Reika saß in ihrem Zimmer und zermörserte Kräuter mit einem Stößel... die gelbe Brühe im Mörser sah an sich harmlos aus...
Zufrieden nickend schnupperte sie noch einmal an dem Gebräu und nahm sodann einen Löffel um das Gebräu über Brot, Käse und Äpfel zu träufeln..
"Auf das es wohl bekomme!", murmelte sie zynisch grinsend bei dem Gedanken daran, wer sich diese Speisen einverleiben würde.
Sie stopfte die Sachen in einen Beutel und machte sich auf den Weg nach Rahal. Nach einem scharfen Ritt stieg sie schwungvoll vor der Taverne in Rahal ab und betrat den Raum, die Kapuze tief ins Gesicht gezogen...
Der Bruder saß schon wartend... sie musterte ihn kurz und ließ ihren Blick prüfend über ihn wandern...
Er war jung und noch recht ungeschult aber es sollte nicht auffalllen von wem diese Speisen kamen... also war er genau der Richtige, der mit einer Schwester die Speisen überbringen sollte..
Nach kurzen prüfenden Fragen reichte sie ihm den Beutel und ließ vorsichtshalber einen magischen Energiestoß zur Stärkung seiner Kräfte durch seinen Körper fahren...
Sie wusste.... nun kam es auf ihn und die Schwester an... sie würden den Auftrag erüllen, dessen war sie sich sicher..
Der erste Schritt...
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Lythiana Cronor
Ein selbstzufriedenes Lächeln spielte um Lythianas Mund, während sie schweigend aus dem Fenster der Kutsche blickte, welche sie und den Bruder zurück nach Rahal bringen sollte. Es war so einfach gewesen... fast schon zu einfach.
Sie hatte den Bruder in der Taverne Rahals getroffen. Nur wenige Worte wurden zwischen ihnen gewechselt, ehe sie sich trennten, um die Ordenskleidung ab- und „etwas“ unauffälligere Kleidung anzulegen.
Kurze Zeit später schritten sie beide durch das Stadttor Varunas. Obwohl Lythiana eine gewisse Anspannung spürte, ließ sie sich nach außen hin nichts anmerken. Ein leichtes Lächeln spielte um ihren Mund, entgegenkommende Passanten wurden freundlich von ihr gegrüßt. Bald schon trafen der Bruder und sie auf einen hilfsbereiten Mann, welcher sie zu Herrn Llastobhar führte. Dieser nahm die Spende nur allzu bereitwillig und unter Dankesbekundungen an, schien jedoch recht in Eile zu sein und verabschiedete sich nach kurzer Zeit von ihnen. Daraufhin verließen Lythiana und der Bruder die Stadt auf dem kürzesten Wege. Schließlich bestand die geringe Wahrscheinlichkeit, dass vorzeitig von ihren Speisen gekostet wurde – und dann wollten sie auf keinen Fall in der Nähe sein. Die junge Frau musste sich sehr beherrschen, um auf dem Weg aus der Stadt nicht in Gelächter auszubrechen. Dieser Narr hatte sich noch nicht einmal dafür interessiert, von wem die Spende denn kam... Nun, um so besser. Nun blieb nur noch zu hoffen, dass die freundliche Spende auch die erwünschte Wirkung brachte.
Sie hatte den Bruder in der Taverne Rahals getroffen. Nur wenige Worte wurden zwischen ihnen gewechselt, ehe sie sich trennten, um die Ordenskleidung ab- und „etwas“ unauffälligere Kleidung anzulegen.
Kurze Zeit später schritten sie beide durch das Stadttor Varunas. Obwohl Lythiana eine gewisse Anspannung spürte, ließ sie sich nach außen hin nichts anmerken. Ein leichtes Lächeln spielte um ihren Mund, entgegenkommende Passanten wurden freundlich von ihr gegrüßt. Bald schon trafen der Bruder und sie auf einen hilfsbereiten Mann, welcher sie zu Herrn Llastobhar führte. Dieser nahm die Spende nur allzu bereitwillig und unter Dankesbekundungen an, schien jedoch recht in Eile zu sein und verabschiedete sich nach kurzer Zeit von ihnen. Daraufhin verließen Lythiana und der Bruder die Stadt auf dem kürzesten Wege. Schließlich bestand die geringe Wahrscheinlichkeit, dass vorzeitig von ihren Speisen gekostet wurde – und dann wollten sie auf keinen Fall in der Nähe sein. Die junge Frau musste sich sehr beherrschen, um auf dem Weg aus der Stadt nicht in Gelächter auszubrechen. Dieser Narr hatte sich noch nicht einmal dafür interessiert, von wem die Spende denn kam... Nun, um so besser. Nun blieb nur noch zu hoffen, dass die freundliche Spende auch die erwünschte Wirkung brachte.
