hatte begonnen, und sie mitten drin...
Ein wenig fehl am Platze kam sie sich vor, aber sie wurde einfach von dem lustigen Treiben mitgerissen und als sie schliesslich Una und Leith in der Menge entdeckte, liess sie sich einfach mitziehn, wenigstens zwei halbwegs bekannte Gesichter.
Im Lauf der Jagd, quer durch die Stadt, bemerkte sie, dass Leith immer stärker anfing zu husten, blass und übermüdet sah er ja den ganzen Abend schon aus.
Sich in seine Nähe schmuggelnd, fragte sie ihn leise, ob sie ihn nicht lieber zum Schloss zurückbegleiten solle.
Nein natürlich nicht, er müsse Una zur Seite stehn, und überhaupt es ginge schon.
Was hatte sie auch erwartet, innerlich die Augen verdrehend, behielt sie ihn während dem Rest des Abends unauffällig im Blick, wohl merkend, dass sich sein Zustand zusehends verschlechterte.
Auch Una, die zunächst trotz ihrer offensichtlichen Schwäche recht munter wirkte, wurde hin und wieder von bösen Hustenanfällen geschüttelt.
Endlich war die Jagd beendet, der Graf ritt mit seiner schlafenden Braut davon und die letzten Gäste zerstreuten sich.
Entschlossen trat sie zu den beiden Llastobhars. Schliesslich hatte ihr Niathaniel nicht umsonst seine Heiltränke zurückgelassen, bevor er fortging. Sie würde die beiden sicher nicht so krank allein in der Nacht zurücklassen.
Langsam gingen sie zur Kutsche, immer wieder schaute sie besorgt von einer zum anderen. Endlich angekommen, gab sie dem Kutscher leise die Anweisung, möglichst schnell aber vorsichtig Richtung Bajard abzufahren.
Auf dem Hof angekommen, war Leith inzwischen so erschöpft, dass er in Nias Praxis fast auf dem Boden zusammenfiel.
Kaum konnte er sich auf dem eiligst zurechtgezogenen Stuhl halten, der Trank hatte zwar den Husten gemildert, aber gegen seine Schwäche war er wirkungslos.
Entschlossen deutete sie auf die beiden Betten an der Wand, so würde sie die beiden sicher nicht auf den Heimweg schicken.
Sie führte Leith zum Lager und deutete Una an, es sich auf dem anderen gemütlich zu machen. Una schien es recht unangenehm zu sein, anzunehmen was Leanne doch so selbstverständlich erschien.
Keiner der beiden war in der Lage ungefährdet heimzureisen, Leith ganz sicher nicht, nicht einmal aufrecht stehn konnte er.
Sie legte den Beiden die Hausschlüssel auf den Tisch, erklärte Una wo sie am Morgen ein frisches Mahl finden würden und schloss leise die Tür hinter sich.
Kurz innehaltend überlegte sie, ob sie die beiden wirklich allein lassen konnte, aber Una würde ihre Schlafkammer schon finden, wenn sie sie bräuchte.
Sie war selbst inzwischen so erschöpft, sie musste einfach ins Bett. Die Beiden brauchten einfach Ruhe... besonders Leith.. er sah aus wie der Tod, eine Nacht ruhigen Schlafes würde sicher Wunder wirken...
Irgendetwas stimmte nicht mit ihm... oder war es doch nur die Krankheit, die ihn so mitnahm?
Mit diesen Gedanken fiel sie in einen unruhigen Schlaf, aus dem sie mit dem ersten Hahnenschrei wieder erwachte.
Antworten