Nach Alathair

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Viktor

Nach Alathair

Beitrag von Viktor »

1. Nach Alathair

Ich bin Viktor. Für die Wenigsten auch unter Viktor Feuerhand bekannt. Aber das ist schon lange unwichtig. Ich werde euch hier ein Stück meines Lebens erzählen. Was ich schon gesehen habe, was ich gefühlt habe. Meine Erzählung fängt bei meinen "alten" Söldnertagen an...
Zarte Schneeflocken setzen sich auf meinen trockenen Lippe ab. Es sind schon einige Tage vergangen seitdem ich und meine Männer ein Dorf durchquert haben. Nur diese abscheuliche Eiswüste lag zwischen uns und unserem Auftrag. Unsere Kräfte, unser Mut und unser Opptimismus schwindeten mit jeder Minute in denen wir immer tiefer im Schnee versanken. Es schien mir alsob mein Gesicht gegen eine Mauer aus eiskaltem Wind gedrückt wurde.Meine Gedanken waren stets bei meiner Frau Shikara. Schwer beladen und erschöpft erklimmen wir den nächsten Hügel bis ein Licht mein Auge blendete. Ein Leuchtturm...und vor mir erstreckte sich ein Anblick, der sich in meine Gedächnis gebrannt hat. Ein Fläche aus Eis und Wasser. Es führte auf das offene Meer hinaus. Eisflächen schwammen auf dem Wasser. Der Gedanke, dass hier Leben exestieren würde, war mir recht paradox. Mit weit geöffneten Augen standen wir nun da. Nur der Wind unterbrach unser Schweigen, bis ich das Wort ergriff: " Nicht mehr weit...nicht mehr weit!" Ich wiederholte es, doch immer mehr sprach ich es zu mir, als zu den andern. Langsam überkam mich das Gefühl, dass diese Kälte auch bald mein Herz überkommt. Nur der Gedanke zu Überleben und zu denen zurückzukehren, die ich liebe, wärmte mein Herz...Shikara...
Nach Stunden des Wanderns bemerkte ich wie groß doch der vorausstehende Berg doch wirklich ist. Bis dahin, dachte ich, dass es das größte ist was ich je gesehn habe. Wie ein Schwert stoch es durch die Wolken. Meine Männer waren voller Ehrfurcht.
Für mich war es schwer nicht den Überblick zu verlieren. Meine Augen kreisten um den Berg herum...einen Pfad zu finden war fast unmöglich, doch das mussten die Anderen ja nicht wissen. Und plötzlich stockte mir der kalte Atem. Ich sah eine Schar...eine Schar, die vom Berg herunter stürmt. Mir war ja nicht klar, dass dies unser Verderben sein würde...
Auf dem zweiten Blick erkannte ich eine Art Banner und eine blutrünstige Gruppe Nordmänner. Meine Männer fletschten bereits mit den Zähnen und waren bereit Blut zu vergießen. Ich vergass bis zu dem Zeitpunkt, dass ich eine Söldnerbande führe und keine poppelige Königsarmee. Diese Leute sind zum Kampf geboren...und sie kennen nichts anderes als Blut und Sold.
Ich rammte mein Schwert in den Schnee, schloß meine Augen., streckte meine Armee weit aus. Meine Luppen wehten im Sturm. Ich war dabei meine letzten Kräfte zu beziehen. Dann drehte ich mich um. Ich sah Entschlossenheit in den vielen Augen. Die Söldner strichen sich mit ihren finger durchs Gesicht. Kriegsbemalungen. Es war nun an der Zeit. Die Nordmänner mit ihren rießigen Äxten und Wölfen kamen wie eine Lawine den Berg hinunter. Eine rießige Masse. Ich zog mein Schwert und rannte als erster den Hügel runter. Vor mir baute sich ein Eiskessel auf. Es war das "Tal des Eises" wie ich es später dann nannte. Hinter meinem Rücken folgten mir die Söldner...
Der Blutdurst schmied unsere Mimik und wir flogen auf den Flügeln des Eisens auf sie zu. Wir lebten! Bis zum Zeitpunkt, dass sich die Waffen kreuzten verging für mich eine Ewigkeit. Doch dann...war es ein lauter Knall. Als mein Schwert einen Heranstürmenden durchbohrte, geriet ich in pure Kampfeslust. Das Blut strömte nur so über den Schnee und schon bald wurde das Tal rot gefärbt. So rot wie man sich es nur schwer ausmalen konnte. Zuckersüß. Äxte und Keulen wirbelten durch die Lüfte und zerschlugen die Körper. Schreie, Gelächter und den Tod vermochte ich um mich rum. Doch schien ich nicht viel zu merken, was um mich rumgeschieht. Wir waren unterlegen. Ich war entsetzt. So viele meiner Gefährten tot vor mir. Einige gerieten ins eiskalte Wasser. Das war der sichere Tod. Nicht nur wegen des Wassers, sondern der Eisflächen, die einen unter Wasser halten konnten. Sie schrien um Hilfe doch ich konnte nichts tun. Die Eisflächen bedeckten sie. Ich hoffte nur, sie würden schnell ertrinken und keiner Qual ausgesetzt wurden. Ich forderte meine restlichen Leute zum Rückzug auf. Sie sollten fliehen solange es noch eine Chance gab. Verloren konnte man uns nennen. Verloren in der Eishölle. Den nichts war schlimmer als die Tage nach der Schlacht...der verlorenden Schlacht. Selbst der Feind war uns nicht bekannt...genauso wenig wie ihre Absichten. Ob wir ihr Territorium "entweiht" haben? Oder sind sie einfach nur blutrünstig gewesen? Ich weiß es nicht. So viele Fragen flogen durch meinen Kopf auf der Suche nach Antworten. Ich wünschte ich wäre gestorben.
Die Tage waren kälter als zuvor. Wir hatten nichts zu essen. Kaum Kleider. Wir wärmten uns in windstilleren Höhlen an Feuer. Ich wollte nur noch zurück. So einen Gegenschlag habe ich noch nie erlebt...ich kann keine Verantwortung mehr tragen. Ich habe sie in den Tod gerissen. Vielleicht gab es noch Chancen. Wenn ja, habe ich sie nicht genutzt.
Wir suchten nur noch ein Dorf. Endlich wieder Bier und Fleisch essen. Still war es in der Gruppe schon seit Tagen. Somit auch viel Zeit zum Nachdenken. Ich konnte sie nicht mehr führen. Das entschloss ich für mich. Ja, vielleicht war das auch feige. Aber ich konnte keine Verantwortung tragen. Ich wollte es auch nicht. Nicht mal nach Hause wollte ich...Was Neues brauchte ich. Einen Neuanfang. Irgendwo wo mich niemand kennt. Und am besten sofort!!....Verzeih Shikara...
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