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Cathal Llastobhar
Mit einem dankbaren Lächeln blickte er den freundlichen Leuten noch nach und erst als sie etwas rasch aus seinem Blickfeld entschwunden waren, blickte er verwundert zur prall gefüllten Tasche. Da hatte jemand alle Arbeit, Kosten und Mühen nicht gescheut und war erneut großzügig und milde dem Ruf nach Hilfe für die Armen und Schwachen gefolgt. Ein leises, fast gerührtes Aufseufzen hob die Brust des jungen Knappen und schon griff er nach der Tasche und stockte plötzlich, als er versucht auch jene noch anzuheben.
"Was zur... verdammt! Entweder sind das da drin schon bald gute Brocken die einem Backstein Konkurrenz machen oder ich bin tatsächlich ein Schwächling. So viel mehr kann das doch nicht..."
Wild versuchte er die volle Truhe und den nun zusätzlich reich gefüllten Beutel zu heben. Es endete damt, dass er, aus dem Gleichgewicht gebracht, unsanft gen Tisch stieß und langsam keuchte. Zu viel des Guten... er hätte nicht gedacht, dass er dies je einmal sagen würde und plötzlich musste er eine Entscheidung treffen, die er fast schon als dekadent erachtete...
Wenig später lag das Essen der Truhen geschmückt und geziert auf den Auslagen und die Armen wurden gerufen um an dem Schmauß teilhaben zu können. Für wenig Momente hatte der Knappe noch ein drückendes Schuldgefühl gegenüber jenen jungen Leuten und anderen, welche erst just an jenem Abend gespendet hatten, denn dieses Essen musste er vorerst woanders unterbringen. So lag der Beutel in der Banktruhe des jungen Mannes - wohl verwahrt und die glänzenden, strahlenden Augen voller Glückseligkeit lenkten Cathal vorerst von dieser verpatzten Aktion seinerseits ab.
Als dann der Abend hereinbrach und er die letzten Reste zusammenräumte fiel ihm siedendheiß erst jene Untat ein und das schlechte Gewissen stach in seiner Brust. Diese Leute hatten das gute Essen nicht gebracht um es unnütz vergammeln zu lassen. Fiebrig und krampfhaft suchte er nach einer Lösung und ar fast schon geneigt dem Bankier jene Tasche, welche er kurz darauf abholte, zu geben, jedoch kam ihm ein neuer Gedanke und lächelnd murmelte er einen Namen in sich hinein und nickte.
Warum denn nicht? Zwar war sie nicht arm aber aß in letzter Zeit noch weniger als eh schon und Käse, Brot... genau das was sie liebte... warum nicht? Temora konnte doch gnädig einmal über diesen kleinen Ausrutscher hinwegsehen....so hoffte er zumindest, als er gedanklich den neuen Besitzer für den Beutel voller Köstlichkeiten erkor.
(OOC: Eine riesige Entschuldigung an euch. Ich habe in einem Anfall von Chaos zwei Beutel in meine BP/Bank vergessen und einen sogar aus Versehen decayen lassen - de fakto hab ich die Spenden, welche mir erst an jenem Tag gegeben wurden NICHT mehr auslegen können und das tut mir leid, da nun so eine schöne Aktion IG fast versaut worden wäre... allerdings mach ich es wieder gut und hab schon ein "neues Opfer" für die ganze Sache im Blickfeld. Ich kann mich nur nochmal entschuldigen - nur keine Sorge, es ist NICHT vergessen worden!!!)
"Was zur... verdammt! Entweder sind das da drin schon bald gute Brocken die einem Backstein Konkurrenz machen oder ich bin tatsächlich ein Schwächling. So viel mehr kann das doch nicht..."
Wild versuchte er die volle Truhe und den nun zusätzlich reich gefüllten Beutel zu heben. Es endete damt, dass er, aus dem Gleichgewicht gebracht, unsanft gen Tisch stieß und langsam keuchte. Zu viel des Guten... er hätte nicht gedacht, dass er dies je einmal sagen würde und plötzlich musste er eine Entscheidung treffen, die er fast schon als dekadent erachtete...
