Sie erwachte...
Verfasst: Dienstag 18. Juli 2006, 13:06
Leith saß zusammengesunken auf einem Stein kurz vor der Küste, halb im Gras, halb im Sand versteckt, nahe dem weiten Meer, auf das er nun schon so unzählige Male gestarrt hatte. Des Nachts, wenn niemand sonst hier war. Des Nachts, wenn ihn diese Träume plagten.
In seinem Kopf spielten sich noch einmal die letzten Stunden wieder:
Una war wieder aufgewacht.
Zuerst hatte sie nur kurz mit den dünnen Fingern gezuckt, dann hatte sich langsam die Brust auf und ab bewegt.
Mehr als zuvor waren nun ihre Atemzüge zu bemerken, scheinbar kräftig genug um dem kleinen Körper Leben einzuhauchen.
Dann - Die Pupillen regten sich unter den Augenlidern, wie in einem Traum. Fieberhaft glitten sie hin und her, scheinbar wild nach etwas suchend.
Leith zog unterdess sein Kopftuch ab und knüllte es in den Händen hin und her. Sie musste es schaffen...
Und noch bevor er seinen Gedanken richtig zuende denken konnte hoben sich die Hände Unas nach oben, schnappten nach Sorchas Hand und keuchend, voller Schrecken im Blick wisperte sie in heiserem Ton einen Namen.
Kailen.
Sie hatte von ihm geträumt... und sie wusste, dass er hier war, auf Gerimor.
Wie von einem heißen, sengenden Blitz getroffen wich Leith plötzlich zurück und kauerte sich an die Wand. Gedankenfetzen und Erinnerungen aus den Träumen schossen ihm durch den Kopf. Konnte das sein?
Kailen... das brennende Schiff
Und dann Una, der fallende Engel...
Hatte es alles einen Zusammenhang?
Dann stand er zitternd auf, die Augen in Tränen getränkt von seiner Fassungslosigkeit, der kalten Angst, dem unbekannten Grauen in seinen Träumen. Er schritt zur Tür, hörte nichtmehr auf irgendwelche Worte. Er musste nachdenken, nachdenken über die Zusammenhänge.
"Sucht nicht nach mir, ich komme schon wieder"
das waren seine letzten Worte gewesen, bevor er durch die schweren Eisentore des Konvents hinaus in die Nacht stürmte.
Und nun saß er hier auf diesem Felsen, dem starren, kalten Gebilde aus Stein.
Wieder stellte er sich vor wie es wäre frei über den Wolken und über dem Wasser dahinzufliegen.
Doch noch bevor er sich richtig in seine Vorstellung hineinversetzen konnte, brannte sich die Erinnerung stechend zurück in seinen Verstand.
Er hatte von Kailen geträumt. Nur wenige Tage bevor Una beinahe gestorben wäre.
Das konnte kein Zufall gewesen sein. Kailen musste in genau diesem Moment Gerimor betreten haben.
Und der Traum von Una war ebenfalls kein Zufall. Doch wieso und warum kamen diese Träume genau zur selben Zeit?
So wäre es doch Leith lieber gewesen, er hätte Schlimmes verhindern können, indem er schon vorher wusste, was geschah.
Er kam zu spät. Zu spät um Una zu retten.
Hatte Kailen vielleicht etwas mit dem ganzen zu tun? Hatte er Una vergiftet?
Nein. Cathal hatte ihr das Brot von der Armenspeisung gegeben... und er hätte Kailens Gesicht erkannt, wenn dieser etwas gespendet hätte. Zaubern konnte er ja wohl unmöglich, so dass sich vielleicht sein Gesicht vor Cathal hätte verbergen können... und Freunde hatte er hier wohl auch noch keine.
Oder etwa doch?
Leith rutschte seinen großen Reiserucksack ein wenig zurecht, als ihm plötzlich etwas einfiel.
"das Buch!"
Und in der nächsten Sekunde hatte er es auch schon hervorgezogen und blätterte hastig auf der Suche nach irgendetwas.
"Warum ist mir das nicht gleich eingefallen?"
Und dennoch wusste er nicht, wieso es ihm überhaupt eingefallen war. Scheinbar ohne Grund blätterte er in dem Buch mit dem dunklen Einband.
Dann, wie aus dem nichts, fiel ihm eine Seite auf, die er vorher nie beachtet hatte.
Anhänge, Anmerkung 7, C
der Rest war verwischt und nicht lesbar, doch darunter stand ein Text.
"Das Buch, welches Aufschluss über die Artefakte gibt in seiner ursprünglichen Fassung sei von Niemandem unter keinsten Umständen zu öffnen, so er sich nicht auf ewig dem Fluch..."
der Rest des Textes war ebenfalls verwischt.
