Eine Vorahnung der Ahnen
Verfasst: Donnerstag 12. August 2021, 22:58
Die Nacht hatte gerade den Tag abgelöst. Schummriges Licht drang aus vernebelten Fenstern kleiner Hafenschuppen. Die Gassen von Bajard stanken nach Fisch, Fäkalien und ungewaschenen Matrosen, die viel zu lange auf See geblieben waren.
Mandur lenkte seine riesigen Schritte mit bedächtigem Tempo am Pier entlang, wohlwissend dass er auch heute bei seiner Suche dem Ziel kein Deut näher gekommen war.
"Ihr Urväter und Ahnen, helft mir mein Weib wiederzufinden. Gebt mir ein Zeichen wo isch suchen muss." Mandurs volle Lippen formten diese unruhigen Worte- halb Gebet, halb Wunschdenken. Die breiten Nasenflügel bebten, als er in einem Atemzug die salzige Meerluft aufsog, um dann diese in einem tiefen Seufzer wieder aus der Lunge zu pressen.
Er hatte Bajard seit seiner Ankunft auf Gerimor vor einigen Tagen nicht verlassen, in der Hoffnung die Toten würden ihm ein Zeichen zukommen lassen. Irgendein Zeichen, sei es nur ein winzig kleines, welches ihm Gewissheit gab dass seine Reise nach Gerimor nicht vergebens war. Die Zeit drängte, denn Mandur spürte tief in seinem Innersten dass die unwirkliche Chance sein geliebtes Weib von den Toten zurückzuholen mit jedem verstrichenen Tag dahinschwinden würde.
"Jila..." hauchte er leise ihren Namen. Nur allzu gerne erinnerte er sich an ihre bernsteinfarbenen Augen, schmeckte in nostalgischer Erinnerung schwelgend den Duft ihrer haselnuss-braunen Haut und sehnte sich nach den langen nachtschwarz gewellten Locken, in die er so gerne sein Gesicht vergrub.
"Isch werde deine Seele im Totenreisch finden...." schwor er sich insgeheim, die beiden riesigen Pranken entschlossen zu Fäusten zusammengeballt.
Seit seiner Ankunft auf Gerimor hatte er kein Zeichen mehr bekommen und es war wieder Zeit den Toten ein Opfer zu bringen.
Er würde 'Grar' dem einäugigen Raben ein Opfer darbieten und diesen um Erlaubnis zu bitten seine Verbindung zu den Ahnen zu stärken. Vielleicht würde es helfen.
Es musste helfen.
Aber Mandur bräuchte schon etwas Größeres als ein Mufflon als Opfertier, denn scheinbar waren die Toten ihm nicht wohlgesonnen, hatten sie doch sein erstes Opfer schweigend ignoriert...
Mandur spannte seinen muskulösen Brustkorb an, der von massigen Schultern und Armen umrahmt wurde. Man konnte den jungen Mann getrost als einen Hünen bezeichnen, überragte er die meisten Dorfbewohner Bajards um gut zwei Köpfe oder mehr. Gepaart mit seiner südländischen Erscheinung, seiner haselnuss-braunen Haut und den bernsteinfarbenen Augen würde man ihn nur schwerlich in einer Menschenmenge übersehen.
Die Nacht fröstelte, umso mehr weil er es nicht gewohnt war in solch einer Klimazone unterwegs zu sein und weil das schäbige Lumpenhemd unlängst nur noch als Stofffetzen an seinem mächtigen Torso herabhing und weitaus mehr Haut zeigte als es verbarg.
Dieser Ort Bajard behagte ihm nicht und womöglich spürten es auch seine Ahnen, weswegen sie für solch lange Zeit schwiegen.
Dieser Ort Bajard war so gottlos wie die Luft nach Fisch stank.
Sein Weg würde ihn bald ins Landesinnere führen. Eine innere Stimme in ihm drängte förmlich danach. Er verstand diese nur noch nicht.

Mandur lenkte seine riesigen Schritte mit bedächtigem Tempo am Pier entlang, wohlwissend dass er auch heute bei seiner Suche dem Ziel kein Deut näher gekommen war.