Wenig später lag das Essen der Truhen geschmückt und geziert auf den Auslagen und die Armen wurden gerufen um an dem Schmauß teilhaben zu können. Für wenig Momente hatte der Knappe noch ein drückendes Schuldgefühl gegenüber jenen jungen Leuten und anderen, welche erst just an jenem Abend gespendet hatten, denn dieses Essen musste er vorerst woanders unterbringen. So lag der Beutel in der Banktruhe des jungen Mannes - wohl verwahrt und die glänzenden, strahlenden Augen voller Glückseligkeit lenkten Cathal vorerst von dieser verpatzten Aktion seinerseits ab.
Als dann der Abend hereinbrach und er die letzten Reste zusammenräumte fiel ihm siedendheiß erst jene Untat ein und das schlechte Gewissen stach in seiner Brust. Diese Leute hatten das gute Essen nicht gebracht um es unnütz vergammeln zu lassen. Fiebrig und krampfhaft suchte er nach einer Lösung und ar fast schon geneigt dem Bankier jene Tasche, welche er kurz darauf abholte, zu geben, jedoch kam ihm ein neuer Gedanke und lächelnd murmelte er einen Namen in sich hinein und nickte.
Warum denn nicht? Zwar war sie nicht arm aber aß in letzter Zeit noch weniger als eh schon und Käse, Brot... genau das was sie liebte... warum nicht? Temora konnte doch gnädig einmal über diesen kleinen Ausrutscher hinwegsehen....so hoffte er zumindest, als er gedanklich den neuen Besitzer für den Beutel voller Köstlichkeiten erkor.
(OOC: Eine riesige Entschuldigung an euch. Ich habe in einem Anfall von Chaos zwei Beutel in meine BP/Bank vergessen und einen sogar aus Versehen decayen lassen - de fakto hab ich die Spenden, welche mir erst an jenem Tag gegeben wurden NICHT mehr auslegen können und das tut mir leid, da nun so eine schöne Aktion IG fast versaut worden wäre... allerdings mach ich es wieder gut und hab schon ein "neues Opfer" für die ganze Sache im Blickfeld. Ich kann mich nur nochmal entschuldigen - nur keine Sorge, es ist NICHT vergessen worden!!!)
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Jago di Trequona
Der Zauberer saß in einem bequemen Sessel am Kamin in der Taverne Rahals, die Füße in den schweren Stiefeln auf einen Schemel gelegt, vor sich einen Krug Wein, dessen Inhalt im Schein des Feuers in tiefdunklen Rottönen funkelte und blitzte. Die Kapuze hatte er tief ins Gesicht gezogen, so daß man ihm von außen keinerlei Regung ansehen konnte. Hinter seiner Stirn aber arbeitete es.
Die Idee seiner Schülerin, sich mit einer "milden Gabe" an der Armenspeisung Varuns zu beteiligen war äußerst interessant gewesen und wurde auch sofort von eifrigen Händen aufgegriffen. Außerdem war es eine denkbar günstige Gelegenheit gewesen, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die jungen, unerfahrenen Ordensmitglieder konnten sich an einer ersten, relativ einfachen Aufgabe ausprobieren und gleichzeitig konnte man den ersten hoffentlich schmerzhaften Nadelstich gegen die Bevölkerung Varunas verüben. Schade eigentlich, daß die varuneser Magier sich wohl nicht bei einer Armenspeisung verköstigen ließen.
Bald schon, sehr bald würden sich hoffentlich die ersten Bürger in Krämpfen winden.
Die Idee seiner Schülerin, sich mit einer "milden Gabe" an der Armenspeisung Varuns zu beteiligen war äußerst interessant gewesen und wurde auch sofort von eifrigen Händen aufgegriffen. Außerdem war es eine denkbar günstige Gelegenheit gewesen, gleich zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen: Die jungen, unerfahrenen Ordensmitglieder konnten sich an einer ersten, relativ einfachen Aufgabe ausprobieren und gleichzeitig konnte man den ersten hoffentlich schmerzhaften Nadelstich gegen die Bevölkerung Varunas verüben. Schade eigentlich, daß die varuneser Magier sich wohl nicht bei einer Armenspeisung verköstigen ließen.