Eine kleine Notiz war am Rande der Seite zu erkennen, doch Leith konnte sie im Licht des Mondes kaum lesen.
"Habe es geschafft den sehenden Schlaf in das Buch zu sperren - C.L."
Leith stockte der Atem.
In seinem Kopf spielten sich noch einmal die letzten Stunden wieder:
Una war wieder aufgewacht.
Zuerst hatte sie nur kurz mit den dünnen Fingern gezuckt, dann hatte sich langsam die Brust auf und ab bewegt.
Mehr als zuvor waren nun ihre Atemzüge zu bemerken, scheinbar kräftig genug um dem kleinen Körper Leben einzuhauchen.
Dann - Die Pupillen regten sich unter den Augenlidern, wie in einem Traum. Fieberhaft glitten sie hin und her, scheinbar wild nach etwas suchend.
Leith zog unterdess sein Kopftuch ab und knüllte es in den Händen hin und her. Sie musste es schaffen...
Und noch bevor er seinen Gedanken richtig zuende denken konnte hoben sich die Hände Unas nach oben, schnappten nach Sorchas Hand und keuchend, voller Schrecken im Blick wisperte sie in heiserem Ton einen Namen.
Kailen.
Sie hatte von ihm geträumt... und sie wusste, dass er hier war, auf Gerimor.
Wie von einem heißen, sengenden Blitz getroffen wich Leith plötzlich zurück und kauerte sich an die Wand. Gedankenfetzen und Erinnerungen aus den Träumen schossen ihm durch den Kopf. Konnte das sein?
Kailen... das brennende Schiff
Und dann Una, der fallende Engel...
Hatte es alles einen Zusammenhang?
Dann stand er zitternd auf, die Augen in Tränen getränkt von seiner Fassungslosigkeit, der kalten Angst, dem unbekannten Grauen in seinen Träumen. Er schritt zur Tür, hörte nichtmehr auf irgendwelche Worte. Er musste nachdenken, nachdenken über die Zusammenhänge.
"Sucht nicht nach mir, ich komme schon wieder"
das waren seine letzten Worte gewesen, bevor er durch die schweren Eisentore des Konvents hinaus in die Nacht stürmte.
Und nun saß er hier auf diesem Felsen, dem starren, kalten Gebilde aus Stein.
Wieder stellte er sich vor wie es wäre frei über den Wolken und über dem Wasser dahinzufliegen.
Doch noch bevor er sich richtig in seine Vorstellung hineinversetzen konnte, brannte sich die Erinnerung stechend zurück in seinen Verstand.
Er hatte von Kailen geträumt. Nur wenige Tage bevor Una beinahe gestorben wäre.
Das konnte kein Zufall gewesen sein. Kailen musste in genau diesem Moment Gerimor betreten haben.
Und der Traum von Una war ebenfalls kein Zufall. Doch wieso und warum kamen diese Träume genau zur selben Zeit?
So wäre es doch Leith lieber gewesen, er hätte Schlimmes verhindern können, indem er schon vorher wusste, was geschah.
Er kam zu spät. Zu spät um Una zu retten.
Hatte Kailen vielleicht etwas mit dem ganzen zu tun? Hatte er Una vergiftet?
Nein. Cathal hatte ihr das Brot von der Armenspeisung gegeben... und er hätte Kailens Gesicht erkannt, wenn dieser etwas gespendet hätte. Zaubern konnte er ja wohl unmöglich, so dass sich vielleicht sein Gesicht vor Cathal hätte verbergen können... und Freunde hatte er hier wohl auch noch keine.
Oder etwa doch?
Leith rutschte seinen großen Reiserucksack ein wenig zurecht, als ihm plötzlich etwas einfiel.
"das Buch!"
Und in der nächsten Sekunde hatte er es auch schon hervorgezogen und blätterte hastig auf der Suche nach irgendetwas.
"Warum ist mir das nicht gleich eingefallen?"
Und dennoch wusste er nicht, wieso es ihm überhaupt eingefallen war. Scheinbar ohne Grund blätterte er in dem Buch mit dem dunklen Einband.
Dann, wie aus dem nichts, fiel ihm eine Seite auf, die er vorher nie beachtet hatte.
Anhänge, Anmerkung 7, C
der Rest war verwischt und nicht lesbar, doch darunter stand ein Text.
"Das Buch, welches Aufschluss über die Artefakte gibt in seiner ursprünglichen Fassung sei von Niemandem unter keinsten Umständen zu öffnen, so er sich nicht auf ewig dem Fluch..."
der Rest des Textes war ebenfalls verwischt.
Eine kleine Notiz war am Rande der Seite zu erkennen, doch Leith konnte sie im Licht des Mondes kaum lesen.
"Habe es geschafft den sehenden Schlaf in das Buch zu sperren - C.L."
Leith stockte der Atem.