In den Gewölben der Ordensburg ein paar Tage vor dem 22. Alatner 264
Im flackernden Schein der Fackeln an den rußigen Wänden der Ordensburg saß er nun seit Stunden hier. Es ward angerichtet. Er hatte die Studiosi die Uhren herabbringen lassen nun musste er sie nur noch für seine Zwecke anpassen.
Mit einer gewissen Zärtlichkeit streicht er über den Korpus der Uhren, die Finger wanderten dann sanft über die Wörter, die die Meisterin Arbory Landor ihm angebracht hatte. Sie ward ein feines Weib, stellte keine Fragen und arbeitete zuverlässig mit feinem Sinn für die Ästhetik, so wie er die Handwerker mochte.
„Tempus Fugit“- „Die Zeit flieht“ steht in alten zackigen Lettern über dem Uhrwerk der vier Uhren feinst als Intarsien eingearbeitet. Darunter ward ein Schwindelstein eingelassen, genau die richtige Größe, dass er als Speicher eines Tages nützt. Vorne auf den Uhren ward ein kleiner Kreis, zwei Wellenlinien, ein Dreieck und eine Spirale angebracht.
Es dauerte lange bis er mit zittrigen Händen Uhrwerk hinter dem dunklen Ziffernblatt herausnahm. Für die kleinen Teile nahm er sich seinen Teil vom Lied und beruhigte die Knotenpunkte, für seine Hände. Niemand – noch niemand – durfte genau wissen was er da tat. Auch die Collegi nicht. Diese Zeit müsste erst kommen, an dem er sich ihnen offenbaren konnte.
Er blickte tief durch das Vergrößerungsglas und brachte winzige Turmaline an die vier Uhren an. An die mit dem Kreis schwarze Turmaline, an die mit den Wellenlinien die roten, an die mit dem Dreieck die grünen und an die mit der Spirale schlussendlich die blauen.

Er bohrte nun hinter den Uhren ein winziges Loch für einen Golddraht und verband das eiserne Uhrwerk mit dem Schwindelstein.
Er rückte nur vier von fünf in die Mitte des Pentakels das er vorbereitet hatte. Eine Unruhe durchfuhr ihn in den nächsten Tagen. Mehrmals täglich ging er hinab und eine hämische Freude erfasste ihn jedes Mal.
22. Alatner 264 Bajard – Die Fügung des Schicksals
Er musste sie verteilen – Zwei ließ er per Postkutsche nach Bajard liefern, sollten sie nicht nur auf alatarischem Grund stehen.
Alatar musste mit ihm sein, da er ihm den unbedarften Novizen Myrannt Moortas sandte. Es ward zu schön, um wahr zu sein. Es schmerzte ihn fast die hämische Freude zu verstecken, mit der er ihm die eine Uhr zum Geschenk machte und auch Alatar wird es wohl fügen, dass sie auch aufgestellt wurde. Mit viel Glück werden sie sie nicht einmal untersuchen….
In dieser Nacht hallte ein lautes Lachen von der schwarzen Burg hinab in die heilige Stadt Rahal.