Bald schon, sehr bald würden sich hoffentlich die ersten Bürger in Krämpfen winden.
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Una Llastobhar
Des letzten Traumes Schwingen... der Tod
Mit nur noch sehr zittriger, flackernder Geste in etwa wie der hauchige Flügelschlag eines müde gewordenen Schmetterlings, huschte die bleiche Hand suchend über die nächste Seite des alten Folianten, hielt ab und an inne um einige Zeilen mit dem weißlichen Fingernagel beinahe zu unterstreichen um doch nur wieder emsig weiterzuwandern.
Längst lagen wieder dunkle Schatten unter den kindlichen, großen Augen und untermalten jene auf dem bleichen Teint beinahe wie der feine Staub schwarzer Kohle, doch die nebelgrauen Pupillen, welche darüber in den Höhlen lagen, funkelten mit stetiger Intensität und nimmermüdem Interesse gen Pergament. Der Blick suchte, bohrte und loderte ab und an, geschürt vom Feuer des Wissens ein wenig auf. Nur am matten Zucken der dunklen, schmalen Brauen und dem Heben oder Senken ihrer Mundwinkel war ersichtlich, dass es heftig in dem Kopf des Mädchens arbeitete, ansonsten schien sie sich, gefesselt von der Lektüre, auch über mehrere Stundenläufe kaum zu bewegen. Warum auch? Sie hatte geschworen wieder zu sich selbst zu finden und die verschiedenen Gesichter ihrer Person zu einen… dies begann man am besten mit weiterer Bildung.
Immerhin hatte sie bemerkt wie armselig ihr ach-so-stolzes Wissen und wie umfangreich hingegen die Kenntnis in scheinbar sämtlichen Fachbereichen seitens seiner Magnifizenz, Calor von Gryffenhorst, war, als jener diese nüchterne, doch aufklärende Anhandlung gegenüber den Vanderbilts zum Thema „Arkorither“ herunterplauderte als rezitiere er einen simplen Kinderreim. Sie hatte einfach Nachholbedarf und ihre Liebe zu Büchern erleichterte ihr jenen Weg ungemein und die konventseigene Bibliothek lieferte ihr Schätze, ja fachliterarische Juwelen in rauen Mengen.
Kein Wunder also, dass sie sich nun schon den vierten Morgen, Mittag, Abend… Tag darin verlor wie ein neugieriges Gör in einem Labyrinth der Sinne.
Sie ignorierte und verleugnete den zweiten Aspekt, die klammheimliche Flucht, ihres Übereifers voll und ganz.
Es war einfach ungut zu klammern, zu jammern und sich zu sorgen wie ein albernes Heimchen. Dümmlich gar konnte man es nennen sich zu narren und es ärgerte dann im gleichen Maße wie es betrübte, wenn man dann doch merken musste, dass die Gedanken, sobald man die Zügel der Kontrolle etwas lockerer ließ, plötzlich doch wieder bei ein und dem selben Punkt zum stehen kamen… er.
Wie konnte eine einzelne Person nur plötzlich den eigenen Lebensrhythmus, das Lied im Inneren, Licht und Schatten des Gefüges, Freud und Leid so heftig bestimmen? Wann war dies passiert und warum störte es sie an und für sich nicht einmal? Im Grunde behauptete eine Stimme in ihrem Kopfe sogar mit zartem Untertone, dass dies die normalste und schönste Sache der Welt war… gesetzt die beiden Seelen waren nicht getrennt.
Zwar rollte sie jedes Mal, entnervt über das eigene Empfinden, die Augen, jedoch spürte sie auch im selben Moment den gleißenden Schmerz, welcher sich an ihrer Sorge nährte wie ein boshaftes Geschwür. Rasch wurde dann all diese Last beiseite gedrängt, abgefertigt mit eiligen Selbstermahnungen wie „Er hat eben verdammt viel zu tun, du Dummchen!“, und man gewöhnte sich den Sprung mitten in die ablenkende Arbeit geradezu an.
So wie jetzt… wie die letzten vier Tage!
Vertieft in ihre Lektüre, die Nase so nah am alten Pergament, dass ihr der muffige, doch reiche Geruch der Seiten stetig vom Alter des Buches berichtete, zuckte sie erschrocken zusammen, als sie plötzlich das Gewicht einer Hand auf der Schulter spürte.