"Ihr Urväter und Ahnen, helft mir mein Weib wiederzufinden. Gebt mir ein Zeichen wo isch suchen muss." Mandurs volle Lippen formten diese unruhigen Worte- halb Gebet, halb Wunschdenken. Die breiten Nasenflügel bebten, als er in einem Atemzug die salzige Meerluft aufsog, um dann diese in einem tiefen Seufzer wieder aus der Lunge zu pressen.
Er hatte Bajard seit seiner Ankunft auf Gerimor vor einigen Tagen nicht verlassen, in der Hoffnung die Toten würden ihm ein Zeichen zukommen lassen. Irgendein Zeichen, sei es nur ein winzig kleines, welches ihm Gewissheit gab dass seine Reise nach Gerimor nicht vergebens war. Die Zeit drängte, denn Mandur spürte tief in seinem Innersten dass die unwirkliche Chance sein geliebtes Weib von den Toten zurückzuholen mit jedem verstrichenen Tag dahinschwinden würde.
"Jila..." hauchte er leise ihren Namen. Nur allzu gerne erinnerte er sich an ihre bernsteinfarbenen Augen, schmeckte in nostalgischer Erinnerung schwelgend den Duft ihrer haselnuss-braunen Haut und sehnte sich nach den langen nachtschwarz gewellten Locken, in die er so gerne sein Gesicht vergrub.
"Isch werde deine Seele im Totenreisch finden...." schwor er sich insgeheim, die beiden riesigen Pranken entschlossen zu Fäusten zusammengeballt.
Seit seiner Ankunft auf Gerimor hatte er kein Zeichen mehr bekommen und es war wieder Zeit den Toten ein Opfer zu bringen.
Er würde 'Grar' dem einäugigen Raben ein Opfer darbieten und diesen um Erlaubnis zu bitten seine Verbindung zu den Ahnen zu stärken. Vielleicht würde es helfen.
Es musste helfen.
Aber Mandur bräuchte schon etwas Größeres als ein Mufflon als Opfertier, denn scheinbar waren die Toten ihm nicht wohlgesonnen, hatten sie doch sein erstes Opfer schweigend ignoriert...
Mandur spannte seinen muskulösen Brustkorb an, der von massigen Schultern und Armen umrahmt wurde. Man konnte den jungen Mann getrost als einen Hünen bezeichnen, überragte er die meisten Dorfbewohner Bajards um gut zwei Köpfe oder mehr. Gepaart mit seiner südländischen Erscheinung, seiner haselnuss-braunen Haut und den bernsteinfarbenen Augen würde man ihn nur schwerlich in einer Menschenmenge übersehen.
Die Nacht fröstelte, umso mehr weil er es nicht gewohnt war in solch einer Klimazone unterwegs zu sein und weil das schäbige Lumpenhemd unlängst nur noch als Stofffetzen an seinem mächtigen Torso herabhing und weitaus mehr Haut zeigte als es verbarg.
Dieser Ort Bajard behagte ihm nicht und womöglich spürten es auch seine Ahnen, weswegen sie für solch lange Zeit schwiegen.
Dieser Ort Bajard war so gottlos wie die Luft nach Fisch stank.
Bajard war fremd und kein guter Ort um lange dort zu verweilen. Er würde ein geeignetes Tieropfer für die Ahnen suchen und das Reich der Toten erneut um Rat bitten.Ihre Bewohner grüßten nicht 'Eluwa', die Allmutter oder 'Tar', dem Gott des Zorns und schon gar nicht huldigten sie 'Grar' dem einäugigen Raben.
Sie verbanden sich nicht im Geiste mit ihren spirituellen Seelentieren, suchten keinen Rat bei einem Schamanen, deuteten nicht mit kleinen Tierknochen die Strömung des Schicksalsflusses und vor allem nicht verehrten sie das Reich der Ahnen.
Sein Weg würde ihn bald ins Landesinnere führen. Eine innere Stimme in ihm drängte förmlich danach. Er verstand diese nur noch nicht.




