Hastig fuhr sie herum, das weiße Haar wirbelte in glitzernder, schneekristallartiger Pracht. Weise und gütige, ältere Augen schienen direkt in ihre Seele zu blicken und ein wenig väterliche Mahnung schwang in der dunklen Stimme, gedämpft durch den langen, stolzen Bart, mit:
„Priora Llastobhar, ich werde Euch sicherlich nicht aus jenen Hallen werfen aber möchte Euch dennoch darauf hinweisen, dass die Nacht bald wieder in den Morgen übergeht und es auch in der Weisheit eines klugen Menschen liegt sich seine Kraft durch den Schlaf wieder anzueignen…“, kurz blinzelte Alfaran Eibenbruch, Verwalter am Konvent des Phönix, etwas irritiert und fügte dann mit einem amüsierten Schmunzeln hinzu, „… und Euer Magen scheint auch länger nichts mehr bekommen zu haben, wenn man das Gebrumme, welches schon einem Bärenjungen Konkurrenz macht, recht deutet…“
Wie Recht er hatte!
Mit wenigen, etwas matten und fahrigen Worten setzte sie ihm eine Art Abschiedsmoment vor die Nase und fand sich selber nur wenige Augenblicke später wieder im Garten des Konvents, wo ihr die frische Nachtluft beinahe die Füße unter den Beinen wegzog. Schmerzlich und deutlich wurden ihr Alfarans Worte in aller Wahrheit bewusst, als sie schläfrig blinzelte und ihr Magen geradezu nach Nahrung schrie. Einige, wenige Schritte stolperte die weiß-gekleiderte, geisterhaft wirkende Mädchengestalt noch voran, gen Baum, an welchem sie einst mit ihrem Vettern saß und sich eine peinliche Szenerie leistete...
…dann griff die bleiche, schmale Rechte beinahe wie von selbst in den Beutel an ihrem Gürtel und fischte suchend darin umher. Sie wurde fündig und zog mit leichtem Lächeln das Stückchen Brot, welches zwar nun eher kantig und hart, doch für hungrige Augen noch immer mehr als prachtvoll erschien, hervor. Mit zartem Blicke führte sie das Ecklein langsam näher an die bleichen Lippen und ein zufriedener Ausdruck ließ das Porzellanpuppengesicht glücklich leuchten. Cathal hatte ihr einen ganzen Laib Brot gebracht und mit einem Zwinkern in die Hände gelegt.
„Damit du auch mal während deinen Studien etwas isst, ja?“
Oh, sicher, genau für einen Moment wie diesen hatte sie das Stück hier in der Tasche bei sich gehabt und nun war der passende Zeitpunkt gekommen. Zögerlich öffnete sich ihr Mund um den ersten Bissen mit noch immer dankbar-verträumtem Lächeln zu kosten. Sinnierend kaute sie still und schluckte…
Mit einem Ruck weiteten sich ihre Pupillen und mit grauenhaftem Schrecken weiteten sich die Augen um panisch auf den plötzlich verräterisch anmutetenden Kanten Brot herabzustarren. Mit einem Ächzen ließ sie jenen fallen und beide Hände umgriffen im nächsten Augenblick die eigene Kehle, welche wie zugeschnürt den Atem beschwerte und ihr nicht einmal den aufsteigenden, hysterischen Schrei eines verängstigten Kindes gönnte. Völlig stumm und still, von keinem Ohr erfasst, spielten sich dann die nächsten, letzten Lidschläge ab und gaben ein grausames Schauspiel ab, als die dunklen Schleier vor den Augen des Mädchens aufzogen und das kreidefarbene Geistergesicht sich mit fassungslosem Blicke gen finsteren Nachthimmel wandte. Bebend streckte sie die Linke nach einem kurzen, aufflackerndem Trugbild aus und wisperte tonlos mit verzweifelter Hingabe einen Namen.
Dann schnitt irgendjemand die Fäden namens Leben über dem gläsernen Püppchen ab und mit geschlossenen Augen sackte es in sich zusammen, stürzte ins weiche Grasbett unter jenem Baum, welcher ihr einst in einer ähnlich dunklen Nacht ein menschliches Licht gezeigt hatte.
Dann war es still…
Es sah ganz so aus, als wäre die kleine Priora den Bitten des gütigen Verwalters sehr eifrig nachgekommen und habe erst etwas gegessen um sich danach noch am selben Ort und Stelle zur Ruhe zu begeben, so friedlich wie im Schlafe erschien das marmorhafte, bleiche Gesicht,
doch ihre Brust hob und senkte sich nicht mehr!
[img]http://mitglied.lycos.de/sherahadh/Unaschneewittchen.JPG[/img]
Längst lagen wieder dunkle Schatten unter den kindlichen, großen Augen und untermalten jene auf dem bleichen Teint beinahe wie der feine Staub schwarzer Kohle, doch die nebelgrauen Pupillen, welche darüber in den Höhlen lagen, funkelten mit stetiger Intensität und nimmermüdem Interesse gen Pergament. Der Blick suchte, bohrte und loderte ab und an, geschürt vom Feuer des Wissens ein wenig auf. Nur am matten Zucken der dunklen, schmalen Brauen und dem Heben oder Senken ihrer Mundwinkel war ersichtlich, dass es heftig in dem Kopf des Mädchens arbeitete, ansonsten schien sie sich, gefesselt von der Lektüre, auch über mehrere Stundenläufe kaum zu bewegen. Warum auch? Sie hatte geschworen wieder zu sich selbst zu finden und die verschiedenen Gesichter ihrer Person zu einen… dies begann man am besten mit weiterer Bildung.
Immerhin hatte sie bemerkt wie armselig ihr ach-so-stolzes Wissen und wie umfangreich hingegen die Kenntnis in scheinbar sämtlichen Fachbereichen seitens seiner Magnifizenz, Calor von Gryffenhorst, war, als jener diese nüchterne, doch aufklärende Anhandlung gegenüber den Vanderbilts zum Thema „Arkorither“ herunterplauderte als rezitiere er einen simplen Kinderreim. Sie hatte einfach Nachholbedarf und ihre Liebe zu Büchern erleichterte ihr jenen Weg ungemein und die konventseigene Bibliothek lieferte ihr Schätze, ja fachliterarische Juwelen in rauen Mengen.
Kein Wunder also, dass sie sich nun schon den vierten Morgen, Mittag, Abend… Tag darin verlor wie ein neugieriges Gör in einem Labyrinth der Sinne.
Sie ignorierte und verleugnete den zweiten Aspekt, die klammheimliche Flucht, ihres Übereifers voll und ganz.
Es war einfach ungut zu klammern, zu jammern und sich zu sorgen wie ein albernes Heimchen. Dümmlich gar konnte man es nennen sich zu narren und es ärgerte dann im gleichen Maße wie es betrübte, wenn man dann doch merken musste, dass die Gedanken, sobald man die Zügel der Kontrolle etwas lockerer ließ, plötzlich doch wieder bei ein und dem selben Punkt zum stehen kamen… er.
Wie konnte eine einzelne Person nur plötzlich den eigenen Lebensrhythmus, das Lied im Inneren, Licht und Schatten des Gefüges, Freud und Leid so heftig bestimmen? Wann war dies passiert und warum störte es sie an und für sich nicht einmal? Im Grunde behauptete eine Stimme in ihrem Kopfe sogar mit zartem Untertone, dass dies die normalste und schönste Sache der Welt war… gesetzt die beiden Seelen waren nicht getrennt.
Zwar rollte sie jedes Mal, entnervt über das eigene Empfinden, die Augen, jedoch spürte sie auch im selben Moment den gleißenden Schmerz, welcher sich an ihrer Sorge nährte wie ein boshaftes Geschwür. Rasch wurde dann all diese Last beiseite gedrängt, abgefertigt mit eiligen Selbstermahnungen wie „Er hat eben verdammt viel zu tun, du Dummchen!“, und man gewöhnte sich den Sprung mitten in die ablenkende Arbeit geradezu an.
So wie jetzt… wie die letzten vier Tage!
Vertieft in ihre Lektüre, die Nase so nah am alten Pergament, dass ihr der muffige, doch reiche Geruch der Seiten stetig vom Alter des Buches berichtete, zuckte sie erschrocken zusammen, als sie plötzlich das Gewicht einer Hand auf der Schulter spürte.
Hastig fuhr sie herum, das weiße Haar wirbelte in glitzernder, schneekristallartiger Pracht. Weise und gütige, ältere Augen schienen direkt in ihre Seele zu blicken und ein wenig väterliche Mahnung schwang in der dunklen Stimme, gedämpft durch den langen, stolzen Bart, mit:
„Priora Llastobhar, ich werde Euch sicherlich nicht aus jenen Hallen werfen aber möchte Euch dennoch darauf hinweisen, dass die Nacht bald wieder in den Morgen übergeht und es auch in der Weisheit eines klugen Menschen liegt sich seine Kraft durch den Schlaf wieder anzueignen…“, kurz blinzelte Alfaran Eibenbruch, Verwalter am Konvent des Phönix, etwas irritiert und fügte dann mit einem amüsierten Schmunzeln hinzu, „… und Euer Magen scheint auch länger nichts mehr bekommen zu haben, wenn man das Gebrumme, welches schon einem Bärenjungen Konkurrenz macht, recht deutet…“
Wie Recht er hatte!
Mit wenigen, etwas matten und fahrigen Worten setzte sie ihm eine Art Abschiedsmoment vor die Nase und fand sich selber nur wenige Augenblicke später wieder im Garten des Konvents, wo ihr die frische Nachtluft beinahe die Füße unter den Beinen wegzog. Schmerzlich und deutlich wurden ihr Alfarans Worte in aller Wahrheit bewusst, als sie schläfrig blinzelte und ihr Magen geradezu nach Nahrung schrie. Einige, wenige Schritte stolperte die weiß-gekleiderte, geisterhaft wirkende Mädchengestalt noch voran, gen Baum, an welchem sie einst mit ihrem Vettern saß und sich eine peinliche Szenerie leistete...
…dann griff die bleiche, schmale Rechte beinahe wie von selbst in den Beutel an ihrem Gürtel und fischte suchend darin umher. Sie wurde fündig und zog mit leichtem Lächeln das Stückchen Brot, welches zwar nun eher kantig und hart, doch für hungrige Augen noch immer mehr als prachtvoll erschien, hervor. Mit zartem Blicke führte sie das Ecklein langsam näher an die bleichen Lippen und ein zufriedener Ausdruck ließ das Porzellanpuppengesicht glücklich leuchten. Cathal hatte ihr einen ganzen Laib Brot gebracht und mit einem Zwinkern in die Hände gelegt.
„Damit du auch mal während deinen Studien etwas isst, ja?“
Oh, sicher, genau für einen Moment wie diesen hatte sie das Stück hier in der Tasche bei sich gehabt und nun war der passende Zeitpunkt gekommen. Zögerlich öffnete sich ihr Mund um den ersten Bissen mit noch immer dankbar-verträumtem Lächeln zu kosten. Sinnierend kaute sie still und schluckte…
Mit einem Ruck weiteten sich ihre Pupillen und mit grauenhaftem Schrecken weiteten sich die Augen um panisch auf den plötzlich verräterisch anmutetenden Kanten Brot herabzustarren. Mit einem Ächzen ließ sie jenen fallen und beide Hände umgriffen im nächsten Augenblick die eigene Kehle, welche wie zugeschnürt den Atem beschwerte und ihr nicht einmal den aufsteigenden, hysterischen Schrei eines verängstigten Kindes gönnte. Völlig stumm und still, von keinem Ohr erfasst, spielten sich dann die nächsten, letzten Lidschläge ab und gaben ein grausames Schauspiel ab, als die dunklen Schleier vor den Augen des Mädchens aufzogen und das kreidefarbene Geistergesicht sich mit fassungslosem Blicke gen finsteren Nachthimmel wandte. Bebend streckte sie die Linke nach einem kurzen, aufflackerndem Trugbild aus und wisperte tonlos mit verzweifelter Hingabe einen Namen.
Dann schnitt irgendjemand die Fäden namens Leben über dem gläsernen Püppchen ab und mit geschlossenen Augen sackte es in sich zusammen, stürzte ins weiche Grasbett unter jenem Baum, welcher ihr einst in einer ähnlich dunklen Nacht ein menschliches Licht gezeigt hatte.
Dann war es still…
Es sah ganz so aus, als wäre die kleine Priora den Bitten des gütigen Verwalters sehr eifrig nachgekommen und habe erst etwas gegessen um sich danach noch am selben Ort und Stelle zur Ruhe zu begeben, so friedlich wie im Schlafe erschien das marmorhafte, bleiche Gesicht,
doch ihre Brust hob und senkte sich nicht mehr!
[img]http://mitglied.lycos.de/sherahadh/Unaschneewittchen.JPG[/img]